Daumenlutscher

Es ist ja ganz schön, dass es einen solchen Bericht gibt. Aber noch schöner ist, wie dieser Bericht interpretiert und ausgelegt wird.
Nach der Lektüre des Spiegels zu diesem traurigen Thema, kann sich ein arbeitsloser Alleinerziehender eigentlich nur noch mit einer Dachlatte bewaffnen und auf der Suche nach diesen Politiker durch die Straßen ziehen, um ihnen den Armutsbericht um die tauben Ohren und über den tumben Schädel zu hauen. Denn statt die Ursachen zu beseitigen, wird jetzt wieder erklärt, beschuldigt, zurückgewiesen, entschuldigt, von Teufelskreisen und sozialer Schieflage geredet, von Kinderarmut und dass die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter öffnet.
Jetzt habe ich gerade vor mir auf dem Schreibtisch eine große, scharfe Papierschere liegen und versuche mir vorzustellen, wie diese Schere sich immer weiter öffnet.
Rein technisch gesehen ist diese Öffnung irgendwann zu Ende, dann geht es einfach nicht mehr weiter. Dann kann die Schere nur noch zugehen.
Die Frage ist eigentlich nur, ob die Schere dann langsam zugeht oder schnell zuschnappt und wer dabei irgendwelche abstehenden Körperteile verliert. Mir ziehen da so einige Namen durchs arbeitsmüde Hirn. Aber die Namen will ich jetzt angesichts der späten Stunde nicht alle aufzählen. Das würde echt zu lange dauern.
Bei Wilhelm Busch war es der Daumenlutscher, der nicht hören und aufhören wollte zur reinen Selbstbefriedigung am Daumen zu nuckeln.
„Konrad“ sprach die Frau Mama,
ich geh raus und du bleibst da.
Doch die Schere nehm ich mit,
und ich eil mit schnellem Schritt
nach Berlin zum Bundesgerd
und allen die dort rumgeplärrt
schneid ich dann, schnipp schnapp,
einfach Nase, Daum und Ohren ab.

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Was willst Du uns damit sagen?
1) Ich habe Arbeit, daher bin ich nicht arm!
oder
2) Ich arbeite 12 Stunden, verstoße gegen gelte Arbeitsschutzbestimmungen, fahre auch noch 2 Stunden (übermüdet) auf der Autobahn, bin damit ein Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer und muss dann noch das Gesülze der Politiker lesen!
oder
3) Ich habe Arbeit und muss mit meinen Steuern bzw. meinem Beitrag zur Arbeitslosenversicherung die \"armen\" Bürger kräftig unterstützen!
oder
4) Ich bin selbstständig, da geht mich das alles nix an.
Zum Thema:
Wenn ich sehe, wie Armut in Deutschland definiert wird, dann - so muss ich sagen - ist es kein Wunder, dass wir viele Arme haben.
Denk dir einfach was du willst. Nimm doch von allem ein bisschen, dann liegst du sicher richtig.
Und Armut in Deutschland ist ganz einfach definiert.
Kann mann alles im Armutsbericht der Bundesregierung nachlesen. Wenn man will!
Wie wäre es, wenn du nicht nur die Einleitung zu einem Beitrag, sondern denselben vollstaendig lesen wuerdest ?
Hey man kann als Berufspendler mit teilweise tatsaechlichen gelesteten 12 Arbeitsstunden ( über deren angemessene Vergütung man auch diskutieren könnte ) auch relativ arm sein.... wenn man naemlich fuer den Erhalt des Arbeitsplatzes schon zum wiederholten Male einer NUllrunde oder dem teilweisen Wegfall von Urlauvbs/weihnachtsgeld zustimmen durfte ... und wenn dann die Familie auhc noch etwas grösser ist, dann ist es nicht mehr weit bis zur Armutsgrenze...
Dessen ungeachtet : Es ist schon übel genug ansehen zu müssen, wie wenig im Säckel bleibt, da braucht man nicht noch naseweise Jungignoranten der Julis oder aehnlich dumpfheimernde andere P(r)ol(l)itiker die schon fast unisono auf die einwemsen, die durch vereinte Anstrengungen unserer Volkszertreter sowieso schon am Boden sind.
