
Passend zum Zeitgeist und der von den Medien gepflegten
„Aufregungsdemokratie“ über zunehmenden Rechtsradikalismus hat sich ein
alter Bekannter aus dem Informationsuntergrund ins Licht der Medien
gegraben:

„
Der Maulwurf Dennis Grabowski ist wieder da und hält sein Schäufelchen mit brauner Erde in den günstig stehenden Wind!“.
Unter dem informationsträchtigen Aufmacher „Wirtschaftsinitiative beklagt mangelnde Bekämpfung von Rechtsextremismus im Internet
bietet ihm nicht nur
Heise-Online am 28.04.2006 eine Möglichkeit sein Gesabber unters Volk zu bringen. Auch bei
open-PR, bei
JuraForum, bei der
Links Zeitung, bei
pressrelations.de, bei
News4press.com
und verschiedenen Tickerdiensten sowie RSS-Feeds taucht die von der
„
Wirtschaftsinitiative ‚no abuse in internet (naiin)" in den Medien
platzierte Meldung auf:
«Die Initiative, die sich generell
die Bekämpfung von Internet-Kriminalität auf die Fahnen geschrieben
hat, warnt davor, das Web bei der gegenwärtigen Debatte um
Lösungsansätze außer Acht zu lassen. Das Medium sei nach wie vor fest
in die Aktivitäten der rechtsextremen Szene eingebunden. Auch andere
extremistische Positionen missbrauchten das weltweite Datennetz für
ihre Zwecke. Die Intensität der Internet-Nutzung in den extremistischen
Lagern habe dabei in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen,
erklärt naiin-Geschäftsführer Dennis Grabowski. Neue Dienste und
Errungenschaften im Netz würden sowohl von Rechts- und Linksextremisten
als auch von Islamisten sofort in deren Aktivitäten einbezogen. Der
Bundesregierung wirft die Vereinigung, der Unternehmen wie VeriSign,
Strato, 1&1 oder auch der Bundeswehrverband angehören, vor, sich
bei der Bekämpfung von Internet-Kriminalität bisher nicht mit Ruhm
bekleckert zu haben. „Betrachtet man den politischen Stellenwert der
Bekämpfung von Cyber Crime in anderen Ländern, ist es schon äußerst
beschämend, wie wenig Akzente die deutsche Politik in dem Bereich
setzt", beklagt Grabowski.»
Naiin, wird sich jetzt mancher sagen, das ist ja furchtbar!
Gut, dass der Herr Grabowski das jetzt in die Medien bringt.
Gleichzeitig wirft sich natürlich auch die Frage auf warum er das
macht. Sicher weil er als Geschäftsführer bei der
Selbsthilfe-Organisation „naiin“ über die
erfolgreiche Arbeit des im Vereinsregister von Berlin-Charlottenburg
eingetragenen gemeinnützigen Vereins berichtet.
Beim Besuch der Webseiten des Vereins „naiin“ stechen allerdings einige Merkwürdigkeiten ins Auge des Lesers:
- der Geschäftsführer Grabowski moderiert auch das Forum dieses Vereins
- Das Forum ist mäßig frequentiert, die meisten der wenigen Postings stammen aus 2005 und früher
- die Anschrift des Vereins ist deckungsgleich mit der Strato AG
Diese Erkennnisse machen natürlich neugierig und binnen Minuten ist
mittels Google festgestellt, dass der Herr Dennis Grabowski eine nicht
unbekannte Größe im Geschäft mit den Ängsten und Nöten im virtuellen
Raum ist, denn Grabowski fungiert beim naiin-Verein nicht nur als
Geschäftsführer, sondern auch noch als stellvertretender Vorsitzender,
Hotline-Manager, Administrator und Leiter der Internetmeldestelle
„
Netwatch“.
Netwatch ist eine Art Denunziantenstelle, bei der Internetnutzer Webseiten mit möglicherweise
rechtswidrigen oder rechtlich bedenklichen Inhalten wie:
- Rechtsextremismus
- Linksextremismus
- Kinderpornographie
- Ausländerfeindlichkeit
- Sodomie
- Auktionsbetrug
an den Verein „naiin“ und dessen Geschäftsführer Grabowski melden können.
Gegründet
wurde dieser Selbsthilfe-Bürgerwehrverein wohl in Herbst 2000 auf
Initiative der STRATO AG. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten
Unternehmen der IT-Branche: 1 & 1 Internet AG, DENIC eG (zentrale
Registrierungsstelle für .de-Domains), Content Technologies und
die INTERNET AG. Weitere Gründungsmitglieder sind: Dr. Andreas
Nachama, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Cem Özdemir,
MdB Bündnis 90/Die Grünen und die Deutsche Polizeigewerkschaft Berlin.
Schirmherr von NAIIN ist Prof. Dr. Helmut Thoma, medienpolitischer
Berater des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten und früherer
RTL-Chef. Zum 1. Vorsitzenden des Vereins wurde
STRATO-Vorstandsmitglied Arthur Wetzel gewählt.
