Machopan - Rauchzeichen

31.03.2006 um 05:45 Uhr

Eiskratzparkscheibe

Einen Eiskratzer sollte man immer im Auto haben. Und eine Parkscheibe auch!
Nachdem ich wegen einer fehlenden Parkscheibe kurz nacheinander zu einer Spende für den notleidenden Haushaltssäckel meiner Heimatstadt aufgefordert worden war, hatte ich mich entschlossen eine Parkscheibe zu kaufen und nicht auf die sonst zu Weihnachten üblichen Werbegeschenke ortsansässiger Kaufleute zu warten, die unterjährig mit mir gute Geschäfte gemacht hatten.
Ein Besuch in einem Frankfurter Kaufhaus bot die passenden Gelegenheit dazu.
Im Eingangsbereich, so dass jeder Depp und ich auch, darüber stolpern musste, stand eine ganze Kiste dieser Kombinationswerkzeuge für eisfreies Fahren und gebührenfreies Parken.
Preis je Stück sagenhafte 0,99 Euro. Suggeriert zwar optisch ein kleiner Preis zu sein, aber bis Ende 2001 war das immerhin noch die Kaufkraft von knapp 2 Deutsche Mark.
Und so viele eiskratzende Parkscheiben hätte ich auch jetzt noch sicher bekommen, wenn nicht dem Handel bei der Euroumstellung ein klitzekleiner Rundungsfehler unterlaufen wäre.

Aber zu Zeiten des Euro heißt es für den Konsumenten zuschlagen bevor die nächste Teuerungswelle oder gar Steuererhöhung kommt. Kann sich bei der Finanzdiarrhöe, unter der unsere Bundesregierung zu nehmend leidet,  ja nur um Stunden handeln.
Also ich mit der von mir zu erwerbenden Parkscheibe zur nächsten Kasse und für 0,99 Euro Kaufkraft wirtschaftlichen Aufschwung erzeugt.

Gott sei Dank, habe ich nicht bis zum nächsten Wintereinbruch gewartet um das gute Stück in Betrieb zu nehmen, sondern wollte einige Tage später das technische Wunderwerk zum freien Parken auf der Fläche vor der örtlichen Gemeindeverwaltung einsetzen. Dabei musste ich zu meinem Entsetzen feststellen, dass sich die Scheibe mit der Ankunftszeit nicht drehen ließ, sondern beharrlich auf etwa 11:11 Uhr fixiert war. Da es bereits 14:30 war und die Höchstparkdauer nur 1 Stunde betrug, versuchte ich Gewalt anzuwenden, was ich jedoch mit dem Verlust meines rechten Daumennagels bezahlen musste.
Auch dem städtischen Strafvollzugsbeamten, der hinter einem Gebüsch auf Parker ohne Parkscheibe gelauert hatte, gelang es trotz Einsatz seines privaten Taschenmesser aus Schweizer Herstellung nicht, die Parkscheibe chinesischen Ursprungs davon zu überzeugen, dass es in Deutschland jetzt nicht 11:11 Uhr war.
Die gemeinsame Bearbeitung dieses widerspenstigen Eisfreikratzparkscheibenvorrichtung sorgte in den nächsten Minuten für viel Heiterkeit und fast kumpelhafte Vertrautheit zwischen dem städtischen Ordnungshüter und seinem Opfer, die in der Aussage gipfelte, dass es sich bei dieser Parkscheibe offensichtlich nicht um „Made in Germany“ handelt.
Mit dem Versprechen, dass ich mir schnellstmöglich eine neue und funktionierende Parkscheibe besorgen wollte, durfte ich mit behördlicher Erlaubnis mein Fahrzeug ohne Parkscheibe auf dem fast leeren Parkplatz vor der Gemeindeverwaltung stehen lassen um die notwendigen Behördengänge zu erledigen.

Bei nächster Gelegenheit wollte ich die zwar eiskratzende aber nicht freiparkende Scheibe umtauschen und suchte daher während der Geschäftszeit oben kurz erwähntes Kaufhaus in Frankfurt auf. Zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass die Kiste mit den Eiskratzparkscheiben nicht mehr da war, worauf ich mich hilfesuchend an den Informationsschalter wandte. Dort erhielt ich von einer netten jungen Dame, die leider am Abend schon etwas anderes vorhatte, die Information, dass
a. die Eiskratzparkscheiben sich sehr gut verkauft hätten und leider ausverkauft wären
b. ich in der KFZ-Abteilung Eiskratzparkscheiben finden würde

Ich also die Rolltreppe runter und in die KFZ-Abteilung. Und was finde ich da?
Genau! Meine Eiskratzparkscheibe! Genau die gleiche Scheibe, vom gleichen Hersteller in der gleichen Verpackung! Es gab nur einen Unterschied, einen ganz kleinen, in der Größenordnung von exakt 0,50 Euro, denn die Scheibe in der KFZ-Abteilung kostete nur 0,49 Euro.

Diese Tatsache stellte mein schwäbisches Gehirn vor eine schwere Gewissensentscheidung zur blitzschnellen Abwägung der verschiedenen Geschäftsmodelle:
a. Umtausch der defekten Scheibe zu 0,99 Euro gegen eine gleichwertige Scheibe zu 0,49 Euro
b. Rückgabe der defekten Scheibe am Informationsschalter mit der Notlüge, dass in der KFZ-Abteilung keine vergleichbar Scheibe gefunden wurde und Ausbezahlung des Kaufpreises von 0,99 Euro um
c. in die KFZ-Abteilung zu marschieren und dort eine baugleiche Eiskratzparkscheibe für 0,49 Euro zu erwerben und 0,50 Euro zu sparen

„Geiz ist geil“ und „ich lass mich nicht verarschen“ , zuckte mir durchs Hirn und die Entscheidung war gefallen. Am Informationsschalter bekam ich anstandslos den Betrag von 0,99 Euro für die defekte Eiskratzparkscheibe zurückerstattet um anschließend im Untergeschoss eine baugleiche Eiskratzparkscheibe zum Preis von 0,49 Euro zu erwerben.

Heute kann ich nicht mehr sagen, was es war.
War es Intuition, Bauchgefühl oder ein Wink des Schicksals, das es mit einen nach Hessen zugewanderte Schwaben gut meinte.
„Könnten Sie bitte überprüfen, ob die Scheibe auch funktioniert“, bat ich den jungen Mann an der Kasse der KFZ-Abteilung, „ich habe gehört, dass die Dinger sich manchmal nicht drehen lassen.“
„Unsere schon“, meinte er mit dem Brustton der Überzeugung, riss die Verpackung soweit auf, dass er an dem Rad drehen konnte. Das schien nicht zu funktionieren, denn er entfernte die Verpackung vollständig. Aber dennoch bewegt sich die Scheibe keinen Millimeter. Ich spürte den verdutzten Blick des Verkäufers und die zunehmende Aufmerksamkeit der Kunden die hinter mir warteten und gab mich völlig unbeteiligt.
„Ich gebe Ihnen eine andere“, sagte der Verkäufer laut und entschwand hinter dem nächsten Regal um nach einer knappen Minute mit einer originalverpackten Scheibe zurückzukehren.
„So, kein Problem“, meinte er dann freundlich lächelnd, „nehmen Sie die. Sowas kann manchmal vorkommen, wenn die Scheiben zu großer Wärme ausgesetzt werden. Sie sollten sie also nie auf der Heckablage oder dem Armaturenbretter in der Sonne liegen lassen. Vielen Dank für Ihren Einkauf und auf Wiedersehen.“
Mein „könnten Sie die Scheibe bitte auspacken und ausprobieren. So langsam habe ich Bedenken an der Funktionsfähigkeit dieser Dinger.“, hatte der Verkäufer wohl nicht erwartet, denn er zuckte heftig zusammen, kam dann aber meinem Wunsch nach.
Um es kurz zu machen: Auch diese Scheibe ließ sich nicht drehen und die als Ersatz angebotene Scheibe auch nicht.
Während sich der Verkäufer wirklich redlich mühte, die verkorkste Situation zu retten, sorgte ich mit meinem weiteren Kommentaren „hat vermutlich zulange auf der Heckablage gelegen“ und „ja so wird das natürlich nix mit dem Wirtschaftsaufschwung“ für zusätzliche Heiterkeit unter den wartenden Käufern.
Ich hab dann auch nichts gekauft und andere Käufer haben ebenfalls von ihren Kaufabsichten Abstand genommen.

Sofern Sie im Großraum Frankfurt wohnen und/oder in den letzten Wochen in einem Frankfurter Kaufhaus eine oder auch mehrere Eiskratzparkscheiben gekauft haben, sollte sie diese baldmöglichst einem Funktionstest unterziehen um im Bedarfsfall nicht alt auszusehen.
Sollten also bei EBAY in den nächsten Wochen größerer Mengen Eiskratzparkscheiben unter den Hammer kommen, so ist auf Käuferseite Vorsicht geboten. Es könnte sich durchaus um Ware handeln, die in Frankfurt offiziell für 0,49 Euro je Stück inklusive 16% Mehrwertsteuer über die Ladentheke ging.

Wenn Sie also noch was für die Weihnachtszeit zum Verschenken suchen, dann schauen Sie sich doch mal die elektronische Parkscheibe an.
Die hat halt nur, neben dem Preis, einen Nachteil: Mit dem Ding kann man kein Eis kratzen.

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30.03.2006 um 05:45 Uhr

Mann oh Mann

Der Schreck konnte jedem Mann durch alle Glieder fahren, sofern er dieser Tage seinen Blick zur Wochenendplanung über die untere Hälfte der Druckausgabe der „Dreieich-Zeitung“ schweifen ließ.
Standesamt nicht besetzt“ stand da in fettgedruckten Lettern und trieb spontanes Entsetzen durch den männlichen Körper. Wegen Besuch einer Fachtagung werde das Standesamt geschlossen bleiben und keine Sprechzeiten stattfinden. Auch telefonisch wird niemand zu erreichen sein.