Und stumpfsinnige Kommentare von \" sich weiter oeffnenden Scheren der Armut \" - hey für die Erkenntnis brauchts keinen wisenschaftlichen Bericht, sondern nur gesunden Menschenverstand .
Die Millionen haetten die sich und uns auch sparen können.
Lösungen haben unsere werten Volksverdreher ja doch nicht parat, oder halten mit denen hinterm Berg, damit das Volk von alleine auf den falschen trichter kommt.
Langer Rede kurzer Sinn : Machopan hat da durchaus Recht :)
Der Daumenlutscher ist nicht von Wilhelm Busch, sondern von Heinrich Hoffmann...
Könnte ja irgend \'nen Krümelkacker sonst sagen: Der Macho ist unglaubwürdig...
Wünsch Dir noch \'nen schönen Tag!
Das Buch mit den dicken Pappseiten und der kleine Junge mit dem strubbeligen Haar, mit dessen Hilfe mir die Notwendigkeit des Nägelschneidens beigebracht und das Daumenlutschen verleidet wurde, war gar nicht von Wilhelm dem Busch sondern von Heinrich dem Hoffmann.
Hätte es zu meiner Jugendzeit schon Internet gegeben, wäre meinen Erziehungsberechtigten diese <a rel="nofollow" href=\"http://www.fln.vcu.edu/struwwel/daumen.html\" target=\"_blank\">Täuschung</a> sicher nicht gelungen.
Definition von Armut
Im Mai 2001 hat die Bundesregierung ihren Armutsbericht veröffentlicht, der ihr als Grundlage ihrer Sozialpolitik dienen soll. Da die politischen Erfordernisse sich ständig ändern, hat die Bundesregierung vorsorglich 8 Arten von Armut entdeckt. So hat man in jeder Situation genügend Arme als politische Manövriermasse.
Als arm gilt, wer im Vergleich zu einem \"mittleren Einkommen\" erheblich \"weniger verdient\". Diese Begriffe kann man nun, je nach politischer Absicht, ganz unterschiedlich definieren. Der Armutsbericht tut das, indem er:
1.) Das Durchschnittseinkommen einerseits als arithmetisches Mittel berechnet, andererseits als Median (wodurch extrem hohe oder niedrige Einkommen weniger Gewicht haben).
2.) Als Armutsgrenze entweder 50% oder 60% des Durchschnittseinkommens ansieht.
3.) Bei der Gewichtung von Haushaltsmitgliedern unterschiedliche Verfahren anwendet. Die \"Faktorierung\" von Familienmitgliedern ist notwendig, da je nach Haushaltsgröße ein unterschiedliches Einkommen je Kopf erforderlich ist, um den gleichen Lebensstandard zu erreichen.
Beispiel: ein Zweipersonenhaushalt braucht nicht das doppelte Einkommen eines Einpersonenhaushalts, um das gleiche Versorgungsniveau zu erreichen. Um diesen Sachverhalt zu berücksichtigen, werden Äquivalenzgewichte für verschiedene Haushaltsgrößen festgelegt. Der Armutsbericht benutzt sowohl die alte als auch die neue OECD-Äquivalenzskala. Da diese Skalen sich stark unterscheiden, ergeben sich auch stark voneinander abweichende Ergebnisse. Beispiel: bei einem Haushaltseinkommen von 4.000 DM beträgt das Äquivalenzeinkommen pro Person nach der alten Skala 1.481 DM, nach der neuen 1.905 DM.
Die obigen Berechnungsmethoden ergeben unterschiedliche Definitionen von Armut. Hier ist für jedes politische Bedürfnis etwas dabei: je nach Berechnungsmethode waren 1998 laut Armutsbericht 6% bis 20% der Menschen in den neuen Bundesländern \"arm\", in den alten Bundesländern reicht die Spanne von 3% bis 12%.
Als unterste Armutsgrenze gibt der Bericht für 1998 in den alten Bundesländern ein Einkommen von 1.462 DM pro Kopf und Monat an. Eine Familie mit 2 Erwachsenen und 4 Kindern wird als arm betrachtet (niedrigste Definition), wenn ihr Nettoeinkommen weniger als 5.409 DM im Monat beträgt. Ein weiteres Haushaltsmitglied erhöht die Armutsgrenze für diese Familie auf 6.433 DM.
Eine Familie mit 2 Kindern ist nach Meinung der Bundesregierung arm, wenn sie ein Nettoeinkommen von weniger als 3.948 DM hat. Ein ledige Mutter mit Kind gilt als arm, wenn sie netto weniger als 2.193 DM an Einkommen bezieht.
Nimmt die Armut zu?
Die Bundesregierung behauptet in ihrem Bericht, daß die Armutsquote von Jahr zu Jahr steigt. Diese Aussage ist nur haltbar, wenn man statistische Kunstgriffe benutzt. Da die Berechnung der \"Armut\" haushaltsbezogen erfolgt, muß jede Änderung in der Zahl und Zusammensetzung der Haushalte Auswirkungen auf die Zahl der Armen haben.
Die Anzahl der Haushalte ist in den alten Bundesländern von 23,5 Millionen in 1973 auf 30,6 Millionen in 1998 gestiegen. Während früher alleinstehende Mütter oft im Haushalt ihrer Eltern lebten - und dadurch als Mitglied eines größeren Haushalts nicht unter die Armutsgrenze fielen - gründen heute Alleinerziehende zunehmend eigene Haushalte. Die Zahl dieser Haushalte stieg von 1,4 Millionen in 1973 auf 1,7 Millionen in 1998. Dem entsprechend stieg auch die Zahl der \"Armen\".
Auch die Verdoppelung der Studentenzahlen im letzten Vierteljahrhundert ließ die Armutsquote steigen. Viele Studenten haben eigene Haushalte. Da ihr Einkommen relativ gering ist: 1.300 DM/1.030 DM in alten/neuen Bundesländern, erhöhen sie die Zahl der \"Armen\", obwohl diese Studenten nach ihrem Studium zu den \"Besserverdienenden\" gehören werden.
Tatsächlich ist die Zahl der \"Armen\" gesunken. Während 1985 noch 11,2% der Bevölkerung weniger als 50% des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens bezogen, betrug 1998 dieser Anteil 9,5%. Seit 1973 haben alle Einkommensgruppen einen realen (preisbereinigten) Einkommensanstieg erfahren. Die unterste Einkommensgruppe konnte in diesem Zeitraum ihr durchschnittliches Nettoeinkommen um real 20% steigern.
Deine Zahlen scheinen ziemlich \"neu\" zu sein, denn seit mehr als zwei Jahren haben wir keine DM mehr. Sicher ist die Zahl der Haushalte gestiegen, aber das erklärt noch lange nicht, warum dadurch die Zahl der \"armen\" Haushalte steigt.
Und auch der Vergleich mit den \"armen\" Studenten hinkt erheblich, denn die armen Studienanfänger halten sich in etwa die Waage mit den \"besserverdienenden\" Studienabgängern, die nach dem End ihrer Studienzeit in die gutbezahlten Jobs in der Wirtschaft strömen. Wenn es allerdings diese Jobs nicht gibt, dann könnte an deiner Statistik vielleicht doch ein kleiner Funke Wahrheit sein.
Der jetzt veröffentlichte Armutsbericht der Bundesregierung untersucht übrigens den Zeitraum ab 1998.
Das ist genau der Zeitpunkt an dem die von dir angeführten Zahlen enden.
Nach der Definition war auch ich 5 Jahre lang ein \"armer\" Mensch, weil ich nämlich studiert habe und zu dem Zeitpunkt einen eigenen Haushalt hatte und kaum Einkommen hatte.
Diese Definition von Armut ist einfach lächerlich!
Aber ich befürchte, es ist eine andere Klientel, die hier meckert: Es sind die, die sich nicht ihren Dritt-Wagen (nach Familienkutsche und Motorrad) leisten können, die lieber sich ihr Zweithandy leisten, als in ihre eigene Gesundheit investieren und die neidisch auf diejenigen schauen, die ihrer Meinung nach mehr haben als sie. Auf einmal ist dieses Klientel ganz \"arm\" und taucht in einem Armutsbericht auf.
Versteht mich nicht falsch: Auf der anderen Seite verurteile ich zum Beispiel auch die überbezahlten Manager von Kapitalgesellschaften, die auf der einen Seite Kosten sparen, tausende von Mitarbeiter entlassen und Arbeit in angebliche Billiglohnländer verschieben und auf der anderen Seite ihre Gehälter massivst erhöhen.
