Machopan - Rauchzeichen

31.01.2006 um 05:45 Uhr

Surfbrett

Um richtig Surfen zu können, darf man das Brett nicht immer vor dem Kopf haben, sondern zum richtigen Zeitpunkt unter den Füßen.
Und jetzt kann man gerade richtig Surfen. Mitten in Deutschland. Wenn man kein Brett vor dem Kopf hat.
Hohe Wellen schlägt die E.ON-Korruptionsaffäre“ schreibt das Saar-Echo am 19. Januar 2006 und erschreckt mich mit der Vorstellung ein Tsunami könnte so klamm und heimlich die Stadt Essen plattgemacht haben.

Aber alles halb so wild, denn nur ein paar klamme kommunale Politiker nebst Gattinnen sind auf Kosten des Energiekonzern E.ON heimlich lustgereist.
Und nun ist die Kölner Staatsanwaltschaft gegen rund 100 Bürgermeister und Bürgermeisterinnen, Ratsmitglieder und Ratsohneglieder, Beigeordnete, Beigestandene und Beigeschlafene heftig am ermitteln, weil die Jungs und Mädels sich auf Reisen vergnügt haben sollen.
Es bestehe daher bei den Reisenden der Verdacht auf Vorteilsannahme und einigen Mitarbeitern des Reiseveranstalters E.ON Verdacht auf Vorteilsgewährung. Der Grünen-Politiker Priggen meinte dazu, «er sehe ”eine gewisse Tradition darin, dass Entsorgungsunternehmen, aber auch Energieerzeuger versuchten, ”sich Kommunalpolitiker gefügig zu machen”. Für ihn sei das ”ein fließender Übergang zur Korruption»

Also ich finde das schon ein bisschen hart ausgedrückt, diese Art der "Finanziellen Nötigung" als „Fließenden Übergang zur Korruption“ zu bezeichnen. Nur weil sich ein paar kommunale Bedienstete für die Energieversorgung in Belgien, Frankreich, Spanien und Norwegen interessieren, statt immer nur im Amtszimmer oder Sitzungssaal zu hocken und langfristig laufende Verträge mit E.ON zur Energieversorgung der Kommunen und ihrer Bürger zu unterschreiben.

Da lob ich mir doch Politiker, die statt in der Weltgeschichte herumzureisen und die Umwelt zu belasten, sich das Geld der Energieversorger lieber gleich aufs eigene  Bankkonto überweisen lassen, wie der CDA-Vorsitzende Hermann-Josef Arentz und sein Parteikollege und Generalsekretär Laurenz Meyer.
Wie heißt es in den Medien doch so schön: „Wir sind die Energie“ und „Du bist Deutschland

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30.01.2006 um 05:45 Uhr

Suze

Früher (ja ja, lang ist es her) fand ich es in der Schule klasse einen Spruch wie „Wer das liest ist doff“ an die Tafel zu  schreiben und mich (innerlich) dumm und dämlich zu lachen, wenn der Lehrer ins Zimmer kam und beim Anblick des Geschriebenen fragte „wer war das?“.
Heute ist mir klar, dass er wohl wusste wer das war, denn es gab sicher keinen zweiten Schüler in der Klasse, der das Wort „doof“ mit zwei Eff schrieb.

Heute finde ich es doof, wenn ich Dinge wie „Diese Vereinigte der Kleinbürger (s. Kommentarleiste gestern bei Machopan), geht mir dermassen auf den Senkel, dass ich mich wie in die Klippschule versetzt fühle“ lesen muss.
Und lachen kann ich darüber auch nicht.

Aber lustig finde ich es schon, wie jemand, der erst seit dem 20.12.2005, also gerade mal seit sechs Wochen am Bloggen ist, mit der gegenteiligen Meinung anderer Leute umgeht.
Von Zeter und Mordio wird da geblögt, von „subtilem Psychoterror“ gemutmaßt und über "die verpennte Chance der Schläfer und Träumer in unserer Demokratie" gelästert.
 
Man kann sicher über den Zustand unserer Demokratie „Absurdistan“ trefflich diskutieren und sich empören, aber sind wir wirklich ein „Land der Drückeberger und Kriecher, der Verschwiegenen?"

Nun befähige auch ich mich (teilweise *schäm*) meist einer kräftigen Sprache und gelegentlich einer recht derben Ausdrucksweise.
Aber bei allem Verständnis für eine (nach eigenen Aussagen) „emanzipierte Frau“ und „Kämpferin“ mit starkem Ego, finde ich die medienwirksame Beschimpfung Andersmeinender als „Postmaster-Türken“, „Hempels“, „Stasi-Blogger“, „Kleinbürger“, Drückeberger“, „Kriecher“, „Penner“, „Schrotlader“, „Knüppeltüllen“, „Waschweiber“, „kleine Wixer“ und „Flachschüler“ in Anbetracht der Wichtigkeit der Kontroverse nun doch etwas übertrieben.
Vor allem, wenn man wie Suze gleichzeitig behauptet: „In meinem Blog stehen Texte, zu denen man ganz unterschiedliche Meinungen haben kann.

Ja, nur hat die liebe Suze dabei wohl übersehen, dass die „Postmaster-Türken“, „Hempels“, „Stasi-Blogger“, „Kleinbürger“, Drückeberger“, „Kriecher“, „Penner“, „Schrotlader“, „Knüppeltüllen“ „Waschweiber“, „kleine Wixer“ und „Flachschüler“ das als Aufforderung sehen könnten und von ihrem Recht auf freie und gegenteilige Meinungsäußerung in einer Demokratie eifrig Gebrauch machen.
Auch wenn es am eigentlichen Thema „Fubaweme“ und „Titelschutz“ vorbeigeht.

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27.01.2006 um 05:45 Uhr

Titelschutz

Dass ich ein äußerst kreativer Mensch bin, das weiß ICH schon lange.
Allein die Tatsache, dass es mir seit Jahrzehnten gelingt diese Kreativität vor meinen Mitmenschen zu verbergen, genügt sicher nicht als Beweis des Gegenteils.
Im Rahmen meines irdischen Kreativlebens gelang mir am 26. Januar des Jahres 2006 die Schaffung eines absolut neuen Wortes, das weder bei Google™ noch bei Wikipedia™ zu finden ist.

Daher erhebe ich hiermit unter Bezugnahme auf das Markengesetz §5 und §15 MarkenG Titelschutz auf das Wort „Fubaweme“ in allen möglichen Schreibweisen und vor allem in Verbindung mit Jahreszahlen sowie in Verbindung mit der Bezeichnung von Städten, Gemeinden, Ländern, Staaten, Sternen, Galaxien und aller Universen.

Zum Titelschutz heißt es auf den Seiten des „Börsenverein des Deutschen Buchhandels“ :
«Titelschutz entsteht automatisch mit der Ingebrauchnahme eines Titels als "besonderer", d.h. hinreichend unterscheidungskräftiger namensmäßiger Bezeichnung eines Werkes. Eine Behörde oder eine sonstige Einrichtung, die für die Anmeldung von Titelschutz zuständig wäre, existiert nicht. "Wer zu erst kommt, mahlt zuerst“: Dieses Prinzip kommt auch im Bereich des Titelschutzes zum Tragen. Das stärkere - weil prioritätsältere - Recht steht also immer demjenigen zu, der einen Titel zuerst benutzt. Um Titelschutzverletzungen zu vermeiden, sollten Verlage vor Verwendung einer kennzeichnungsfähigen Bezeichnung sorgfältig prüfen, ob der in Aussicht genommene Titel nicht bereits belegt ist. Hier bietet sich zunächst eine Überprüfung an Hand des "Verzeichnis Lieferbarer Bücher (VLB)" an. Weitergehende Recherchen - wie z.B. über Internet-Suchmaschinen - sind zu empfehlen.»

Und genau das habe ich gemacht!
Ich habe stundenlang gegoogelt und im gesamten WorldWideWeb NIX, aber auch absolut NIX zu „Fubaweme“ gefunden.
Und somit bin ich der „ERSTE“ oder wie der Börsenverein schreibt, der „PRIORITÄTSÄLTESTE“ oder wie ich es nenne, der „ERSTMAHLER“.

Huch, ist das Wort „ERSTMAHLER“ nicht schon wieder eine geniale Ausgeburt meiner grenzenlosen Kreativität?
Da muss ich doch gleich mal durchs WorldWideWeb googeln um meine Titelrechte zu sichern..
Denn wie schreibt der Börsenverein des Deutschen Buchhandels so schön: "Wer zu erst kommt, mahlt zuerst“

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26.01.2006 um 05:45 Uhr

FuBaWeMe 2006

Die "FuBaWeMe 2006" schafft was alle Beschäftigungsprogramme und Reformen des Arbeitsmarktes unter dem Titel „Agenda2010“ nicht geschafft haben: Der wirtschaftliche Aufschwung wird in Deutschland einfallen und mit seiner Kaufkraft die Handelshäuser, Kneipen und Nächtigungs- und „Verkehrs“betriebe der Nation von Ost nach West und Nord nach Süd oder auch andersrum, überrollen.

