Machopan - Rauchzeichen

21.02.2006 um 05:45 Uhr

Daumenschrauben

Einem Bericht des Saar-Echo zu Folge will der Bundesarbeitsminister Münte Fering jugendlichen Arbeitslosen bis 25 Jahre die Daumenschrauben anlegen und die staatliche Stütze um 20% kürzen, sofern die untätigen Jugendlichen noch bei Mama und/oder Papa die Füße unter den Tische strecken. Voreilige Ausgründungen eines eigenen Hausstandes der Nachkömmlinge, von denen Deutschland so wenig hat, sind aber nur mit behördlicher Genehmigung bei „Vorliegen schwerwiegender sozialer Gründe“ erlaubt. Was konkret bedeuten wird, dass so mancher Familienvater zuerst dem Suff verfallen und renitent werden muss, bevor er seine volljährigen Nesthocker aus dem Haus bringt, damit sie ihm nicht die letzten Haare vom Kopf fressen.

Nun könnte man statt dem verschärften heimischen Strafvollzug den Jungs und Mädels auch die Fingernägel mit der Beißzange abreißen, bevor man sie zur Arbeit prügelt. Dann würde den zukünftigen Rentenbeitragszahlern sicher der Übergang zur Zwangsarbeit für lau nicht so schwer fallen.

Nach der Furzidee mit der Rente ab 67 ist das nun schon der zweite Hirnriss des Herrn Arbeitsministers innerhalb kurzer Zeit. Es ist wohl nicht mehr auszuschließen, dass unser Vizekanzler bei seinem medienwirksamen Schwächeanfall im August 2005 doch bleibende Hirnschäden davon getragen hat.

Statt sich als Arbeitsminister und oberster Dienstherr der Bundesagentur für Arbeitslosenverwaltung immer neue Schikanen (ich weiß, ich weiß – die im Kopulationsvertrag festgeschrieben sein sollen und von der CDU immer heftigst dementiert werden) auszudenken, könnte er sich vielleicht mal Gedanken darüber machen, wie neue Arbeitsplätze entstehen.
Er muss ja nicht gleich den größten Arbeitsplatzabbauern in den Arm fallen oder mit standrechtlicher Erschießung der Verantwortlichen drohen. Eine knallharte Durchsetzung des Ausbildungspakts würde für das Erste schon mal reichen. Notfalls kann man ja da mal die Daumenschrauben anlegen oder die Fingernägel mit der Beißzange abreißen.
Das kann der Münte mit der gleichen Beißzange machen, mit der er sich normalerweise die Hosenträger hochzieht.
Und bei der Gelegenheit kann man ihm dann, aus reiner Nächstenliebe, gleich auch noch die Nägel aus dem Brett vor dem Kopf ziehen.

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 21.02.2006 um 10:52 Uhr:Also ich finde, man sollte sich endlich an den Zeichen der Zeit orientieren.

    Der Trend ist bekannt und völlig neue Berufe sind gefragt, nur die Harten kommen in den Garten ...

    Wer sich schon in der Jugend mit Leichtigkeit durch vollcomputerisiertes Hartbrennen für eine kriminelle Laufbahn qualifiziert hat es später umso leichter, konsequent weiterzumachen.

    Zu verlieren gibt es nur noch Papis \"So lange du deine Beine unter meinen Tisch ...\" - Oase, zu gewinnen gibt es die Welt.

    Da muß man ansetzen ! Nicht mehr irgendwelche Mr. Minit Schlüsseldienst Ersatzqualifikationen ! Es muß eine Spitzenausbildung her ! Darum neue Berufsbilder jetzt ! Erste Ideen wären \"kleinkrimineller Rapper\", \"Drogenkurier\", \"Drogendealer\", \"Kaufhausdieb\", \"Panzerknacker\" (kombiniert mit Wehrdienst ?), \"Wegelagerer\" (back to the roots), \"Schläger\", \"Geldeintreiber\", \"Erpresser\", \"Bankräuber\", \"Politiker\", \"Topmanager\" ....