Sollte Mann jetzt kurzfristig der Sinn nach legalisiertem Kontakt zur mutierten Form seines ehemaligen Rippenstücks stehen, dann steht er doch ziemlich dumm alleine da,  wenn man seine besten Freund mal aus dem Spiel lässt. Gell, das habe ich jetzt so schön verklausuliert, dass mann schon fast wieder darüber nachdenken muss, was eigentlich damit gemeint war.
An mir ist eben doch ein richtiger Politiker verloren gegangen.

Wie bin ich denn jetzt eigentlich darauf gekommen?
Ach ja, die Schließung des Standesamtes wegen einer Fachtagung. Das ist doch der Grund warum die Deutschen aussterben werden. Hervorragend ausgebildet, aber kinderlos.
Statt Familienbildung und Kampf gegen die demographische Entwicklung sitzt Mann zu Hause und muss seinen Schweif über derart triste Meldungen in der „Dreieich-Zeitung“ blicken lassen.
Da nützt es auch nichts mehr, wenn auf der gleichen Seite ganz rechts unten die Lesung zum Roman „Späte Liebe beginnt sehr früh“ im Kindergarten am Alten Weg angepriesen wird.
Mann, der Tag ist doch gelaufen.
Da bleibt nur noch die Teilnahme an der „Krötenumsetzung am Wollwiesenweiher“. Um Erdkröten, Frösche und verschiedene Molcharten zu ihren angestammten Laichplätzen zu bringen ist die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Zum Einsammeln der Tiere sind Eimer mitzubringen.
Da wird doch jedem zeitzeugenden Bürgen sofort klar, warum diese Republik so im Eimer ist.
Statt heiraten zu können und an der eigenen Besamung und Vermehrung arbeiten zu können, ist die Bevölkerung aufgerufen sich um den Laich der Erdkröten zu kümmern, die ihre angestammten Laichplätze nicht finden können.

Dazu passt auch die Meldung über „Froschfidele Musiker - Kinderkonzert im Bürgerhaus“ wie die Faust auf’s Auge. Unter dem Titel „Vom glücklichen Frosch“ sind dort unter der Leitung von Sue Ferrers und Ann-Kathrin Heimer Lieder zu hören und Tänze zu bestaunen.

Mann oh Mann, warum ist denn der Frosch so glücklich, dass er sogar singt und springt?
Na das ist doch klar,  weil er zum Ablaichen auch noch getragen wird, während der männliche verwunschene Prinz vor dem geschlossenen Standesamt steht!

Nun sei kein Frosch Mann, denn du bist Deutschland, so loben wir uns doch diese Republik.
Es ist ja wirklich wie im Märchen hier.
Erst holt der Frosch die Sterne vom Himmel, dann die Kohlen aus dem Feuer und für die Tochter vom Herrn König die goldenen Kugeln aus dem eisigen Wasser und dann steht er da mit seinem „eisernen Heinrich“ vor dem geschlossenen Standesamt.
Und wartet darauf, dass ihn jemand gegen die Wand wirft, während er ruft:
Königstochter, jüngste, mach mir auf, weißt du nicht, was gestern du zu mir gesagt bei dem kühlen Brunnenwasser als wir den Laich zu seinem angestammten Plätzchen brachten. Du hattest mir versprochen meine Spielkameradin zu sein und Tisch und Bett mit mir zu teilen, wenn ich nur die goldene Kugel wiederfinden würde, die ich mir jetzt wohl selber geben kann.“

Zeitgleich zum geschlossenen Amt zur Veränderung des Familienstandes berichtet die Rechtsanwältin Petra Eder über Erfahrungen mit „Wilden Ehen“ und nichtehelichen Lebens-, Überlebens- und Bedarfsgemeinheiten. Der Eintritt in diese, vom Sozial- und Jugendamt verunstaltete Veranstaltung, ist zwar für Interessierte frei, aber auch nicht unbedingt der Zeitvertreib, der einen Froschkönig übers Wochenende vom Quaken und Laichen ablenken könnte.

Dass die Grünen endlich das „Nachtfluchverbot am Frankfurter Flughafen“ hinterfragen und die Stadt Mühlheim Entwarnung meldet, denn die tote „Flugente hatte keine Vogelgrippe“  gibt zwar wieder Hoffnung, aber dennoch sieht das bevorstehende Wochenende eher trist aus.
Da findet die folgende Meldung „Für den Girls Day“: Plätze zum Schnuppern: Vorbilder für weibliche Führungspositionen“ doch schon fast die gleiche männliche Aufmerksamkeit wie der „stehende Verkehr“ auf der nahegelegenen Autobahn.
Immer noch besser als vorsorglich zur Dickdarmspiegelung zu gehen oder das Wochenende mit dem Besuch des Früherkennungstheaters „Alarm im Darm“, veranstaltet von der Initiative „Hessen gegen Darmkrebs“, verbringen müssen.

Also ich finde Wochenenden doof – so ganz ohne Arbeit.
Da kommt Mann ja doch nur auf dumme Gedanken, dabei ist Männlichkeit an sich ja allein schon eine „hochgefährliche Lebensform“.
Zumindest für Männer!

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29.03.2006 um 05:45 Uhr

Bürgerschaft

Kennen Sie den Unterschied zwischen Bürgern und Arbeitnehmern?
Ich habe mir darüber eigentlich nie so viele Gedanken gemacht, bis ich dieser Tage in den Nachrichten einer öffentlich-rechtlichen Medienanstalt folgenden Satz im Zusammenhang mit der Streikdrohung im öffentlichen Dienst hörte:
Für einen Streik der Arbeitnehmer hätten die Bürger wenig Verständnis!“.

Für mich der Anlass mir die Zusammensetzung der Bürger und der Arbeitnehmer mal näher unter die Lupe zu nehmen.
Laut Wikipedia sind Arbeitnehmer «Personen, die auf vertraglicher Basis für eine andere gebietsansässige institutionelle Einheit abhängig arbeiten und eine Vergütung erhalten, die als Arbeitnehmerentgelt erfasst wird»
und Bürger «ist schließlich jedes vollberechtigte Glied einer Staatsgemeinschaft.»

„Ahaaaaa“, denkt sich da der gemeine Homo Sapiens, „dann sind also Arbeitnehmer keine vollberechtigten Glieder einer Staatsgemeinschaft.“ 
Keine Arbeitnehmer sind
  • Kinder und Jugendliche, die noch in die Schule gehen,
  • Arbeitslose,
  • Selbstständige
  • Beamte, Soldaten, Zivildienstleistende (kein privatrechtliches Dienstverhältnis)
  • Rentner und Pensionäre
Der Begriff "Arbeitnehmer" verdunkelt, dass es sich um Arbeiter und Arbeiterinnen handelt, die ihre Arbeitskraft zur Sicherung ihrer Existenz verkaufen (müssen), denn sie verfügen selbst über keine Produktionsmittel.
Und wenn man einem Arbeitnehmer die „Arbeit“ nimmt, dann ist er nur noch „Nehmer“.
Nehmer von sozialen Almosen, die ihn davon abhalten sollen sich zu radikalisieren und den Schuldigen den Schädel einzuschlagen.
Noch wirkt das System, aber mich wundert es immer wieder, wie wenig den Verantwortlichen doch ihr eigenes Leben wert ist.

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28.03.2006 um 05:45 Uhr

Deutschtest

Die Grundlage staatsbürgerlichen Lebens und jedes verantwortlichen Handelns in einem Gemeinwesen ist die Kenntnis grundlegender Fakten eines Landes“, schreibt der Spiegel.
Könnten Sie Deutscher werden?“ assistiert die Financial Times Deutschland.und bietet gleich einen Test für alle an, die in Hessen einen deutschen Pass beantragen müssen.

Da auch meine rostrote Parteifibel für die Bundesrepublik Deutschland e.V. ihrem Verfalldatum entgegeneilt, könnte die Frage „Können Sie Deutscher bleiben“ für mich bald von existenzieller Bedeutung sein.
Also entschloss ich mich spontan schon mal zu üben und den Deutschtest für Hessen zu absolvieren.
Hier eine kleine Auswahl der (meiner Meinung nach) „richtigen“ Antworten:

1. Wie viele Einwohner hat Deutschland?
        Heute weniger als gestern und morgen sicher weniger als heute.

2. Nennen Sie drei Flüsse, die durch Deutschland fließen:                 Überfluss, Einfluss und Abfluss.

3. Nennen Sie drei deutsche Mittelgebirge!
        Kaiserstuhl, Königstuhl, Mundstuhl

4. Wie heißt die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland?
        Frankfurt oder?

5. Nennen Sie drei Staaten, die an die Bundesrepublik Deutschland grenzen!
        Bayern, Türkei und Liechtenstein

6. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um deutscher Staatsbürger zu werden?
        Das versuche ich mit diesem Test ja gerade heraus zu finden.

7. Nennen Sie drei Gründe, warum Sie deutscher Staatsbürger werden wollen!
        Also wenn Sie mich so fragen, dann muss ich mir das doch noch mal durch den Kopf gehen lassen.

8. Was verstehen Sie unter dem Begriff "Reformation" und wer hat sie eingeleitet?
        Also eingeleitet hat sie Martin Luther King und verstanden habe ich den nicht, weil der fremdsprachiger Ausländer war.

9. In welchen Jahren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Deutschland eine Diktatur?
        In der Zeit als ich zur Schule ging.