Die Fußballweltmeister schafft die Wende, stoppt die Talfahrt, überschwemmt Deutschland mit dem Aufschwung und sorgt für volle Kassen.
Kaum ein Politiker, der in den letzten Wochen und Monaten nicht schon die Macht des runden Leders beschworen hat und sich sicher ist: „Mit der FuBaWeMe 2006 wird alles gut.

Zwar glauben zwar knapp 80% der befragten bundesdeutschen Bevölkerung nicht an einen Sieg der deutschen Nationalmannschaft, aber dennoch meint unsere Frau Bundesmerkel, dass die FuBaWeMe für Deutschland so wichtig ist, wie anno dunnemals der Fall der Mauer.
Gut OK, unter der Mauer liegen neben einigen Vereinigungsversprechen, auch ein paar Mitbürger, die an die neu erblühenden Landschaften geglaubt haben.

Aber jetzt bei der FuBaWeMe ist das anders, denn wir werden alle gewinnen auch wenn wir verlieren. Damit garantiert nix schief geht, sollen sogar die Ladenschlusszeiten und die Sperrstunden aufgehoben, damit die Fußballfans so richtig Geld ausgeben können, wenn sie nicht im Stadion hocken oder grölend durch die Straßen ziehen. Ich kann mir das so richtig lebhaft vorstellen, wie Horden von siegestrunkenen und Fahnen schwenkenden Fans nach dem Spiel ihrer Mannschaft durch die Kaufhäuser der Innenstädte oder durch den Tante-Emma-Laden von Kleinkleckersdorf ziehen um dort ihr Geld liegen zu lassen.

Um diesen wirtschaftlichen Erfolg zu ermöglichen will die Frau Bundesmerkel sogar den Schwabenpfeil Jürgen Klinsmann, den Stolperer der Nation, kennen lernen. Sogar einen Besuch in der Mannschaftskabine könnte sie sich vorstellen, hat sie dem Spiegel erzählt. "Natürlich gehe ich da hin, zum geeigneten Zeitpunkt - übrigens auch, wenn wir Zweiter werden", sagte Merkel. Das wäre mal was ganz Neues, so eine Art Boxenluder, nur beim Fußball in der Mannschafts(dusch)kabine halt.

Ich bin mir sicher, wir werden alle noch sehr viel Spaß haben mit der FuBaWeMe 2006, dem Aufschwung und dem Einzug ins Endspiel..
Und hinterher will es mal wieder keiner gewesen sein und natürlich haben es alle schon vorher gewusst.
Ich wage mal eine frühe Prognose: „Das Ganze könnte so oder so ausgehen – der Ball ist rund und ein Spiel dauert 90 Minuten! Jetzt schau mer halt mal!“

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25.01.2006 um 05:45 Uhr

Wucherzins

Manch einer findet zwischen den normalen Kontoauszüge seiner Bank die lapidare Zinssatzänderungsmitteilung zur Änderung des Überziehungszinses ab dem 1.1.2006 auf 17,5% (siebzehnkommafünf Prozent).

Nun erkennt ja (fast) jeder einigermaßen intelligente Bundesbürger, dem die Banken noch ein Konto gönnen, die Zahlung von Zinsen für leihweise überlassenes Geldkapital vom Grundsatz her an.
Bei Wikipedia steht dazu zu lesen, dass „die Höhe des Zinses sich in einer Marktwirtschaft nach Angebot und Nachfrage der Darlehen richtet.
Auch bei Wikipedia erfährt man, dass „das Verlangen des Anbieters einer Leistung nach einer deutlich überhöhten Gegenleistung in Ausnutzung eines Ungleichgewichts in der Freiheit der objektiven Willensentscheidung als Wucher bezeichnet wird.“

Aus der Verbindung beider Sachverhalte entsteht nun nicht nur das Wort „Wucherzins“, sondern auch ein Straftatbestand nach §138 Absatz 2 BGB als Unterfall eines sittenwidrigen Rechtsgeschäftes.
Ein solches Rechtsgeschäft ist dann sittenwidrig, wenn „jemand unter Ausbeutung der Zwangslage, der Unerfahrenheit, des Mangels an Urteilsvermögen oder der erheblichen Willensschwäche eines anderen sich oder einem Dritten für eine Leistung Vermögensvorteile versprechen oder gewähren lässt, die in einem auffälligen Missverhältnis zu der Leistung stehen.“, wobei Ausbeuten das bewusste Ausnutzen der gegebenen schlechten Situation des Bewucherten ist.

Nun ist ja jedem einigermaßen intelligentem Bundesbürger auch bekannt, dass Konteninhaber, besonders in wirtschaftlich schlechten Situationen, zwangsläufig dazu neigen Kredite in Anspruch nehmen zu müssen, um die finanzielle Zwangslage überbrücken zu können. Dass bei manchen Notleidenenden noch Unerfahrenheit, ein Mangel an Urteilsvermögen oder gar erhebliche Willensschwäche dazu kommt, kann schon fast vernachlässigt werden. Besonders wenn man berücksichtigt auf welche einfache Art und Weise Banken dafür sorgen, dass gerade junge und unerfahrene Menschen in eine derartige Notlage geraten.
Um sich dann durch die Erhebung von Wucherzinsen auch noch an der Überschuldung dieser Personen mit 17,5 % Wucherzinsen zu bereichern.

Wie es zu dieser Überschuldung kommt, kann man auch bei Wikipedia nachlesen:
Überschuldung ist eine sehr belastende Lebenssituation und ein gravierendes soziales Problem. Sie kann alle Einkommensschichten treffen, das Risiko ist jedoch in den unteren Einkommensschichten wesentlich höher. Nach Schätzungen von Korczak (2001) waren in Deutschland im Jahr 1999 etwa 2,8 Millionen Haushalte, das entspricht etwa 7 % aller Haushalte überschuldet. Hauptursachen für Überschuldung sind Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit, Einkommenseinbußen bei Jobwechsel, Scheidung und Krankheit.“
Mir persönlich sind auch einige, sicher nicht repräsentative, Fälle bekannt, bei denen auch noch etwas Dummheit der Überschuldeten dazu kommt.

Übrigens die Bank, von der die obige Zinssatzänderungsmitteilung zwischen die Kontoauszüge gesteckt wurde, nennt sich „Volksbank“. Derartige Banken wurden einst gegründet um zu verhindern, dass große Teile der arbeitenden Bevölkerung durch private Geldverleiher mit Wucherzinsen in den Ruin getrieben wurden.

Aber die Bezeichnung  „Volks-Bank“ ist zwischenzeitlich ja zur gleichen Farce geworden wie die Wortverbindungen „Christlich-Demokratisch“ oder „Christlich-Sozial“ und „Sozial-Demokratisch“.  

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24.01.2006 um 05:45 Uhr

Quotenregelung

Wer früher aus der Stadt auf’s Land zog und sich in einem dieser kleinen Käffer ansiedelte, die zur Verbesserung ihrer Steuereinnahmen Ackerland zu niedrigpreisigem Bauland umgewidmet hatten und total überrascht waren, dass statt Steuerzahlern Menschen mit Bedürfnissen und Wünschen kamen, der musste sich schon ab und an von den Alteingesessenen nach seiner Herkunft, seinem Namen und seiner Zugehörigkeit fragen lassen.
Ja wo kommscht du denn her“ und „wem ghörscht denn du?“ und „wie hoischt du denn?“ gehörten noch zu den normalen Nettigkeiten, mit denen die neuen Gemeindemitglieder und ihre Kinder begrüßt wurden, bevor sie dann im Kirchenchor, der Freiwilligen Feuerwehr und im Fußballverein ihren Platz in der Hackordnung der Gemeinde einnehmen durften, sofern sie das überhaupt wollten.

Derartige Fragen sollen nach dem Willen unserer neuen Bundesregierung nun auch einbürgerungswilligen Ausländern und Ausländerinnen gestellt werden, „um Zwangsehen, Prostitution und Schleusung erheblich zu erschweren“.
Dazu schreibt der Spiegel in einer Vorabmeldung vom 7. Januar des ach noch so jungen Jahres 2006: «Mit dem Gesetz will die Bundesregierung unter anderem elf EU-Richtlinien umsetzen, mit denen die zentralen Elemente des Ausländer- und Asylrechts in der Gemeinschaft angeglichen werden. Die Fristen für die Umsetzung einiger dieser Richtlinien laufen schon im Herbst ab, wie die Ministeriumssprecherin sagte. Vorher solle das Gesetzespaket verabschiedet werden. Einige der geplanten Änderungen seien zudem schon in der Koalitionsvereinbarung angekündigt worden.»

