Machopan - Rauchzeichen

14.02.2006 um 05:45 Uhr

Fertilitätsraten

Fertilitätsraten ist kein neues, lustiges Ratespiel bei SAT1, sondern ein Faktor um ein altes, und immer lästiger werdendes Problem unserer Gesellschaft mathematisch besser begreifen zu können.
 
«Die Fertilitätsrate ist eine in der Demografie verwendete Einheit und wird in der Statistik durch die Gesamtfruchtbarkeitsrate gleichbedeutend mit zusammengefasster Geburtenziffer gemessen.» heißt es dazu bei Wikipedia, «dabei muss die Fertilitätsrate von der Kohortenfertilitätsrate unterschieden werden, welche die kumulierte Geburtenziffer bzw. endgültige Kinderzahl einer Kohorte

Wem jetzt die Lust auf mehr vergangen ist, liegt damit voll im Trend, denn den meisten Menschen ist zwischenzeitlich die Lust zur ausgiebigen Nutzung der Gesamtfruchtbarkeitsrate drastisch vergangen. Damit einhergehend ist diagonal proportional ein stetiges Absinken der Fertilitätsraten verbunden, bei gleichzeitigem überproportionalen Anstieg der Populationsrate.
Nicht sexuell-erotisch, sonder rein mathematisch-demokrafisch betrachtet natürlich

In modernen Gesellschaften (zumindest in den westlichen) mit geringer Kindersterblichkeit kann man davon ausgehen, dass rein rechnerisch pro Frau 2,1 Kinder geboren werden müssten, um die Bevölkerung ohne Migrationssaldo (Zu- und Abwanderung) auf konstantem Niveau zu halten.

Seit Jahrzehnten liegt in den Ländern Europas diese Rate unter diesem für den Fortbestand der Nation so wichtigen Wert. Dabei liegt Frankreich, das Land der Liebe, mit einer Fertilitätsrate von 1,98 an der Spitze, gefolgt von Irland mit 1,89 und Belgien mit 1,66. Den Idealwert von 2,1
erreicht nur Island. Aber dort sind auch die Nächte länger und kälter, also besteht naturbedingt ein erhöhtes Kuschelbedürfnis, was sich wiederum positiv auf die Populationhäufigkeit auswirkt.
Hinter Großbritannien mit einer Fertilitätsrate von 1,6 landet Deutschland (West) mit 1,38 auf einem einigermaßen akzeptablen Mittelplatz. Schlusslicht in Europa ist Deutschland (Ost) mit einer Fertilitätsrate von nur 1,1.
Bevor wir jetzt eine Diskussion darüber beginnen, warum den Ossis der Kuschelfaktor abhanden gekommen und darunter nun die Fertilitätsrate leidet, sollten wir erst mal ins benachbarte Ausland schauen. Denn Soziologen der Universität Graz (Stadt in Österreich/Zentraleuropa) haben nun herausgefunden woran das liegen könnte:

Jugendarbeitslosigkeit wirkt sich negativ auf die Geburtenrate eines Landes aus“ ist das Ergebnis einer Studie der österreichischen Soziologen Max Haller und Regina Ressler.
Weiter heißt es in der Studie: «Einen "signifikanten Beitrag zum Geburtenrückgang bzw. einer Stabilisierung der Fertilität auf niedrigem Niveau" hätten all jene Maßnahmen geleistet, "die zu einem kontinuierlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit in Österreich in den letzten Jahren beigetragen haben".»

Bei Wikipedia war zu dem Thema „Fertilitätsrate“ zu lesen: «Versuche neue Anreize zur Erhöhung der Fertilitätsrate zu schaffen, etwa eine Kinderrente oder Besteuerung von Verhütungsmitteln konnten sich in Deutschland bislang nicht durchsetzen.»

Das hätte uns wirklich noch zu unserem Glück gefehlt, eine Vergnügungssteuer auf Präservative.
Oder haben unsere bundesrepublikanischen Befruchtungsverhüter das Dingens deshalb einfach "Solidaritätszuschlag" genannt?