Danach ist arm, wer 60% oder weniger des Nettoäquivalenzeinkommens hat. Das Nettoäquivalenzeinkommen wird Jahr für Jahr von den einzelnen EU-Ländern für ihren Bereich definiert.
Für D betrug es 2002 (netto und pro Person) 1.217,-- in den alten und 1.008,-- in den neuen Bundesländern.
Arm ist also, wer weniger als 730,30 bzw. 604,80 pro Person und Monat netto zur Verfügung hat.
Eine Familie mit 2 Kindern ist also bereits arm, wenn sie weniger als 2.921,20 bzw. 2.419,20 in Deutschland monatlich zur Verfügung hat.
Die EU-Definition wird jedoch in Deutschland tunlichst nicht erwähnt, während andere EU-Länder offiziel im gesamten Sozialbereich damit arbeiten.
Das EU-Armutslimit ist nämlich ein unter Bedarfsgesichtspunkten modifiziertes Pro-Kopf-Einkommen, das bereits unterschiedliche Verteilungen in einem Familieneinkommen berücksichtigt. Es ist an den in den einzelnen EU-Ländern tatsächlich vorhandenen Kosten für die tägliche Lebenshaltung orientiert. Dadurch haben die EU-Länder auch sehr unterschiedliche Höhen des Armutslimits.
In Deutschland sind natürlich Bemerkungen über das EU-Armutslimit absolut unerwünscht. Wird dadurch doch erst einmal richtig klar, wo die deutschen BürgerInnen, Familien, Kinder, SHE´s und ALG II´s angekommen sind !
MfG bollermann
vielen Dank für diesen Beitrag. Und das meine ich jetzt wirklich so und nicht etwa sarkastisch, wie es eigentlich sonst meine Art ist.
Danke für die amtliche Definition der \"Armut\" die sich jeder, der sich zum Thema Armut äußern möchte, erst mal lesen sollte. Wer das noch nicht getan hat, kann das gerne jederzeit auch beim Statistischen Bundesamt nachholen. Wir brauchen also gar nicht darüber zu streiten, was arm ist und auch nicht darüber zu diskutieren, dass es sich mit dem \"Einkommen\" eines Armen in \"Armenien\" oder anderswo trefflich leben lässt.
Armut nach der amtlichen Defintion, muss nicht unbedingt heißen, dass Arme nun generell kein Dach mehr über dem Kopf haben oder permanent \"Kohldampf\" schieben müssen.
\"Arm\" ist jemand der nicht mehr in der Lage ist am gesellschaftlichen Leben unseres Landes teilzunehmen oder teilzuhaben. Arm ist, wer sich den Zugang zu Bildung und Wissen nicht leisten kann. Arm ist, wer nicht mehr die Möglichkeit hat sich aus eigener Kraft aus der Armut zu lösen. Arm ist, wer in der Persektivlosigkeit des \"Working Poor\" gefangen ist und dort sein Leben fristen muss.
Und die Zahl derer, die in diesem \"Gulag\" landen wird täglich größer.
Und das sind nicht nur ein paar Studenten mit eigenem Haushalt oder die Mitglieder einer WG, die sich als Zweckgemeinschaft für einen begrenzten Zeitraum bis zum Abschluß des Studiums zusammmenschließen.
Es sind überwiegend Alleinerziehende mit Kind und Familien, bzw. Menschen deren Familien (an der Armut) zerbrochen sind. Und natürlich Menschen ohne Ausbildung und Bildung, die sich den Zugang zu Bildung nicht leisten konnten.
Denn Armut ist vererbbar.
Arme wollen auch keine Almosen, sie wollen keine Anträge ausfüllen und auf Behördernfluren warten. Arme wollen einfach Lebensumstände unter denen sie \"leben\" können und Arbeit, von der sie \"leben\" können.
Und eine Politik und eine Gesellschaft die dazu nicht in der Lage ist, wird irgendwann die Rechnung dafür bezahlen müssen.
Tatsächlich ist der Besuch der Schule kostenlos und mit geringem Budget zu bewerkstelligen.
