Dachdecker

So war das von ihm ja wohl nicht gemeint, lies er verlautbaren, da hätte man ihn wohl verstanden miss. Gemeint habe er (natürlich nur) die Arbeitnehmer.
Doch nun kommt Widerstand gegen diese Pläne zur Rentensanierung, die dem zwangsversicherten Arbeitnehmer unter dem Strich eine Rentenkürzung von ca. 18% bringen würden. Widerstand ausgerechnet auch noch aus den eigenen Reihen.
"Ich kann einen Dachdecker mit 67 nicht mehr auf dem Dach arbeiten lassen", sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) laut "Bild am Sonntag". "Wir müssen differenzieren, wir müssen das wirkliche Leben sehen."
Das „wírkliche Leben sehen“ ist doch schon mal ein extrem guter Denkansatz!
Auch wenn der Wahrheitsgehalt von „Bild“ungsmeldungen sonst eher gering ist, keimt dabei doch Hoffnung auf einen lichten Moment in der Vorstellungswelt eines Politikers auf.
„Auch für Krankenschwestern und andere Schichtarbeiter müsse es differenzierte Lösungen geben, " fuhr Beck fort, „und das sind nur Beispiele."
Bevor sich nun unsere Jugend auf Ausbildungsberufe mit Frühverrentungsmöglichkeit stürzt und für Arbeitnehmer Fortbildungsmaßnahmen zur Lebensarbeitszeitminimierung angeboten werden, sollte man noch mal genau zuhören was der Ministerpräsident Beck konkret gesagt hat.
Denn das hört sich verdächtig nach so einer Art staatlich kontrolliertes „Heiteres Beruferaten“ an, verbunden mit extrem komplizierten neuen, mehrseitigen Formularen.
Denn wer will denn festlegen welche (erlernten und/oder ausgeübten) Berufe zu einer Frühverrentung berechtigen und welche nicht.
Oder wird es etwa genügen rechtzeitig auf einen entsprechend privilegierten Beruf umzusteigen?
Muss der Beruf erlernt, angelernt und/oder auch tatsächlich ausgeübt sein?
Wird nach dem Schweregrad der Dachformen unterschieden oder gelten für Flachdächer, Giebeldächer und Walmdächer die gleichen Schweregradanrechnungskriterien?
Oder sind etwa für Kirchtürme und Hochhäuser besondere Verrentungskriterien geplant?
Ist auch sichergestellt, dass arbeitslose Dachdecker, die die Frühverrentungskriterien erfüllen, mit Berufskollegen gleichgestellt werden, die noch in Lohn und Brot stehen?
Ohne Expertenrat kann doch heute ein Arbeitnehmer in dieser Republik noch nicht einmal mehr einen Antrag auf Hundesteuerermäßigung ausfüllen, ohne mit einem Bein im Gefängnis zu stehen. Brauchen wir jetzt auch noch neue Formulare für verschiedene Berufsgruppen um Arbeitnehmer auf das Altenteil zu entlassen?
Vermutlich darum meinte der regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD): "Es wäre zuerst besser, dafür zu sorgen, dass das Rentenalter von 65 tatsächlich erreicht wird."
Wer nun meint, damit wäre die Sache vom Tisch, über den der zwangsversicherte Arbeitnehmer wieder mal gezogen werden soll, der irrt sich gewaltig.
Misstrauisch wurde ich durch einen Bericht im Spiegel, in dem unter dem Titel „Rente ab 67“ Weiterbildungsmaßnahmen für 97-jährige am Computer gefordert wurden.
Könnte es sich bei „Rente mit 67“ im wahrsten Sinn des Wortes um einen Zahlendreher handeln und nur die 6 ist aus marketingtechnischen Gründen um 180 Grad gedreht worden?
Na, „Rente mit 97“ wäre doch endlich mal ein klares Statement!
Das ist dann wie bei den Galeerensklaven.
Die wurden auch erst von ihren Ketten befreit, nachdem sie ihr Herr und Schöpfer zu sich gerufen hatte.

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denn wenn die mich weiter für zwei schuften lassen, nur weil sie zu geizig sind, den zweiten tatsächlich zu bezahlen, dann erreiche ICH die 65 nicht!
Entsetzt und wütend
Schnetzi
Jagst du dem blauen Dunst hinterher????
Aber zum Thema. Ich bin mir nicht so sicher, ob der Wowi so recht durchblickt. Aus meiner Sicht sind Rente und Pensionsansprüche zwei unterschiedliche Schuhe. Und wenn man richtig recherchieren würde, dürfte der Anteil der Frührentner zum Anteil der Frühpensionäre bei etwa (geschätzt) 30:70 liegen.