Jetzt wissen wir ja alle, dass viele der EU-Richtlinien nicht gerade das Gelbe vom Ei sind und über den Koalitionsvertrag ist auch schon genügend gelästert worden.
Doch jetzt blähen sich neben den üblichen Beschwerdeführern und Interessenvertretern, wie dem Zentralrat der Juden (unbedachter Schnellschuss, der schleunigst ernsthaft überprüft werden muss), dem Zentralrat der Muslime (nicht verfassungskonform und nicht integrationsfördernd), auch erstmals ehemalige Regierungsmitglieder, die am rot-grünen Multikulti des letzten sieben Regeierungsjahre beteiligt waren:
Die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Renate Künast, hat in der «Welt am Sonntag» unter anderem eine proportionale Besetzung öffentlicher Ämter mit Ausländern gefordert. Die Initiative ihrer Partei sei eine Reaktion auf Fehlentwicklungen in der Gesellschaft, wie der Abschottung von Zuwanderergruppen und der hohen Zahl junger Männer ohne Bildungsabschluss. Auch der Umgang mit Frauen und Mädchen sei vielfach nicht akzeptabel.“

Wer bisher gedacht hatte in einer Demokratie zu leben, in der öffentliche Ämter durch aktives und passives Wahlrecht verbunden mit mehrheitliche Wahl der Wahlberechtigten besetzt werden, muss wohl umdenken. Denn nach der grünen Renate müssten Ämter nach einer Quotenregelung besetzt werden.  
Nicht dass ich damit nun unbedingt ein Problem hätte, aber wenn schon Quotenregelung, dann aber bitte gleich richtig.
Dann gilt Gleiches doch auch für Arbeitnehmer und Unternehmer, Angestellte und Beamte, Männer und Frauen, Junge und Alte, Familien und Singles, Reiche und Arme, Arbeitshaber und Arbeitslose, um in den öffentlichen Ämtern einen repräsentativen Querschnitt unserer Bevölkerung abbilden zu können.
Da könnte man sicher gleich mehr als die Hälfte aller Bundestags- und Landtagsabgeordneten nach Hause und ins reale Leben schicken, um sie durch „Quotenabgeordnete“ zu ersetzen.
Für so eine Aktion würde ich mich im Rahmen einer „Qualitätsinitiative“ zur Verbesserung der politischen und wirtschaftlichen Kultur in diesem Lande richtig begeistern.
„Denn ich bin auch Deutschland!“. Oder etwa nicht?
Und "zugewandert" in dieses Land bin ich auch - direkt aus dem Mutterleib.

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23.01.2006 um 05:45 Uhr

Fundstück

Internet ist einfach geil..
Da surft man herum und sucht nach dem Grund warum der RSS-Feed von P3K.org plötzlich nicht mehr so will wie er eigentlich soll.
Und „paff“ bevor man sich richtig versieht ist man plötzlich verlinkt und redirected irgendwo angekommen, wo man eigentlich gar nicht hin wollte:
"Interessensverbände machen die Politik. Die ziehen die Fäden, an denen politische Hampelmänner hängen, die uns auf der Bühne der Berliner Puppenkiste Demokratie vorspielen dürfen. Diese Politfiguren dürfen dann in den öffentlich-rechtlichen Bedürfnisanstalten bei den Klofrauen Christiansen und Illner ihre Sprechblasen entleeren. Und wenn bei der intellektuellen Notdurft noch was nachtröpfelt, dann können sie sich bei Beckmann und Kerner an der emotionalen Pissrinne unter das Volk mischen." stand da bei Blog/p3k.stories mit einem Link zur Website von Georg Schramm zu lesen.

Und ich hatte immer gedacht, nur ich pflegte eine deftige Sprache. Aber Sabine Christiansen als Klofrau wäre mir sicher erst nach langem Nachdenken eingefallen.
Obwohl, wenn ich ganz ehrlich bin, dann fällt mir zu dieser Frau eigentlich gar nichts mehr ein.

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20.01.2006 um 05:45 Uhr

Terminator

Was erwartet der Wähler, wenn er einen Mann, der als sich als „Terminator“ einen Namen gemacht hat, zum ersten Mann des Staates wählt.
Als Gouvernator wurde er doch sicher nicht deswegen gewählt, weil er dafür bekannt war ein Weichei zu sein, sondern eher weil man mit seiner Person assoziiert, für Recht und Ordnung, dem Schutz der Schwachen und der gnadenlosen Bestrafung des Bösen einzutreten.
Nun hat der Gouvernator Schwarzenegger genau dieses getan und schon wieder ist es einigen Zeitgenossen mal wieder nicht recht.

Unter dem Aufmacher „Schwarzenegger für Hinrichtung von Blindem“ berichtet die Netzeitung am 14. Januar 2006, «dass der kalifornische Gouverneur Schwarzenegger das Gnadengesuch eines blinden und im Rollstuhl sitzenden Todeskandidaten abgelehnt hat, denn  Alter und Krankheit seien kein Grund für Gnade.»
 
Der weitere Artikel liest sich dann tendenziell so, als würde der Unmensch Schwarzenegger einem armen, blinden, fast tauben und behinderten alten Menschen, der dazu auch noch seine Unschuld beteuert, Unrecht antun und ihn grundlos und aus reiner Lust und Laune ums Leben bringen wollen.
Erst ganz am Ende erfährt der Leser, dass »der Delinquent als Anführer einer Diebesbande 1977 wegen Anstiftung zum Mord zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden war. Vom Gefängnis aus soll er drei weitere Morde angeordnet haben, die von Komplizen ausgeführt wurden. Dafür erhielt er 1982 die Todesstrafe.»

Nun hätte der Gouvernator Schwarzenegger natürlich die Möglichkeit, rechtskräftig zum Tode verurteilte Straftäter auf Antrag zu begnadigen. Allerdings nicht nach eigenem Gutdünken oder nach Lust und Laune, sondern auf der Basis des Gesetzes nach dem der Delinquent zum Tode verurteilt worden war.
Dass der Mann zwischenzeitlich alt, blind und tatterich geworden ist, ändert ja wohl nichts an seinen Taten und seiner rechtskräftigen Verurteilung.
Warum nun Gnade vor Recht ergehen soll und der „gnadenlose“ Terminator angeprangert wird, ist schon eine seltsame Verdrehung der Tatsachen, denn das Todesurteil zu verhindern wäre nur dann seine Aufgabe, wenn es sich bei der Verurteilung zur Todesstrafe um einen Justizirrtum handeln würde.
 
Manchmal wünschte ich mir wirklich, man würde um die Opfer von Straftaten auch so ein Gedöns machen, wie um die Täter.

Übrigens finde ich (persönlich) die Terminatorfilme reinen „bullshit“.
Von dem im Koma liegenden Barbar erst gar nicht zu reden.
Dieser Film machte Arnold Schwarzenegger als Filmschauspieler weltbekannt, obwohl er im gesamten Film kaum mehr als ein paar ruppige Halbsätze von sich gibt und sich seine schauspielerischen Fähigkeiten sich auf reine körperliche Präsenz reduziert.
Aber das ist, wie man an Ronald Reagan sehen kann,  in den USA kein Hinderungsgrund um höchste politische Ämter besetzen zu können.
Stellen Sie sich das doch mal bei uns in der BRD vor: „Götz „Schimanski“ George als Bundeskanzler und Pierre „Winnetou“ Brice als Ministerpräsident von Hessen.“
Dann schon lieber Angela „Nscho-Tschi“ Merkel.

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19.01.2006 um 05:45 Uhr

Raffelhüschen

Einen Rat hat er parat – der Wirtschaftsweise und Professor für Finanzwissenschaft Bernd Raffelhüschen.

Einen Rat für alle in den gesetzlichen Versicherungssystemen Inhaftierten, die mit ihrem aus unselbständiger Arbeit stammenden Monatseinkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegen: „Je nach Jahrgang, Geschlecht und Familienstand sollte die private Altersvorsorge auf sechs bis sieben Prozent des Bruttolohns angelegt werden.

Hugh“, Häuptling Lockenköpfchen vom Stamme der Wirtschaftsweisen hat gesprochen und Häuptlingsrat war für die kleinen Indianer schon immer richtig teuer.
Wir“ hat er dann noch gesagt, der Wirtschaftsweise, als der Rauch der Erleuchtung sein Wigwam füllte, „wir müssen deutlich länger arbeiten und uns auf erhebliche Rentenkürzungen einstellen“.