Die \"Armut\" hat eine ganz andere Dimension als Du es Dir vorstellen magst. Es geht nicht um die finanzielle Dimension, sondern um eine Dimension, die mit Antrieb, Ehrgeiz, etc. zu tun hat.
Das heutige Sozialsystem fördert \"Faulheit\". Diese Einsicht ist zwar hart, aber es ist so. Warum soll ein Mensch arbeiten gehen, wenn er vom Staat alles in den Hintern geblasen bekommt? Warum soll ein Mann arbeiten gehen, wenn die Frau - von der er geschieden ist und die die Kinder zugesprochen bekommen hat - ihm mehr als 2/3 seines Gehaltes abzieht? (Umgekehrt wird natürlich auch ein Schuh draus.) Warum soll ein Mensch aktiv etwas für seine Gesundheit tun? (Die KK bezahlt ja eh\' alles ... naja, zum Glück nicht mehr ganz).
Solange die Gesellschaft das toleriert, aktiv unterstützt und unter \"sozial\" versteht, ist die Gesellschaft verloren ..... nicht umgekehrt.
Ich bin der Meinung, dass die Gesellschaft eben NICHT für alles einstehen muss, was der einzelne für sich privat zu verantworten hat.
Wenn 2 Personen heiraten, Kinder in die Welt setzen und sich danach trennen, soll der Staat eben NICHT dafür aufkommen, dass die beiden erwachsenen Personen es nicht schaffen, sich zu arrangieren. Wenn jemand mit dem Motorrad auf einer Spritztour selbstverschuldet verunglückt, soll die Gesellschaft (gesetzliche KK) eben nicht dafür aufkommen, dass derjenige seinem privaten und unvernünftigem Hobby frönt (Jeder Sportler im Verein muss sich gegen Verletzungen selbst versichern, warum nicht auch die Motorradfahrer?). Er/sie soll es gefälligst selbst bezahlen. Die Kosten von Rauchern muss ich wohl gar nicht erst erwähnen, oder?
So könnte ich weiter argumentieren ....
Meine Maxime ist: Jeder Mensch ist für sein Glück selbst verantwortlich. Die \"Gesellschaft\" kann zwar Rahmenbedingungen schaffen, aber mehr nicht. Sie - die Gesellschaft - ist nicht für das private Glück jedes Einzelnen verantwortlich. Punkt. (Im Übrigen habe ich keine Lust auf eine Gesellschaft, die mir mein Glück vorschreiben möchte.)
Mir ist allerdings klar, dass es hier massive Unterschiede in der Einschätzung des Lebens und der Gesellschaft gibt. Naja, so ist es halt.
daß der staat sich auf ein zahlenwerk zurückzieht, um armut zu bewerten, ist sicher hinnehmbar, da es konkrete maßstäbe geben muß, wenn er dagegensteuern will.
wenn man sich selbst aber damit auseinandersetzt, sollte man sich meiner meinung nach bewußt sein, daß immer konkrete schicksale hinter den zahlen stehen. die einstellung, daß jeder für sein glück selbst verantwortlich sei, zeigt, wie gründlich die <a rel="nofollow" href=\"http://www.nachdenkseiten.de/cms/front_content.php?idartlang=481&idart=481&idcat =13&idcatart=&lang=1\">demagogen</a> dieser gesellschaft ihre arbeit getan haben. vielleicht haben 80 prozent der einwohner deutschlands wirklich die möglichkeit, ihr glück selbst zu gestalten. was aber ist mit den anderen 20 prozent? sollen die eben sehen, wo sie bleiben? eben pech gehabt? was soll dem zwölfjährigen kind gesagt werden, dessen familie säuft, keine arbeit hat und entsprechend kein geld für das nötigste zum leben?
daß es selbst verantwortlich ist für sein (un)glück?
Glückwunsch, du hast es in deiner Argumentation geschafft dich selbst zu überholen.
In manchen Punkten hast du zwar Recht, zumindest könnte ich mich nach heftiger Diskussion (;.-) mit dir auf einen Konsens einigen.
Das Problem liegt m.E. darin, dass wir nicht in der Gesellschaft leben (dürfen), zu der deine Vorstellungen passen.
