Die Qual der Wahl

Heide Simonis gehörte nicht dazu.
Das Lachen ist der „roten Heide“ heute am 17. März, wohl endgültig
vergangen, denn in vier Wahlgängen hat es nicht zur Wahl zur
Ministerpräsidentin gereicht, weil einer der Abgeordneten das Geklüngel
um die Machtverteilung nicht mitgemacht und sich eisern seiner Stimme
enthalten hat. Wer immer es auch sein mag, das ist sein gutes Recht als Abgeordneter, der nach der Landesverfassung nur seinem (eigenen) Gewissen verantwortlich ist. Von Fraktionszwang steht nichts in der Verfassung, den haben die Parteichefs erst später dazu erfunden.
Statt nach dem knappen Wahlergebnis das einzig Richtige zu machen und eine „große“ Koalition zu suchen, versuchte Simonis den Ritt auf der Rasierklinge und dabei hat sie sich jetzt das Sitzfleisch ziemlich heftig zerschnitten.
So heftig, dass hässliche Narben bleiben werden, wenn nicht gar der politische Tod eintritt. Nach vier verlorenen Wahlgängen muss man schon ziemlich verbohrt, verblendet und lernresistent sein, um die Zeichen der Zeit nicht mehr zur Kenntnis nehmen zu können.
Ein bei Politikern mit zunehmender Amtszeit häufig zu beobachtendes Phänomen.
„Das Spiel ist aus, Heide“, möchte man ihr zurufen, „the party is over“ und „ich hab’s schon immer kommen sehen“. Denn seit 1993, seit Heide als Nachfolgerin von Björn Engholm Ministerpräsidentin (die einzige in der BRddr) von Schleswig-Holstein wurde, hat die SPD bei jeder Wahl Stimmen verloren. 1996 sogar die absolute Mehrheit.
Und nu ist der Sack zu!
Was jetzt kommt? Hoffentlich nicht noch mal so eine Wackelkonstruktion wie mit der SSW, von denen es ja keiner gewesen sein will, der der Heide die Gefolgschaft versagte. Aber was Genaues weiß man nicht, denn „Dänen lügen nicht“.
Vernünftig wären nun Neuwahlen, ein anderer rot-grüner Kandidat als Ministerpräsident oder eine „große“ Koalition. Aber das wäre das endgültige Eingeständnis der Niederlage und das würde einigen Herren in Berlin gar nicht gefallen.
Und der neue Ministerpräsident des Landes würde sicher nicht Simonis heißen.
Soweit hätte es nicht kommen müssen, wenn die Heide eben rechtzeitig eingesehen hätte, dass sie nicht die „Landesmutter“ auf Lebenszeit, sondern nur eine auswechselbare Angestellte des Landes Schleswig-Holstein ist.
«Dabei hatte sie noch vor der jüngsten Landtagswahl erklärt: "Ich würde es mir gerne ersparen, wie Kurt Biedenkopf vom Stuhl gekratzt und raus getragen zu werden."», schreibt der Spiegel und weiß über den Abweichler, der seine Stimme so konstant enthalten hat, zu berichten, dass «da wohl irgendwelche persönlichen Animositäten eine Rolle gespielt haben müssen».
Also vom Stuhl gekratzt worden ist sie heute schon, denn mit ihrem Machtanspruch und ihrem teilweise auch sehr rustikalem Umgangston, hat sich die „rote Heide“ auch in ihrer eigenen Partei nicht nur Freunde gemacht.
Peer (wer?) Steinbrück, ehemaliger Wirtschaftsminister in Simonis' Kabinett, bezeichnete ihre Politik einmal als "Klein-klein auf Pepita-Niveau".
Ich nenn das eher „kleinkariert“ und außerdem wäre mir persönlich ein „Ende mit Schrecken“ lieber als ein „Schrecken ohne Ende“.
Oder können sie mir erklären, wie die Frau Ministerpräsidentin Simonis unter solchen Voraussetzungen auf die Idee kommt, noch mal für fünf Jahre im Amt bleiben und zum Wohle des Landes agieren zu wollen.
Doch sicher nur zum Wohle der Ministerpräsidentin und zur Befriedigung des eigenen Egos.

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Nach dem vierten Kopfschuss der Pattex-Heide, wann kommt der nächste \"Kopfschuss\", am 27 April 2005?
In der Schule wurde mir beigebracht, dass ein Abgeordneter nur seinem Gewissen verpflichtet ist und jetzt soll er einen Verrat begangen haben.
Also das kann und will ich nicht als Verrat bezeichnen.
Ein Abgeordneter der seinem Gewissen treu ist muss sich in unserer heutigen Demokratie verstecken, ihm bleibt keine andere Wahl.
Also wer ist jetzt Verräter, die Parteien oder der ehrliche Vertreter des Volkes.
Wenn ich an seiner Stelle gewesen wäre, hätte ich beim 4. Durchgang den Gegenkandidaten in den Sessel gehoben, alleine aus den Gründen diesem elenden Fraktionszwang einen weiteren Denkzettel zu verpassen.
\"also, wenn ich mir unsere bananenrepublikspolitiker so anschaue und deren raffke-mentalität revue passieren lasse, frage ich ich, wie teuer eigentlich so ein politikergewissen ist...\"
glaube ich nicht, das Mann/Frau Abgeordnete(r) gekauft worden ist.
Denn dann hätte er/sie ihre/seine Stimme anders abgegeben.
natürlich ist dieser gedanke zur zeit reine spekulation... und vor allem nur der hinweis auf eine möglichkeit, nicht eine überzeugung:
<a rel="nofollow" href=\"http://www.sueddeutsche.de/muenchen/schwerpunkt/148/18130/4/\">Im vergangenen Jahr ist in diesem Sumpf eine besonders übel riechende Blase aufgeplatzt. Es geht um gekaufte Mitglieder und manipulierte Abstimmungen, eine ganze Clique maßlos ehrgeiziger Nachwuchspolitiker aus der Jungen Union ist in den Skandal verwickelt, einige von ihnen stehen deswegen vor Gericht.</a>
Glauben Sie wirklich, gekaufte Positionen, könnten den ehrlichen Abgeordneten ablösen?
Ich glaube es nicht.
Schnippel
Am Tag nach dem Debakel von Kiel kommen zum Schock die Spekulationen: Wieso wurde Heide Simonis \"verraten\"?
Schnappel
VERRAT!
VERRAT?
VERRAT?????
Ich verstehe es nicht! Wieso Schock? Wieso Verrat?
Frage: WER HAT WEN, WANN, WO VERRATEN?
Meinte der Müntefering (Gestern im Pro7 von Verrat gesprochen!) das er uns mit dem Bundesgerd schon länger verraten hat, um seinen Selbstbedienungsladen aufrechterhalten zu können?
Grübelnd der BERLINER
Meiner Meinung nach haben alle Politiker den Verrat am deutschen Volk bereits mehrfach ausgeführt.
Wer dieses widerlegen kann, möge es hier tun oder für immer still sein.
\"Machopan\" hat keine Angst vor dem Gesetzgeber, ich auch nicht.
Etwa unsere politische Elite, mit Oberlehrer BundesEichel?
Haben wir eigentlich schon mal einen Blick auf die erlernten Berufe unserer
gewählten Volksverarscher gemacht? ich schon! Sie auch?
Aber die Wahrkeit, wenn auch \"gelinkt\", sagt doch manchmal mehr aus , oder?