Man muss als kleiner Indianer nun nicht unbedingt seinen Verstand mit dem Feuerwasser des weisen Mannes verdünnt haben, um nach Kenntnisnahme dieses Rates erstaunt und ratlos aus der hirschledernen Wäsche zu gucken.
Denn:
a-tens bezahlt Häuptling Lockenköpfchen selbst gar keine Beiträge in die gesetzliche Rentenverunsicherung
b-tens fragt sich der kleine Indianer, wie er denn diese zusätzliche private Altersvorsorge aus seinen stetig schrumpfenden Einkünften finanzieren soll,

denn bei einem Brutto von 2.000 Euro bleiben ihm in der Lohnsteuerklasse I nach Steuern und Sozialabgaben gerade mal 1.257,30 Euro und davon 7% sind immerhin satte 88,00 Euro.
Rechnet man noch den Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung dazu, so zahlt er jeden Monat aus eigener Tasche 283 Euro für seine Altersvorsorge.
Und zusammen mit dem gerne vergessenen Arbeitgeberanteil zur Rentenversicherung von 195 Euro kommen so Monat für Monat 478 Euro in die Kassen der Versicherungen.
In 40 Jahren Arbeitsleben sind das (ohne Zins und Zinseszins) knapp 230.000 Euro, in guter alter Deutscher Mark fast eine halbe Million. Das wären für die letzen 20 Jahre des Lebens immerhin 956 Euro im Monat (wieder ohne Zins und Zinseszins) bis man sich auf den Weg in die Ewigen Jagdgründe macht. Und das alles ohne einen einzigen Cent von Gevatter Staat in Anspruch nehmen zu müssen.

Häuptling Lockenköpfchen aber wirbt, neben seiner Tätigkeit als Wirtschaftsweiser, auch als Botschafter der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft unverdrossen für eine Ablösung der solidarischen, umlagefinanzierten Rente durch eine kapitalbasierte, privatwirtschaftliche Rente.
Dieser Initiative wird vorgeworfen, eine "Tarnorganisation der Industrie" zu sein, welche  "marktradikalen Konzepte" bewerbe, aber gleichzeitig als "überparteilich" auftrete und damit den Anschein von Neutralität erwecken wolle.
Dazu passt auch, dass Häuptling Löckenköpfchen unter anderem auch Mitglied im Aufsichtsrat der „ERGO Versicherungsgruppe“ ist.
Zufälligerweise gehören zum Produktfolie dieser Firma auch Lebensversicherungen und Pensionsfonds.

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18.01.2006 um 05:45 Uhr

Gasangriff

Es ist nach gar nicht so lange her, da wurde in kriegerischen Auseinandersetzungen auch Gas zur Zielerreichung und Vernichtung des Gegners eingesetzt.
Um sich vor solchen Gasangriffen zu schützen erfanden findige Erfinder die „Gasmaske“.
Darunter versteht man eine maskenförmige Schutzbedeckung aus Kunststoff, die Atemwege und Augen vor Gasen, die als Kampfstoff eingesetzt werden, schützt.

Nun ist jedoch eine Auseinandersetzung zwischen Russland und der Ukraine ausgebrochen in dem keine Gasmasken helfen, denn der Gegner wird nicht mit Gas bombardiert, sondern das Gas wird ihm entzogen. Statt wie früher in Ungarn und der Tschechoslowakei zur solidarischen Befriedung aufmüpfiger Satellitenstaaten einfach Besatzungstruppen zu schicken, hat Russland eine neue Taktik entwickelt um die Ukraine auf Kurs zu bringen.
Russland schickt einfach nichts mehr und dreht der Ukraine das Gas ab. Dagegen hilft auch keine Gasmaske.
«Wenn die Regierungen in der Ukraine oder Georgien frech werden, drehen wir am Gashahn, und in ein paar Tagen haben die eine neue Regierung“, spotten russische Politiker seit Jahren hinter vorgehaltener Hand.» schreibt der Focus.
Das ist auf jeden fall wesentlich effizienter und kostengünstiger als den Irak zu überfallen, um an dessen Ölquellen zu kommen.

Bevor wir uns nun zurücklehnen und die Füße auf die warme Heizung legen, sollten wir vielleicht für einen kleinen Moment der Besinnung innehalten und kurz unsere eigene Situation überdenken.
Hat nicht unser Altbundeskasper, als er noch zum Wohle des deutschen Volkes agieren durfte, alles dafür getan, um den Anteil russischer Gaslieferungen nach Deutschland auf über 30% zu erhöhen?
Haben nicht die Rot-Grünen als eine ihrer ersten Amtshandlungen die Stilllegung der Atomkraftwerke beschlossen?
Hat nicht das Bundeswirtschaftsministerium unter Leitung des Wirtschaftsministers Werner Müller per ministerieller Sondergenehmigung die Übernahme der Ruhrgas AG durch den EON-Konzern genehmigt?
Ist nicht die deutsche Ruhrgas AG der größte ausländische Anteileigner an der russischen Gazprom und hat dort sogar einen Sitz im Aufsichtsrat?
Wurde nicht der ehemalige Wirtschaftsminister Müller nach seiner Amtszeit zum Geschäftsführer der RAG,  einer Tochtergesellschaft der Ruhrgas AG, bestellt?
Wechselte mit dem ehemalige Staatssekretär Alfred Tacke im Januar 2005 nicht eben jener Staatsminister, der die Sondergenehmigung zur Übernahme der Ruhrgas AG durch EON unterzeichnete, als Vorstandsvorsitzender zur RAG Tochtergesellschaft STEAG?
 
Dass der ehemalige Bundeskasper nun auch noch in die Dienste des vom Kreml gesteuerten Gaskonzerns Gazprom getreten ist, könnte man vor einem derartigen Hintergrund durchaus als weitere Maßnahme zur erneuten Machtübernahme in der BRD interpretieren.

Wir tun daher sicher gut daran uns die Strippenzieher um die Vorgänge zwischen Russland und der Ukraine genauer anzusehen und ziehen hurtig die Konsequenzen daraus, bevor wir Gefahr laufen uns einem Netzwerk aus mafiosen Strukturen gegenüberzusehen.

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17.01.2006 um 05:45 Uhr

Turnschuhminister

Kaum hat sich Joschka Fischer die Krawatte vom Hals genommen, an der ihn manche Zeitgenossen am liebsten erhängt hätten, und den Bundestag durch den Hinterausgang verlassen, da läuft auf HR-Online auch schon die Serie „in 20 Jahren vom Turnschuhminister zum erfolgreichen Staatsmann“ an.
Dabei zeigt schon die Entstehung der „Legende“ eine für politische Gruppierung und ihre Mitglieder typische Einstellung zu Geld- und Sachwerten.

Glaubt man dem SPIEGEL, so sollte Fischer von seiner Landtagsgruppe der Grünen nach seiner Vereidigung zum hessischen Umweltminister eigentlich Turnschuhe der Marke Adidas geschenkt bekommen: «Die Fraktion der Grünen fragte beim Hersteller an, wieviel die Firma als Dank für den „Werbeträger Fischer“ an die Initiative „Sportler für den Frieden“ spenden würde. adidas lehnte ab und bot statt Geld Trainingsanzüge und Laufschuhe für die Fraktion an. Das war den Grünen nicht genug.»
Daher erschien Fischer zur Vereidigung in Turnschuhen der Marke Nike, die offensichtlich eher bereit waren den finanziellen Forderungen der Grünen nachzukommen.
Die einmal getragenen Schuhe sind heute im Offenbacher Ledermuseum zu besichtigen

Nun habe ich auf HR-Online lesen dürfen, dass die Fischer-Biographen Matthias Geis und Bernd Ulrich der Meinung sind, dass genau dies sei das Ziel gewesen: „Sie kamen recht bald an den Ort, für den sie von Anfang an bestimmt waren: ins Museum.

Symbolträchtige Handlungen und Behauptungen scheinen eine Spezialität des Turnschuhministers gewesen zu sein, der – wenn man sich die Meilensteine seiner Vita mal ansieht - schon sehr früh begann an seiner eigenen Legende zu arbeiten.
  • kein Schulabschluss
  • Lehre als Fotograf abgebrochen
  • Gelegenheitsjobber
  • Mitglied der militanten Gruppe „Revolutionärer Kampf“
  • Straßenschlachten mit der Polizei in Frankfurt
  • Agitator zur Gründung einer revolutionären Betriebsgruppe bei den Opel-Werken in Rüsselsheim und fristlose Kündigung nach sechs Monaten
  • Gelegenheitsarbeiter und Taxifahrer in Frankfurt
  • Verhaftung im Zusammenhang mit mit einem Angriff mit Molotowcoctails bei dem zwei Polizisten schwer verletzt wurden
  • Verwicklung in den Transport der Tatwaffe zur Ermordung des hessischen Wirtschaftsministers Karry im Jahre 1981
Was glauben Sie wohl, was ein derartiger Mensch ohne feste Arbeit und dazu noch ermittlungstechnisch auffällig, wohl für Zukunftsaussichten hat?
Heute sicher so gut wie gar keine. Ohne abgeschlossene Ausbildung und ordentliches polizeiliches Führungszeugnis könnte sich eine solche Person bei Hartz IV hinten anstellen, auswandern –sofern sich ein Land finden sollte, das ihn mit dieser Qualifikation aufnimmt- oder sich an der letzten verbliebenen Krawatte aufhängen.