Jeder sei seines Glückes Schmied kann nur funktionieren, wenn sich nicht permanent Papa Staat einmischt, um an jedem auch nur einigermaßen lauwarmen Eisen mitzuschmieden. Sich überall einmischen, alles wissen, kontrollieren und verwalten wollen kann nicht funktionieren, wenn Eigeninitiative gefragt und benötigt wird.
Wenn sich in einem System Eigeninitiative nicht mehr lohnt, weil nach getaner Arbeit zuwenig zum (Über-)leben übrig bleibt, dann macht es keinen Sinn mehr sich anzustrengen.
Für mich sind Arbeitnehmer Unternehmer, die ihre Arbeitskraft am Markt anbieten und es ist absolut unverständlich, warum sie mit einer geringeren Eigenkapitalrendite zufrieden sein sollen, als der/die Unternehmer.
Es müssen ja nicht gleich 25% sein, wie bei der Deutschen Bank.
Jahrelang hat man uns erzählt, dass die 2,5 Millionen Arbeitslose, die Rot-Grün beim Amtsantritt 1998 vorgefunden hat, alles Faulenzer sind, die man in Kürze zum Arbeiten bringen würde. Daran wollte sich doch der Bundesgerd messen lassen, wen ich mich recht erinnere. Heute haben wir mehr als doppelt so viele von diesen Faulenzer mit weiter steigender Tendenz.
Nun kann man es sich, je nach politischer Gesinnung aussuchen, ob:
a. die Menschen dieser Republik fauler geworden sind
b. die Politiker die Problematik der Arbeitslosigkeit unterschätzt haben
c. diese Regierung einfach nichts taugt
Auf jeden Fall haben wir sechs Jahre nachdem Rot-Grün an die Macht gekommen ist, mehr Probleme als je zuvor und zur Verwaltung der Arbeitslosigkeit ist mit Hartz IV und ALG II ein bürokratisches Monster geschaffen worden.
Um die Frage zu beantworten, wie man arm wird, nach unten abrutscht und zum Faulenzer wird, muss man sich nur mal vorstellen, dass man seine Arbeit verliert und keine neue findet.
Nur mal annehmen, dass das geschehen könnte.
Dann rechnet man mal rasch seine monatlichen Fixkosten aus und wirft einen Blick auf die Bargeldbestände auf dem Konto. Selbst bei einem gut geführten Haushalt dürfte nach ca. sechs Monaten Ebbe sein. Dann geht es ans Verkaufen von Vermögensgegenständen. Alles unter Zeitdruck und, weil die Käufer das spüren, auch meist unter Wert.
Dann reagiert die Bank und fragt schon mal an, wie denn die Lage ist, weil man festgestellt hat, dass auf dem Konto die laufenden Zahlungseingänge ausbleiben. Zur Sicherheit werden schon mal die Kreditkonditionen verschlechtert und der Dispo gestrichen. Dann fängt man an die jährlichen Zahlungen an KFZ-Steuer und KFZ-Versicherungen quartalsweise zu leisten und stellt fest, dass das teurerer ist.
Dann wird in eine kostengünstigere Wohnung umgezogen und einige Zeit später das Auto verkauft, an das man sich so lange geklammert hat, weil man zur Jobsuche und für die neue Stelle ja mobil sein wollte. Dann geht die Waschmaschine kaputt, der Fernseher oder der Kühlschrank und man hat kein Geld für neue Geräte. Also macht man einen Ratenvertrag, obwohl man weiß, dass man die Raten nicht bezahlen kann.
Dann kommen familiäre Probleme dazu, der Haussegen hängt schief. Zuerst fliegen Argumente, dann Gegenstände, irgendwann vielleicht sogar auch Fäuste.
Dann zerbricht die Ehe oder Partnerschaft. Manch einer flüchtet sich in den Alkohol.
Dann kommt der Gerichtsvollzieher wegen dem Ratenvertrag oder den Stromkosten. Und vom Vermieter kommt die fristlose Kündigung.
An einen Job ist schon lange nicht mehr zu denken, denn wer nimmt schon einen älteren Langzeitarbeitslosen.
Also, man braucht nicht lange zu diskutieren, ob so etwas passieren kann, denn es passiert täglich Hunderten, wenn nicht Tausenden Menschen.