Warum sich diese durchaus angesehenen Institutionen und Personen
ausgerechnet mit Dennis Grabowski als Geschäftsführer und 2.
Vorsitzenden eingelassen haben, wird wohl für immer das unergründliche
Geheimnis der Gründer bleiben.
Denn Dennis Grabowski ist in der Internetszene kein unbeschriebenes
Blatt. In seinem Vorleben betreute er die zwischenzeitlich vom Netz
genommene Webseite www.bufog.de der „Berliner UFO Gesellschaft“ und
zeichnet für die Inhalte der auf seinen Namen bei der DENIC
registrierten Domain, "www.Zusammengegenrechts.de" dem Webangebot der
Initiative
„Zusammen gegen Rechts im Internet“; (ZgR) verantwortlich.
«Unter dem Motto „Zusammen gegen Rechtsextremismus“; soll durch
Aufklärung und Information der Rechtsextremismus im Internet bekämpft
und demokratische Werte im weltweiten Netz verteidigt werden. Zugleich
bietet die Website über eine Hotline die Gelegenheit rechtsextreme
Internet-Inhalte zu beanstanden.»
Mit Meta-Content wie:
Rechtsextremismus, Rechtsradikalismus, rechtsextrem,
rechtsextremistisch, Demokratie, Bundesrepublik Deutschland, BRD,
Nationalsozialismus, Nazi, Neonazi, Skin, Skinhead, Faschismus,
Internet, WWW, Web, Newsgroup, Antisemitismus, Verfassung,
Meinungsfreiheit, Nachrichten, News, Artikel, History, Geschichte,
right-wing extremism, Symbole, Nationalistisch, demokratisch,
democracy, federal republic of germany, Hitler, Kameradschaft,
Germania, Hakenkreuz, Rune, Runen, Odin“ werden zwar die Robots
befriedigt, aber Sie brauchen bei
Zusammengegenrechts.de nicht nachzusehen, denn die Site besteht
lediglich aus einer Begrüßungssite, da das Web-Angebot „zur Zeit
überarbeitet werde“.
Vor diesem Hintergrund drängt sich -zumindest mir-, die Frage auf, um
welches Sammelsurium von Eigeninteressen es sich bei dem Gebilde
"„nainn e.V“ eigentlich handelte und ob von den einst hehren Ansätzen
nur noch das Beschicken der Medien mit „im Trend der Zeit“ liegenden
Pressemeldungen verblieben ist, denn einen Beweis für seine Tätigkeit
bzw. den Erfolg seiner Arbeit (außer seinen eigenen Erfolgsmeldungen)
hat dieser Verein bis heute nicht erbracht.
Das könnte sich spätestens dann ändern, wenn es den Gründern gelingen
sollte, mit Geldern aus öffentlichen Kassen im Kampf gegen die
„ausufernde Verbreitung von rechtsradikalem Gedankengut“ im Internet
unterstützt zu werden. Ein Blick in die Liste der Gründungsmitglieder
lässt zumindest da noch hoffen.
Gefragt habe ich mich aber, rein interessehalber, wie es dem Dennis
Grabowski immer wieder gelingt seine „Erfolgsmeldungen“ in die
Mainstreampresse einzuspeisen.
Eine Telefonnummer unter einer dieser Pressemeldungen hat mich auf die
richtige Spur gebracht und bei „
Release Network – Dem PR Netzwerk“ bin ich dann fündig geworden:
«Jedermann, der sich Gehör verschaffen, auf aktuelle Entwicklungen,
Dienstleistungen, Produkte o.ä. aufmerksam machen möchte, steht unser
Netzwerk offen. Ganz gleich ob Parteien, Unternehmen, Sportvereine,
Initiativen, Universitäten, Forschungseinrichtungen, Websitebetreiber
o.a., unsere Plattform steht für Erfolg in der Medien-Welt. Nutzen Sie
das doch auch» stand da auf der Seite.
Und von da, bis zum Klick auf das
Impressum dieses PR-Netzwerkes, hat es
nur noch Sekunden gedauert um den Kick des finalen AHA-Effekts zu
erzeugen.
Denn Verantwortlicher im Sinne des Presserechts (
V.i.S.d.P.) beim PR Netzwerk und Geschäftsführer beim Betreiber, der DG Interactive & Consult (DGIC) ist – na wer wohl?
Genau, es ist der gleiche Dennis Grabowski , der auch als
Maulwurf den rechtsextremistischen
Kräften im Internet die Grube gräbt.
Naiin, was für ein Zufall!
Ist es nicht schön, dass jemand in den Medien über den Erfolg seiner eigenen Arbeit philosophieren und berichten kann.
Aber können Sie mir erklären, warum die Deutsche Polizeigewerkschaft
Berlin ihren Namen für ein solches Possenspiel missbrauchen lässt.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten