Machopan - Rauchzeichen

30.06.2006 um 05:45 Uhr

Bombenstimmung

Die Lage der Republik und die Stimmung ihrer Bürger ist bombig!
Das meint diesmal nicht das Statistische Bundesamt oder die Bundesagentur für nicht vorhandene Arbeit, sondern die monatliche Statistik meines Weblogs.
 
Danach surfen vermehrt Individuen durch das World-Wide-Web und googeln nach Begriffen wie: „bomben bauanleitung, bauanleitung bombe, wie baut man eine bombe, bombe bauanleitung, bauanleitung für bomben, rohrbomben bauanleitung, bauanleitung bomben“ und wenn man selbst mal nach diesen Begriffen googelt, dann wird man rasch fündig.

An erster Stelle der Suchstatistik steht übrigens „ein loch ist im eimer“.
Aber ob da ein kausaler Zusammenhang mit der statistisch nachgewiesenen Aufschlauung breiter Bevölkerungsteile über Bombenbau bestehen könnte, muss sicher erst noch durch wissenschaftliche Studien über die „Auswirkungen existenzbedrohender wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen auf das Aggressionsverhalten des Homo sociologicus analysiert werden.

Wobei in vereinfachten Denkmodellen durchaus die Sprengung des Eimers eine gangbare Möglichkeit wäre um das andauernde Problem mit dem Loch zu beseitigen.
Bringen Sie doch einfach mal Ihre Sicht der Dinge über die „Auswirkungen existenzbedrohender wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen auf das Aggressionsverhalten des Homo sociologicus“ zu Papier und schicken es an Ihren Bummdestagsabgeordneten.

Wenn Sie allerdings als eigentlich unpolitischer Mensch den Kontakt zu Behörden und gewählten Volkstretern (immer diese Schreibfehler!) als eher unangenehm empfinden und deren Hausbesuche vermeiden wollen, dann können Sie auch nur Buchstaben aus der Zeitung ausschneiden und auf ein Stück Klopapier kleben.
Wichtig ist nur, dass Sie das Schreiben mit dem Vermerk „Persönlich/Vertraulich“ an den von Ihnen gewählten Bummdestagsabgeordneten schicken oder gleich direkt an die Bummdeskanzlerin im Bummdeskanzleramt.
Das Schreiben mit der Aufschrift „Werbumm“ oder „Wer bumm?“zu versehen, hat sich allerdings als nicht sehr zweckdienlich erwiesen und ich kann nur davon abraten.

Besonders beliebt bei den Empfängern sind jedoch humoristische Texte und Kalauer wie „Bumm, ich finde dich bombig“, „Danke für die bombige Reform“ oder „Bombenstimmung dank ALG II“.
Zum Zeichen Ihrer persönlichen Anteilnahme am Würgen Ihres Bummdestagsabgeordneten können Sie auch Liedtexte wie „Sechs Bomb, sechs Bomb, you’r a sechs Bomb“ oder „O grand malheur, Madam. Bum buddi bum buddi bum buddi bum buddi bum buddi bum buddi bu bu bum“ schicken.

Total out sind dagegen Hinweise auf die Aktivitäten der RAF und der IRA oder gar die Übermittlung von Zeitungsausschnitten über die täglich stattfindende Befriedung des Irak, da sich diese in krassem Widerspruch zu den Verlautbarungen des wichtigsten Nato-Partner befinden und allgemein als übelstes Machwerk des politischen Gegners abgetan werden.

Da es in unserer Republik sowieso nicht mehr viel zu Lachen gibt und rein mathematisch gesehen „Kraft durch Freude“ bei einem nachhaltig auf Null stehenden Freudefaktor zu einem undefinierten Ergebnis oder einem Laufzeitfehler führt. (Spezieller Dank an mitdenker für diese Anregung) ist Galgenhumor zur unverzichtbaren Volksdroge geworden um in der unerträgliche Seichtigkeit unserer wirtschaftlichen und politischen Elite überleben zu können.
 
Besonderen Eindruck auf unsere Bummdestagsabgeordneten dürfte es allerdings machen, wenn all die mit ALGII vollgekifften Menschen, die sowieso den ganzen Tag nix zu tun haben und nicht mehr zur Arbeit müssen mal nach Berlin kommen und dort vor dem Bummdestag, der jetzt im Reichstag tagt, ein Gedicht vortragen:
Macht es ein mal „Bumm“ fällt der Eimer um,
macht es zwei mal „Bumm“ fliegt der Eimer rum,
macht es noch mal „Bumm“ fliegen nur noch Fetzen rum,
macht es öfter „Bumm“ dann fällt auch noch der Reichstag um.
Und die Moral von der Geschicht – vereimert uns nur nicht!

Vor und im Reichstag herrscht jetzt übrigens strengstes Rauchverbot.
Nicht wegen der Volksgesundheit oder weil damit die von dort kommende schlechte Luft besser wird. Nein, das Rauchverbot ist nach dem Flugverbot eine reine Vorsichtsmaßnahme.
Damit niemand behaupten kann es wäre ihm aus Versehen ein brennendes Streichholz aus der Tasche gefallen als er sich eine selbstgedrehte Machorka anzünden wollte.

O grand malheur, Madam Angie.
Bum buddi bum buddi bum buddi bum buddi bum buddi bum buddi bu bu bum.

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29.06.2006 um 05:45 Uhr

Ehegattensplitting

Es ist doch immer wieder das gleiche Spiel und immer wieder fallen die Leute darauf herein.
Diesmal war es Urmelchen Pofalla, eine der Marionetten aus der Merkelschen Puppenkiste, der sich vor laufender Kamera zum „Ehegattensplitting“ äußerte und lispelnd die Änderung in ein „Familiensplitting“ anregte.
Prompt setzte quer durch die Republik und durch alle politischen Lager eine Diskussion ein, die natürlich wieder mal heftigst an der Sache und am eigentlichen Problem vorbei geht.
Dabei sind in den letzten Jahrzehnten bereits alle Argumente ausgetauscht und zwischen den Parteien zerrissen worden, denn die Diskussion um das Ehegattensplitting ist so alt wie die Republik selbst.

Warum wohl hat Urmelchen Pofalla dieses Thema nun erneut zur Sprache gebracht?
Sicher nicht, weil die Koalitionsparteien nun endlich mehr steuerliche und soziale Gerechtigkeit wollen. Das erreicht man nicht durch einzelne Maßnahmen, sondern nur durch ein ausgewogenes Konzept, das Schritt für Schritt umgesetzt wird.
Haben Sie von unserer Regierung schon mal ein solches Konzept zur sozialverträglichen Lastenverteilung und Umgestaltung der Republik gesehen?
Na also!
Kommen Sie mir jetzt nur nicht mit dem Koalitionsvertrag. Dieses Schmuddelpapier der Parteien ist nichts anderes als eine Absichtserklärung zur Beraubung des Steuerzahlers und mit dem Prädikat „Extremst sittenwidrig“ noch äußerst wohlwollend umschrieben.

In die gleiche Kategorie ist die vom Zaun gebrochene Diskussion um das „Ehegattensplitting“ einzustufen, denn es geht wieder mal nur um die Verteilung monetärer Werte.
Dazu nimmt man den „Ehegatten“ etwas weg um es dann, natürlich abzüglich eines gewissen Verteilungsverlustes, auf die „Familie“ zu verteilen.
Laut einer Studie des DIW entgehen dem Fiskus durch das bisherige Splitting jährlich rund 22 Milliarden Euro an Steuereinnahmen. Es wird gemunkelt, dass es so um die 2,5 Milliarden Euro sein sollen, die nach der Neuverteilung für die unter chronischem Geldmangel leidenden Verteiler übrigbleiben werden.