10. Wie hieß die damals herrschende Partei?
        Koalition

11 Welches Ereignis fand am 20. Juli 1944 statt?
        Sommeranfang?

12. Was geschah am 8. Mai 1945?
        Da war mein Vater auf einer längeren Dienstreise in Russland

13. Nach dem Zusammenbruch des "Dritten Reiches" war Deutschland in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Wer waren die vier Besatzungsmächte?
        Vermutlich die, die heute auch noch da sind: Türken, Ukrainer und Polen

14. Wie hieß der erste Bundeskanzler?
        Schröder?

15. Was bedeutet "DDR"?
        „Da Drüben Riechts“ oder „Denen Drüben Reichts“
    
16. Welches Ereignis fand am 17. Juni 1953 in der DDR statt?
        Deutsche Meisterschaft im „Steine werfen“ und „Panzer fahren“. Die „Steinewerfer“ haben verloren.

17. Was verstehen Sie unter dem deutschen "Wirtschaftswunder"?
        Das Reinheitsgebot von 1516

18. Erläutern Sie den Begriff "Mauerbau".
        Der Reichstag in Berlin ist ein ganz mauer Bau.

19 Welcher deutsche Bundeskanzler bekam den Friedensnobelpreis?
        Schröder?

20. In welchem Jahr kam es zur deutschen Wiedervereinigung?
        Die wiederliche Vereinigung zur Befruchtung der Nation selbst dauerte von 1989 – 2010. Die Zeit davor bezeichnet man als Vorspiel, die Zeit danach als Nachspiel.

21. Nennen Sie die Bundesländer, die heute auf dem Gebiet der ehemaligen DDR existieren!
        Das sind die „neuen“ Bundesländer.

22. Wo sind die Grundrechte der deutschen Staatsbürger festgelegt?
        In der Agenda2010

23. Wie heißt die Verfassung der Bundesrepublik Deutschland?
        Hartz (Buch I – IV)    
        
24. Von wem geht in der Bundesrepublik Deutschland alle Staatsgewalt aus? Welche Vorteile ergeben sich daraus für die Bürgerinnen und Bürger?
        Alle Gewalt am Volke geht vom Staat aus. Bürgerinnen und Bürger haben daraus keine Vorteile.

25. Welches Recht schützt Artikel 1 der bundesdeutschen Verfassung?
        Rechts vor links und Kreisverkehr hat Vorfahrt

26. Wie heißt das höchste gesetzgebende Organ der Bundesrepublik Deutschland und wer bestimmt seine Mitglieder?
        Das sind Darm und Anus. Die Mitglieder heißen übrigens Hämorrhoiden.
 
27. Unsere Verfassung garantiert Grundrechte. Nennen Sie vier!
        Rechthaben, Linksfahren, Besserwissen und Bumsen ohne  Konsequenzen.

28 Wer kann in der Bundesrepublik Deutschland einen Antrag auf Ehescheidung stellen?
        Jeder verheiratete Depp, der sich noch einen Anwalt leisten kann.
 
29. Beschreiben Sie den Grundgedanken der „Gewaltenteilung“!
        Rein theoretische Möglichkeit zur Gegenwehr
    
30. Erläutern Sie den Begriff "Religionsfreiheit"!
        Freiheit zum Schwänzen von Schulstunden mit extrem uninteressantem Lehrstoff

31. Was ist der Grund für die gesetzliche Schulpflicht?
        Arbeitslose Lehrer

32. Erläutern Sie den Begriff "Mehrparteienprinzip"!
        Im Prinzip gibt es vor der Wahl mehr Parteien als nach der Wahl.

33. Begründen Sie, warum die Wahlen in der ehemaligen DDR nicht unseren demokratischen Wahlgrundsätzen entsprachen!
        Auf den Wahlzetteln war das Kreuz schon aufgedruckt.    

34. Welche Parteien sind derzeit im Deutschen Bundestag vertreten? Nennen Sie mindestens drei!
        Die Flaschen, die Luschen und die Pfeifen. Nur die Farbe variiert.

35. Was sind Bürgerinitiativen?
        Freizeitgestaltung für Bürger die keinen Fernsehapparat haben.

36. Nennen Sie zwei Interessenverbände aus dem Wirtschafts- und Arbeitsleben!
        Anonyme Alkoholiker und Arbeiterwohlfahrt    

37. Wo finden die Parlamentssitzungen des Deutschen Bundestages statt?
        Offiziell im Reichstag dieses armen Landes, inoffiziell in den Aufsichtsräten der Großkonzerne
    
38. Wie oft findet die Wahl zum Deutschen Bundestag in der Regel statt?
        Immer wenn der Wahltermin mit dem Eisprung zusammenfällt, deshalb spricht man auch von Wahlperiode.

39. Wie heißt die Vereinigung von Abgeordneten einer Partei im Parlament?
        Bande?
    
40. Für die Abgeordneten in den Parlamenten gilt der "Grundsatz des freien Mandats". Was heißt das?
        Nimm von wem du was kriegst oder „man dat da man nix umsonst“

41. Was bedeutet die "Fünf-Prozent-Klausel" bei der Wahl zum Deutschen Bundestag?
        Gewinnbeteiligung der Parteien am BIP (Bruttoinlandsprodukt) in Prozent.

42. Wie ist die Amtsbezeichnung des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland?
        Bundespräservativ
    
43. Was ist das Bundeskabinett?
        Das Wohnzimmer vom Bundespräservativ

44. Welche Amtsbezeichnung hat der deutsche Regierungschef?
        Bundeskasper    

45. Wie heißt die Vertretung der deutschen Länder auf Bundesebene?
        Bundesliga

46. Die Bundesrepublik Deutschland hat einen dreistufigen Verwaltungsaufbau. Wie heißt das unterste politische Gemeinwesen?
        Das unterste gemeine Wesen ist der Steuerzahler

47. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Rechtsstaat. Was bedeutet Rechtsstaat?
        Dass die Gefahr immer von rechts kommt

48. Wie heißt das höchste deutsche Gericht?
        Currywurst mit Pommes rot-weiß

49. Was ist unter der Unabhängigkeit der Gerichte zu verstehen?
        Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise auf verschiedenen Tellern

50. Die Bundesrepublik Deutschland ist ein Sozialstaat. Nennen Sie drei Elemente der sozialen Sicherung in der Bundesrepublik Deutschland!
        Florida-Rolf, Kalifornien-Jürgen und Monaco-Franze.

51. Wie heißt die politische Vereinigung der europäischen Staaten? Nennen Sie mindestens fünf Mitgliedsstaaten!
        Europol, Interpol, Nordpol, Südpol und Sewastopol

52. Wie heißt das Organ der EU, das die Gemeinschaftspolitik plant und die Entscheidungen ausführt?
        After

53. Nennen Sie drei deutsche Philosophen!
        Norbert Blüm – die Rente is sischer
        Sepp Herberger – der Ball ist rund
        Helmut Kohl – blühende Landschaften im Osten

54. Der deutsche Maler Caspar David Friedrich malte auf einem seiner bekanntesten Bilder eine Landschaft auf der Ostseeinsel Rügen. Welches Motiv zeigt dieses Bild?
        Die Vogelgrippe

55. Wenn jemand sagt: "Freie Medien sind ein unverzichtbarer Teil einer demokratischen Gesellschaft". Stimmen Sie dem zu oder nicht?
        Das kommt darauf an wer das gesagt haben könnte

56. In den deutschen Kinos startete 2004 der Film "Das Wunder von Bern". Auf welches sportliche Ereignis nimmt der Film Bezug?    
        Auf die negative Dopingkontrolle der deutschen Mannschaft    

57  Zum gesellschaftlich-kulturellen Bild der Bundesrepublik Deutschland gehören Sportarten und Sportler. Nennen Sie drei bekannte deutsche Sportler!
        Dolly Buster – Mehrfache Deutsche Meisterin im Intimritt
        Reiner Calmund – 2006 Deutscher Meister im Vernehmungsmarathon
        Hellmut Josef Michael Kohl (der heißt wirklich so) – Amtierender Meister für Erinnerungslücken
    
58. Was hat Johannes Gutenberg erfunden?
        Den guten Underberg

59. Welche Personen gelten in Deutschland als Pioniere des Automobilbaus? Nennen Sie zwei Namen!
        Michael und Ralf Schuhmacher

60. Was gelang dem deutschen Wissenschaftler Otto Hahn erstmals 1938?
    Die Erfindung des elektronischen „Kikeriki“. Sechzig Jahre später auch als Download für’s Handy erhältlich.

61. Welcher deutsche Arzt entdeckte die Erreger von Cholera und Tuberkulose?
        Cholera und Tuberkulose erregten sich wie Romeo und Julia. Entdeckt hat dies der sexuelle Aufklärer der Nation, Dr. Oswald Kolle. Primärverursacher für die Babyschwemme.
        
62. Welche Farben hat die deutsche Bundesflagge und wie sind sie angeordnet?
        Schwarz, Rot und Senf – Anordnung ähnlich wie bei einem Big Mac

63.  Wie heißt die deutsche Nationalhymne und mit welchen Worten beginnt sie?
        Das Lied vom „Kalbfred“ beginnt mit den Worten:
        „Nur dumm glotzen, ja nicht denken,
        sei schön brav und brülle nicht    
        irgendwer wir dich schon lenken
        ob du’s merkst oder auch nicht
        sei ein braves, dummes Rindvieh
        mit viel Fleisch und wenig Speck
        und gehorche deinen Herren
        und sei auch zum Metzger nett.“

Jetzt werden Sie sicher wissen wollen, ob und wie ich diesen Deutschtest überstanden habe. Es ist schlimmer als Sie denken:
Ergebnis: Sie haben mit Auszeichnung bestanden!
Herzlichen Glückwunsch, Sie sind ein wahrer Musterbürger!

Na, da habe ich doch noch mal Schwein gehabt.
So schnell und einfach werden die mich also doch nicht los!