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenbollermann schreibt am 14.02.2006 um 09:56 Uhr:Also Machopan, ich habe in Kürze 8 eigene Kinder. Davon 6 Kinder in zweiter Ehe. Doch woran liegt es, dass meine Familie nur noch raus aus Deutschland will ? Meine Frau in die Niederlande, ich nach Neuseeland und die Kinder ans warme Meer ?!



    Ein Beispiel: Gerade kommt meine Frau schimpfend zu mir. Sie ist hochschwanger. Nun ist ihr zum 5. mal ein Goldinlay aus einem Zahn gefallen. Obwohl es beste Kleber gibt, die so etwas ausschließen, hält das Inlay gerade nicht. Sie ist in der Zwischenzeit deshalb beim 3. Zahnarzt. Nun will ihr der jetzige Fuscher den sie mit seinen Wichshänden (O-Ton meiner Frau) nicht mehr an ihre Zähne lassen will, ein neues Inlay verkaufen (ca. 850 Euro).



    Mit anderen Worten: Deutschland wurde auf quasi allen Gebieten so nachhaltig versaut, dass es keinem zukünftigen Erdenbürger mehr zuzumuten ist, in dieses Land geboren zu werden.



    Kinder sind das Armutsrisiko Nr. 1 und bisher gibt es nicht einmal einen Ansatz dafür, so etwas im Rahmen einer menschlichen Familienpolitik für alle Kinder und Familien zu korrigieren.



    Besonders die erziehenden Frauen schaffen durch ihre Kinder die Grundlage dafür, dass z. B. DINKIS (double income no kids) im Alter mit stattlichen Altersversorgungen rechnen können, während sie selbst im Alter am Hungertuch nagen müssen.



    Besonders Politiker und hohe Beamte sorgen mit ihren extraordinär unverschämten Pensionen dafür, dass der Staat bereits heute 6 Billionen Pensionsverpflichtungen hat. Nur zum Vergleich: die gesamten Staatsschulden betragen knapp 1,5 Billionen.



    Bei der jetzigen Bevölkerungsexplosion auf der Erde steht unseren Kindern nur noch eins vor Augen: dauerhafte Arbeitslosigkeit !

    1600 n. Chr. 500 Mio Menschen

    1800 n. Chr. 1.000 Mio Menschen

    2000 n. Chr. 6.000 Mio Menschen

    2006 n. Chr. 6.500 Mio Menschen



    Das gigantische Schulproblem in Deutschland, das mehr Verblödete schafft als sinnvoll dem Land und seinen Menschen zu dienen (darüber kann ich einen abendfüllenden Vortrag halten), ist einer der abschreckenden Faktoren warum Frauen in Deutschland keine Kinder haben wollen.



    Gegenwärtig ist eine UN-Menschenrechtskommission in Deutschland und untersucht die in Deutschland vorhandene Chancenungleichheit im Bildungswesen.



    Schließlich finden es die Familien nur noch zum Kotzen, dass sie ausgerechnet von den Blutsaugern der Nation, den neofeudalen Heuschreckenkapitalisten und berufsmäßigen Globalisierern als Sozialschmarotzer beschimpft werden.
  2. zitierenLyriost schreibt am 14.02.2006 um 10:12 Uhr:Angesichts der zunehmenden Verwahrlosung und der sich häufenden Fälle von toten Kindern in Mülltonnen und Gefriertruhen bin ich sehr für eine sinkende Fertilitätsrate. Vielleicht sollte man sogar wie bei den Tauben passende Appetitzügler ins Futter mischen.



    In einer Gesellschaft, in der Kindesmißbrauch und Kindesmißhandlung an der Tagesordnung sind, muß man sich freuen, wenn die Geburtenrate sinkt.



    Und was den Osten betrifft: Wenn man es gewohnt war, daß der Staat für die autoritäre und linientreue Aufzucht des Nachwuchses sorgt, fällt es schwer, liebevoll Verantwortung für die eigenen Kinder zu übernehmen, vor allem dann, wenn man schon mit der höchsteigenen Sozialisationsmodifikation überfordert ist und Nachholbedarf in gelebtem Egoismus verspürt.