Dabei könnte man sich die ganze Diskussion um „Für und Wider“ des „Steuersplittings“ sparen, denn nichts spricht dagegen beide Varianten gleichzeitig und nebeneinander zu haben.
Warum nicht Förderung von Ehe und Familie als Grundelemente einer modernen Gesellschaft?
Mit etwas gutem Willen und etwas Druck auf die Kirchen, für die der Staat kostenlos das Inkasso der Kirchensteuer durchführt, könnte man außer der Ehe auch noch andere auf Nachhaltigkeit ausgerichtet Partnerschaften einschließen, die bereit sind sich eheähnlichen Vertragsbedingungen zu unterwerfen.
Derartige Verbindung aus mehreren Individuen nennen wir dann „Bedarfsgemeinschaft“ und behandeln alle BG unabhängig vom Einkommen so wie es im SGB II vorgesehen ist, damit alle Bürger die volle Packung aller gesellschaftlichen Reformen in gleicher Weise genießen können.
Dann packen wir noch eine Steuerflatrate von 30% dazu und runden das Ganze mit einem steuerfreien Existenzminimum von 10.000 Euro pro Fiskaljahr und Individuum ab.
Und den ganzen Rest der Steuergesetzgebung für „natürliche Personen“ mitsamt Kindergeld und der neuen ab 1.1. 2007 geltenden Natursprungprämie treten wir in den Mülleimer der Geschichte.

Das wäre doch sicher eine akzeptable Lösung im Sinne aller Verdiener.

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28.06.2006 um 05:45 Uhr

Ottfried der Fischer

Der bullige Otter-Stotter Otti von Tölz war fremdficken, ähhhh fremdfischen und die ganze Nation nimmt dank den offenen Worten der Beteiligten und der Berichterstattung in den Medien an dem „Lustspiel“ teil.  
Da haben wir in der Hauptrolle natürlich Otti, den spätreuigen Fremdficker mit der ausgekugelten Schulter, die er sich als Folge eines seitlichen Sprungs über die Leitplanke einer Autobahn zugezogen hat.  
Dann ist da natürlich sein Gegenpart, Ottis gehörnte (Noch-)Ehefrau Renate, die den seitlichen Sprung ihres Gatten über die Leitplanke und auf die Nebenbuhlerin ganz cool mit dem Satz: „Wenn’s dem Esel zu wohl wird, dann geht er aufs Eis“ kommentierte.

Und last but not least ist da ja noch die blonde Michaela, das Gschpusi aus der Wiener Eden Bar im I. Bezirk, laut eigener Homepage Wiens exklusivster Treff der High Society, wo der Otti gern zu Gaste war, wenn er sich wie andere Gäste auch, in ausgezeichnetem Ambiente, mit Diskretion gegenüber jedermann, zum Entspannen ohne störende Nebeneinflüsse, den schönen Dingen des Lebens widmen wollte.
(So haben andere Gäste die Eden Bar bei www.toptipplokale.at beschrieben.)

Die Geschichte selbst ist einfach und hängt ursächlich mit der Entwicklung des männlichen Menschen und seinen tierischen Instinkten zusammen, die ab einem bestimmten Alter, zeitgleich mit einer Deaktivierung des Verstandes, ein letztes Mal reaktiviert werden.
Experten nennen diese, durch hormonelle Missfunktionen ausgelöste Phase des männlichen Seins die „Midlife Crisis“, raten aber gleichzeitig davon ab aus dieser Bezeichnung auf das zu erwartende Lebensalter der betroffenen Person hochzurechnen.
 
Warum der Otti fand, dass er im zarten Alter von 52 Jahren mit dem Rüssel noch mal die Sau rauslassen sollte, wird wohl sein Geheimnis bleiben, bis die BILD dieses (exklusiv) lüftet.
Solange niemand etwas von der Brunftspur des Bullen ins Wiener „Milieu“ ahnte oder gar wusste, war ja die Welt zwischen Gauting bei München und dem frivolen Wien auch noch  in Ordnung und die Medien hatten Besseres zu schreiben.

Nun ist der Otti, dessen Kopf (zumindest visuell) direkt in den Oberkörper überzugehen scheint,  sicher nicht ein BILD von einem Mann und so manche Mitbürgerin würde sich nur durch gutes Zureden und nach vielen, vielen Jahren des Entzugs auf einer einsamen Insel von dem bayerischen „Meat Loaf“ erhaschen und vernaschen lassen.
Denn wer legt sich schon gern freiwillig unter einen paarungswilden 150-Kilo-Bullen?
Vor allem wenn dessen feine Motorik auch noch durch den verkehrsbedingten Sturz über die Leitplanke einer Autobahn gelitten hat. Otti brachte der Sturz nicht nur eine (schwere?) Verletzung der Schulter ein, sondern auch noch eine Ablichtung im (hinten offenen?) Flügelhemdchen in der BILD-Zeitung.

Der Sueddeutschen Zeitung erklärte „der Bulle von Tölz“ er hoffe nach dem Beischlaf mit der Nicht-Mehr-Gespielin Michaela aus der Wiener Eden-Bar nun auf den göttlichen Beistand für die Versöhnung mit seiner Noch-Gattin Renate aus dem bayrischen Gauting.
Er (Otti) stehe sonst vor dem „absoluten Nichts“, was man sich als sein Gegenüber nun überhaupt nicht vorstellen kann.

Also wenn ich ein Drehbuch zu schreiben hätte, dann sicher nicht so eine Beziehungskiste mit der schon der gute alte Willy Millowitsch die Gäste seines Theaters zum Brüllen und zum Röhren brachte.
So fällt mir nur ein Liedtext von Nickerbocker und Biene ein,  der es in den Achtziger Jahren mal in die Charts geschafft hat:

I wü nur zruck zu dir,
i wü nur zruck zu dir,
kannst du mir no amoil verzeihn
i hab vü, vü zu bereun
mir is kloar, i war a Noarr
i wü nur zruck zu dir
mehr ..

Ich hab den Song noch irgendwo auf einer alten Schelllackplatte und würde ihn dem Ottfried sogar zum Üben zur Verfügung stellen.
Wenn ich mir das so vorstelle, der Bulle von Tölz mit einer Gitarre in der Hand und einer Rose hinter dem Ohr unter dem Balkon vor seinem Wohnhaus in Gauting:
Hallo Renate – i wü nur zruck zu dir ...

Für so ein BILD von „Johnny Cash“ Fischer würden sich doch sicher die Medien cash erkenntlich zeigen.

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27.06.2006 um 05:45 Uhr

Gotteslästerung

Was lob ich mir doch die guten alten Tageszeitungen!.
Auch wenn man sich beim Lesen die Finger mit Druckerschwärze beschmutzte, konnte man(n) doch die in handliche Stücke gerissenen Teile zum Säubern des Anus nach dem morgendlichen Stuhlgang verwenden.
Mit den hochglänzenden und vollelektronischen Medienprodukten gelingt das leider nicht mehr, auch wenn es das einzelne Individuum schon beim Lesen der morgendlichen Schlagzeile danach verlangt.

Stoiber will Gotteslästerung härter bestrafen“ schreibt die Netzeitung
und mir knallt ein spontanes „Herr Gott Sakrament“ durchs Hirn.
Ist das jetzt das Ergebnis von übermäßigem Alkoholgenuss oder von einem Hitzschlag im medialen Sommerloch?
Wohl eher beides!
«Es darf nicht alles mit Füßen getreten werden, was anderen heilig ist", sagte Stoiber der "Bild"-Zeitung. Der bisherige Paragraph 166 des Strafgesetzbuches sei "völlig stumpf und wirkungslos, weil er eine Bestrafung nur dann vorsieht, wenn der öffentliche Frieden gefährdet ist und Aufruhr droht

Ausgerechnet jetzt, während in der BRddr die Fußballweltmeisterschaft der FIFA den wirtschaftlichen Aufschwung übt und die Götter der Schweinsblase über den heiligen Rasen stolpern, die Massen dem Götzen Fußball huldigen und die „Hand Gottes“ im Lande weilt, ausgerechnet dann fällt dem Stoiber so etwas ein.