    Ok, die letzten beiden gibt\'s schon, aber mit einem der vorher genannten Berufe hätte man da viel bessere Chancen.

    Wie auch immer ...

    Good Morning Future ! ;-)
  2. zitierenmitdenker schreibt am 21.02.2006 um 14:09 Uhr:Ich habe da so eine Idee, sozusagen einen Vorschlag (bitte, es ist nur ein Vorschlag!):

    Änderung des Grundgesetzes der bunten Republik Täuschland



    In freier und geheimer Wahl hat das stimmberechtigte Volk (also alle Deutschen mit vor dem 03.10.1990 in einem der alten Bundesländer gemeldeten Wohnsitz und einem Kontostand über dem 250 fachen des Durchschnittsverdienstes der Altbundesländer) der bunten Republik Täuschland einstimmig die folgende Änderung des Grundgesetzes beschlossen:



    Artikel 1

    [Menschenwürde; Grundrechtsbindung der staatlichen Gewalt]

    (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar......

    Ausgenommen hiervon sind neben den bereits erfolgreich praktizierten Ausgrenzungen im weiteren alle arbeitslosen Arbeitnehmer, insbesondere solche ohne Ausbildung bis zum 25. Lebensjahr oder auch hochqualifizierte abhängig Beschäftigte ab dem 50. Lebensjahr.

    Genaueres regelt ein entsprechendes Ausgrenzungsgesetz (auch Sozialgesetzbuch [SGB] genannt) in seinen Ausführungen und Durchführungsbestimmungen.



    Artikel 3

    [Gleichheit vor dem Gesetz; Gleichberechtigung von Männern und Frauen; Diskriminierungsverbote]

    (1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich....

    Manche sind gleicher. Die am meisten Gleichen sind die in der Präambel genannten Personen.

    Gleich sein heißt keinesfalls gleich sein. Ein ab dem 18. Lebensjahr mündiger Bürger niederer Abstammung ist keinesfalls einem eines stimmberechtigten Abgestammten gleichzusetzen.



    Artikel 12

    [Berufsfreiheit; Verbot der Zwangsarbeit]

    (1) Alle Deutschen haben das Recht, Beruf, Arbeitsplatz und Ausbildungsstätte frei zu wählen...

    Voraussetzung ist die Abstammung aus einer stimmberechtigten Familie. Alle weiteren Erscheinungen in menschlicher Gestalt sind davon ausgenommen.

    Die Berufsausübung kann durch Gesetz oder auf Grund eines Gesetzes geregelt werden.

    (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

    Dies gilt naturgemäß nur für Bürger der direkten Linie und Abstammung ersten Grades von stimmberechtigten Personen.



    (3) Zwangsarbeit ist nur bei einer gerichtlich angeordneten Freiheitsentziehung zulässig...sofern es sich um einen Personenkreis Stimmberechtigter handelt.



  3. zitierenmitdenker schreibt am 21.02.2006 um 17:59 Uhr:Liebe Natalia (ohne Ausrufungszeichen)

    Also wenn die nur 5 Mio plötzlich alle Zettel stecken, wird die Luft knapp. Wegen der vielen abgeholzten Bäume. Und das Wetter spielt dann noch verrückter. Wegen der abgeholzten Bäume. Und wenn die Luft knapp wird, klappt es auch mit dem denken schlechter - sagen jedenfalls einige Mediziner.

    Auch nicht anders mit zusätlichen 5 Mio Taxen. Freut sich die Autoindustrie, Daimler kommt evtl. aus den roten Zahlen... für einen Moment. Aber die Abgase... so sie denn fahren. 5 Mio Personenbeförderungsscheine freuen sich die Taxischulen...für einen Moment.

    Sorry, aber alles sowas von Schw.. (nee, will ja nicht mehr meckern).

    Was ist Arbeitsproduktivität? In gleicher Zeit mehr oder in weniger Zeit das gleiche herstellen? Kann sein. Bin mir hier nicht mehr sicher...