    Solange die Ruhebedürftigkeit eines rüstigen Frührentners auch vor Gericht höher bewertet wird als ein Kinderspielplatz, wird sich wohl nichts ändern. Im internationalen Vergleich gehört Deutschland zu den kinderfeindlichsten Ländern. Und das ist nicht allein Folge staatlicher Versäumnisse, sondern vor allem Ausdruck eines deformierten Bewußtseins.



    Und noch was: Wer die geringen Nachwuchszahlen nur beklagt, weil er sich um seine Rente sorgt, der hat nun wirklich gar nichts begriffen.
  3. zitierenbollermann schreibt am 14.02.2006 um 12:00 Uhr:Genau diese Berichte über \"Verwahrlosung\", \"sich häufende Fälle von toten Kindern in Mülltonnen\" und \"Gesellschaft in der Kindesmißbrauch und Kindesmißhandlung an der Tagesordnung ist\" sind auch ein Abschreckungsgrund. Was man da alles zu hören und zu lesen bekommt ist einfach nur noch erschreckend.



    Für mich waren all diese Perversitäten bis zu dem Zeitpunkt unbekannt, bis ich eine Frau kennen lernte, die im Alter von 26 Jahren so ganz nebenher mit ihrem leiblichen Vater vögelte - und ihre gesamte Muschpoke wusste davon.



    Es ist manchmal nur noch widerlich !
  4. zitierenpathologe schreibt am 14.02.2006 um 12:29 Uhr:Frau Lu ( http://derbe.blogger.de/stories/386516/ ) hat in diesem Beitrag ein schönes Beispiel der Entwicklung der heutigen Jugend aufgezeigt, das natürlich nicht allgemeingültig ist. Da ist man doch geneigt, einer sinkenden Fertilitätsrate mit einem befriedigten Schmunzeln im Gesicht, hinsichtlich langfristiger Problemlösung, zuzustimmen.

    Gestern abend habe ich dann in der Bahn die Bestätigung dieses Einzelfalles genießen können, knapp 15jährige Jugendliche, deren übermäßige Speichelproduktion im Abteil entsorgt wurde, um dann danach während der Fahrt ständig die Außentür, die einen Defekt hatte, zu öffnen. An der Zielhaltestelle noch schnell einen Fahrgast angepöbelt und sich dann, rauchend, mit Gleichaltrigen an der Haltestelle zusammenrottend. Der Protest des Zugführers, dass er das Verhalten bereits am selben Tag gemeldet hätte und diese Jugendlichen inzwischen schon mit Nachschlüsseln die Schaltschränke der Züge öffnen und sich am Innenleben zu schaffen machen, ging im Gewummere der Basslautsprecher der Musik unter.



    Und als Gegenbeispiel dann die Kinder unserer Bekannten, die mit knapp 4 Jahren nach Frage Gegenstände zum Betrachten aus unserem Regal nehmen und nach Betrachtung diese wieder sorgfältig zurückstellen. Vielleicht doch Erziehungssache? Vielleicht kriegt man das nur in den seltensten Fällen unter einen Hut: Erziehungs- und Vermehrungsfähigkeit.
  5. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 14.02.2006 um 13:00 Uhr:@Lyriost:

    Meinst du das mit der linientreuen Aufzucht im Osten ist immernoch ein Faktor ?

    Das fände ich bemerkenswert, immerhin wäre das eine Erklärung für die vielen Menschen, die von West nach Ost gezogen sind.

    Schon blöd, dass deren Hoffnungen enttäuscht wurden *seufz*

    Aber immerhin kann man mit solchen Begründungen prima von den Tatsachen ablenken.

    Es liegt ja auf der Hand, dass Honnecker und Konsorten daran Schuld sind, dass viele Kinder im Osten nichtmal mehr eine warme Mahlzeit am Tag haben weil die Eltern das nicht bezahlen können.