Oder sollte der Engel Aloisius zwecks Überbringung der göttlichen Erleuchtung endlich die Bayrische Staatskanzlei gefunden haben?
Oder ist dem Herr Stoiber diese Erleuchtung vom Himmel direkt auf den Kopf gefallen? Möglichweise begünstigt durch die derzeitige mediale Hochwetterlage, da die Welt nach München schaute, als 180 Trommler in Lederhosen, 14 Goaßlschnalzher, 150 Schuhplattler sowie Schellenträger mit bis zu 25 kg schweren Glocken für das typisch göttlich-bayerische Ambiente sorgten.
Oder könnte es sein, dass den Herr Stoiber einfach nur ein Schlag ab hat oder ihn hinterrücks mit dem ach so stumpfen §166 aus dem besonderen Teil (Religion und Weltanschauung) des Strafgesetzbuches erhalten haben könnte?

Jetzt, wo WIR Papst sind und DU Deutschland bist, muss doch nach der neuen bayrischen Geschichtsschreibung ER ein Bayer sein und Bethlehem ein Vorort von München.
Sacklzementhallelujia!

Wie auch immer, als bekennender Atheist hat man damit wohl kein Problem.
Kein Problem zumindest mit dem religiösen Teil, der ja in Artikel 4 auch zu den wenig beachteten Selbstverständlichkeiten unseres Grundgesetzes gehört.
Nicht ganz so einfach ist das mit der „Weltanschauung“, wohl wissend, dass es davon viele gibt. Auch solche, die von sich behaupten die einzig richtige zu sein.

Doch zurück nach Deutschland, zurück zum Stoiber, der ja in regelmäßig-unregelmäßigen Zeitabständen für einen Brüller ist gut.
Nun kann man ja nicht mehr bestreiten, dass das Niveau unserer Politiker in den letzten Jahren eine parteineutrale Absenkung erfahren hat. Nachdem es seit den Tagen vor Kohl und nach Schröder dauerhaft bei Normalnull angekommen war, scheint sich nun aber im bayrischen Süden unserer Republik ein neuer Tiefenrekord abzuzeichnen.

Wer dachte, mit den Kommentaren zu Bruno dem Problembär hätte der Stoibär bereits seinen maximalen Unterhaltungswert erreicht, sah sich getäuscht.
In Timing, Aussage, Inhalt und Präsentation folgt nun mitten Sommerloch mit der „Gotteslästerung“ der vereinigte Filmriss, Hirnriss und Dünnschiss in Perfektion.

Erinnern Sie sich noch, dass im Jahre des Herrn 2002 eine Menge Menschen dieses Landes diesen Mann zum Kanzler der Republik machen wollten und noch vor wenigen Monaten war er als Wirtschaftsminister im merkelschen Gruselkabinett im Gespräch.
Selbst das Amt des Bundespräsidenten und das Amt der Präsidenten der Europäischen Kommission wurde ihm angedient.
Er hat damals dankend abgelehnt und ist lieber den bayrischen Trachtenvereinen erhalten geblieben.
Mein Gott haben wir da aber noch mal Glück gehabt!
Aber wer konnte diesen rapiden geistigen Verfall auch vorausahnen?

Was kommt nun wohl als Nächstes zur Aufrechterhaltung der göttlichen Ordnung?
Scheiterhaufen? Vierteilung? Teufelsaustreibung? Stockhiebe? Pranger? Selbstkasteiung? Oder nur kollektives zu Kreuze kriechen im Familienverbund?

Können die Bayern dieses humane Auslaufmodell ihres Freistaats nicht mal endgültig aus dem Verkehr ziehen und einer umweltverträglichen Entsorgung zuführen?
Ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ aus dem Rest der Republik wäre ihnen sicher.
Um die exklusiven Rechte zur Verfilmung des „Leben des Edmund" sollen sich bereits namhafte Produzenten bemüht haben.

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26.06.2006 um 05:45 Uhr

Fahne, Flagge, Stander

Zur anhaltenden Diskussion über der Deutschen derzeit liebstes Spielzeug, das mit den Nationalfarben bedruckte Tuch und ob es sich dabei um Fahnen oder Flaggen handelt möchte ich mit dem Hinweis auf eine dritte, weniger bekannte Art der Objektkennzeichnung beitragen:
Der Stander!

Warum die Unterscheidung zwischen Fahne, Flagge und Stander selbst Experten schwer fällt, soll anhand des nachfolgenden Fotos aufgezeigt werden.

Handelt es sich dabei um:
a. eine Person neben einem PKW mit Flagge?
b. eine Person neben einem PKW mit Fahne?
c. eine Person neben einem PKW mit Stander?

oder

d. einen PKW neben einer Person mit Flagge?
e. einen PKW neben einer Person mit Fahne ?
f.  einen PKW neben einer Person mit Stander?
g. einen PKW neben einer Person mit Ständer?



Kleiner Tipp, die Personen im Hintergrund sind nur von geringer Bedeutung, auch Farbe oder Typ des Leichenwagens dürfen Sie getrost vernachlässigen.
Aber achten Sie bei der im Vordergrund stehenden männlichen Person mit echtem Kopfhaar unbedingt auf die Haltung der linken Hand und das süffisante Lächeln, beziehungsweise anzüglich wissende Grinsen.
Auch sollten Sie daran denken, dass Flaggen, im Gegensatz zu Fahnen, auswechselbar sind und (fast) jederzeit durch andere Flaggen ersetzt werden können.
Viel Spaß beim Raten.

Und sollte die deutsche Fußballnationalmannschaft das Endspiel der FuBaWeMe 2006 erreichen, werde ich auch noch über den, ebenfalls wenig bekannten Wimpel berichten.


Postscriptum:
Durch Hinweise von „lieben Freunden“ ist es mir gelungen sowohl die Identität des Fahrzeugs als auch die Identität der davor stehenden männlichen Person zu lüften.
Bei dem Fahrzeug handelt es sich um das Model „Phaeton“ aus dem Hause Volkswagen.
Nach den letzten potenten Ereignissen im Hause des Herstellers wird dieses Modell auch gerne als „Phallus“ bezeichnet, während das kleinste Modell, das in den USA unter dem Namen „Rabbit“ verkauft wird, den Kosenamen „Rammler“ erhalten hat.

Bei dem Herrn im Vordergrund handelt es sich wohl um den Altbundeskaper Gerhard Schröder, der auf diesem Foto allerdings noch ziemlich frisch aussieht, was -so vermuten Experten- ursächlich mit der Position der linken Hand zu tun haben könnte, die im Verborgenen zum offensichtlichen Wohle des Herrn im Einsatz ist.
Oder könnte das Grinsen des Kanzlers mit seinem Wissen über die Ereignisse im Hause Volkswagen und dem nächsten PKW-Modell für Kleinverdiener, verarmte Mittelständler und sozialschmarotzende Arbeitslose zusammenhängen?
Nach unbestätigten Gerüchten wird dieses, nach seinem Erfinder HARTZ benannte Modell, in jährlichen Stückzahlen von ca. 30.000 in Wolfsburg gebaut werden. Aus gut informierten Kreisen war zu hören, dass der Markt allein in Deutschland etwa 5 Millionen Stück betrage und stetig weiter wachse. So sollen zwischenzeitlich von den Weltkonzernen Siemens und Allianz  Bestellungen über weitere 9.000 bzw. 5.000 Stück vorliegen.