    Was tut ein Mensch, wenn er 4 Stunden arbeiten muss, um ein Brot zum essen zu bekommen? Er arbeitet. Wenn er nun wg. Maschinen nur zwei Stunden braucht? Er kann jetzt entweder zwei Brote essen (die er nicht schafft und eines vergammelt dann) oder eines verkaufen oder drei Stunden etwas anderes tun - z.B. lesen (aber Vorsicht, keine Lektüre über Ökonomie). Sonst käme man dahinter, daß es eigentlich auch anders ginge. Aber dann könnte das \"überschüssige Brot\" nicht mehr verkauft und der so gewonnene Überschuß nicht mehr einzelnen zu gute kommen.

    Und deshalb ja - es ist pervers, Leuten die Arbeit zu entziehen und sie mit teils unnützen Tätigkeiten (z.B. diese Servicekräfte auf den Bahnsteigen) zu beschäftigen. Gib jedem einen Job nach seinen Fähigkeiten. Anders wird sonst dieses System auf Dauer nicht funktionieren, weil:

    \"Man kann alle Leute einige Zeit

    und alle Leute einige Zeit

    aber nicht alle Leute alle Zeit

    zum Narren halten\"

    (Abraham Lincoln).



    Selbst dich nicht.

  4. zitierenmitdenker schreibt am 21.02.2006 um 18:12 Uhr:Hey Zaph,

    hab ich vergessen zu erwähnen. Du hast noch einen ganz wichtigen Beruf vergessen:

    Freizeit - Autolackierer. Die, die den Lack so ausgiebig und langlebig einbrennen...

  5. zitierenLyriost schreibt am 21.02.2006 um 19:12 Uhr:... daß es eigentlich auch anders ginge? Und wie genau, Herr Mitdenker? Nun mal Butter bei die Fische. Das würde mich (und sicher nicht nur mich) brennend interessieren. Raus damit, wenn es kein Geheimwissen ist. \"Gib jedem eien Job nach seinen Fähigkeiten.\" Schön. Wer gibt den Job, und wer bezahlt den Lohn? Der ja in diesem Falle vermutlich nicht nach Leistung gezahlt werden soll, sondern nach den Bedürfnissen des Empfängers. Irgendwie kommt mir das bekannt vor.
  6. zitierenLyriost schreibt am 21.02.2006 um 19:13 Uhr:... einen, ehe du mich wieder darauf hinweist, daß ein Buchstabe fehlt. :-)
  7. zitierenmitdenker schreibt am 22.02.2006 um 10:44 Uhr:Liebe Natalia,

    du hast mich weder gekränkt noch böse gemacht. Die krux am geschriebenen Wort ist nun einmal, dass man sehr schwierig Emotionen ausdrücken kann. Bei einer Sprachausbildung an der Schauspielschule wurde uns gezeigt, dass man nur durch Intonation dem Wort \"ja\" sehr unterschiedliche Bedeutung zuordnen kann, z.B. schroff, fragend, betonend usw. Dies geht mit Schrift nun mal nicht (wir schreiben nicht in \"Lautschrift\"). Deshalb kann man so trefflich geschriebenes manchmal Fehlinterpretieren.

    Aber zum Inhalt. Wer weiß schon dass ein Studium pro Jahr bis zu 105.000 € kostet (Medizin) oder günstigenfalls 30.000 € (Philosophie), in Medizin z.B. die durchschnittliche Studiendauer 9 (neun!) Jahre beträgt, es also der Gesellschaft (damit dem Steuerzahler) ganz knappe 1 Million kostet, einen Mediziner zu dem zu machen, was er sollte - Menschen helfen. Und nicht Zettel verteilen oder Taxi fahren. Ich erwarte einfach, dass das Geld (auch meines), was \"investiert\" wurde, irgendwie einen entsprechenden Nutzeffekt für die Gesellschaft bringt. Und 36-Stunden-Dienste bei (Krankenhaus-)Ärzten sind leider die Regel, während draußen ausgebildete Menschen Taxi fahren. Das Problem der Bezahlung ist doch heutzutage eher ein Verteilungsproblem. Wenn als ein von tausenden Beispielen die importierte Personalchefin der Charite in Berlin das 8-fache eines Assistenzarztes / Stationsarztes durch aussertariflichen Vertrag bekommt, so müssen logischerweise dafür 7 Stellen bei Ärzten abgebaut werden, wenn die gleiche Geldmenge vorhanden ist. Eines von zigtausenden Beispielen. Die \"Kompensation\" der (als ein Beispiel) Arbeit der nun 7 taxifahrenden Ärzte wird auf dem Rücken der Patienten - also uns ausgetragen. Einiges auch durch z.B. schnellere und bessere Diagnostik