    Genauso ist ja auch die Stasi daran Schuld, dass selbst zu 50% Westlohn-Zeiten nahezu

    niemand \"drüben\" investiert hat, obwohl doch die Löhne und Gehälter im Westen so unerträglich hoch sind.

    Oder liegt es daran, dass Ossis mit Job und Geld sofort anfangen würden, Kommunisten zu produzieren, wollen die darum die flächendeckende Versorgung mit Kindertagesstätten zurück, wegen der Indoktrination ? *grübel*

    Also wenn das klappt produzieren die irgendwann so viele Kommunisten dass bald wieder die rote Fahne auf dem Reichstag weht.

    Na was ein Glück, dass u.a. die Kitas im Osten weiter abgebaut werden.

    Jetzt ist endlich klar, dass der soziale Wahnsinn im Osten Methode hat.

    Man sollte sich dort schnellstens eine passende Immobilie besorgen bevor noch andere darauf kommen und der Nachfragedruck steigt, denn klar ist ...

    wenn\'s so weitergeht ist von den Ossis bald keiner mehr da und dann haben wir Platz für Golfplätze, Privatflugplätze, Jachthäfen und überhaupt alles was blühende Landschaften ausmacht.

    Das ist doch geil ! Darum sage ich: Fertiliert die Ossis auf NULL ! Damit endlich Platz ist für Investoren !!!

    Andererseits ...

    Sind dann die Wessis im Osten Ossis ?

    Also das muß ich wohl doch noch mal überschlafen.

    Gute Nacht ! Der Letzte macht das Licht aus !
  6. zitierenLyriost schreibt am 14.02.2006 um 20:32 Uhr:@ Zaphod Selbstverständlich ist das immer noch ein Faktor,

    denn im Osten war der Staat der (erste) Vater und die (erste)

    Mutter. (Neben realer Elternschaft gibt es immer auch

    symbolische.) Nun ist dieser Staat mit seinen Glücksversprechen

    nicht mehr da, und jetzt sollen dessen Kinder alleine Vater und

    Mutter für ihre Kinder sein. Damit sind sie überfordert, zumal sie

    einen stärkeren Selbstformierungs- und

    Wertorientierungsaufwand treiben müssen als andere. Im

    Westen ist das auch nicht mehr so leicht wie früher, aber nicht

    ganz so ausgeprägt.



    Ich betrachte die Welt nicht durch Ablenkungsprismen (dazu

    fehlen mir Voreingenommenheit und intentionale Motivation,

    sondern versuche die Dinge zu sehen, wie sie sind. Und nicht auf

    simple ökonomische Muster und Erklärungen hereinzufallen.



    Die in der Kindheit initialisierte psychologische Gestimmtheit der

    Menschen und ihre zielgerichtete Instrumentalisierung und

    Konditionierung sind ist stabiler als die wechselnden materiellen

    und kulturellen Bedingungen, aber das Problem ist, daß der

    Wechsel der Bedingungen diese Initialisierung, wenn sie nur eine

    Imprägnierung war, in Frage stellt, was die Betroffenen in tiefe

    Konflikte führt, mit denen sie noch weniger gut umgehen können

    als zum Beispiel mit Arbeitslosigkeit.



    In jedem Falle ist die Komplexität der Verhältnisse nicht mit

    griffigen Sprüchen und diagnostischen Verallgemeinerungen zu

    erfassen, und jede Typologisierung hat Grenzen. Was es aber

    gibt, sind Tendenzen und Muster. Und statistische Fakten.



    Und Nachdenken ist manchmal noch effektiver als Überschlafen.
  7. zitierenerphschwester schreibt am 14.02.2006 um 22:24 Uhr:na, pfui! da ist doch die psychologische gestimmtheit und konditionierung ganz einfach an mir vorbeigeschlichen. und ich hab´s gar nicht gemerkt. nur die anderen, die mich regelmässig renitent nannten, was wohl kein bestandteil irgendeiner konditionierung sein kann.



    pech aber auch!