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23.06.2006 um 05:45 Uhr

FIFA

"Die FIFA ist ein Gewinne erwirtschaftendes, kommerzielles Unternehmen und hat ihren Sitz in Zürich. Ihr derzeitiger Präsident ist der Schweizer Joseph S. Blatter.
Von den Einnahmen aus lukrativen Werbeverträgen und Fernsehausstrahlungslizenzen werden jährlich hohe Teilbeträge an die Mitgliedsverbände weitergereicht. Den größten Teil dieser Umsätze erzielt die FIFA durch die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer. Allein für die weltweiten Fernsehrechte an den Herren-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 erlöste die FIFA 1,8 Mrd. Euro. Die deutsche Regierung wurde in diesem Zusammenhang 1998 dahingehend erpresst, dass man die mögliche Entscheidung der Bewerbung um die WM 2006 von einer Steuerbefreiung abhängig machte. Der seinerzeitige Bundesfinanzminister erteilte diese Steuerbefreiungszusage. Schätzungen zufolge gehen dem deutschen Fiskus dadurch rund 250 Millionen Euro verloren."

So steht das in der freien Enzyklopädie Wikipedia und ich möchte dies nicht kommentieren.
Doch sollte der gemeine Steuerzahler bei allem nationalen Gekreische über Fußball, einem Ballsport bei dem zwei Mannschaften mit je elf Spielern gegeneinander antreten und nach einem Ball treten, dies nicht vergessen oder gar aus den Augen verlieren.
Offizielles Ziel dieser sinnvollen Tätigkeit auf einem rechteckigen Spielfeld, das an den beiden Stirnseiten durch Tore komplettiert wird, ist es eben diesen Ball, ohne den Einsatz von Armen und Händen, öfter ins gegnerische Tor zu kicken, als dies dem Gegner gelingt.
Gelingt dies, so nennt man das Sieg und die Sieger werden auf Händen getragen und mit Geschenken überschüttet.  Gelingt dies nicht, so nennt man das Niederlage und die Verlierer werden ausgepfiffen und mit Hohn und Spott überschüttet.
In seltenen Fällen kommt es auch zu einem Unentschieden, sofern man sich nicht bereits vor dem Spiel und außerhalb des Spielfeldes durch Austausch von Geschenken auf einen bestimmten Spielausgang geeinigt hat.

Unabhängig vom Spielausgang gewinnt die FIFA als „Fédération Internationale de Finance Association“ immer. Neben der Steuersubvention durch den bundesdeutschen Fiskus in Höhe von ca. 250 Millionen wurden ihr zur ungehinderten Ausübung ihrer auf Gewinnmaximierung gerichteten Aktivitäten von Bundesländern, Städten und Gemeinden ganze Areale bundesrepublikanischen Bodens zur vorübergehenden Bildung des (fast) rechtsfreien Freistaates FIFA überlassen.
Auf Staatskosten bewacht und abgesichert, darf den Checkpoint FIFA nur überschreiten, wer ein gültiges und teuer bezahltes FIFA-Visum hat und auf Mitbringsel jeder Art ohne offizielles FIFA-Logo verzichtet. Selbstverständlich dürfen im Freistaat FIFA auch nur Waren und Dienstleistungen autorisierter FIFA-Sponsoren angeboten und gekauft werden.

Jetzt soll dem wegen seiner Körpergröße von „nur“ 1,71 m großen Präsidenten der FIFA Joseph S. Blatter für seine „Verdienste“ auch noch der Bundesverdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an die Brust geheftet werden. Das soll ihm schon vom Innenschily in die offene Hand versprochen worden sein.
In Anbetracht der körperlichen Größe des zu Ehrenden könnte diese Aufgabe vom Innenminister Schäuble himself übernommen werden. Schäuble hat dazu bereits sein Einverständnis signalisiert. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob Blatter bei der Ordensverleihung in die Knie gehen muss wie ein Ehrenmann der auf den Schlag zum Ritter wartet oder ob ihm Schäuble den Orden am Hosenschlitz anheftet.
Wenig Verständnis findet dagegen die geplante Verleihung des Ordens bei einigen Zeitgenossen, die sich noch daran erinnern können für welche Leistungen dieser Orden einst durch Stiftungserlass des Bundespräsidenten Theodor Heuss vom 7. September 1951 gedacht war:
„Er wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, und soll eine Auszeichnung all derer bedeuten, deren Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland beiträgt.“

Auch nach langem Überlegen fällt auch mir kein Grund ein, womit sich der am 8. Juni 1998 als Nachfolger des Brasilianers João Havelange zum achten Präsidenten der FIFA gewählte Joseph S. Blatter für den Empfang dieses Ordens qualifiziert hätte. Nicht nachgewiesenen Gerüchten zufolge soll die Wahl Blatters damals durch Bestechungen beeinflusst worden sein.

Vor diesem Hintergrund könnte man lediglich über das „Wirken zum friedlichen Aufstieg der Bundesrepublik Deutschland“ nochmals nachdenken. Allerdings nur,  wenn damit die Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft am Endspiel und ein knapper deutscher Sieg gemeint ist.
Wobei ich mich persönlich auch mit einem Elfmetertor in der letzten Spielminute zufrieden geben würde.

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22.06.2006 um 05:45 Uhr

Beflaggungstage

Wenn Beflaggungen ihre Tage haben und besonders im derzeit durch die Republik rasenden Beflaggungsrausch müssen sich Flaggenmuffel wie ich schon mal die eine oder andere Frage nach ihrer „wahren“ nationalen Gesinnung stellen lassen.
Sei es von Nachbarn, die zur standardisierten Balkonbeflaggung extra eine Art Ortschaftsrat gegründet haben und mit Tipps und Tricks zum Anbringen der auf Natur- oder Kunstfaser gedruckten nationalen Hoheitsfarben am heimischen Geländer oder Gartenzaun, mit Rat und Tat gerne zur Verfügung stehen.
Oder sei es von anderen Verkehrsteilnehmern, die beflaggt mit ihrem Nobelhobel durch die Straßen rollen, ihre nationale Gesinnung sportlich zur Schau tragen und zur Verständigung der Völker durch das geöffnete Wagenfenster die neueste Berichterstattung aus den Stadien anbieten.
Übrigens, ist auch schon aufgefallen, dass flaggeführende Fahrzeuge wesentlicher langsamer fahren, die Fahrer im Stau weniger gestresst wirken und außerdem einen erhöhten Bedarf an Blickkontakten zu haben scheinen?
Offensichtlich wirkt sich die Beflaggung äußerst positiv auf den Straßenverkehr aus, auch wenn es ab und an auch mal zu kleineren Rangeleien mit „auslandsbeflaggten“ Fahrzeugen kommen kann. Doch stimmt es nicht versöhnlich, wenn man von einem mit der Flagge von Equador geschmückten PKW brutalst die Vorfahrt genommen bekommt, aber die deutsche Nationalmannschaft die Jungs gerade mit 3:0 nach Hause schicken konnte?
 
Na also, sehen Sie, Beflaggung schafft nicht nur Toleranz, sondern nützt auch noch der Völkerverständigung. Oder wussten Sie vor der WM, dass so viele Ausländer in ihrer Gegend  wohnen? Also mir, als nicht repräsentativem Beispiel, ist durch die grün-weiß-rote Beflaggung jetzt erst bewusst geworden, dass es in meiner Heimatstadt ein ganzes Viertel gibt, in dem nur Italiener wohnen. Eigenartig ist nur, dass es dort keine einzige Pizzeria gibt und die Frauen alle mit Kopftüchern rumlaufen.

Doch bei aller Euphorie und Patriotismus sollte man(n) den Beschaffungsvorgang einer Flagge nicht planlos, spontan oder gar emotional aufgeladen angehen und, auch das empfiehlt sich, den Unterschied zwischen einer Flagge und einer Fahne kennen.
Sonst kann es zu nachhaltigen und über das Endspiel hinaus wirkenden Beeinträchtigungen  der persönlichen Lebenslage kommen. So geschehen einem meiner Nachbarn, der sich nach dem letzten Sieg der deutschen Nationalmannschaft samt PKW und genügend Bargeld zur Befriedigung des Beflaggungsrausches durch Flaggenkauf auf den Weg machte.
Eine ordentliche, an seinen Balkon passende Flagge hat er auf seiner Einkaufstour zwar nicht gefunden, aber auf dem Nachhauseweg hat ihn die Polizei mit einer richtig anständigen Fahne erwischt.
Für die nächsten sechs Monate darf er sich nun an den Umsatzsteigerungen der öffentlichen Verkehrsbetriebe und den Mehrkosten für die Beflaggung der Fahrzeuge der Straßenkehrbetriebe mit „We kehr for you“ beteiligen.
Und wenn ihn, in dieser emotionalen Ausnahmesituation jemand fragen sollte, warum er weder seinen Balkon noch sein Fahrzeug „beflaggt“ hat, könnte zu dem Fahrverbot noch eine Anzeige wegen schwerer Körperverletzung dazu kommen.