Anfang der achtziger Jahre tritt nun aber dieser Mensch, der laut eigener Aussage aus Überzeugung niemals zur Wahl gegangen ist, in eine Partei ein und zieht 1983 als Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein, wo er dann mit der Äußerung „Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch!“ einen weiteren Meilenstein seiner Vita zementierte.
1985 wird er in Hessen Minister unter der ersten rot-grünen Landesregierung. Zur Vereidigung erschien er dann mit oben erwähnten Turnschuhen.

Der Rest der Geschichte, die sich nun im Rahmen der Medienberichte vom „Steinewerfer zum Staatsmann“ glorifiziert,  dürfte allgemein bekannt sein.
Neben all den Glorifizierungen gibt es aber auch kritische Stimmen, die sich (vor allem) mit der Vergangenheit des Steinewerfers Josef Martin Fischer schwer tun.
Mit seinen Leistungen als „geläuterter“ Staatsmann, seiner außenpolitischen Wandlung vom Paulus zum Saulus und vom Heulen mit den Wölfen werden sich erst die folgenden Generationen emotionslos auseinandersetzen können.

Ich kann es derzeit noch nicht. Aber ich gehöre ja auch noch zu einer Generation, die dafür Sorge tragen wollte, dass niemals mehr der Fuß eines deutschen Soldaten fremden Boden betritt.
Daher tue ich mich mit der Würdigung der Leistungen des Herrn Fischer etwas schwer und sollte deshalb wohl sein 1984 veröffentlichtes Buch „Risiko Deutschland“ nochmals etwas genauer lesen. Vielleicht habe ich dabei ja etwas übersehen, überlesen oder gar falsch verstanden.
Nobody ist schließlich perfect – und das gilt sicher auch für den ehemaligen Außenminister der wiedervereinigten Bundesrepublik Deutschland.
Obwohl, wenn der nicht gewesen wäre, dann hätte sein Nachfolger im Amte, der Frankensteinmeier und sein Krisenstab, sicher auch nicht alle Hände voll tun.

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16.01.2006 um 05:45 Uhr

Innovationen

Innovationen und gute Ideen braucht dieses Land um aus der Talsohle neue Höhen zu erklimmen. So oder ähnlich kann man es täglich und gebetsmühlenartig aus Politikermund und den Medien entnehmen, auch wenn man es nimmer hören kann.

Eine wirklich sehr gute Idee, für die ich mich spontan begeistern konnte, habe ich jetzt auf Michael Winklers „Pranger“ bei den Wünschen zum neuen Jahr gefunden:
«Jedem Arbeitslosen wünsche ich das Recht, einmal pro Jahr einem Politiker seiner Wahl ungestraft eine Ohrfeige zu verabreichen. Aber nur mit der flachen Hand und durchtrainierte Kampfsportler sollten davon ausgeschlossen werden, aber bei fünf Millionen Arbeitslosen entfallen auf jeden Politiker tausend Ohrfeigen. Wenn sich DANN nichts ändert, weiß ich auch nicht mehr, was noch passieren soll.»

Zur Erhöhung der Effizienz würde ich allerdings noch „diverse“ Top-Manager und einige „auserwählte“ Wirtschaftssachverständige in die Abwatscherei einschließen.
Und die Sache mit dem Ausschluss von arbeitslosen, aber durchtrainierten Kampfsportlern sollte man sich vielleicht auch noch mal überlegen.

Vielleicht lässt sich mit einer solchen Maßnahme noch verhindern, was Michael Winkler vermutet: „Egal, wie schlimm 2006 werden wird, verglichen mit 2007 wird es vermutlich ein gutes Jahr.

Und komm mir hinterher keiner und behaupte, man hätte ihm das nicht gesagt.

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13.01.2006 um 05:45 Uhr

Paraskavedekatriaphobie

Sollte sich Ihnen die Bedeutung des Wortes „Paraskavedekatriaphobie“ nicht auf Anhieb erschließen, so befinden Sie sich vermutlich in bester Gesellschaft. Auch ich hatte einige Mühen das Wort ohne bleibende Zungenschäden zu vertonen.

Monday I have Friday on my mind“, dichtelte im Jahre 1967 die australische Beatgruppe „The Easybeats“ und sang damit Millionen von Arbeitnehmern aus dem Herzen, denn ein Text wie:

Monday morning feels so bad
Everybody seems to nag me
Coming Tuesday I feel better
Even my old mam looks good
Wednesday just won't go
Thursday goes too slow
I've got Friday on my mind
 
geht doch gerade Angehörigen der in abhängiger Arbeit Ausgebeuteten runter wie Öl.

Arbeitswissenschaftler bezeichnen diese Phänomen zur Bewältigung des täglichen Überlebenskampfes als „Robinsonmethode“, da deren Anhänger sich überwiegend mit dem „Warten auf Freitag“ beschäftigen.
Um in unseren heutigen Gesellschaft wie Robinson zu leben, bedarf es keiner einsamen Insel mehr. Das funktioniert mitten in der Großstadt ebenso gut wie auf dem Lande. Es genügt vollkommen wirtschaftlichen Schiffbruch zu erleiden, um an den unwirtlichen Gestaden einer aus den Fugen geratenen Gesellschaft zu stranden und durch Ebbe und Flut zwischen den Klippen zermahlen zu werden oder den Kannibalen in die Hände zu fallen.

Nun sind heute viele unserer Mitbürger am Ziel ihrer Wünsche angekommen, denn heute ist Freitag.
Doch dieser Freitag hat es in und an sich, denn es ist ein ganz besonderer Freitag.
Gilt schon der Freitag seit dem Tod Christi nicht unbedingt als Glückstag, kommt dem heutigen Tag in Verbindung mit der Zahl Dreizehn eine ganz besondere Bedeutung zu:
Heute ist Freitag der Dreizehnte!
Für Menschen, die unter Paraskavedekatriaphobie leiden, so ziemlich das Schlimmste, die Summe aller übelsten Übel.
Vom Börsenkrach im Jahre 1927 und den anschließenden Fensterstürzen bis zum Absturz von Raumschiff Apollo 13, das ausgerechnet an einem Freitag im Jahre 1970 gestartet war, reicht die Palette der Negativbeispiele für diesen besonderen Tag.

Da hilft nur – zu Hause bleiben und die Bettdecke über den Kopf ziehen.
Denn überall lauern Gefahren, schwarze Katzen, zersplitterte Spiegel und Murphys Gesetz „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“
Da nützt es auch nichts, wenn man sich an den Bildschirm setzt und diesen Text liest, denn Freitag, der Dreizehnte, ist auch ein beliebter Termin für die Aktivierung von Computerviren und die Easybeats würden ihren obigen Song wohl so vollenden:

And then i dedected
that my Computer was infected

Happy Freuday und File Krise wünscht der

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12.01.2006 um 05:45 Uhr

Ansehensverlust

Der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Dr. sc. techn. Dieter Hundt hat die Regierung scharf angegriffen. Das berichtete der Spiegel am 30. Dezember 2005:
«Hundt wirft der Regierung vor, sie erzähle Ammenmärchen. Zugleich beklagte der Arbeitgeberpräsident den Ansehensverlust von Unternehmen und Unternehmern in Deutschland. Schwarze Schafe gebe es überall, der überwiegende Teil der Manager aber sei hoch anständig. Leider werde das in der Öffentlichkeit nicht ausreichend honoriert, auch wegen der Skandale dieses Jahres.»

Dass sich der Herr Hundt in regelmäßig unregelmäßigen Abständen mit mäßigen Kommentaren in den Medien zur Lage der deutschen Wirtschaft äußert, wird sich sicher nicht gänzlich vermeiden lassen. Schließlich ist der Mann ja wer.
Aber warum er sich, bevor er den Mund aufmacht, nicht wenigstens sachkundig macht oder zumindest machen lässt, das wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Zur angeblich so hohen Anständigkeit deutscher Manager hätte zum Beispiel das Lesen (und Verstehen) der Financial Times Deutschland vom 29. November 2005 ganz andere Erkenntnisse vermittelt.
Dort heißt es unter dem Titel «„Wirtschaftskriminell sind oft die eigenen Führungskräfte“, dass an der Spitze der Straftaten mit einem Anteil von fast 50% Unterschlagung und Betrug stehe und jede dritte Straftat in einem deutschen Unternehmen von einem Mitarbeiter aus dem Top-Management begangen wird. Allerdings wirke eine höhere Position meist strafverhindernd und strafmildernd.»

Vielleicht liegt die vermeintlich Unkenntnis der Sachlage der mangelnden Honorierung deutscher Unternehmen und ihrer Manager durch den Präsidenten der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände nur darin begründet, dass der Herr Hundt so viel zu tun hat.