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27.03.2006 um 05:45 Uhr

Muschis im Sperrbezirk

Ja, ich gebe zu, dass dieser Titel nur gewählt wurde um ordentlich Aufmerksamkeit zu erregen. Aber das machen doch beim Thema Vogelgrippe wirklich alle.
Allen voran die Medien, dann die Experten, die Geschäftemacher und -last but not least- auch die Politiker. Es ist teilweise schon erstaunlich, wer da von H5N1 von der Hinterbänklerbank ins Scheinwerferlicht der Medien und vor die Mikrofone gerissen wird, um sein geballtes Expertenwissen loszuwerden.

Vor kurzem meldete die Net-Zeitung, dass bei drei in Österreich „lebenden“ Katzen das Vogelgrippe-Virus H5N1 festgestellt wurde.
«Die Tiere stammten aus einem Tierheim in Graz, in dem Mitte Februar der gesamte Geflügelbestand nach einem Vogelgrippe-Fall getötet worden war. Das teilte der Agrarlandesrat der Steiermark, Hans Seitinger, auf einer Pressekonferenz mit. Die Welternährungsorganisation FAO kritisierte unterdessen die langsame Reaktion der Industriestaaten auf den Ausbruch der Seuche.»

So hätten die Regierungen der Europäischen Länder erst reagiert, als der Erreger H5N1 die Türkei erreicht habe. Zwar seien der Seuche bereits 160 Millionen Hühner und Enten zum Opfer gefallen oder vorsorglich geschlachtet worden, aber noch bleibe die Vogelgrippe eine Tierseuche.
Entwarnung konnte daher bei einer schwangeren Frau gegeben werden, denn sie hatte zwar mit Vögeln zu tun gehabt, aber nicht mit Geflügel.

Also machen Sie sich nur mal keine Sorgen: „Mit H5N1 wird das wie mit BSE – plötzlich ist das alles nur noch halb so wild und kurze Zeit später kann sich kein Schwein mehr daran erinnern.“

Und wenn wir erst mal Fußballweltmeister sind, dann ist diese Nation vor lauter Stolz sicher so besoffen, da könnte man glatt die Mehrwertsteuer, die Rentenbeiträge, die Krankenkassenbeiträge und die Abgeordnetendiäten um jeweils drei Prozentpunkte erhöhen, ohne mit irgendeiner Reaktion der Bevölkerung rechnen zu müssen.

Wenn wir allerdings noch nicht einmal ins Endspiel kommen sollten, dann macht sicher  nicht nur Kalifornien-Jürgen den frühzeitigen Abgang.

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24.03.2006 um 05:45 Uhr

Aufmacher

Früher musste man als Leser vom Aufmacher schon mal bis zum Ende des Artikels und sehr aufmerksam zwischen den Zeilen lesen um die „Message“ des Geschriebenen geistig erfassen zu können.
Heute ist es Usus die „Message“ in den Aufmacher zu packen, denn wer hat heute noch Zeit den ganzen Artikel zu lesen. Vom Verstehen wollen wir doch erst mal gar nicht reden.

Jetzt habe ich beim Lesen des Standard, einer österreichischen Zeitung, gelernt, dass es ziemlich verwirrend ist sich nur auf die Titelzeile zu verlassen:

15. Februar 2006 10:43  18,6 Millionen EU-Bürger ohne Job
15. Februar 2006 10:43  Der EU drohen die Arbeitnehmer auszugehen.
15. Februar 2006 10:43  EU empfiehlt Öffnung der Arbeitsmärkte

Irgendwie habe ich den dumpfen Eindruck darin eine Absicht erkennen zu müssen. Zuerst sind 18,6 Millionen EU-Bürger ohne Job und dann, von einer Sekunde auf die andere, stehen die alle in Arbeit und Brot und die Arbeitgeber wissen nicht wo sie die zusätzlich benötigten Arbeitskräfte herbekommen sollen.
Und um diesen zusätzlichen Bedarf abdecken zu können, empfiehlt die EU dann sofort und zeitgleich die Öffnung der Grenzen für Ost-Europäer.

Komischerweise scheinen bei solchen Grenzöffnungen aber meist nur ausländische Arbeitnehmer, also Menschen die Arbeitsplätze suchen, gemeint zu sein.
Von ausländischen Unternehmern, die Arbeitsplätze mitbringen war in den Medien bisher noch wenig zu lesen.

Stellen Sie sich doch mal vor, wenn in deutschen Vorstandsetagen plötzlich Manager aus Billiglohnländern auftauchen würden. Einige Polen und Ukrainer im Vorstand würden zum Beispiel der Deutschen Bank oder DaimlerChrysler im Rahmen der Globalisierung doch sicher gut zu Gesicht stehen. Und wenn die dann auch noch nach Herkunftslandprinzip des Herrn Bolkestein agieren können, dann kommt doch richtig Freude auf.
Zumindest beim Proletariat dieses Landes!

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23.03.2006 um 05:45 Uhr

Die schöne Lau

Im Ländle, das alles kann nur net Hochdeutsch, darf demnächst mal wieder gewählt werden.
Überall hängen und stehen die Plakate mit den tumben Sprüchen was die Parteien diesmal alles anders machen wollen, sollten sie gewählt werden.
Wer als Langzeitarbeitsloser auf dem Weg zur Agentur oder zum 1-Euro-Job jeden Morgen an einem Plakat vorbei muss, auf dem die SPD „innovative Lösungen für den Arbeitsmarkt“ anpreist muss sich sicher zurückhalten, um nicht straffällig zu werden und fremdes Eigentum auf öffentlichen Platzen zu beschädigen oder gar einem warmen Abriss zuzuführen.

Besonders lustig wird es dann, wenn auf Landesebene sich Parteien zu profilieren versuchen, die sich auf Bundesebene im Rahmen der Großen Kopulation so erfolgreich zur Befruchtung dieses Landes und seiner Wähler miteinander vergnügen.
Denn was bei dem Herrn Münte und der Frau Merkel nur schlecht ist, wirkt bei der Frau Vogt und dem Herrn Oettinger auch noch billig.

So erklärte die Frau Ute Vogt, SPD-Spitzenkandidation der Netzeitung wie sie die Landtagswahl gewinnen will und, dass sie es „erschütternd findet, wenn die Landesregierung meint, dass man bei 7,3 Prozent Arbeitslosigkeit Erfolgsfeiern abhalten kann.  Das sind tausende Menschen, die keine Arbeit haben. Gerade ein wirtschaftlich starkes Land muss umso mehr daran arbeiten, aktiv etwas für Problemgruppen auf dem Arbeitsmarkt zu tun. Herr Oettinger tut hier reichlich wenig. Indem er nur auf günstige Prozentzahlen verweist, trifft er die Lebenswirklichkeit der Menschen jedenfalls nicht.

Also Frau Vogt, was dem Bund billig ist, kann dem Land wohl auch recht sein!
Und außerdem sind es auf Landesebene nicht tausende von Arbeitslosen sondern Hunderttausende und auf Bundesebene mehrere Millionen und deren Zahl hat sich in den letzten sieben Jahren der rot-grünen Regierung ja gerade explosionsartig verdoppelt und auch unter der rot-schwarzen Regierung bleibt die steigende Tendenz erhalten. Auch sind die meisten Arbeitslosen auch schon länger als 100 Tage arbeitslos.

Um die Lage älterer Arbeitnehmer auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern schlug Frau Roth außerdem noch eine „Wertedebatte“ vor, um in den Köpfen der Konzernchefs etwas zu ändern.

Ha sakrament, des isch vielleicht a saudomms Gschwätz von der Frau Vogt, als ob so an „Leirenbendel“ (langweiliges Einerlei; auch der schwäbische Volksname für einen Vogel, Wendehals) ebbes an dera Sauerei ändern dät.
Des Interview von der Frau Vogt isch doch so werthaltig wie der Zungenbrecher „S´leit a Klötzle Blei glei bei Blaubeura, glei bei Blaubeura leit a Klötzle Blei“ aus Eduard Mörikes „Die Historie von der schönen Lau“. Den Satz lies man die Kinder „scherzweis hurtig nacheinander sagen und niemand hätte auch den mindesten Verstand da drin gesucht, geschweige denn eine Prophezeihung!

Das schreibt der Eduard Mörike in den selbst zusammengestellten Worterklärungen zu dem Stück von der „schönen Lau“ und dabei kann er die Frau Vogt doch gar nicht gekannt haben.

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22.03.2006 um 05:45 Uhr

Fuß Kuss Schluss

Der Fußkuss ist eine historische Geste der Unterwerfung.
Er hatte im Mittelalter und bis in die Neuzeit hinein vor allem symbolisch-juristische Bedeutung, zum Beispiel als Akt der Unterwerfung des Lehensmannes gegenüber dem Kaiser in bestimmten Situationen oder auch von weltlichen Fürsten gegenüber dem Papst.
Heute ist der Fußkuss fast gänzlich verschwunden.
So steht das bei Wikipedia.
Doch jetzt meldet der Spiegel, dass durch den Fußkuss die berufliche Laufbahn eines US-amerikanischen Schuldirektors ein abruptes Ende gefunden habe.
Nein, nicht wegen dem Geruch von dem Fuß oder gar Sabberspeichel auf den Zehen. Nein, wegen sexueller Belästigung.
Dabei hatte der gute Mann vor einem Volleyballspiel der Lehrer gegen die Schüler nur siegessicher getönt, dass er den Spielern der Gegenmannschaft im Falle eines Sieges nach dem Spiel die Füße küssen würde.
Stellen Sie sich die Situation mal bei unserem Bundestrainer Klinsmann vor.
Der gute Mann würde ja Zeit seines Lebens den Käsefußgeruch ja nie mehr von den Lippen bekommen.