Aufgeschreckt wurde ich dieser Tage in meiner nationalpatriotischfreien Idylle auch durch eine Meldung in der Netzeitung: „Schiffer nackt in deutscher Flagge“ assoziierte ich damit doch spontan
  • einen alten Seebären, der beim Untergang seinen Schiffes nur das nackte Leben und die Flagge retten konnte?
  • einen betrunkenen deutschen Fußballfan bei der Entleerung seiner Blase
denn ich konnte mir wahrlich nicht vorstellen, dass es sich dabei um ein deutsches Fotomodell gleichen Namens handelt, das sich nackt in einem schwarz-rot-senf-farbigen Tuch ablichten ließ um bei den Engländern Sympathiepunkte für die „Krauts“ zu sammeln.
Zur Tatsache warum das den Medien eine Pressemeldung wert ist, verschließt sich mir leider der intellektuelle Zugang, denn schließlich steckt doch jeder Mensch nackt in seinen Kleidern. Sofern er noch welche hat.
Und überhaupt, können Sie sich noch an die Blähungen und dicken Backen im deutschen Nationalstolz erinnern, als es die englische SUN wagte ein Foto zu veröffentlichen auf dem ein Hängestückchen von Angies unbekleideten Arschbacken zu sehen war.
Da wäre es ja fast zu einer Kriegserklärung gekommen.

Aber es besteht ja schon immer, zumindest räumlich, ein gewisse Nähe zwischen den Backen und „Foetor ex ore“.

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21.06.2006 um 05:45 Uhr

Ost Afrika Rat

Afrika-Rat warnt vor Reisen nach Ostdeutschland“ meldete die FTD am 7. Juni 2006 und untermalte den Artikel mit einer Grafik über die Verteilung rechtsradikaler Gewalttaten je 100.000 Einwohnern in den Bundesländern der wiedervereinten BRddr.

Danach haben im Jahr 2005 die Rechtsradikalen in Sachsen-Anhalt je 100.000 Einwohner mit 5 mal am häufigsten zugeschlagen.
Da zu einem Geschlagenen auch immer mindestens ein Schläger gehört, besteht also, rein mathematisch und unter der Annahme, dass es sich nicht um zugereiste Schläger handelt, die Bevölkerung des Bundeslandes Sachsen-Anhalt zu 0,005 Prozent aus rechtsradikalen Schlägern.

«Menschen afrikanischer Herkunft könnten überall in Deutschland Opfer rassistischer Gewalt werden, sagte Juy Gummich vom Afrika-Rat am Mittwoch in Berlin. Eine Karte mit No-Go-Areas mache daher keinen Sinn. In den neuen Ländern und einigen Gebieten im Ostteil Berlins sei aber besondere Vorsicht geboten. Wer wissen wolle, wo es besonders gefährlich sei, müsse nur einen Blick in die Verfassungsschutzberichte von Bund und Ländern werfen, sagte Gummich. "Der Verfassungsschutz hat uns die Arbeit abgenommen."»

Dass die Jungs vom Verfassungsschutz allerdings so tun, als könnten sie nicht richtig bis Drei zählen und die rechte Szene erfolgreich unterwandert haben, stellte das Bundesverfassungsgericht schon im Jahr 2003 fest.
Auch sieht man an der Karte, dass es in Niedersachsen, dem Saarland, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein ähnlich „gefährlich“ ist wie in Meck-Pomm.
Wirklich „gefährlich“ scheint es also nur in den an die Bundeshauptstadt Berlin angrenzenden Bundesländer und in deren direkter Nachbarschaft zu sein.
Dass Berlin seit der Verlegung des Regierungssitzes generell eine Gefahr für die Bevölkerung im gesamten Bundesgebiet darstellt, sollte sich zwischenzeitlich nicht nur bei unseren unweißfarbigen Mitbürgern und Besuchern herumgesprochen haben. Jagt doch eine existenz- und gesundheitsgefährdende Gesetzesänderung die andere.
Und um heutzutage ausgeraubt und bis auf Hemd ausgeplündert zu werden müssen die meisten Bürger noch nicht einmal mehr auf die Straße gehen.

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20.06.2006 um 05:45 Uhr

Achterbahn

Selbst die seltsamsten Meldungen haben in diesem schweren Tagen einen erklärbaren Hintergrund.
«In Bischofsheim bei Rüsselsheim haben Unbekannte eine komplette Achterbahn geklaut. Das Jahrmarkts-Fahrwerk war in Einzelteilen auf einem Anhänger gelagert. "Der Hänger mit der 20 Tonnen schweren Ladung sei in der vergangenen Woche von einem Lkw-Parkplatz verschwunden, teilte die Polizei heute mit. "Dass eine Achterbahn gestohlen wird, habe ich in meiner jahrzehntelangen Polizeilaufbahn noch nicht erlebt", sagte ein Sprecher des Präsidiums
Südhessen. Die 20 Jahre alte Achterbahn war mit einer blauen Plane abgedeckt gewesen. "Wir haben keine Anhaltspunkte dafür, was die Täter mit der Achterbahn vorhaben", sagte der Polizeisprecher»

Aber Ich weiß es!
Doch ich habe mir lange überlegt, ob ich das Wissen darüber nicht für mich behalte, damit mir ähnliches Ungemach wie dem Herrn Winkler erspart bleibe.
Aber nach langem Ringen mit mir selbst und der „Besten aller Frauen“ gebe ich hiermit mein Wissen preis, um mein unruhiges staatsbürgerliches Gewissen zu beruhigen, das mir mit zunehmender Dauer der Großen Koalition erhebliche Magen- und Kopfschmerzen bereitet: 
„Die Diebe brauchen die Achterbahn, einst zur Vergnügung des Volkes gebaut und eingesetzt, nun zur Kursbestimmung der Großen Kopulation in Berlin."



Und wenn in den nächsten Wochen und Monaten auch noch Kristallkugeln und Tarotkarten in größeren Mengen geklaut werden, dann können wir davon ausgehen, dass diese -neben dem Parteibuch- bald zur Basisausstattung eines bundesdeutschen Politikers gehören werden.

Oder dachten Sie, die Diebe hätten es nur auf die blaue Plastikplane abgesehen gehabt um das Millionengrab der „Bundestagsarena“ abzudecken?“

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19.06.2006 um 05:45 Uhr

Rassismusalarm

Nach dem "Puller-Alarm" von Stefan Raab gibt es nun an allem Ecken und Kanten "Rassismus-Alarm" in Deutschland.
Kaum fällt irgendwo in der Republik ein Undeutscher um und zieht sich Verletzungen des Kopfes zu, schon setzt bei einem Teil unserer Mitbürger reflexartig der Verstand aus und schon wieder waren es natürlich - nein, diesmal nicht die Schweizer, sondern die Kahl- und Glatzköpfigen.
Jetzt war im Handelblatt zu lesen, dass der Angriff von Neonazis auf einen Italiener in Berlin wohl nur vorgetäuscht war. Südlich des Brenner hatte der Bericht in den Medien hohe Wellen geschlagen und für Empörung gegen "Rassismus-Deutschland" gesorgt.