Denn der Mann hat neben diesem Job alle Hände voll zu tun.
Er ist geschäftsführender Gesellschafter der "Allgaier Werke GmbH" in Uhingen. Allein das ist normalerweise schon ein Fulltime-Job.  Doch Herr Hundt ist nebenbei nicht nur Mitglied im Aufsichtsrat der „Deutschen Telekom AG“, sondern auch noch Mitglied im Verwaltungsrat der „Landesbank Baden-Württemberg“. Damit noch nicht genug, denn der Herr Hundt hat auch noch Zeit für die Tätigkeit als Mitglied des Beirats der „Allianz Gesellschaften“ und für die Aufgaben als Vorsitzender des Aufsichtsrats der „Stauferkreis Beteiligungs AG“ sowie als Mitglied des Beirats der „Mannheimer AG Holding“.
Wer jetzt glaubt der Herr Hundt wäre damit ausgelastet, der irrt. Denn dieser Mann ist auch noch Vorsitzender des Aufsichtsrats des „Vereins für Bewegungsspiele Stuttgart 1893 e.V“, besser bekannt als VfB Stuttgart, dem Angstgegner von Bayern München und einstigen Heimatverein von unserem derzeitigen Fußballnationaltrainer „Schwabenpfeil“ Klinsmann.

Dennoch habe ich nur eine Erklärung, warum der Herr Hundt von Zeit zu Zeit einen derartigen Unsinn, wie eingangs erwähnt, verzapft: «Er ist auch noch geschäftsführender Gesellschafter und stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Stuttgarter Hofbräu AG.»
Da ist sicher nicht gänzlich auszuschließen, dass in extremen Situationen und bei Arbeitsüberlastung der Haustrunk (Naturalleistung für Mitarbeiter einer Brauerei) aufs Gemüt durchschlägt.

Ach ja, das hätte ich fast vergessen.
Seit 2001 ist der Herr Hundt auch noch Vizepräsident der „Deutschen Handelskammer in Österreich“ mit Sitz in Wien.  
Bei so viel Posten, kann man schon mal den Überblick verlieren. Besonders wenn man genau in dem Jahr geboren wurde, als reichsdeutsche Wehrmachtstruppen in Österreich einmarschierten und damit den ersten Schritt für den Anschluss an das Deutsche Reich (Großdeutsches Reich) vollzogen.
Normalerweise sind Menschen dieser Altergruppe als Arbeitnehmer doch längst als unqualifiziert, unbrauchbar und unflexibel aus dem Arbeitsprozess ausgemustert und zwangsverrentet.
Aber bei aller Kritik der Arbeitgeber an diesen für die deutsche Wirtschaft so unbrauchbaren Personen – zum „Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände“ scheinen sie noch zu taugen.

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11.01.2006 um 05:45 Uhr

Bundesregierung

Wissen Sie was das Schöne an einer neuen Bundesregierung ist?
Um ganz ehrlich zu sein, vor einigen Tagen hätte ich auf diese Frage mit längerem Zögern und anschließendem Schulterzucken und hängenden Mundwinkeln geantwortet.
Aber seit gestern weiß ich es ganz genau. Da bin ich nämlich seit langem wieder mal auf ein Besüchle bei www.bundesregierung.de vorbeigesurft und da hat es mich doch glatt umgehauen.
DA IST ALLES NEU!
NAGELNEU SOGAR!!!


Die sieben Jahre rot-grüner Bundesregierung sind komplett eliminiert!
Ausradiert die Jahrhundertreformen und Selbstbeweihräucherungen der Roten und ihrer grünen Helferlein. Verschwunden die Reden vom Altbundeskasper und seinen Gesinnungsgenossen, über die wir uns so viele Jahre mit Tränen in den Augen furchtbar geärgert und köstlich amüsiert haben. Gelöscht sogar die einmalig unterhaltsamen Regierungserklärungen und Neujahrsansprachen, an denen der rapide Verfall der politischen Kultur und die zunehmende Realitätsferne der politischen Kaste so wunderbar erkennbar waren.
Erkennbar wie die Verfärbung einer ungekühlten Schweinehälfte, deren Haltbarkeitsdatum längst überschritten ist, auch wenn das Etikett hartnäckig etwas anderes behauptet.
 
www.bundesregierung.de hat einen derartigen Relaunch erfahren, dass man den Eindruck bekommt diese Bundesregierung wäre die erste dieser Republik und als Ergebnis einer unbefleckten Empfängnis einfach so vom Himmel gefallen.
Noch nicht einmal im Archiv sind Spuren der rot-grünen Missetaten zu finden. Derart radikale Maßnahmen zur Ausblendung der unrühmlichen Vergangenheit kannte ich bisher nur von Staaten hinter dem eisernen Vorhang.
Also bei www.bundesregierung.de ist (fast) alles neu, wenn man von ein paar altbekannten Gesichtern wie Schmidt, Zypries, Müntefering, Wieczorek-Zeul und dem recycelten Pausbackenumweltbengelchen Gabriel mal absieht.
Wer nun aber gedacht hatte nach der Relaunch der Sites nun wirklich Neues über die Politik der neuen Bundesregierung zu erfahren, der sieht sich getäuscht. Oder wollten Sie sich etwa eine Animation ansehen, die zeigt „wie die Bundesregierung aus Wahlen hervorgeht, wie sich das Kabinett bildet und nach welchen Prinzipien Entscheidungen getroffen werden.“
Oder hätten Sie gar Interesse an einer Animation „wie der Gesetzgebungsprozess aus Sicht der Bundesregierung abläuft.“
Aufschlussreiches gibt es für Besucher, die bereits nach der vierten Klasse Volksschule ihre schulische Grundausbildung beendet haben und nun erfahren dürfen, dass „die Bundeskanzlerin und die Bundesministerinnen und Bundesminister zusammen das Bundeskabinett bilden. Den Vorsitz im Bundeskabinett führt die Bundeskanzlerin.“

Auch wenn Sie noch nicht wissen, „wie es überhaupt zu einer Bundesregierung kommt, was dazu im Grundgesetz steht, was eine Bundesregierung darf und wie Gesetze gemacht werden“, dann sollten Sie unbedingt mal bei WWW.BUNDESREGIERUNG.DE vorbeischauen.
Und wenn es auch nur dazu dient einen Eindruck davon zu bekommen für wie bescheuert die Macher dieser Site die Bürger dieser Republik halten müssen.
Denn der Informationsgehalt dieser Seiten scheint dem Schulbuchniveau versetzungsgefährdeter Teilnehmer der  4. Klasse Sonderschule entnommen zu sein.

Auch an angehende Anal-Phabeten und Lego-Steiniker ist gedacht worden, denn man kann sich auch die deutsche Nationalhymne anhören und –man höre und staune- sogar downloaden
Wenn das der Franz Josef Haydn und der August Heinrich Hoffmann von Fallersleben noch hätten erleben dürfen.

Drum:
Brüh im Lichtes dieses Glanzes
Brühe deutsches Vaterland
©Sarah Connor im Juni 2005 bei der Eröffnung der Allianz Arena in München

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10.01.2006 um 05:45 Uhr

Tauziehen

Wer auf dem Weg zur Arbeit mitten im Schneetreiben auf vereisten Autobahnen aus dem Radio das Wort „Tau“ vernimmt, wird sicher automatisch hellhörig. Auch wenn sich beim zweiten Hinhören herausstellt, dass es sich nicht um „meteorologisches Tauwetter“ sondern um „juristisches Tauziehen“ handelt, lässt das Interesse nur marginal nach, bis sich am Ende der Meldung mit einem herzhaften „ach du Scheiße, die haben ja wohl alle einen Vogel“ der gesammelte Frust  eines Bürgers dieser Republik Luft verschafft.

Was geschehen war?
Na, vor dem Frankfurter Landgericht musste sich in einem juristischen Tauziehen ein 66-jähriger Mann aus dem Frankfurter Bahnhofsviertel(!) verantworten, weil er im Juli 2004 mit einem Luftgewehr auf eine Taube geschossen, das Tier getroffen und verletzt hatte.
In erster Instanz war der Mann dafür zu 450 Euro Geldstrafe verurteilt worden, die in zweiter Instanz vom Landgericht bestätigt wurden.
Das Oberlandesgericht hob dieses Urteil jedoch mit der Begründung auf, die Richter am Landgericht hätten nicht ausreichend geprüft, ob mit der Schussverletzung «erhebliche Schmerzen und Leiden» des Tieres verbunden gewesen seien.
Das Landgericht holte daraufhin im vierten Prozess zwei Sachverständigengutachten ein, deren Kosten von rund 2000 Euro nun auch der Angeklagte tragen muss.
Die verletzte Taube soll einige Tage nach dem Vorfall in der Nähe des Tatorts verendet sein. Mit abschließender Sicherheit konnte dies jedoch vor Gericht nicht festgestellt werden, so dass der Angeklagte nicht wegen Tötung des Tieres verurteilt werden konnte.

Mein Gott, hab ich da aber Glück gehabt, denn wenn ich mich da so an meine Jugendzeit zurück erinnere und daran denke, wie viele mit Pfeil und Bogen erlegte Täubchen ihr Leben am Spieß meines Indianerlagerfeuers beendeten, dann bin ich wohl haarscharf an der „Todesstrafe“ oder zumindest „Lebenslänglich“ vorbeigeschrammt.
Obwohl, ich habe damals die Turteltäubchen auf „freier Wildbahn" erlegt und nicht wie dieser Wildschütz im Frankfurter Rotlichtmilieu auf „Freiers Wildbahn" umgelegt.
Es lebe der kleine Unterschied.
Dafür gibt’ es sicher mildernde Umstände.