Also im vorliegenden Fall war es wohl so, dass die Lehrermannschaft das Spiel verloren hat und der Schulleiter sein Wettversprechen wohl oder übel einlösen musste, denn Spielschulden sind nun mal Ehrenschulden.
Als aber einer der Schüler seiner Mutter von dem Fußkuss berichtete, war für diese Schluss mit lustig und sie erstattete Anzeige gegen den „Fußfetischisten“ wegen „sexueller Belästigung“.
Für Europäer sicher eine erstaunliche Reaktion, doch durchaus üblich in einem Land in dem Schüler eher erschossen als fußgeküsst werden. Sowas muss ja abartig sein.

"Er begreift, dass das, was er getan hat, dumm war", sagte ein ermittelnder Polizist nach der Vernehmung des Padagogen der Lokalzeitung "Mourning Journal". Der Schulleiter habe die Jungen nur zum Lachen bringen wollen, einen Fußfetisch besitze er nach eigener Aussage nicht.

Jetzt ist dem Schulleiter aber das Lachen vergangen, denn er wurde erst „suspendiert“ und dann entlassen.
Ein Suspensorium besitze er nach eigener Aussage aber nicht

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21.03.2006 um 05:45 Uhr

Stallpflicht

Stallpflicht, Leinenzwang, Hausarrest, Ausgangssperre, Quarantäne, Keulung, Inhaftierung, Todeszelle, Scheiterhaufen – na welches dieser staatlich verordneten Maßnahmen wollen Sie denn nächstens Ihren Haustieren und Familienangehörigen zumuten?

Nachdem sich das Virus H5N1 nun langsam aber stetig die Nahrungsmittelkette entlang hangelt und fast täglich neue Tierarten befallen werden, können wir uns ausrechnen, wann das Virus den ersten Europäer anspringt. Der Halter eines infizierten Katers wird bereits ärztlich überwacht, meldet der Berliner Kurier.

Nach der Stallpflicht für Geflügel, dem Hausarrest für Katzen und dem Leinenzwang für Hunde sind wir damit schon bei der Quarantäne angekommen.
Weitere Maßnahmen wie Keulung, Inhaftierung, Todeszelle und Scheiterhaufen werden sicher artenunabhängig für alle Säugetiere angewandt werden müssen um die Bedrohung von Europa abzuwenden.
Das Loeffler-Institut geht davon aus, dass sich die Tiere beim Fressen angesteckt haben, denn sie hätten das gleiche Beuteschema.

Da kann man als Fleischfresser schon ins Grübeln kommen.

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20.03.2006 um 05:45 Uhr

Schweinebande

„Rüde Worte“ oder „die Sprache des Volkes“ fand unser Oskärsche und Parteilinker Lafontaine, nach einem Bericht der „Leipziger Volkszeitung“, bei einer Wahlkampfveranstaltung in Rheinland-Pfalz. Dort soll er die im Bundestag versammelten Parteien –seine Partei natürlich ausgenommen – als „Schweinebande“ bezeichnet haben.
Nach der Titulierung Herbert Wehners als „Kommunistensau“ und dem von Franz-Josef Strauß urkundlich erwähnten roten „Saustall Deutschland“  endlich mal wieder eine richtige politische „Sauerei“.

Natürlich fanden sich in Berlin sofort einige Zunftkollegen, die sich getroffen fühlten und dies der Presse auch unverzüglich mitteilen mussten.
So verlangte der Fraktionschef der Grünen, Fritz Kuhn, sofort eine förmliche Entschuldigung im Schweinestall, äähhhhh Bundestag, während die FDP-Präsidiumsmitgliedin Birgit Homburger die Linkspartei aufforderte sich von Lafontaines Äußerung zu distanzieren. An welche Distanz sie dabei gedacht hatte, ließ sie jedoch offen.

"Es handelt sich um beabsichtigte Ausrutsche in der politischen Kultur. So produziert man mehr Politikverdrossenheit und leistet dem Populismus Vorschub", sagte Bundestagsvizepräsidentin und Grünen-Politikerin Katrin Göring-Eckardt.
Ich weiß nicht in welcher Republik die gute Frau Bundestagsvizepräsidentin mit dem Doppelnamen lebt, aber in etwas was es nicht (mehr) gibt, kann man ja wohl nicht ausrutschen. Und die Politikverdrossenheit gab es auch schon bevor die WASG gegründet wurde.

Kritik gab es auch von der FDP-Bundestagsabgeordneten Sabine Leutheusser-Schnarrenberger. Sie nannte das Wahlkampfgequieke vom Oskärsche einen „Tiefpunkt in der parlamentarischen Auseinandersetzung“, dabei befindet sich das Niveau der parlamentarischen Auseinandersetzung schon seit Jahren auf Minus X unter Normalnull.

Nichts besseres als ein Griff in die Mottenkiste fiel dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsident Kurt Beck ein, denn er warf dem Oskärsche vor, mit derartigen Angriffen um die Stimmen rechtsradikaler Wähler zu werben.
Als ob die so blöd wären, wegen einmal „Schweinebande“ sofort zu den Linken überzulaufen.

"Solche Sprüche von einem zu hören, der immer den Oberlinken gespielt hat, ist schlicht eine Sauerei", kritisierte Beck. Berichte wonach Beck die sofortige Keulung der linken Sau gefordert habe, entbehren jedoch jeder Grundlage.

Stattdessen besteht Hoffnung, dass sich die ganze Angelegenheit durch die Ausbreitung der nicht auf normale Menschen übertragbaren Schweinepest von selbst erledigt.

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17.03.2006 um 05:45 Uhr

Entenhausen

Kennen Sie den Unterschied zwischen Entenhausen und Mannheim?
Nein?
Dann darf ich Ihnen mal kurz helfen diese Bildungslücke zu schließen!

Die Stadt Entenhausen und ihre Partnerstädte sind weltbekannt.
Entenhausen gibt es überall, als Duckburg in den USA, Ankkalinna in Finnland, Donaldville in Frankreich, Limnoupolis in Griechenland, Duckstad in den Niederlanden, Paperopoli in Italien, Andeby in Norwegen, Kaczogród in Polen, Patópolis in Portugal, Raţburg in Rumänien, Ankeborg in Schweden, Patkovgrad in Serbien, Račjigrad in Slowenien und Patoburgo in Spanien.
In Entenhausen wohnt nicht nur der reichste Mann der Welt, nein, im Stadtpark von Entenhausen steht sogar eine Statue, die Statue von Emil Erasmus Erpel, dem Gründer von Entenhausen.
Denn männliche Enten nennt man Erpel, weibliche Enten dagegen Ente.
Emil Erasmus Erpel hat also offensichtlich die Stadt Entenhausen (einer) seiner Angebeteten gewidmet, bevor er vermutlich trotz Vielweiberei kinderlos verstarb.

Auch die Stadt Mannheim, gegründet so um 766 als „Heim des Manno“ ist weltbekannt.
Nicht nur wegen ihrer Partnerstädte Swansea in England, Toulon in Frankreich, Windsor in Kanada, Zhenjiang in China und  Bydgoszcz in Polen, sondern auch weil von dort die Adler, mehrmalige Deutsche Meister im Eishockey (zur Zeit etwas im Tiefflug),  kommen.
Auch in Mannheim und Umgebung wohnen reiche Männer, wenn auch nicht ganz so reiche wie in Entenhausen. Und eine Statue hat Mannheim auch, die 3,50 hohe Statue der Amphitrite. Diese Statue steht zwar nicht im Stadtpark wie in Entenhausen, aber das dürfte bei oberflächlicher Betrachtung auch der einzige Unterschied zwischen Mannheim und Entenhausen sein.
Wir gesagt, bei oberflächlicher Betrachtung, denn was denken Sie wohl welches Ereignis in den Medien mehr Beachtung finden würde:
a. wenn im Entenhausen ein Mann tot aufgefunden wird?
b. wenn im Mannheim eine Ente tot aufgefunden wird?

Also mal ganz ehrlich, ein toter Mann in Entenhausen würde es doch sicher nicht einmal auf die Titelseite der „Entenhausener Zeitung“ schaffen.
Aber für eine tote Ente in Mannheim ist das in den deutschen Medien „null problemo“.

Suchen Sie doch einfach mal bei Google nach „+Ente +Mannheim“ und „+Mann +Entenhausen“.

Ach übrigens, falls Sie es interessiert, die Meldung, dass die Ente von Mannheim ein Erpel war, erwies sich als Ente.
Und die Ente auf dem Bild ist der Erpel von Freiburg.
Aber das ist eine ganz andere Geschichte.

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P.S.
Steigt der Erpel auf den Hahn,
entsteht dabei wohl kaum ein Schwan.

16.03.2006 um 05:45 Uhr

F6 King Size

„Schiffe versenken“ ist ein Spiel, das schon Generation von Schülern während des Unterricht gespielt haben lange bevor es PacMan gab. Man braucht dazu nicht viel, nur zwei Mitspieler, Bleistifte und kariertes Papier auf dem jeder Spieler in einem 10 x 10 Kästchen großen Quadrat die Schiffe seiner Flotte versteckt, ohne dass der Mitspieler dies sieht.
„Geschossen“ wird durch Angabe der Koordinaten: „Ich schieße nach A4 – Treffer Schlachtschiff versenkt“.
Wer zuerst keine Schiffe mehr hat, hat verloren.

Jetzt stellen Sie sich mal vor, Sie würden bei einem solchen Spiel die Koordinaten der gegnerischen Einheiten kennen. Dann wäre jeder Schuss ein Treffer und der Gegner hätte sicher keine Chance. Nun muss man bei diesem Spiel die Koordinaten des Gegners nicht selbst ausbaldowern, man muss eben nur jemand kennen der sie kennt.