Der Italiener hatte angegeben, am Wochenende im Stadtteil Prenzlauer Berg von drei kahlköpfigen Tätern nach seiner Nationalität befragt worden zu sein. Als er geantwortet habe, er sei Italiener, sollen sie ihn als „Scheiß Ausländer“ beschimpft und mit einem Baseballschläger geschlagen haben. Der Mann war mit Kopf- und Knieverletzung in ein Krankenhaus eingeliefert worden.

Fakt ist aber nach den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wohl nun, dass er gegen 1 Uhr morgens am S-Bahnhof Alexanderplatz ohne Fremdeinwirkung volltrunken vom Bahnsteig ins Kiesbett der Gleisanlage gestürzt war.
Konfrontiert mit den Aufnahmen einer  Überwachungskamera habe der italienische "Ausländer" von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.

Statt Rassismus-Alarm also mal wieder Puller-Alarm:
«Da gehen zwei Polizisten nachts um 2 Uhr Streife durch die Stadt und finden auf der Straße einen offensichtlich betrunkenen Verletzten.
Sagt der eine Polizist zum anderen: "Schau mal nach was er für einen Pass hat".
"Wieso denn das", will der andere Polizist wissen.
"Tja", meint der Erste, "wenn es ein Deutscher ist rufen wir den Notarzt und wenn es ein Ausländer ist, dann rufen wir vorher den Generalbundesanwalt und die Presse.»

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16.06.2006 um 05:45 Uhr

Nullsummenspiel

Die Frage "Wieviel Nullen hat eine Milliarde?" können viele Bürger nicht auf Anhieb beantworten, wobei ihnen auf die Frage "Wieviel Nullen hat eine Regierung?" sicher spontan die Antwort "zu viele" einfällt.

 Dieser Tage konnte man in Berlin das Zusammentreffen vieler Nullen zum gegenfinanzierten Nullsummenspiel um das „Notopfer Berlin“ erleben, als der Steuerminister Peer "der" Steindrück
a. die geplanten Steuererhöhungen rechtfertigte, weil "der Staat diese Milliarden braucht"
b. die erwarteten Steuermehreinnahmen verteidigte, weil "der Staat diese Milliarden schon ausgegeben hat"

Schließlich muss man ja das "Elterngeld" finanzieren um steuernd in die Arterhaltung der Deutschen einzugreifen.  Es trifft allerdings auf wenig Verständnis, dass das ausgerechnet durch die Kürzung der Pendlerpauschale geschehen soll, denn was nützt dem Papa das Elterngeld, wenn gleichzeitig sein Weg zum Arbeitsplatz (sofern er noch einen hat) zu seinem
Privatvergnügen wird.
"Werktorprinzip" nennt das der Herr Finanzminister Steindrück rotzfrech, der als offensichtlich vor hat, als Finanzminister „Steinreich“ in die Analen der wiedervereinten BRddr einzugehen.

Heimschläfer“ nennt dagegen die Bundeswehr die Wehrpflichtigen, denen das Übernachten außerhalb der Kaserne erlaubt wird.
Die Kosten für die tägliche An- und Abreise zum Dienstort zahlt daher selbstverständlich der Wehrpflichtige, der ja schon froh ist, wenn er seine Arbeitsmittel zur Verteidigung des Vaterslandes nicht bei Tchibo selber kaufen muss und wenigsten die Kosten für An- und Abreise zum Hindukusch noch erstattet bekommt.

Während die Wehrpflichtigen sich längst damit abgefunden haben mit ihrem Sold die Arbeitsmittel ihres Arbeitgebers zu finanzieren, zicken die Arbeitnehmer allerdings noch rum.
Das wird sich spätestens dann legen, wenn die Arbeitnehmer als "Arbeitssoldaten" kaserniert werden und neben Steuern und Abgaben auch die Kosten für Unterbringung, Verpflegung und monatliche Familienheimfahrten (bei Ledigen einmal im Quartal) gleich vom Gehalt/Sold abgezogen werden.

Dass die Nullen der Bundesregierung derzeit entsprechende Pläne zum Werktorprinzip und der Neuordnung des ersten Arbeitsmarktes diskutieren, konnte aus Regierungskreisen weder bestätigt noch dementiert werden.

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15.06.2006 um 05:45 Uhr

Gegendemonstranten

Im Verhältnis 1:20 machten am Samstag den 10. Juni 2006 in Gelsenkirchen die Anhänger der radikalen Rechten und die parteiübergreifende Gruppierung rechter Bürger von ihren demokratischen Grundrechten Gebrauch.  Den Rechtsradikalen musste allerdings erst das Bundesverfassungsgericht dazu verhelfen, was bei den rechten Gegendemonstranten auf erhebliches Unverständnis stieß.

In der Gelsenkirchener Innenstadt forderte daher Bundestagspräsident Norber Lammert (einer von fünf, die sich diese Republik leistet) die 4000 gegendemonstrierenden rechten Bürger auf, ein Zeichen gegen «den Auftritt dieses kleine Häufleins verlotterter extremer Rechten» zu setzen.
Und Vizekanzler Franz Müntefering warf den Neonazis vor, sie wollten die Fußball-WM missbrauchen, um Fremdenfeindlichkeit zu säen.
Zu sehen war derweil von den Rechtsradikalen allerdings wenig. Nur knapp 200 standen mit ihren Fahnen als optische Gefahr für diese Republik zur Verfügung. Natürlich streng beschützt von der Polizei, damit den Alibi-Nazis kein Haar gekrümmt wird und sie als Grund für die nächste Gegendemonstration erhalten bleiben.
Dass sich unter den rechten Radikalen auch einige ALG II –Empfänger, 1-Euro-Jobber und andere Langzeitsozialschmarotzer befunden haben sollen, wollte die Polizei nicht bestätigen.

Wie knapp Alibi-Demonstranten zwischenzeitlich geworden sind, konnte man dann am Sonntag den 11. Juli in Nürnberg, dem ehemaligen Ort der Reichsparteitage der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) sehen.
Wie die Netzeitung berichtet demonstrierten am Rande der Altstadt am Vormittag ein Häufchen von nur 15 NPD-Anhänger für die israelfeindliche Politik des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad.
Da musste zur Begründung der Gegendemonstration gegen diesen „Hitler des 21. Jahrhunderts“, zu der die Jüdische Gemeinde aufgerufen hatte, auch noch die Anwesenheit der iranischen Nationalelf und des iranischen Vizepräsidenten Mohammed Aliabadi herhalten.
Was jedoch den Herrn Beckstein, in seiner Funktion als Minister des Bayrischen Innern, nicht davon abhalten konnte sich zwei Stunden Zeit zu nehmen und Sätze wie „wenn der iranische Präsident nach Deutschland kommen sollte, wird ihn allein sein Diplomatenpass vor einer sofortigen Festnahme schützen" unter die andächtig lauschenden Gegendemonstranten zu rufen. Er wird schon wissen, warum er sich Vergleichbares vor dem Besuch des amerikanischen Kriegshelden Bush in Mainz nicht getraut hat.
Den jüdischen Gemeinden in Deutschland zeigte Beckstein seine uneingeschränkte Solidarität und rief in die Menge der tausend gegen den „Hitler des 21. Jahrhunderts“ demonstrierenden Gegendemonstranten: "Wir fühlen mit Euch!"
Das hätten die Montagsdemonstranten, die gegen Hartz IV demonstrierten, damals auch gerne aus dem Mund des Ministers gehört. Aber was nicht war, kann ja vielleicht noch werden.

Mit von der Partie bei der Gegendemoparty in Nürnberg war natürlich das Friedmänsche.
Sie wissen schon, Michel Friedman, einst Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Der wegen Kokainbesitz Vorbestrafte soll jetzt hauptberuflich als Publizist und Moderator am schlechten Gewissen der Deutschen arbeiten und scheint wohl die exklusiven Vermarktungsrechte der Wortmarke „Antisemitismus“ zu besitzen.
Friedmann forderte in Nürnberg ein Einreiseverbot für den iranischen Staatspräsidenten Ahmadinedschad in die Bundesrepublik Deutschland.  Den "Hitler des 21. Jahrhunderts" dürfe man nicht "mit einem diplomatischen Schmusekurs begegnen". Er (Friedmann) frage die Bundesregierung, warum sie ihm ein Visum geben musste, wenn gleichzeitig der weißrussische Präsident doch auch zur unerwünschten Person erklärt werden konnte.