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09.01.2006 um 05:45 Uhr

BAZ

„Internet macht’s möglich“ und so kann es jeder Internetter und jede Internetterin zu jeder beliebigen Tages- und Nachtzeit ganz bequem von zu Hause aus.
Manchmal merkt man es gar nicht auf den ersten Blick, weil man sich auf die Site hingegoogelt hat oder hingelinkt wurde.
Ach so, jetzt habe ich vor lauter Begeisterung vergessen zu erwähnen was ich eigentlich meine: „Ausländische Zeitungen“ lesen meine ich natürlich.

Mich hatte es jetzt vor ein paar Tagen zu mitternächtlicher Zeit zur Basler Zeitung (BAZ) verschlagen und da habe ich mich dann längere Zeit herumgetrieben, weil es mich interessierte mit welchen Nachrichten sich unsere „angeblich“ auch deutschsprachigen Nachbarn im Süden unserer Republik so beschäftigen.

Erstaunliches gab es für die BAZ aus den USA zu melden, wo „11 Millionen Erwachsene Probleme mit Englisch“ haben. Ich habe die Zahlen jetzt nicht auf Anhieb im Kopf, aber bei uns in der BRD dürfte der Anteil der Erwachsenen mit Englischproblemen erheblich höher liegen. Wobei ich in diesem Zusammenhang nicht ohne Stolz erwähnen möchte, dass ich mit meinem Englisch keine Probleme habe, die haben nur die anderen.
 
Verwunderliches war aus Banja Luka (kleine Hilfe, das ist in Bosnien) zu lesen.
Dort hat ein unabhängiges Forschungsinstitut festgestellt, dass die „Totenzahl im Bosnienkrieg weit geringer als angenommen“ ist. Statt wie bisher angenommen weit über 200.000 kamen während dem bosnischen Bürgerkrieg von 1992 bis 1995 nur 93.837 Soldaten und Zivilisten um. Rund 68 Prozent der Opfer seien Moslems, 26 Prozent Serben und fünf Prozent Kroaten. Ein Prozent der Opfer seien Mitglieder anderer Gemeinschaften.
Ich hatte immer gedacht, dass es genügt Bosnier und tot zu sein, um in einer solchen Schreckensstatistik mitgezählt zu werden. Aber jetzt scheint aus statistischen Gründen auch noch die Richtung wichtig zu sein, in der die Toten auf die Reise zu ihrem Schöpfer geschickt wurden.

Nachdenkliches aus der Hauptstadt Chinas wird von der Nachrichtenagentur Xinhua berichtet Dort wurde ein „Chinesischer Beamter wegen Korruption hingerichtet“.  Er wurde für schuldig befunden, als Transportbeauftragter der südwestlichen Provinz Guizhou 25,6 Millionen Yuan (rund 2,5 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern kassiert zu haben.
Warum ich diese Meldung unter „Nachdenkliches“ eingestuft habe, wollen Sie wissen?
Weil ich mir nicht sicher bin, ob eine ähnliche Meldung aus der bundesdeutschen Hauptstadt wegen ähnlicher Delikte, bei mir nicht eine gewisse Genugtuung ausgelöst hätte.
Es müsste ja nicht gleich die Todesstrafe sein, aber mit lebenslanger Zwangsarbeit verbunden mit der wiedereingeführten Prügelstrafe wäre das Problem der ausufernden Korruption und Vorteilsnahme im Amt sicher auch in den Griff zu bekommen.

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06.01.2006 um 05:45 Uhr

Sozialkontrolleure

Sie kennen das sicher auch.
Da ist man gerade auf dem Sprung irgendwo hin oder kommt gerade zur Türe herein oder muss dringend zur Toilette oder hat sich just zum Frühstück-/Mittag-/Abendessen hingesetzt - da ...
Ja genau da, wenn man es überhaupt nicht brauchen kann, genau dann klingelt das Telefon. Je nachdem, in welcher Situation man sich befindet, rennt man zurück oder hin, zieht die (Strumpf-/Unter)Hose wieder hoch und/oder würgt den letzten Bissen runter, schnappt sich den Hörer und sagt: "HALLO oder JA oder MÜLLER oder MAIER oder etwas ähnliches".

Doch es ist nicht Tante Martha oder Onkel Fritz, die mal wieder etwas vergessen haben. Es ist auch nicht Oma oder Opa, die sich mehr oder minder verdeckt beschweren, dass sich um sie ja kein Schwein kümmert.
Nein es ist auch keines der lieben Kinderlein, dem aus einer finanziellen, verkehrstechnischen, schulischen oder zwischenmenschlichen Notlage geholfen werde soll.

Sie haben es sicher schon erahnt - es ist ein Sozialkontrolleur der Bundesagentur für Arbeit, Abteilung AAS (Ausforschung arbeitsloser Sozialschmarotzer) bei einer seiner "Telefonumfragen" auf der Suche nach "Ungereimtheiten".
Ob es Ihnen gelingt, noch rasch einen Anrufbeantworter zu mimen, das Besetzzeichen zu pfeifen oder gar akzentfrei die amtlichen Worte "kein Anschluss unter dieser Nummer" hervorwürgen können, hängt sicher nicht nur von Ihrer Reaktionszeit ab, sondern auch von der Situation in der Sie sich zum Zeitpunkt des Anrufs gerade befinden.
Auf jeden Fall sollten jetzt alle Alarmglocken klingeln, denn Sie sind ins Visier der Sozialkontrolleure geraten und irgend etwas muss wohl deren Argwohn erweckt haben und sei es nur die Tatsache, dass Sie ohne Arbeit und Leistungsempfänger des ALG II sind.

Ja, das genügt als Grund für einen derartigen Anruf vom Amt vollkommen und kommen Sie ja
nicht auf den blödsinnigen Gedanken dem Gespräch mit dem Hinweis auf Ihre dringende Notdurft entgehen zu können, denn beim Anruf vom Amt haben fast alle Sozialschmarotzer die Hose voll.
Nein, die ganz cleveren Zeitgenossen sind statt dessen scheißfreundlich und werden vor jeglicher Auskunftserteilung am Telefon erst mal die Legitimation des Anrufers prüfen wollen. Wo man doch heutzutage so viel von Dialerbetrug, Pishing und Abzocke ahnungsloser Mitbürger hört. Lassen Sie sich deshalb unbedingt den Ausweis des Anrufers zeigen oder per Fax zuschicken und bitten Sie ihn außerdem um Name und Telefonnummer seines nächsten Vorgesetzten, damit Sie sich dort nach der Legitimation des Anrufers erkundigen können. Fragen Sie auch nach, ob er Ihnen die Kopie einer von ihm rechtskräftig unterzeichneten Datenschutzerklärung überlassen kann. Denn Vorsicht ist schließlich die Mutter der Porzellankiste.
Verweigert der Anrufer diesen Nachweis, so beenden Sie das Gespräch am besten, nicht aber ohne den Hinweis im Wiederholungsfall Anzeige wegen Telefonterror bzw. Stalking erstatten zu wollen.
 
Erbringt der Anrufer (wider Erwarten) den notwendigen Legitimationsnachweis, dann geht es sicher um Auskünfte über Ihre aktuelle Lebenssituation und hier im speziellen um den Nachweis "eheähnlicher Verhältnisse".
Das ist vereinfacht die amtsseitige Verbindung von "im Team leben" und "Intimleben", wobei es dem Sozialkontrolleur hauptsächlich darum geht, ob Sie anderen Personen nur "beiwohnen" oder auch "beischlafen".
Bei jemand wohnen ist erlaubt, bei jemand schlafen nicht. Zumindest nicht, wenn Sie "eheähnlich" bei oder mit jemand schlafen. Was "eheähnlich" konkret bedeutet, hat der Gesetzgeber nicht eindeutig definiert, aber so wie ich unsere Politiker einschätze, könnte damit zum Beispiel eine Kopulationstätigkeit in Missionarsstellung gemeint sein.
Daher mein Tipp: Verzichten Sie bei der Nächstenliebe auf diese von der katholischen Kirche empfohlene Position und verwenden Sie als Sozialschmarotzer lieber die "Löffelchen-Position" oder machen Sie es gleich "Doggy-Style".
Dann müssen Sie am Telefon nicht lange herumschwindeln und können die Frage nach
"eheähnlich" gleich und guten Gewissens verneinen.

Und zum Schluss noch ein Rat meinerseits: "Fragen nach vorgetäuschten Orgasmen, meist ebenfalls ein Indiz für "eheähnlich",  brauchen Sie natürlich nicht zu beantworten.