    (-->Steigerung der Arbeitsproduktivität).

    Wenn Heiner Geißler (CDU) kritisiert, dass 500 der reichsten Familien dieser Erde ein höheres Jahreseinkommen haben als drei Millarden der Ärmsten dieser Welt (also über der Hälfte der Weltbevölkerung), kann man mir Schmalspurideologie vorwerfen, solange man will. Akzeptieren kann ich diesen Fakt deshalb noch lange nicht. Und ich werde nie akzeptieren, dass den Menschen Lügen erzählt werden über diese Gesellschaft (wie: Arbeitsplätze schaffen, es sind nicht genug vorhanden usw). Diese dienen eben nur dem einen Ziel - um Himmels willen keine Veränderung bestehender Strukturen.

    So wie man sicherlich den Sklaven nach dem Jahre 9 n.Ch. vorgeführt hat, sich gegen die bestehende Ordnung aufzulehnen (die Römer haben dies offensichtlich mit \"stichhaltigen\" Argumenten getan), so wie Jahrhunderte die \"von Gott gegebene\" Macht von Adel und Kirche sich doch als \"Denkfehler\" erwies, so wie es Jahrzehnte (bis 1983) Lehrmeinung war, dass es im Magen keine Magenflora geben könnte, so muß man jegliches Festhalten an derzeitigen \"Erkenntnissen\" aus dieser Logik heraus in Frage stellen. Richtig, es hat etwas mit Ideologie zu tun, wenn man diese tatsächlich als das nimmt, was sie ist: IDEENLEHRE. Wer sie ableht, hat eben keine Ideen, keine Ziele. Der lebt stumpf und ohne gewollte Veränderungen vor sich hin. Wer diese jedoch \"bekämpft\", will nur das Eine: das Bestehende um jeden Preis erhalten. Die Geschichte (auch die Jüngere deutsche) lehrt uns, dass dies nicht möglich ist. Aufhalten ja. Hinauszögern ja. Verhindern nein.

    Deshalb gibt es für mich eine einfache Regel bei \"Lehr\"meinungen: Wem nützt es.

    Und wer denn nach Lösungen fragt (mit dem bitterbösen \"Hinweisen\" auf Marx\'sche oder Lenin\'sche Theorien und deren \"absurden\" Gedankengänge), dem muss ich gestehen, dass ich diese nicht in dem Umfang habe, wie sie es erwarten. Aber ich bin mir sicher, dass es so wie es jetzt läuft in der Gesellschaft, nicht weitergehen kann (und darf).

    Vielleicht gibt es ja einen dritten Weg (s. Rudolf Bahro, Prof. Havemann u.v.a).

    Zur Zeit gibt es aus meiner Sicht kein richtiges gangbares Konzept. Wie auch.

    Viele sind von den Ereignissen in Deutschland der letzten 100 Jahre regelrecht paralysiert.

    Auch nur ein Beispiel (allerdings ein schlechtes) von gestern. Helos klaut seinen Kunden 300 Mio (so die Behauptung). Ich schätze, ein mehr oder weniger großer Teil davon ist auf nimmer Wiedersehen im Bermudadreieck verschwunden (aber nicht weg!!!). Irgendwann liegen die Fahrer auf der Straße (\'tschuldigung, auf dem Flur der zuständigen BA). Die Zeche übernehmen wieder die Steuerzahler. So läuft es in dieser Gesellschaft.