Noch ein klitzekleiner Aspekt, den vielleicht der Eine oder Andere übersieht: wer mit Anfang bis Mitte 50 in HARTZ IV geschickt wird, ist sowieso schon bei der Rentenberechnung benachteiligt. Und das nun auch noch zwei Jahre länger. Also doppelt geschröpft. Die eigentlichen Ursachen sind aus meiner (falschen, verblendeten und un\"vernünftigen\" Sichtweise) die in der gestrigen Tabelle aufgeführten Werte. Wenn jemand 10.000 pro Tag verdient und der Durchschnitt eben bei 70 liegt, so vernichtet EINER mal eben rein mathematisch über 140 Arbeitsplätze. Selbst ein IG-Metallchef klaut noch 7 Leuten einen bezahlbaren Arbeitsplatz. Und wenn es nur zwei oder drei wären (wg. der hohen Verantwortung), so sind es eben zwei oder drei zuviel.
Zaph hatte gestern etwas unrecht. Es geht nicht um Arbeitsplätze (also Dinge). Es sollte uns doch bitte, bitte tatsächlich um Menschen gehen (also Arbeitslose) und darum, warum das so ist. Und es gibt nun eben auch einen Zusammenhang zwischen Arbeitslosen und Rentnern: die Bezahlbarkeit.
Wenn man auf einer Seite einer Waage immer mehr packt, so schlägt der Zeiger eben zu dieser Seite aus. Bis man zu viel auf die Wagschale packt. Dann kann die noch so fein tarierte Waage einfach brechen...
Wie können einige Menschen eigentlich so gut Realitäten und Fakten ignorieren und dann so daran vorbeiargumentieren, dass jeder \"Zuhörer\" den Eindruck hat, ein paranoid Schizophrener wäre daneben der normalste Mensch der Welt ? *sinnier*
Nun, jedem seine eigene Realität ! Prost ! *lach*
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Aber zurück zum Thema ...
@mitdenker: Hier die Nachbesserung...
Mir ging es bei dem Kommentar um den Ton in den Medien. Da wird immer der Eindruck erweckt, wir hätten ein Problem mit Arbeitslosen, das dann mit den Arbeitslosen gelöst werden muß. Damit bin ich nicht einverstanden, denn das schafft erstens keine neuen Arbeitsplätze und zweitens glauben jetzt schon viel zu viele Menschen, dass Arbeitslose meist selbst Schuld sind an ihrer Lage. Darum diskutiere ich lieber über Lösungen als Probleme. Der Mensch muß selbstverständlich im Mittelpunkt stehen.
Die Lösungen liegen auch auf der Hand und stecken mal wieder im uralten Verteilungsproblem. Aber wie soll man das lösen wenn der Staat schon dabei nicht mehr seine Aufgabe wahrnimmt ? Klar, man muß etwas am Staat (oder seinen \"Dienern\") ändern. Auch das wurde bereits hinlänglich untersucht und bewiesen: KÖNNEN Regierung und Volk nicht mehr so weitermachen knallt es (frei nach Uljanow ;-))
Es bleibt weiter spannend ob und wann der Punkt erreicht ist.
Hoffentlich reicht es dann auch, Kerzen durch die Gegend zu tragen, das bezweifle ich aber leider irgendwie.
Aber noch besteht ja Hoffnung auf Vernunft und begrenzte Gier, noch.
Stimme dir vorbehaltlos zu.
Das Problem ist also, wie die vielen Menschen, die Probleme erkannt und evtl. auch Lösungsmöglichkeiten anzubieten hätten, diese auch umzusetzen in die Lage versetzt werden. Lösungen jedenfalls im Ansatz, so jedenfalls sehe ich es bei mir.
Mit Blogs wird uns das wohl nicht so recht gelingen. Nur meckern quält auch nur die Seele. Und auf Abraham Lincoln vertrauen ist auch sehr fragwürdig.
Also die Frage: wie verändern, wodurch.
Ich hätte ja eine bescheidene Idee, wie man mit kleinen Schritten etwas weiter käme. Mein oft zitiertes kleines Vorbild: die Schweiz. Warum nicht Volksentscheide. Löst zwar auch keine \"Gehaltsprobleme\", aber wäre ein Schritt zu (in meinen Augen) mehr Demokratie. Wenigstens für einen neuen Anfang...als Idee...
Ja, ganz genau ...
Mehr Möglichkeiten der direkten Mitbestimmung wären sicher ein Anfang, vor Allem als Möglichkeit der Kontrolle. Die Politik muß dann endlich ihre \"Hausaufgaben\" machen um Gesetzesänderungen durchzubringen.
Dazu habe ich auch gleich etwas interessantes gefunden ...
(Quelle: Wikipedia)
\"Einen entsprechenden Vorschlag zur Änderung des Grundgesetzes hat die FDP am 25.01.2006 in den Bundestag eingebracht (Bundestagsdrucksache 16/474). Darin schlägt sie vor, das Grundgesetz durch die Einführung der unmittelbaren Bürgerbeteiligung in Form von Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid auf Bundesebene zu ändern bzw. zu ergänzen.\"
Wie kann man das nun unterstützen ?
Ein paar Ideen trudeln hier vielleicht noch ein.
Ich werde einstweilen die Info verbreiten, kann eh nicht den Mund halten ;-)