    ... allerdings: für w e n denn nun?
  8. zitierenLyriost schreibt am 14.02.2006 um 23:54 Uhr:Ausnahmen bestätigen die Regel.
  9. zitierenmitdenker schreibt am 15.02.2006 um 09:32 Uhr:@zaph

    also wenn diejenigen, die da von Sozialisationsmodifikation faseln, wirklich recht haben, wird mir so einiges klar. Sie haben die eigene Vergangenheit nicht verdrängen können. Wie war das bei deren Eltern? \"Mutterverdienstkreuz\", \"Lebensborn\", usw. usf. Offensichtlich haben diese Menschen tatsächlich aus diesem Umfeld soviel mitbekommen, dass sie den Geist der \"Herrenmenschen\", der \"wir sind die bessen, klügeren und gebildeteren Deutschen\" so infiltriert bekommen haben, dass deren Geisteshöhlen nicht nur von Nutella braun verfärbt sind. Und das mit dem sicheren Gefühl, dieses auch als \"Rechtsnachfolger\" des dritten Reiches mit Recht zu tun.

    So viel pure Ignoranz durch Unkenntnis sind nicht nur dumm - sie sind tatsächlich gefährlich. Diese Herangehensweise ist und bleibt rassistisch.



  10. zitierenLyriost schreibt am 15.02.2006 um 10:38 Uhr:Sozialisationsmodifikation gibt es nicht. Das ist ja gerade das Problem. Und wer immer noch von besseren oder schlechteren Deutschen redet, der steckt tief drin in der Abwehr, sich kritisch mit seiner eigenen Sozialisation auseinanderzusetzen, und ist weit davon entfernt, deren Wirkmächtigkeit auch nur ansatzweise zu begreifen.
  11. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 15.02.2006 um 11:05 Uhr:@Lyriost:

    Tschuldigung, ich dachte beim Überschlafen komme ich der notwendigen geistigen Umnachtung nahe genug, um deine Pauschalisierungen hinreichend nachvollziehen zu können.

    Das hat aber leider nicht funktioniert *seufz*

    Da bleibt mir wohl nur, weiter meiner unüberbrückbar freigeistigen und hoffentlich immernoch renitenten ;-) Konditionierung zu folgen und bei Fakten zu bleiben ...



    @mitdenker:

    In der DDR wurde versucht, Kortschagins aus der Tube zu erziehen (sh. \"Wie der Stahl gehärtet wurde\" von Nikolai Ostrowski)

    Wie das Experiment ausging ist mittlerweile Geschichte, da hat wohl die Konditionierung versagt.

    Etwas anderes kann auch nur jemand glauben, der damals die Nachrichtensendungen verpasst hat, in denen noch \"Wir sind DAS Volk !\" über den Äther ging.

    Aber genug davon, sonst argumentiert Lyriost womöglich noch, das mußte passieren weil Ossis auf Revolution konditioniert sind ;-)

    Fakt ist und bleibt, dass es im Osten jede Menge Menschen gab und gibt, die trotz massiver Beeinflussung nie die Freiheit ihrer Gedanken verloren haben.

    Fakt ist ebenso, dass gerade solche Menschen wesentlich aufmerksamer sind was politische und soziale Veränderungen betrifft.

    Und nicht zuletzt sollte man doch mehr dem Urteil von Experten vertrauen, und das sind nun mal die Menschen, die den anderen deutschen Staat erlebt haben, denn die kennen beide Seiten der Medaille.

    Die Herrenmenschen-Konditionierung ist übrigens ein famoser Gag wenn man bedenkt, dass Nietzsche zumindest psychologisch gesehen völlig Recht hatte.

    Selbstverständlich wachsen Menschen mit den Aufgaben, die sie bewältigen.

    Was ist dann also der Umkehrschluß bezogen auf Marshallplan gesponserte Wohlstandsschlaffis ? *feix*

    Da sieht man, dass Arroganz und Überheblichkeit kein Westprivileg sein muß, aber meist ist es das doch, auch faszinierend sowas.