So ungefähr muss es wohl gewesen sein, als die amerikanischen Truppen die irakische Hauptstadt erobert haben. Das kann man in den amerikanischen Medien nachlesen, denn dort wird behauptet, dass Angehörige des BND, der Lach- und Schießgesellschaft aus Pullerach, wohl eine koordinierende Aufgabe hatten.
Nicht dass sie sich aktiv am Kampfgeschehen beteiligt hätten. Nein, wo denken Sie hin, da hätten sie ja gegen die offizielle Stellung der rot-grünen Bundesregierung verstoßen und dem damaligen Bundeskasper Schröder voll das Image vermasselt.
Aber als Kibitz, der den „Schiffe versenken“ spielenden Amis und ihren irakischen Kontrahenten über die Schulter schaut, durfte man schon dabei sein. Natürlich nur zur Wahrung und Sicherung deutscher Interessen im Irak.

Und jetzt stellen Sie sich mal die Situation vor.
Da saß ein amerikanischer Feuerleitoffizier ratlos vor seinem Feuerleitcomputer und wusste nicht so genau wohin er jetzt das Feuer leiten sollte. Sollte er jetzt nach A7 schießen oder war D3 besser? In der Gegend um F9 hatte er schon ein paar Fahrkarten geschossen und weitere Fehlschüsse würden sich sicher nicht vorteilhaft auf die Entwicklung seiner militärischen Karriere auswirken.
Da fiel sein ratsuchender Blick auf den Kibitz von der bundesnachrichtendienstlichen Lach- und Schießgesellschaft, der ihm mit aufmunterndem Grinsen ein Schachtel Zigaretten anbot.
Nach unbestätigten Berichten handelte es sich dabei um Zigaretten der Marke „F6 King Size Filter“.
Nun wissen wir ja aus unzähligen amerikanischen Kriegs- und Cowboyfilmen, dass der Zigarette nicht nur unter amerikanischen Männern, besonders in schwierigen ausweglosen Situationen, eine fast symbolträchtige Funktion zukommt.

Der amerikanische Leitoffizier griff also nach der angebotenen Zigarette, nahm den Wink des Schicksals an und schoss nach F6. Dass er dabei das Hauptmunitionslager des irakischen Gegners traf war nun wirklich nicht die Schuld der BND-Mitarbeiters „Reiner Zufall“, hatte aber dennoch erheblichen Einfluss auf den Ausgang der Kampfhandlungen.

Nun behauptet der pensionierte Luftmarschall Tim Garden in einem Interview mit dem Spiegel "dass die US-Streitkräfte sehr genau wussten, wo der Gegner stand".
Und die „New York Times“ behauptet ähnlich Unangenehmes über die Beteiligung des BND an den „Erfolgen“ der amerikanischen Besatzungstruppen, die auf der Suche nach „Massenvernichtungswaffen“ den Irak umpflügten.
Ich kann dazu nur sagen, dass die Iraker selber schuld sind.
Denn hätten die gewusst, dass die Koordinaten ihres Munitionsdepots auf ostdeutschen Zigarettenpackungen veröffentlich werden, dann hätten sie das sicher von F6 nach R3 verlegt.
Denn F6 ist zwar King Size, aber R3 ist super sicher und soll dazu noch Treffer verhindern.

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15.03.2006 um 05:45 Uhr

Respektable Minderheiten

„Respektable MInderheiten“ bei der Firma SAP (Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung) im badischen Walldorf wollen es jetzt endlich wissen.
Und wenn es sein muss, dann eben auch mit juristischen Mitteln, was mit demokratischen Mitteln bisher nicht gelungen ist.

Denn jetzt muss endlich ein Betriebsrat her, denn es kann nicht länger sein, dass es in einem im DAX und an der NYSE gelisteten Unternehmen keinen Betriebsrat gibt!

Auch wenn die überwiegende Mehrheit der Belegschaft (> 90%) dagegen ist und keinen Betriebsrat will, versucht nun eine „respektable Minderheit“, allen voran drei in der IG-Metall gewerkschaftlich organisierten Arbeitnehmer, dem verstockten Unternehmen und seiner unwilligen Arbeitnehmerschaft mit Hilfe des Arbeitsgerichts Mannheim die Segnungen eines Betriebsrats aufzuzwingen.
Nach § 17 Abs. 4 BetrVG genügen dazu drei wahlberechtigte Arbeitnehmer. Und sollten sich keine drei wahlberechtigten Arbeitnehmer finden lassen, kann das nach § 16 Abs. 2 BetrVG auch ganz ohne Arbeitnehmerbeteiligung durchgesetzt werden.

Wir reden hier jetzt nicht über die Augsburger Puppenkiste, wo die meisten Figuren an Fäden hängen und den Mund nur aufmachen, wenn jemand an dem entsprechenden Faden zieht und die Stimme vom unsichtbaren Marionettenspieler, vom Tonband oder einem Dritten im Hintergrund kommt.
Nein mein Freund, wir reden von dem erfolgreichsten deutschen Unternehmen der Nachkriegszeit. Von Null an die Weltspitze der Softwareunternehmen in etwas mehr als einem Vierteljahrhundert. Von Privatleuten ohne fremdes Kapital gegründet wuchs die  Zahl der Mitarbeiter von 5 im Jahr der Gründung auf mehr als 35.800 weltweit, davon circa 13.500 in Deutschland.
Und das ganz ohne Beteiligung der Gewerkschaften und ohne einen Betriebsrat.

Nun könnte man ja vermuten, dass dieses Unternehmen eines dieser bösen kapitalistischen Heuschreckenunternehmen ist, die ganze Landschaften kahl fressen, die Menschen ausbeutet und ihnen die Lebensgrundlage rauben.
Aber so ist es nicht, denn bei SAP haben Mitarbeiter einen besonders hohen Stellenwert, wobei reine Arbeitnehmer sicher die gleiche Rolle spielen, wie in jedem anderen Unternehmen auch.
SAP wurde 2005 und 2006 zum besten Arbeitgeber Deutschlands gewählt, steht auf Platz 3 der Wunschfirmenliste von Hochschulabsolventen und gehört zu den attraktivsten Arbeitgebern Deutschlands. Kein Wunder, wenn man sich einmal ansieht, was dieses Unternehmen neben interessanten Aufgaben und Gehalt für seine Mitarbeiter bei "Job & Karriere" bietet.
Besonders den Bereich „Arbeitszeit und Vergütung“ lohnt es sich näher anzusehen:
«Starre Vorschriften bremsen Kreativität und Eigeninitiative. Wir bei SAP bemühen uns daher, eine Arbeitsatmosphäre zu schaffen, die Mitarbeitern Raum lässt, individuelle Aufgaben, Projekte und Ziele zu verwirklichen.
So finden Sie bei uns keine strengen Hierarchien und vorgeschriebenen Arbeitszeitenmodelle. Gleitzeit und Stechkarten sind uns ebenso fremd wie Kern- oder Rahmenarbeitszeiten. Denn wir sind überzeugt: Flexible Arbeitszeiten und Freiräume sind die Voraussetzung, um Ihr Potenzial optimal zu nutzen und unsere Lösungen und Services besser zu machen. Im Gegenzug erwarten wir von unseren Mitarbeitern Eigenverantwortlichkeit im Umgang mit den Arbeitszeiten - ganz gleich in welcher Position oder Funktion.
Auch unser Gehaltssystem ist individuell und orientiert sich an der Leistung und den Qualifikationen eines jeden einzelnen - eine pauschale Aussage über das Einstiegsgehalt für Bewerber mit Berufserfahrung ist daher nicht möglich.
Hochschulabsolventen beginnen in der Regel mit 40.000 bis 45.000 Euro pro Jahr. Neben Barvergütung, aus Monatsgehalt, Prämien, Erfolgsbeteiligung und variablen Zusatzvergütungen, umfasst das Gehalt eine Reihe weiterer attraktiver Bestandteile.»

Und jetzt stellen Sie sich mal in diesem Unternehmen einen von der IG-Metall gesteuerten Betriebsrats und kleinkarierte Betriebsvereinbarungen zur Regelung einer Pinkelpause a la Steinkühler vor?

Eigentlich wäre die Sache um die Wahl eines Betriebsrates bei SAP mit dem eindeutigen „Nein“ der Belegschaft erledigt und die acht, aus und von der Arbeitnehmerschaft gewählten Mitglieder des Aufsichtsrats Helga Classen, Willi Burbach, Bernhard Koller, Christiane Kuntz-Mayer, Lars Lamade, Gerhard Maier, Barbara Schennerlein und Stefan Schulz könnten neben so bekannten Namen wie Dr. Erhard Schipporeit (EON), Dr. Dieter Spöri (DaimlerChrysler), Pekka Ala-Pietilä (Nokia), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. August-Wilhelm Scheer (IDS Scheer AG), Dr. h.c. Hartmut Mehdorn (Deutsche Bahn AG) und den Firmengründern Dr. h.c. Klaus Tschira und –last but not least - Prof. Dr. h.c. mult. Hasso Plattner in Ruhe ihrer Arbeit zum Wohle der Gesellschaft und ihrer Mitarbeiter nachgehen.
Aber da sei die IG-Metall vor. Denn es kann der Beste nicht in Frieden funktionieren, wenn es den Funktionären nicht gefällt, dass es so ganz ohne sie (so gut) funktioniert.

In einem Land, in dem meist noch nicht einmal „demokratische Mehrheiten“ genügen um den Willen der Wählers durchzusetzen, genügen nun „respektable Minderheiten“, die aber unabhängig von ihrer Größe mathematisch immer weniger als die Hälfte vom Ganzen bleiben werden.
Um die Städte Sodom und Gomorra vor der Zerstörung zu schützen, bedurfte es im 1. Buch Moses 18, 16-33 noch 10 Gerechter, nun bedarf es für das Gegenteil nur 3 rechter Gewerkschaftler. Es lebe der reale Fortschritt!