    Ich gestehe dir im übrigen deine Meinung zu. Klar. Meinung ist die subjektive Ansicht bzw. Einstellung zu Zuständen. Im Gegensatz zu Ansichten. Aber hier werden Meinungen eben auch diskutiert.

    Oder?

  8. zitierenLyriost schreibt am 22.02.2006 um 11:45 Uhr:Ide|o|lo|gie, die; -, -n [frz. idéologie, eigtl. = Ideenlehre, gepr. von dem frz. Philosophen A.L.C. Destutt de Tracy (1754 – 1836), zu griech. idéa (Idee) u. -logie]: a) an eine soziale Gruppe, eine Kultur o.Ä. gebundenes System von Weltanschauungen, Grundeinstellungen u. Wertungen: eine bürgerliche, demokratische I.; die I. der herrschenden Schicht; die -n einer Zeit; eine I. vertreten; jmdm. seine I. aufzuzwingen versuchen; b) politische Theorie, in der Ideen (2) der Erreichung politischer u. wirtschaftlicher Ziele dienen (bes. in totalitären Systemen): eine faschistische, kommunistische I.; politische -n; c) weltfremde Theorie.



    © Duden - Deutsches Universalwörterbuch 2001



    a) bis c) bezeichnen das, was sich hinter dem Begriff Ideologie tatsächlich verbirgt. Und deshalb ist Ideologiekritik nötig, wenn man ein klares Bild bekommen möchte. Und vielleicht sogar eine Idee. Die man dann, so man will und kann, lehren kann. Aber Ideenlehre ohne (neue) Ideen ist bestenfalls Interessenpolitik oder Restaurationsversuch.



  9. zitierenmitdenker schreibt am 22.02.2006 um 12:30 Uhr:Danke für die Definition. Wenn ich mit meinen altersgeschwächten Augen es noch richtig lesen kann, steht dort doch auch etwas von Grundeinstellungen und Werten (sowie von Weltanschauungen). Wenn nun geschrieben wurde \"Meine Arroganz, wenn man meine Dummheitsallergie so nennen will, nährt sich nicht aus irgendeiner Herrenmenschenideologie und auch nicht aus den Minderwertigkeitsgefühlen anderer, sondern aus der Ignoranz und Arroganz von Schmalspurideologen jeglicher Couleur\" so bin ich überrascht, wenn sich jemand mit der Welt anlegt, also mit allen Glaubensrichtungen dieser Welt (auch Religion ist eine Form der Weltanschauung), es sei denn, ich sehe da etwas falsch. So nebenbei.

    Aber zu den Grundeinstellungen und Werten. Nun könnte ich ja trefflich über Besitz philosophieren und z.B. der Frage, an welcher Stelle der Bibel Gott den Menschen etwa ein Stück Land \"geschenkt\" hat, um dass ein Mensch behaupten könnte, es sei \"seins\". Kann ja sein, ich habe etwas überlesen.

    Wenn man jedoch die Paläantropologie betrachtet, so sollen die Menschen ja aus Afrika gekommen sein und sich dann über die Welt ausgebreitet haben.

    Wie kommt es dann aber, dass es in Europa, Asien, Australien, Amerika so viele Privatgrundstücke gibt. Wer bitte hat sie denn von wem \"gekauft\". Oder wurden sie nicht einfach der Natur geklaut.

    Ja, ja, primitiv und nicht durchdacht. Aber die These vom Besitz gründet sich doch nun einmal auf den \"Erwerb\".