    Ach ja, Konditionierung ....

    \"Die Freiheit ist die Freiheit des Andersdenkenden\" Rosa Luxemburg

    Das werde z.B. ich nie wieder los, also argumentiere mich bitte in Grund und Boden Lyriost ! ;-)
  12. zitierenmitdenker schreibt am 15.02.2006 um 11:52 Uhr:@zaph

    Soweit, sogut.

    Ich wollte nur ausdrücken, dass bestimmte \"Erklärungen\" am eigentlichen Thema vorbeigehen, ja geradezu widersinnig sind (siehe hierzu: http://www.bpb.de/publikationen/05049451825358354051911907431409,2,0,Die_DDR_in_den_siebziger_Jahren .html). Es wäre DANN durch nichts zu erklären, dass die Geburtenrate in der DDR bis zum Ende der 60er zurückging. \"Staat\" gab es schliesslich doch schon über 20 Jahre.

    So ist das mit der Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen.



    Es sind vor allem ökonomische und soziale Komponenten, die einen entscheidenden Einfluss haben. Kinder werden nicht durch Ideologien gezeugt. Wer bekommt aber Kinder? Die Alten, Heimatbehafteten oder die der Arbeit hinterherziehenden jungen Menschen? Wie ist der Nymbus Mutter beim Einstellungsgespräch (oft genug selbst erlebt in dieser \"freien Wirtschaft\"): die fällt zu oft aus wegen der Krankheit der Kinder. Keine Kinder? Die könnte welche bekommen und fällt dann aus.

    Dies ist die Realität in diesem ach so demokratischen Land. Wenn ein Land Gesetze schafft, wo das Kinder bekommen gewürdigt wird und auch Schutz bedeutet vor sozialem Abstieg, so ist sofort die Rede vom \"Vater\" oder \"Mutter\" Staat. Wenn eine \"freie Marktwirtschaft\" das Kinder bekommen mit ökonomischen Mitteln verhindert bis hin zu Existenzangst, so ist dies das Paradies dieser \"allseits Gebildeten\" Nachplapperer von irgendwelchen Hinterbanksoziologen.

    Dieses immer wieder Erklärungen finden weitab der Realität ist aber genau das, was die Gefährlichkeit solcher \"einleuchtenden\" Erklärungen ausmacht. So wie eben vor über 60 Jahren geglaubt wurde, dass Juden und Kommunisten \"Untermenschen\" sind.

    Und wir wissen, dass diese Ansichten noch lange nicht ausgerottet sind. (Übrigens: keine Schonung - auch die Aussage über \"Ungläubige\" ist gefährlich und genauso in dieser Richtung einzuordnen).

    Der Mensch ist ein Teil der Natur (auch wenn er dies immer wieder zu leugnen versucht). Auch die Population bei Tieren geht zurück, wenn durch Naturereingisse (Dürre, Überschwemmungen, Klimawandel) die Lebensgrundlagen eingeschränkt werden.

    Dieser Aspekt wird aber geleugnet, weil er einfach nicht in das Denkschema passt.



    Allerdings hilft auch manchmal ein Glaube. So ist die Geburtenrate ich glaube im Jahr des Schweins in China rückläufig, da diese Menschen weniger Glück haben sollen.

    Vielleicht sollte man in dieser Buntesrepublik Täuschland den alten Bibelspruch wieder als Slogan an die Werbeplakate klatschen: \"Liebet und vermehret Euch\". Dann gewinnt wenigstens die Werbe- und Papierindustrie was dazu.

  13. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 15.02.2006 um 12:30 Uhr:@mitdenker:

    Wo kann ich das unterschreiben ? :-)
  14. zitierenMachopan schreibt am 15.02.2006 um 13:11 Uhr:Ich bin der lebende Beweis, dass die Geburtenrate im Jahr des Schweins gar nicht rückläufig sein kann. Und außerdem lege ich Wert auf die Tatsache, dass Schweingeborene besonders hochwertige Menschen sind.