Und jeder von denen hat geglaubt, dass ihm das nicht passiert!
Also Weepee, stell dir einfach mal vor du würdest deinen Job verlieren!
Geh ein solches Szenario in Gedanken einfach mal bis zum bitteren Ende durch.
In drei oder vier Jahren bist du dann ganz unten, wenn du nicht vorher aus dem Fenster gesprungen bist, weil du keine Chance hast aus dieser Situation wieder herauszukommen.
die letzte Einstellung ist erneut genial. Es brauchte ja auch Jahre bis viele Diskutanten endlich erkannten, dass die SHE´s und ALG´s, die Familien und Kinder, die Alleinerziehenden usw. fast immer keine Sozialschmarotzer sind.
Erstaunlich ist in Deutschland der plötzliche Wandel.
Erst wird durch eine Sozialpolitik der Marke Gießkanne Schmarotzerunwesen gefördert und der Sozialmissbrauch gerade nicht unterbunden, dann sind über Nacht ca. 5 Mio Arbeitslose die Ausbeuter der Nation schlechthin und nun, nachdem so ziemlich jedem Arbeitsplatzbesitzer die Muffe geht, kommt auch die Einsicht langsam zurück.
Trotzdem sind wir an einem Punkt angekommen, an welchem überall Reformen notwendig sind.
Nimmt man nur das deutsche KV-Unwesen so kann es doch nicht sein, dass selbst meine Familie mit 5 kleinen Kindern in ländlichen Gebieten der Schweiz monatlich weniger Beiträge zu zahlen hat als in Deutschland. Die Schweiz hat schließlich die Kopfpauschale und kennt keinen Arbeitgeberanteil. Es muss dort wesentlich teurer sein als in Deutschland ! Wir kommen aus solch einem Teufelskreis nur dann heraus, wenn z. B. das deutsche KV-Unwesen radikal reformiert wird. Dabei ist es völlig wurscht, wie der Name dieser KV lautet. Aber:
# eine Grund-KV für alle BürgerInnen (Auflösung der Verwaltungstürme)
# private Abrechnungen Arzt/Patienten (Verrechnungsvereine - ade !)
# Reduzierung der Verschreibungspflicht (weniger Arztbesuche)
# Eigenbeteiligung pro Jahr ca. 500,-- (Missbrauch - ade)
# Höhere Eigenbeteiligung möglich (geringerer Monatsbeitrag)
# Möglichkeit der Risikoversicherung für teure Fälle (geringer Beitrag)
# Vermeidung von ungleicher Behandlung
# Unterstützung von Sozialfällen
Doch können wir uns gegen die Lobbyisten wie den Profiteuren innerhalb der KV´s, den Kassenärztlichen Verrechnungsstellen, der Arzneimittelindustrie, den Profiteuren bei der Privatbehandlung (Beamte usw.) durchsetzen ?
MfG bollermann
jupp, kein Problem, dann mache ich mich selbstständig und/oder gehe jobben. Irgendetwas gibt es immer zu tun: kellnern, putzen, PC reparieren, Software installieren, gärtnern, Straße fegen, Werbezettel austragen, Babysitter spielen, Software erstellen, Hausfrauen WORD beibringen, Rentnern das Internet erklären, 3 Stunden in einem Lädchen Zeitungen verkaufen, etc.
Im Übrigen würde ich SOFORT (und nicht erst nach 6 Monaten) meine Ausgaben MASSIVST einschränken, das teure Auto verkaufen, den Urlaub streichen, das Bier in der Gaststätte streichen, Handyvertrag kündigen, etc.
Falls Du sagst: \"Das kannst Du leicht erzählen\" -- kann ich Dir antworten: \"alles schon einmal durchexerziert.\"
In dem Augenblick, wo die Arbeit verloren geht, muss man sich SOFORT einschränken und nicht - aufgrund des Prinzips Hoffnung - so weiter machen wie bisher ....
Des Weiteren gehöre ich zu den Wenigen, die sich den Luxus erlauben, keine Schulden zu machen. Dann wird es nämlich - und das schreibst Du oben so schön - auch billiger. Und wenn man das von Anfang an so hält, dann hält man auch länger als 6 Monate durch, wenn es denn hart auf hart kommt.
WeePee