    Ist aber auch nur so ein Gedanke, so wie eben der, dass sich bei eingehender Betrachtung viele der \"Besitztümer\" auf Diebstahl, Raub, Mord und dergleichen zurückführen ließen. Nun gehört es ja vielleicht (jedenfalls in meinen Vorstellungen) zu den Wertvorstellungen, die o.g. Aneignungstaten als schlecht zu bezeichnen. Und damit zu einer Vorstellung zu neigen, die von gesellschaftlichem Eigentum ausgeht. Den Unterschied zwischen gesellschaftlichem und staatlichen Eigentum zu kennen, setze ich einfach einmal voraus.

    Wenn es die Vorstellungskraft der heutigen Menschen überfordert, an eine

    gerechte(re) Gesellschaftsform zu \"glauben\", hat dies nichts mit irgendwelchen Restaurationsversuchen zu tun. Es sei denn, ich vermittle die Ansicht, man sollte die Menschen in die Steinzeit \"zurückbomben\" (wie der böse Spruch, dass der vierte Weltkrieg mit Pfeil und Bogen ausgetragen wird). Oder welche Restauration soll es geben?

    Interessenpolitik ja - sofort und jederzeit. Für die Vernunft im Menschen.

  10. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 22.02.2006 um 12:53 Uhr:Warum neue Ideen für alte Probleme, die schon vor langer Zeit mit mittlerweile alten Ideen gelöst wurden ?

    Mittelstand stärken und dadurch die Jobmaschine ankurbeln weil dringend benötigtes Wachstum nur aus dem Mittelstand kommen kann und schon immer kam ? Ein alter Hut.

    Den Staat zwingen, endlich wieder seiner Umverteilungsfunktion nachzukommen ? Auch ein alter Hut und obendrein sicher nicht mit Wahlen machbar.

    Im ehemaligen Land der Dichter und Denker wieder dafür sorgen, dass Innovationen realisiert werden ? Auch das hat einen langen Bart, und wäre ausserdem überhaupt nicht nett gegenüber den etablierten Konzernen.

    So lassen sich ganze Bücher voller Lösungen schreiben, sicher auch viel besser als mein Pamphlet hier, aber auch das ist ein alter Hut.

    Wer Macht hat wird weiter alles tun, sie zu behalten und mit dem Geld ist es noch schlimmer.

    Das wird so weitergehen bis es knallt oder sich, für mich wider Erwarten, die Stimme der Vernunft gegen die Gier durchsetzt.



    Ich spray\'s mit Lack an jede Wand ! Intrastruktur braucht das Land ! ;-)



    PS: Der Begriff \"Intrastruktur\" ist von Lyriost geklaut, http://www.blogigo.de/gedichte_gedanken/entry/206539#comments(Anm. d. Verzapfers)
  11. zitierenmitdenker schreibt am 22.02.2006 um 14:23 Uhr:Liebe Natalia,

    darf ich dein Wort von der Dummheit vielleicht etwas entschärfen? So in Richtung Unwissenheit? Wieso? Weil ich (bis auf wenige Ausnahmen) eigentlich immer von Letzterem ausgehe. Und weil Wilhelm Busch mal etwas treffendes zu \"Dummheit\" gesagt hat. Ausserdem meine ich, dass man heutzutage jedem Menschen in kürzester Zeit beweisen kann, dass er (angeblich) \"dumm\" ist, weil er etwas nicht weiß.

    Der letzte, dem man nachsagt, dass er das Wissen seiner Zeit \"intus\" hatte, lebte im Barock (und landete bei dieser ZDF-Show der \"Besten Deutschen\" sehr weit hinten).

    Begründer der Preussischen Akademie der Wissenschaften (1700).



    Hallo Zaph,

    ich gebe dir Recht, gegenwärtig schlummert dort ein riesiges Potential, dass teilweise unterdrückt wird. Ob gewollt oder nicht, kann ich nicht einschätzen.

    Vielleicht ist ihre Lobby in der Politik unterrepräsentiert?

    Aber dort funktioniert es oftmals eben noch mit dem Gebot des Grundgesetzes: \"Eigentum verpflichtet\", weil die meisten Geschäftsführer eben noch ein persönliches Interesse haben am Unternehmen, was ich manchem Manager eines Konzerns abspreche. Wegen der mangelnden persönlichen Verantwortung.