    Denn ich bin ein Schwein und es ist so schön ein Schwein zu sein. *LOL*
  15. zitierenmitdenker schreibt am 15.02.2006 um 13:48 Uhr:@machopan

    unbesehen Zustimmung.

    Aber wer von uns ist schon in China geboren? Und was nützt es mir, ein Tiger zu sein, wenn die Zähne ausgefallen sind...Bleibt mir nur das Beißen mit Worten.



    Wie war das?

    Zum Neujahrsfest lud Gott Buddha alle Tiere seines Universums zu einem Fest ein. Doch nur zwölf erschienen - erst die Maus (Ratte), dann das Rind (Büffel), es folgten Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und als letztes Tier das Schwein. Zum Dank machte Buddha seinen Getreuen das Geschenk, dass jeder Herrscher über ein Jahr werden solle und alle Ereignisse und Schicksale bestimmen könne. So entstand der Legende nach das chinesische Horoskop.

    Wie du siehst, bist übrigens noch nicht \'dran mit bestmmen ;-))))

    Na ja, wer zuletzt kommt...



    Ich gestehe, ich wurde noch nicht eingeladen, obwohl ich die Buddistische Lehre als eine der humansten Glaubensrichtungen betrachte. Schon allein der Gedanke an Reinkarnation. Ich möchte Katze oder Bär werden; bitte, bitte. Endlich ausschlafen....

    Aber wenn, dann folgt ein gülden Jahr....

  16. zitierenLyriost schreibt am 15.02.2006 um 14:43 Uhr:@mitdenker

    Wollen wir uns doch deine Argumentation mal genauer ansehen. Das fängt damit an, daß du über das, was ein anderer sagt, gar nicht erst nachdenkst, sondern es gleich reflexhaft abqualifizierst: \"faseln\". Also törichtes Zug reden. Abgesehen davon, daß du inhaltlich gar nichts sagst zum Thema, sondern dich nur persönlich angegriffen fühlst durch eine verallgemeinernde Aussage, die weit davon entfernt ist, ein persönlicher Angriff zu sein, die du aber auf dich beziehst: Wieso diejenigen? Ich habe etwas gesagt, was du nicht verstanden hast oder nicht verstehen wolltest. Ich aber bin nicht diejenigen und habe keine Lust von dir in einen Topf mit anderen geworfen zu werden. Und mit diesem ganzen braunen Zeug, von dem du sprichst, habe ich nun wirklich als sozialisierter Hippie nichts zu tun. Bisher kenne ich, was mich betrifft, allerdings eher den Vorwurf der Rotverfärbung. Meine Arroganz, wenn man meine Dummheitsallergie so nennen will, nährt sich nicht aus irgendeiner Herrenmenschenideologie und auch nicht aus den Minderwertigkeitsgefühlen anderer, sondern aus der Ignoranz und Arroganz von Schmalspurideologen jeglicher Couleur.



    Es reicht nicht, andern pauschal Unkenntnis zu unterstellen, man muß das auch belegen können. Und idiosynkratische Vermutungen über den Sozialisations- und Lebenshintergrund eines anderen sind kein Beleg. Das wäre etwas zu einfach.



    Du kommst mir vor wie ein angeketteter Wauwau, der nur darauf wartet, daß einer kommt, den er anblaffen kann. Vom Beißen allerdings weit entfernt. Wegen der Kette.
  17. zitierenLyriost schreibt am 15.02.2006 um 15:03 Uhr:@zaph



    Man kennt nie beide Seiten einer Medaille gleich gut, aber es scheint mir eines der Grundprobleme beim Ossi-Wessi-Gelaber zu sein, daß so einige denken, sie wüßten mehr als andere, weil sie sowohl im DDR-Staat als auch in der vergrößerten BRD gelebt haben bzw. leben. Diese Bundesrepublik ist nämlich eine in vieler Hinsicht neugeprägte Medaille – mit zwei Seiten. Und man erleidet nach wie vor nur eine Seite ganz.
  18. zitierenmitdenker schreibt am 15.02.2006 um 17:49 Uhr:Na, dann fangen wir doch mal an. Gehen wir doch kurz mal zurück. So ein kleines Stück.