Diesem Fortschritt ist es auch zu verdanken, dass sich die IG-Metall für die Zwangsbeglückung der Mitarbeiter eines Softwarehauses zuständig fühlt, denn laut Zuständigkeitskatalog aus dem Jahre 1949 waren die Büromaschinen damals noch aus Metall. Davon übrig geblieben ist eigentlich nur noch das Blech, das auf der extra für SAP-Mitarbeiter eingerichteten gewerkschaftseigenen Homepage IG Metall @ SAP publiziert wird und auf der  Experten der IG Metall die Fragen der SAP-Mitarbeiter beantworten. Prädikat: „Echt lesenswert, Klassenkampf und Polemik pur“.
 
Dabei geht es hier längst nicht mehr um die Vertretung von Arbeitnehmerinteressen zum Wohle der Belegschaft und die in diesem Land so wichtige Sicherung von Arbeitsplätzen, sondern um die Einflussnahme der Gewerkschaft IG-Metall und ihrer Funktionäre auf ein erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen.
Es ist für den Leser erschreckend mit welchen Argumenten, welchen Formulierungen und welchem Demokratieverständnis dort taktiert wird. So wird die Frage, warum die IG Metall darauf besteht, dass ein Betriebsrat gewählt wird, obwohl sich 90% der SAP-Mitarbeiter gegen einen Betriebsrat entschieden haben, wie folgt beantwortet: „Die SAP Mitarbeiter haben nicht das Recht darüber abzustimmen, ob es einen Betriebsrat bei SAP gibt. Sie haben nur das Recht darüber abzustimmen, ob sie einem vorgeschlagenen Wahlvorstand zur "Durchführung der Betriebsratswahl" zustimmen. Fakt ist: Die SAP Mitarbeiter haben am Donnerstag, 2.3.2006, den vorgeschlagenen Wahlvorstand abgelehnt. Damit hat die SAP-Belegschaft ihre Chance, den Wahlvorstand selbst zu wählen, vertan.“

Juristisch ist das zwar richtig,  aber hält man die Belegschaft der SAP damit  nicht auch für zu dämlich, eine solche Chance zu erkennen und zu nutzen?
Und, die Frage muss wohl erlaubt sein, welches Interesse treibt denn dann die IG Metall, gegen den Willen der Belegschaft Betriebsratswahlen durchzusetzen?
 
Weiter heißt es auf der Internetseite der IG-Metall: „Wenn es dann im Mai 2006 eine Betriebsratswahl gibt, dann haben die SAP Mitarbeiter das demokratische Recht, sich einen Betriebsrat zu wählen, der die Belange der SAP Belegschaft so vertritt, wie die Belegschaft sich dies mehrheitlich wünscht. Wenn Sie dann wieder u.a. die jetzigen Arbeitnehmervertreter aus der ANV in den Betriebsrat wählen, dann haben Sie wieder die gleiche Lok wie vorher. Aber diese Lok fährt dann endlich auf dem richtigen Gleis und nicht mehr wie bisher auf dem Feldweg!“.

In diesem Satz kommen die eigentlichen Beweggründe der Gewerkschaftler deutlich zum Ausdruck. „Wenn Sie dann wieder u.a. die jetzigen Arbeitnehmervertreter“, bedeutet doch nichts anderes, dass man gewerkschaftsseitig versuchen wird, den einen oder anderen bisherigen Arbeitnehmervertreter auszuhebeln und durch eigene Gesinnungsgenossen zu ersetzen.
Und außerdem bringt man zum Ausdruck, dass sich die SAP in ihrer bisherigen, sehr erfolgreichen Firmengeschichte auf dem falschen Gleis (dem Feldweg) befunden hat und nun mit Gewerkschaftshilfe zum Wohle der Arbeitnehmer auf das richtige Gleis gesetzt werden muss.
Na, wenn sich da die IG-Metall mal nicht auf dem Holzweg befindet, denn das ist genauso verdreht, wie die Behauptung in dem Wahlergebnis vom 2. März eine „respektable Minderheit“ erkennen zu können.
Aber das kennen wir ja schon aus den Argumenten der politischen Parteien, wenn sie, wie aus dem Kaffeesatz, aus dem Wahlergebnis den Willen der Wähler zu deuten versuchen um ihre eigentlichen Interessen durchzusetzen.

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14.03.2006 um 05:45 Uhr

Ausschuss

Klinsmann soll vor Bundestags-Sportausschuss
Hamburg - Politiker von CDU, SPD und FDP wollen Bundestrainer Jürgen Klinsmann angesichts der Niederlage der Fußball- Nationalmannschaft gegen Italien vor den Sportausschuss des Bundestages zitieren. Der CDU-Sportexperte Norbert Barthle sagte laut "Bild", es wäre schön, wenn Klinsmann dem Sportausschuss erklären würde, wie er Weltmeister werden wolle. Der Bund sei der größte Sponsor der WM. Für die FDP-Sportexpertin Miriam Gruß geht es bei der WM um ein "nationales Anliegen".

Müntefering soll vor Bundestags-Arbeitsausschuss
Berlin – Politiker von CDU, SPD und FDP wollen Bundesarbeitsminister Müntefering angesichts der andauernden Erfolglosigkeit beim Kampf um die Deutsche Arbeitslosigkeit vor den Arbeitsausschuss des Bundestages zitieren. Der CDU-Arbeitsmarktexperte Karl-Josef Laumann sagte laut „BILD“, es wäre schön, wenn Müntefering dem Arbeitsausschuss erklären würde, wie er Deutscher Meister werden wolle. Der Bund sei der größte Sponsor der Deutschen Arbeitslosigkeit. Für den FDP-Arbeitsmarktexperten Dirk Niebel geht es bei der Deutschen Arbeitslosigkeit um ein „nationales Anliegen“.

Sie haben sicher schon bemerkt, dass eine der beiden Meldung getürkt ist.
Raten Sie mal welche!

Und bevor Sie sich jetzt als selbsternannter ehrenamtlicher Migrationsbeauftragter über die möglicherweise gegenüber ausländischen Mitbürgern diskriminierende Verwendung des Wortes „getürkt“ erregen, sollten Sie sich erst mal mit der Doppeldeutigkeit des Wortes „Ausschuss“ beschäftigen.

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13.03.2006 um 05:45 Uhr

Milliardengewinne

Milliardengewinne machen nicht nur die unter der Globalisierung leidenden Großkonzerne, nein auch die kranken Kassen streichen Milliardengewinne ein, schreibt die Financial Times Deutschland und zeigt zur visuellen Untermalung eine Medikamenten sortierende Apothekerin:
«Den Angaben zufolge lag der Überschuss im Westen bei 1,086 Mrd. Euro, im Osten bei 690 Mio. Euro. Nach den Worten von Gesundheitsministerin Schmidt hätte die gesetzliche Krankenversicherung ohne die stark gestiegenen Ausgaben für Arzneimittel sogar "einen ähnlich hohen Überschuss wie 2004 erzielen können, als das positive Finanzergebnis bei rund 4 Mrd. Euro lag"

Nun muss man sich als Beitragszahler nicht nur freuen, sondern sollte sich auch fragen wo denn der Überschuss hergekommen ist. Ein Blick auf den eigenen Lohnzettel und auf die privaten Zuzahlungen zu den Medikamenten bringt hier sicher rasch Licht ins ungewisse Dunkel. Dunkel kann sich der eine oder andere Versicherte vielleicht auch noch an die Zeit vor der Einführung der Praxisgebühr erinnern.
Herr und Frau Zwangsversicherte liegen sicher nicht gänzlich falsch, wenn sie davon ausgehen, dass die Milliardengewinne zum überwiegenden Teil wohl aus dem Geldbeute der ausgebeutelten Beitragszahler stammen.
Dass dieses Spielchen munter weitergehen wird, kann man nun den Äußerungen unserer Gesundheitsulla entnehmen, denn sie wies darauf hin, «dass der Bundeszuschuss an die gesetzliche Krankenversicherung 2007 auf 1,5 Mrd. Euro verringert und ab 2008 ganz gestrichen werden soll. Zudem führe die Anhebung der Mehrwertsteuer ab 2007 zu Mehrausgaben von rund 800 Mio. Euro. Diese Belastungen müssten ab 2007 kompensiert werden.»

Nun ist „kompensiert“ eine wirklich schöne Umschreibung für einen weiteren Griff in die Taschen der Beitragszahler, steht doch der Begriff „Kompensation“ im allgemeinen für den Ausgleich eines Zustands durch Drittmittel.
In der Medizin erfolgt dies meist durch die Mobilisierung funktioneller Reserven oder durch die Steigerung der Tätigkeit anderer Funktionspartner“, weiß Wikipedia zu berichten.

Nun stellen wir uns doch einfach mal vor, welche funktionellen Reserven im deutschen Gesundheitswesen noch mobilisiert und welche Tätigkeiten anderer Funktionspartner noch gesteigert werden können.
Nachdem im letzten Jahr die Pharmakonzerne und ihre Erfüllungsgehilfen bereits ihren Beitrag zu Gesundung des kranken Gesundheitswesen geleistet und ihre Einnahmen um gut 16% gesteigert haben, sind dieses Jahr wohl die Ärzte und die Kassenärztlichen Vereinigungen an der Reihe, denn die kranken Kassen habe ja auch schon ihren Anteil geleistet und die Ausgaben entsprechend gesteigert.