Um diese Frage zu beantworten, hätte der Herr Friedman nur mal seine Parteikollegen und Bundestagsabgeordneten von der CDU fragen und nicht extra von Frankfurt nach Nürnberg fahren müssen.
Ich persönlich kann mir nicht helfen, aber immer wenn mir die miserable Friedmannsche Visualisierung ins Auge und/oder die Akustik seiner rhetorisch meist perfekten, aber inhaltlich abgelutschten Tiraden und Schuldappelle an das deutsche Volk ins Ohr dringt, dann sehe ich ihn, zugedröhnt wie einen kolumbianischen Koka-Bauern, zwangsweise in die BRddr eingereiste polnische EU-Bürgerinnen poppen.
Es muss wohl an meinem schlechten Gewissen wegen der Schuld meiner Eltern und Großeltern am Holocaust liegen, das sich mein Herz und Verstand spontan für die polnischen Zwangsprostituierten engagiert und für das Friedmänsche dabei nur wenig Sympathie über bleibt.

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14.06.2006 um 05:45 Uhr

Generalstreik

Nein noch streiken nicht die Generäle, sondern nur die Klinikärzte.
Also ist es auch noch kein Generalstreik, sondern nur ein Streik der Götter in Weiß.
Aber da der Streik sich nun ausweitet, könnte durchaus aus der sicheren Gefährdung der „Innereren Station“ ein Gefährdung der „inneren Sicherheit“  werden.
Und für Notlagen im Inneren sind zukünftig nicht die Notärzte sondern die Generäle zuständig. Sofern sich bis dahin niemand gefunden hat, der unseren jungen Verteidigungsminister vorher von der „inneren“ in die „psychiatrische“ Abteilung verlegt hat, denn der Mann hat „Verteidigung“ schon so verinnerlicht, dass er seinen Memoiren den Untertitel „Alle Feinde sprechen Deutsch“ geben kann.

Die Berichterstattung über den Streik der Klinikärzte liest sich aber auch stellenweise wie einst die Wehrmachtsberichte von 1914/1918. 
Da sind die Fronten verhärtet, die Parteien haben sich in ihren Stellungen eingegraben und die Verhandlungen zur Lösung des Konflikts dauern bis in die frühen Morgenstunden wenn die taktische Kommunikationsvernebelung über das Schlachtfeld wabert und eine Granate nach der anderen einschlägt.

Auf der einen Seite steht die Marburger Gruppierung der „Weißkittel“, geführt von Brigadegeneral Montgomery und auf der anderen Seite die „Tarifgebeutelte Deutsche Liga (TDL)“ mit Konteradmiral Hartmut von Mollring an der Spitze.
Nachdem die TDL nunmehr seit Wochen versucht die Weißkittel mit politischen Parolen zur Aufgabe zu bewegen um selbst mit einem blauen Auge davonzukommen, ist es nun zum Eklat gekommen.
Frei nach dem Motto „Verarschen können wir uns alleine“ blasen nun die Assistenzsklaven den Kliniken und ihren Eignern den Marsch und selbst zum Angriff.

Bei allem Säbelrasseln und Schlachtgeschrei sollte der neutrale Beobachter aber nicht vergessen warum die Auseinandersetzung der streitenden Parteien eskaliert ist und an Schärfe zugenommen hat.
Offiziell geht es um die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung von medizinischem Personal an kommunalen Kliniken.
In Wirklichkeit ist es der Widerstand einer arbeitenden Berufsgruppe und Bevölkerungsschicht gegen ein etabliertes und weiter wucherndes System der Ausbeutung und Vorteilsnahme.

Der Anlass ist ähnlich wie bei den Montagsdemonstrationen gegen Hartz IV.
Es ist der Kampf gegen die zunehmende Verschlechterung der Lebensbedingungen der Menschen in unserem Land. Es ist der Kampf gegen schlechte Bezahlung, gegen Mehrarbeit ohne Lohnausgleich, gegen drohende Arbeitslosigkeit, gegen sozialen Abstieg und Abbau, gegen Ausbeutung, gegen Bürokratisierung und Bevormundung.
Es ist der Kampf gegen ein System der Verschwendung, Korruption, Vetternwirtschaft, Manipulation und des Lobbyismus, unter dem die Bürger dieses Landes leiden.
Ein System, das die Arbeitnehmer nicht nur über Steuern und Abgaben ausquetscht, sondern sie auch noch zwingt bei sinkendem Einkommen mehr Arbeit zu leisten. Zusammen mit ständig steigenden Lebenshaltungskosten verlieren dadurch große Teile der Bevölkerung ihre Existenzgrundlage und werden zunehmend in die Armut gedrückt.

Die Mediziner und Medizinerinnen sind die erste Berufs- und Bevölkerungsgruppe, die dazu entschieden „Nein“ sagt, leistungsgerechte Bezahlung und existenz- und zukunftssichernde Arbeitsbedingungen einfordert.
Damit wehrt sich zum ersten Mal eine Bevölkerungsgruppe, die man durchaus als gebildet und gut ausgebildet bezeichnen darf. Das ist etwas Anderes als bei den Arbeitslosen, den nicht oder schlecht Ausgebildeten, den an- und ungelernten Arbeitskräften, den Drückebergern und arbeitsunwilligen Sozialschmarotzern.
Diesmal ist es eine Berufgruppe, die ein großer Teil der Bevölkerung bei ihrer Arbeit erlebt und erlebt hat. Auch wenn nicht jeder die Arbeitsbedingungen des medizinischen Personals im Detail kennt, so weiß man doch, dass Stress und ungewöhnliche Arbeitszeiten die Regel sind und vor allem bei den Jüngeren auch die Bezahlung nicht als leistungsgerecht angesehen werden kann.
Den Arbeitslosen und Montagsdemonstranten war es während den Scharmützeln um Hartz IV anno 2003/2004 nicht gelungen die Solidarität anderer Bevölkerungsgruppen und der Arbeitnehmerschaft zu gewinnen. Vor allem weil die Gewerkschaften lieber einen Schmusekurs mit den Genossen von den Regierungsparteien bevorzugten, um ihre eigenen Interessen wahren zu können. Und weil es mit Hilfe der Medien gelungen war, die von den Hartz IV Gesetzen betroffenen Menschen in der Öffentlichkeit als ungebildete, nicht ausgebildete, arbeitsscheue und faule Versager und Querulanten darstellen.

Anders als die Montagsdemonstranten gegen die Hartz IV Gesetze befinden sich nun die Ärzte und medizinisches Personal mit einer starken Führung in einer strategisch günstigeren Position. Es könnte ihnen tatsächlich gelingen ihrem Gegner Teilerfolge abzuringen. Doch für eine nachhaltige Veränderung des Systems oder gar für einen Sieg fehlt ihnen schlicht die Masse.

Das könnte sich rasch ändern, wenn der Funke von den Ärzten auf die Patienten, von dort auf die Versicherten, die Familien, die Alleinerziehenden, die Studenten, Schüler und Auszubildende überspringt.
Oder ganz einfach auf die 5 Millionen Arbeitslosen und ihre Angehörigen.
Dann wird es in den Medien sicher nicht mehr heißen: „Im Westen nix Neues“ oder "Business as usual" wie es auf neudeutsch heißt..