    Eventuell kommt man ja auch mit der Merkelschen \"Beteiligungsidee\" ein Stück weiter, obwohl es so etwas schon einmal gab, ich glaube bei Foto-Porst. Was nicht funktionierte. Aber wie gesagt, auch ein Sklavenaufstand ist damals gescheitert und trotzdem gibt es (jedenfalls offiziell) heutzutage keine mehr.

    Vielleicht klappt die Beteiligungsidee nach ca. 40 Jahren ja doch noch.

    Allerdings wäre dies für einige moralisch Fatal - wegen der Entsprechung einer marx\'schen Aussage.

  12. zitierenLyriost schreibt am 23.02.2006 um 10:17 Uhr:Dummheit



    Dummheit ist weniger eine Folge mangelnden Wissens, sondern eher ein Symptom der mangelnden Fähigkeit oder Bereitschaft, diesen Mangel bei sich selbst zu diagnostizieren. Das sokratische Εν οίδα οτι ουδέν οίδα (Ich weiß, daß ich nichts weiß)

    ist nach wie vor trotz seiner paradoxen Struktur wegweisend. Und im Kern ist die sokratische Ironie viel weniger ironisch, als man sich zu denken angewöhnt hat.
  13. zitierenmitdenker schreibt am 23.02.2006 um 15:07 Uhr:Ein Kluger bemerkt alles. Ein Dummer macht über alles eine Bemerkung. - Heinrich Heine
  14. zitierenLyriost schreibt am 23.02.2006 um 16:17 Uhr:... auch deswegen hat er den Papagei seiner Frau vergiftet.
  15. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 24.02.2006 um 07:57 Uhr:Schlimm wäre es, wenn der Papagei ihn vergiftet hätte. *lsw*
  16. zitierenLyriost schreibt am 24.02.2006 um 09:59 Uhr:Vergiftet zu werden ist immer wenig erfreulich. Sogar wenn man sich selbst vergiftet.
  17. zitierenmitdenker schreibt am 24.02.2006 um 10:31 Uhr:@Zaph

    Ironie dieser Welt: auch Sokrates wurde vergiftet...

    Und eine Deutung seiner Ironie ist: Sie will den anderen nicht lächerlich machen, sondern seine Unzulänglichkeit als etwas zu erkennen geben, über das derjenige selbst lachen soll, anstatt zerknirscht zu sein.

  18. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 24.02.2006 um 11:26 Uhr:@mitdenker:

    Oder einfach formuliert.

    Wenn man mucho macho obercool über einen Zaun springt, mit dem Fuß hängen bleibt und sich böse auf die Fresse packt, dann ist das peinlich.

    Springt man mucho macho obercool über den Zaun, bleibt mit dem Fuß hängen, packt sich auf die Fresse, steht auf und lacht herzlich weil man sich seines komischen Anblicks bewußt ist, dann ist das echt coooooooooool ;-)



    Apropos auf die Fresse fallen weil man sich zu ernst nimmt ...

    \"Möge dieser bittere Kelch an mir vorüber gehen !\" :-)
  19. zitierenLyriost schreibt am 24.02.2006 um 11:28 Uhr:Irrtum, mitdenker, bei Sokrates geht es um die Erkenntnis, nicht ums Lachen. Und es geht nicht um die Unzulänglichkeit des anderen, sondern um die Unzulänglichkeit unseres Denkens.
  20. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 24.02.2006 um 13:03 Uhr:Boah Lyriost, oller Stänkerfritze ! *lach*

    Kommst mit etwas gegen die Lungen tun ?

    Das enthält mitunter auch eine philosophische Aussage :-)--~~~~~~~~
  21. zitierenLyriost schreibt am 24.02.2006 um 19:27 Uhr:Zaphod, ich hab zehn Jahre nicht geraucht und muß jetzt etwas nachholen, bevor ich wieder aufhöre. <img src=http://www.cosgan.de/images/smilie/frech/a055.gif>

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