Es sei daher dringend notwendig, meint die Gesundheitsulla, dass für die Zeit ab 2007 eine Finanzreform auf den Weg gebracht wird, auch wenn die bisherigen Finanzreformen sich irgendwo im Nirwana verlaufen haben und ihr Ziel nie erreichten, denn schließlich ist doch der Weg das Ziel. Nicht das Ankommen ist wichtig, dabei sein ist doch alles.
Deshalb will unsere, an chronischer Dyskalkulie leidende Gesundheitsministerin, den Spitzen der Koalition aus CDU/CSU und SPD bis Ende März 2006 einen Lösungsvorschlag vorlegen.

Und jetzt raten SIE mal, wie der wohl aussehen wird.

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10.03.2006 um 05:45 Uhr

Schimpansenmanager

Um feststellen zu können, dass der Mensch vom Affen abstammt, muss man nicht unbedingt 20 Semester evolutionäre Anthropologie studiert haben. Ein Nachmittag im Cafe, eine Autofahrt durch die Innenstadt zur Rush-Hour oder eine Stunde Wartezeit am Bahnhof oder der Bushaltestelle reichen dazu vollkommen. Ganz besondere, naturbelassene Exemplare findet man zum Beispiel in Tanzlokalen, Discos und öffentlichen Schwimmbädern.
Man muss es wirklich gesehen haben, wer sich da alles zum Affen macht.  

Wissenschaftler haben jetzt in zwei voneinander unabhängigen Studien festgestellt, dass in Affen sogar Manager-Fähigkeiten schlummern. Wer jemals an der Hauptversammlung einer Aktiengesellschaft, einer Pressekonferenz oder einem Managementmeeting teilnehmen konnte weiß, dass umgekehrt auch ein Schuh draus wird.
Die Forscher vom Leipziger Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie haben das Verhalten von Schimpansen in den Bereichen Produktivität und Effizienz untersucht.
"Wir fanden heraus, dass Schimpansen besonders effektive Helfer bevorzugen", schreiben die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachblatts "Science" und „es gebe immer noch keine Hinweise dafür, dass Schimpansen sich über gemeinsame Ziele austauschen.

Eine andere Forschergruppe des Leipziger Instituts hatte bereits Ergebnisse veröffentlicht, wonach Schimpansen zumindest beim Futter nur an sich selbst denken. Das heißt, die Tiere zeigten keinerlei Interesse einem Artgenossen einen Vorteil zu verschaffen, sondern waren überwiegend „eigennützig“.
Auch eine Studie im Fachblatt "Nature" im November 2005 kam zu dem Ergebnis, dass Schimpansen das Wohlergehen ihrer Artgenossen herzlich egal ist.
Da das Erbgut von Schimpansen und Menschen zu 99% übereinstimmt, erwarten sich die Forscher von ihren Studien neue Erkenntnisse über die menschliche Evolution.

Also mal ganz ehrlich, statt langwieriger Studien um Schimpansen beim Hantieren mit Bauklötzchen zu beobachten, hätte man die gleichen Erkenntnis über intelligentes Versagen auch in kürzerer Zeit aus den Geschichten im Manager-Magazin oder einem guten Buch gewinnen können.

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09.03.2006 um 05:45 Uhr

Raumschiff Entenscheiss

An die alten Serien von Raumschiff Enterprise sieht man sich erinnert, wenn man dieser Tage die Berichte von der Vogelkadaversuche auf Rügen sieht und dabei, wie ich, auf die Idee kommt einfach mal die Farbe des Bildes bis zum puren Schwarz-Weiß herunter zu zappen.

Da tapsen Gruppen von mit Mund- und Augenschutz maskierten unförmige Figuren in weißen Raumanzüge über die Oberfläche eines unwirtlichen Planeten, scheinen ihn mit Ferngläsern zu erforschen und weisen sich gegenseitig den Weg.



Was aussieht wie Invasoren von einer weit entfernten Galaxie, die sich gegen den eisigen Wind stemmen und auf nach der Suche nach wertvollen Mineralien und unbekannten Lebewesen den Planeten umpflügen, ist laut eindringlich vorgetragenem Kommentar der Moderatoren der Kampf mutiger Männer gegen einen bösen Feind, der widerrechtlich in das Hoheitsgebiet der Republik eingedrungen ist.

Haltet doch die Luft an und den Wind auf“ möchte man rufen, verstummt aber dann doch angesichts der mitfernsehenden Familienmitglieder, die gebannt auf den Bildschirm starren.
Statt dessen genügt mir, wie einst dem Halbvulkanier Commander Spock vom Raumschiff Enterprise ein leises gemurmeltes „Scotty, beam me up, there is no intelligent life on this planet“.

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08.03.2006 um 05:45 Uhr

Dreimonatskolik

Na, haben Sie auch schon selbst gemerkelt oder mussten Sie es erst aus den Medien erfahren?
Diese Republik hat nun schon 100 Tage im Zeichen des geblähten Merkelismus ertragen und Teile des Volkes winden sich unter den radikalen Veränderungen zur Gesundung unserer Wirtschaft, während sich ein Teil der Wirtschaft unter den Veränderungen des Volkes gesund räkelt.

Doch wir wollen nicht jammern, denn was sind schon 100 Tage in der Geschichte unseres Planeten.
Ein Nichts!
Ein absolutes Nichts!
100 Tage sind noch nicht einmal ein Furz in den fortwährenden Blähungen unseres noch so jungen wiedervereinigten Staates.
Also was erwarten Sie von einem Furz, auch wenn die Backen denen er entweicht anders aussehen, als der Arsch, der in den letzten sieben Jahren den Ton angab und für die schlechte Luft in diesem Land sorgte.
 
Bei Wikipedia kann man übrigens nachlesen, dass Männer und Frauen beim Verdauungsvorgang die gleiche Menge Gas ausbilden.
Lediglich das Geräusch, das meist mit dem Flatus einhergeht, verändert sich mit der Art des Resonanzkörpers, der Spannung und Form des Schließmuskels und der Geschwindigkeit, mit der der Darmwind ausgestoßen wird.
Also wenn Sie so wollen, dann kann man rückblickend durchaus sagen, das sich Ton und Ausdruckweise der Hirn- und Darmblähungen in den letzten 100 Tagen verändert haben.
Doch die Resultate der „falschen Freunde“ sind die gleichen geblieben und führen am Ende der Peristaltik zum gewohnten Gefühl von Dringlichkeit und Unwohlsein.
Eine wirkliche Erleichterung bringt wohl nur der Abtritt.

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07.03.2006 um 05:45 Uhr

Turin

Nicht alles war hold,
im Kampf um Bronze, Silber und Gold,
nein es floss auch viel Urin
in und um Turin.

Ich weiß nicht wie es Ihnen geht, aber ich kann für die nächsten Monate keinen Schnee und kein Eis mehr sehen.
Und auch keine Skifahrer mit Gewehren auf dem Rücken.
Und keine Schanzenhüpfer mit gespreizten Beinen.
Und keine windschlüpfrigen Athleten in Latexanzügen.
Und keine olympischen Ringe mehr, weder auf den Fahnen noch unter den Augen.
Und Nationalhymnen zu tränenverzerrten Gesichtern mit zuckenden Mundwinkeln kann ich auch keine mehr hören.
Und das Jammern der unwissentlich gegen ihren Willen gedopten Athleten auch nicht.
 
„Gott sei Dank“ ist es endlich vorbei.
Turin „Good Bye“.
Oder heißt das dort „Arrivederci“?

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06.03.2006 um 05:45 Uhr

Never Ending Story

Können Sie sich noch an Effe erinnern? Ja der Fußballer, den die Fans für seine sportlichen Leistungen mit lautstarken Pfiffen bedachten und der darauf hin vor laufenden Kameras der Nation den erigierten Mittelfinger ins sportliche Gemüt rammte.
Genau den meine ich.
Für die angebliche Beleidigung eines Polizisten, an dessen Trommelfell das von Effe gesprochene „nen schönen Abend noch“ als „schönes Arschloch“ ankam, wurde Effe zu 90.000 Euro Geldstrafe verurteilt. Ich hatte darüber berichtet :-)

Nun wurde die damals verhängte Strafe auf 10.000 Euro reduziert, denn Effe hatte seine Einkommensverhältnisse offen gelegt und das Gericht war wohl zu dem Schluss gekommen, dass Effe bei einem Vermögen von 6,1 Millionen Euro und einem daraus errechneten Jahreseinkommen von 183.000 Euro eigentlich eine arme Sau ist. Zumal gegen seine Ehefrau Claudia noch ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft wegen uneidlicher Falschaussage läuft, weil sie vor Gericht die Sprachversion ihres Göttergatten unterstützt hatte.
Auch darüber hatte ich berichtet.

So weit, so gut, und die Sache könnte erledigt sein. Doch nun wurde mir aus einer Veröffentlichung bei 123recht.net bekannt, dass die Angelegenheit anscheinend noch ein weiteres juristisches Nachspiel haben wird, denn der Polizist, der mit seinem schlechten Gehör den Fall ausgelöst hatte, hat erneut Strafanzeige erstattet. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft weiter, denn Effe soll in einem Interview mit der BILD-Zeitung über den Polizeibeamten gesagt haben: „Ich weiß nicht, ob er keinen Sex mehr hat, oder welchen sonstigen Frust er schiebt."
Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob diese Äußerung so gemacht wurde und der Strafantrag fristgerecht gestellt worden ist

Also einen guten Rat meinerseits, um solchen langwierigen juristischen Schwierigkeiten bei der nächsten Polizeikontrolle aus dem Weg zu gehen: „Steigen Sie aus dem Wagen, umarmen Sie den Polizisten und küssen ihn auf die Stirn. Erklären Sie ihm nachhaltig Ihr Mitgefühl für seine missliche Lage als Polizeibeamter, in die ihn sicher seine schulische Leistungen gebracht haben und erkundigen Sie sich ausdrücklich und einfühlsam nach seinen Hobby’s und -last but not least- seinem Sexualleben“.

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