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13.06.2006 um 05:45 Uhr

Anstand

Mehr Anstand hat SPD-Kurti Beck von den Langzeitarbeitlosen und Sozialschmarotzern gefordert. Dabei blieb allerdings offen, ob der SPD-Kurti mit dem Wort „Anstand“ eine Form des menschlichen Miteinanders und die Umgangsformen oder eine erhöhte Deckung in der Einzeljagd gemeint hat, die dem Jäger eine bessere Beobachtung zum Abschießen des Wildes ermöglicht.
Dass wir in den letzten Jahren in unserer Republik eine zunehmende Verrohung der Umgangsformen zwischen Stärkeren und Schwächeren feststellen durften, ist zwischenzeitlich wohl nicht nur zu den 5 Millionen Arbeitslosen durchgedrungen. Auch zwischen Arbeitgebern und (Noch)Arbeitnehmern hat sich der Ton verschärft.
Im bundesrepublikanischern gesellschaftlichen Schichtenmodell ist es zwar in den oberen Schichten erlaubt zu raffen und zu nehmen was immer man auch bekommen kann, aber in den unteren Schichten sollte man sich wohl anstandshalber damit begnügen, was gnädigerweise an Segnungen von den Oberen gespendet wird.

Doch selbst das wäre zuviel meinte nun der SPD-Kurti mit der unrasierten Visage, die er wohl aus Imagegründen von seinem Vorgänger Matze Platzeck übernommen hat, damit die SPD-Basis den Wechsel an der Spitze nicht als zu radikal empfinden muss.
«"Man muss nicht alles rausholen, was geht", sagte Beck der Zeitung "Die Welt". Besonders die Hartz-IV-Regelungen hätten eine Reihe von Möglichkeiten geschaffen, die die Politik zuvor nicht richtig abgesehen habe.»

Abgesehen davon, dass unsere Politiker für sich schon immer rausholen was geht und Regelungen geschaffen haben, deren Möglichkeiten und Auswirkungen sie vorher nicht richtig abgesehen haben, haben sich die Sozialschmarotzer diese Verhaltensweise wohl bei Vorbildern aus Politik und Wirtschaft abgesehen.

Doch während man den Raffkes aus Politik und Wirtschaft die Schulter klopft, Orden verleiht und ihnen letztendlich bei ihrem Abtritt aus dem Amt den Arsch versilbert und vergoldet, ist das kleine Arschloch auf der Straße längst zum Abschuss freigegeben.

Mehr „Anstand“ braucht die Republik vor allem bei den Personen auf dem Anstand, denn unten stehen die Menschen schon an.
Nicht nur bei der Arbeitsvermittlung, sondern auch bei allen Ämtern und Behörden, die diese Republik im Bürokratieschwitzkasten haben und ihren Bürgern die Luft abdrücken.

Etwas mehr Anstand wäre von dringend von Nöten – sonst geht der nächste Schuss nach hinten los.

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12.06.2006 um 05:45 Uhr

Die Wade des Ballack

Schon immer war die Menschheit  von den Körperteilen ihrer Helden und Bösewichter fasziniert, entschieden doch diese Körperteile oftmals über Sieg und Niederlage, Leben oder Tod und Gut und Böse.

Früher war es die Rippe des Adam, die Ferse des Achilles, das Schulterblatt des Siegfried, das Haar des Samson, der Busen der Monroe, die Augen des Dr. Mabuse, der Mund der Mona Lisa und die Nase der Kleopatra, die unsere Vorfahren begeisterten und erregten.
 
Seit wir wissen, dass es auch körperlich-kinästhetische Intelligenz gibt, sind es eben die Titten der Dolly Buster, der Nabel von Madonna, das Becken von Elvis Presley, die Zunge von Gene Simmons, die Leber von Harald Juhnke, das „beste Stück“ von Tommy Lee, die Lefzen der Kanzlerin und der Arsch in Amerika.
Und nun halt auch noch die Wade des Ballack.
So ändern sich die Zeiten.

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09.06.2006 um 05:45 Uhr

Cup AA

Nicht nur so kurz vor der Fußballweltmeisterschaft im eigenen Lande assoziieren Männer mit dem Wort „Cup“ meist ein sportliches Ereignis im Bereich der Ballspiele und halten „75B“ für die werksseitige Bezeichnung eines neuen Ferrari.
Dabei ist Cup 75B nichts Besonderes, sondern normal. Zumindest in Europa ist das so. Und beherbergt etwas, das Männer fast mehr interessiert als Ballspiele und mehr auf Touren bringt als Michael Schuhmachers neuer Bolide.

Denn 75B ist die bei Mitteleuropäerinnen am weitesten verbreitete Büstenhaltergröße, wobei „75“ das Unterbrustmaß (Körperumfang am unteren Brustansatz) in Zentimeter und „B“ die Cup-Größe bezeichnet. Besonders an diesem Thema Interessierte können ihren Wissensdurst bei Wikipedia stillen. Dort gibt es auch Informationen zum Still-BH, der sich sicher nicht dadurch auszeichnet, dass man(n) ihn still und heimlich öffnen kann.

Jetzt durfte ich auf meine alten Tage durch einen Artikel in der Netzeitung erfahren, dass „AA“ keine neue Infektionskrankheit ist und selbst bei Vorliegen psychischer Störungen der Betroffenen keine finanzielle Hilfe durch die gesetzlichen kranken Kassen geleistet werden muss.

Denn“, so das Gericht,  „eine Krankheit liege nur dann vor, wenn entweder Körperfunktionen beeinträchtigt sind oder eine anatomische Abweichung von der Norm entstellend wirkt. Für eine Entstellung sei aber nicht das subjektive Empfinden maßgebend, sondern die Rechtsprechung“.

Wie sagt doch der schwäbische Volksmund: „Wenn a Mugg auf’s Brettle gschischa hoat, dann hat der Herrgott des so welle“, was ins Hochdeutsche übersetzt soviel bedeutet wie "wenn ein Mücke auf ein Brettchen gekotet hat, dann war es der Wille des Herrn".

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08.06.2006 um 05:45 Uhr

Braunbär & Stoibär

Schon wieder hat der braune Räubär Bruno (Codename Jay Jay One) zugeschlagen und in den Alpen wie ein Bärserker Schafe und Hühner gemordet und gemeuchelt. Das meldet die Mittelbärische Zeitung.
Das gefällt zwar dem italienischen Bruno Braunbär, aber nicht dem deutschen Gesetzgebär.
 
Nun sind die Menschen in den Alpen ja seit Generationen an Bären gewöhnt.
Ganzjährig finden man dort neben dem Kugelschreibär und dem vom Aussterben bedrohten heimischen Arbeitgebär auch den in Rudeln auftretenden saisonabhängigen Urlaubär.

Während der Erdbär, der Stachelbär und der Rabarbär die Sommerzeit bevorzugen, tritt der Schneeschiebär zusammen mit dem Novembär und dem Dezembär überwiegend in der kalten Jahreszeit auf.
Zu nächtlicher Stunde kann der aufmerksame Beobachter auch den einen oder anderen Liebhabär in freier Wildbahn erblicken und das nicht nur im Septembär und Oktobär.

Um den aus dem Italienischen zugewanderten Braunbär Bruno kümmert sich jetzt abär der bayrische Saubär Stoibär selbär, denn dem schlägt der Schlaubär Bruno bärig auf die Lebär.
Nach entsprechender Bäratung mit dem Gesetzgebär aus Bärlin will er mit dem Hubschraubär aus dem Bayrischen übär die Wolken hinübär zu den Alpen fliegen, um dem Räubär das Fell vom Körbär zu ziehen.
 
Der Stoibär muss nur aufpassen, dass dabei der Hubschraubär nicht mit der Obärleitung kollidiert.
Dem Schlaubär und Räubär Bruno wäre das zwar liebär, abär sicher nicht dem Stoibär.

In den Medien war jetzt zu lesen, dass neben dem Braunbär auch der Ameisenbär, der Blaubär und der Camembär zum Sturm über die Alpen ansetzen. Selbst den Heizkörbär will man schon in ländlichen Wohngebieten gesehen haben.
Unfassbär!
Fast wie der braune Schlaubär Bruno und der schwarze Saubär Stoibär.

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