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05.01.2006 um 05:45 Uhr

Versicherungspflichtgrenze

Dass man sich nicht groß anstrengen muss, um sich im Gesundheitswesen gesund zu stoßen, wissen Insider und Experten schon lange.
Doch äußerte ein beitragszahlender Versicherter diese Meinung, dann wurde heftigst dementiert und argumentiert, dass sowas in diesem unserem Lande unmöglich wäre und außerdem verwahre man sich ausdrücklich gegen die Diffamierung von Personen, die im Gesundheitswesen ihr Bestes geben.

Nun kann man (nicht nur) bei HR-Online nachlesen, dass im deutschen Gesundheitswesen jährlich etwa 20 Milliarden Euro auf betrügerische Weise den Besitzer wechseln.
«Um gezielter gegen Betrug im Gesundheitswesen vorgehen zu können, gründeten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, die in ganz Hessen ermittelt, und das Landeskriminalamt im Herbst 2001 die "Arbeitsgruppe Ärzte". Rund 1.100 Fälle hat die "AG Ärzte" in den vergangenen vier Jahres in Hessen bearbeitet, 1.300 sind noch offen. Hervorgekommen ist, wie Becker-Toussaint es ausdrückt, "eine unglaubliche Plünderung unserer Sozialsysteme." Doch die meisten Verfahren gegen die Ärzte mussten gegen eine Geldbuße einstellt werden, sagt Staatsanwalt Alexander Badle. "Wenn wir alles vor Gericht bringen würden, würden wir unseren Laden doch nur selbst lahm legen." Nicht immer liege die Schuld allerdings nur beim Arzt. So stießen die Sonderermittler etwa im Frankfurter Bahnhofsviertel mehrfach auf Fälle, in denen Ärzte, Apotheker und Patienten zu Komplizen wurden. "Das bewegt sich besonders im Bereich der sozial Schwachen", erklärt Badle und meint damit vor allem Drogenabhängige, die ihre Versichertenkarte gegen ein paar Euro herausgeben. Ärzte und Apotheker nutzen diese dann, um Gebühren für fiktive Rezepte zu kassieren. Die Ermittler stießen nach eigenen Angaben schon auf "ganze Stapel" solcher Verschreibungen

Wer sich jemals eine Versichertenkarte genauer angesehen hat, den wird das nicht wundern. Das Ding hat kein Bild und schon gar nicht eine PIN.
„Technisch nicht machbar“ und „zu aufwändig“ hieß es immer seitens der Kassen, die diese Plastikkarten zur Identifizierung(!) ihrer Beitragszahler herausgeben.
Warum sollte dann ein behandelnder Arzt sich die Mühe machen und überprüfen, ob es sich bei der Person in seinem Behandlungszimmer tatsächlich um den Versicherten handelt.
Geld bekommt er doch trotzdem von der Kasse.
Und die Kasse erfährt doch gar nie, dass der Versicherte beim Arzt war.

Gell, das glauben Sie jetzt nicht?
Dann fragen Sie doch mal bei Ihrer Krankenkasse nach wie hoch denn Ihre Behandlungskosten im den letzten Jahr waren.
Und wenn Sie schon mal dabei sind, dann bitten Sie doch gleich noch Übersendung einer Bescheinigung der von Ihnen als gesetzlich Versicherter bezahlten Krankenkassenbeiträge inklusive Arbeitgeberbeitrag.
Sagen Sie einfach Sie brauchen das für die Sonderausgaben bei der Steuererklärung.
Sie werden als gesetzlich Versicherter keine derartige Bescheinigung bekommen(können), denn Ihre Krankenkasse weiß gar nicht, ob Sie überhaupt Geld für Sie bekommen hat.
Gell, das glauben Sie jetzt auch nicht?
Dann fragen Sie doch mal bei Ihrem Arbeitgeber, wie das mit der Überweisung der Krankenkassenbeiträge bei Arbeitnehmern so vor sich geht.

Ich bin mir sicher, es wird Ihnen die Zehennägel aufrollen wenn Sie anfangen zu begreifen in welchem Selbstbedienungsladen Sie zwangsweise Mitglied sind.

Erst wenn es Ihnen gelingt die Versicherungspflichtgrenze, das ist so eine Art Mauer oder Todesstreifen zwischen Ausbeutung und Freiheit, zu überwinden oder sich selbstständig zu machen, können Sie diesem Abzock- und Geldverteilungssystem entkommen.

Wie schreibt HR-Online am Ende des Artikels richtigerweise:
«Die Leidtragenden des Milliarden-Betrugs sind vor allem die Versicherten, die mit ihren Beiträgen die gefälschten Abrechnungen mitfinanzieren müssen.»
Und jetzt glauben Sie nur nicht, dass die alte und die neue Frau Bundesgesundheitsministerin Schmidt davon nix weiß.

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04.01.2006 um 05:45 Uhr

Flutwelle

Ihnen ist sicher der Unterschied zwischen einer Flutwelle und einer Fluchtwelle bekannt?
Dann könnten Sie vielleicht unserer neugebackenen Bundesforschungsministerin "die nette" Schavan diesen kleinen Unterschied erklären, denn die möchte dass die EU Geld für ein Flutwellen-Frühwarnsystem im Mittelmeer ausgibt.
"Europa müsse auf Naturkatastrophen besser vorbereitet sein", sagte die forsche Ministerin Schavan von den christlichen Demokraten der Berliner Zeitung, "wir können nicht ausschließen, dass es hier zu Flutwellen kommt. Das hat mit der Geologie zu tun, aber auch mit dem Klimawandel."

Selbst wenn man das gleiche Parteibuch wie die Ministerin haben sollte und/oder mit ihr auf gleicher Wellenlänge ist, sollte man(n) sich doch mal Gedanken über die Gedanken der Frau Ministerin machen.
Dass es auch im Mittelmeer ab und an zu Flutwellen kommen kann, beweist der Untergang der Insel Atlantis, die, wenn ich meinem alten Geschichtsbuch glauben darf, im Jahre 9.600 vor Christus irgendwo in der Nähe von Gibraltar untergegangen sein soll.
Im Jahr 1650 brach der Unterwasservulkan Kolumbos in der Nähe des griechischen Archipels Santorini aus. Die 20 Meter hohen Flutwellen rissen 50 Menschen in den Tod.
Und vor fast 100 Jahren wurde durch ein Erdbeben in der Straße von Messina eine Flutwelle ausgelöst, die Tausenden von Sizilianer den Tod brachte.
Der letzte Tsunami raste schließlich im Jahre 2003 durchs Mittelmeer. Ausgelöst wurde er durch ein Erdbeben vor der Küste Algeriens. Die Welle bewegte sich auf die Insel Mallorca zu und spülte Boote an Land. Die Menschen, überwiegend deutsche Rentner und Ballermänner sollen es gewesen sein, versetzte sie zehn Minuten lang in Angst und Schrecken.
Und damit soll es nach den Vorstellungen von unserer forschen Bundesministerin Schavan  jetzt ein Ende haben, um die immobilen Auslandsinvestitionen bundesdeutscher Steuerflüchtlinge an Europas Mittelmeerküsten zu schützen.
Dabei sind, bedingt durch die Größe des Mittelmeeres die Vorwarnzeiten so kurz, dass den Betroffenen noch nicht einmal genug Zeit bleiben wird um ein Schild mit der Aufschrift „Haus mit Pool zu verkaufen“ in den Vorgarten zu rammen.
"Ich werde mich dafür einsetzen, dass die EU dafür Gelder bereitstellt", sagte die Bundesforschungsministerin des größten Nettozahlerlandes der Europäischen Union.
Da wird sich die Frau Merkel aber sicher freuen. Dass die zwei Milliarden Euro, die sie im Rahmen der so „erfolgreichen“ Verhandlungen zur Beilegung des EU-Finanzstreits in die Waagschale warf, so schnell eine sinnvolle Verwendung finden würden,  hätte wohl niemand gedacht.
Selbst die Bundeskanzlerin meinte nach Abschluss der Verhandlungen nur, dass „wir unter dem Strich eine leichte Verbesserung zu heute haben werden.“
Auch EU-Kommissionspräsident José Manual Barroso würdigte damals den federführend von Merkel ausgehandelten Finanzkompromiss. Er sei "ein sehr bedeutendes Signal" für die Zukunft der Gemeinschaft: "Europa bewegt sich und hat eine Lähmung vermieden."
Und was haben wir jetzt davon, dass sich Europa bewegt?
Jetzt brauchen ein Tsunami-Frühwarnsystem im Mittelmeer!
Das macht echt Sinn, oder?

Ach, jetzt habe ich doch glatt vergessen etwas über die Fluchtwelle und die Menschen zu schreiben, die mit ihren klapprigen Booten vor oder an Europas Küsten stranden und von denen viele danach in Reih und Glied am Strand abgelegt werden müssen.
Wäre es nicht besser und vor allem sinnvoller, statt gegen die Flutwellen etwas gegen die Fluchtwellen zu tun?
Oder ist dafür bei der EU von den zwei Merkel-Milliarden nichts mehr übrig?

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