    1. Wie war das mit Loriot alias Viktor von Bülow im Vergleich mit Joseph Martin Fischer?

    Kommentar 17.01.2006 Lyriost: „Da fällt mir ein: Hat nicht Loriot in Berlin eine Proffessorenstelle? Hoffentlich hat der eine abgeschlossene Berufsausbildung.“

    Ersteres hat Abitur (Berlin und Stuttgart) 1941, dann einen Hochschulabschluß (Kunstakademie Hamburg).

    Zweiterer hat weder Abi noch (wie auch) ein Studium.

    Ersterer hat eine Gastprofessur an der Schauspielschule. Ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin.

    Und hielt die Begrüßungsvorlesung an der Humboldt-Universität zum Wintersemester 2004.

    Wie qualifiziert muss man denn sein, um im Vergleich mit Herrn Fischer ohne all dem bestehen zu können.? Etwa Lyriker?

    Es bedarf weniger Klicks, um solche Informationen zu bekommen. Aber wozu die Mühe.

    „Auch die \"Gebildeten\" sind oft nur deshalb Gebildete, weil es Ungebildete genug gibt, die sie für gebildet halten, liebe Suze.“

    Und hier gebe ich Lyriost recht. Begründung oben.



    2. Kommentar 12.01.2006 von Lyriost: .... Der Beitrag, lieber Machopan, ist klasse. (hä?)

    Kommentar vom 20.01.2006 von helios: Ich finde, machopan hat Recht.

    Kommentar vom 20.01.2006 von Lyriost: So, und wenn du uns sagen würdest, warum du das findest, dann könnten wir uns vielleicht eine begründete Meinung bilden darüber, wie wir das finden, was du findest.

    (aha)

    Ich glaube, dies muss man nicht mehr kommentieren, es spricht für sich. Und die gespaltene „Persönlichkeit“.



    Ach, und das könnte man so fortsetzen mit Kommentaren wie „bei uns gab es Nutella aufs Brot“...

    Als Nutella in der Bunten Republik Täuschland eingeführt wurde, war ich bei einer damaligen wöchentlichen Arbeitszeit von 48 Stunden mitten in meine ersten von meheren Berufsausbildungen.

    Aber das ist jetzt unwichtig.



    3. Die endlose Diskussion über Täubchen am 10.01.2006. Nur einige Anmerkungen dazu.

    Kommentar Lyriost: „Und wieso schreibst du \"scheinbar\", wenn du \"anscheinend\" meinst?“

    Erstaunlich, da kann doch jemand Gedanken lesen. TOLL. Aber leider schlecht. Oder doch nicht?

    Denn ich meinte tatsächlich scheinbar.

    Zur Erklärung:

    \"Anscheinend\" drückt die Vermutung aus, dass etwas so ist, wie es zu sein scheint: Anscheinend ist der Kollege krank, anscheinend hat keiner zugehört, anscheinend hat der Chef mal wieder schlechte Laune.

    \"Scheinbar\" hingegen sagt, dass etwas nur dem äußeren Eindruck nach, nicht aber tatsächlich so ist: Scheinbar interessierte er sich mehr für die Nachrichten (in Wahrheit wollte er bloß seine Ruhe haben); scheinbar war der Riese kleiner als der Zwerg (weil der Zwerg ganz weit vorne stand und der Riese ganz weit hinten); scheinbar endlos zieht sich die Wüste.

    Statt \"Das ist ihm scheinbar egal\" oder \"Scheinbar hat es keiner gewusst\" muss es heißen: \"Das ist ihm anscheinend egal\" und \"Anscheinend hat es keiner gewusst\". Andernfalls würde es bedeuten, die Gleichgültigkeit und die Unwissenheit wären nur vorgetäuscht.

    Und ich habe gesagt, „Und wer glaubt, mittels Autodidaktik besser durchs Leben zu kommen, soll das eben tun. Die Anfänge für diese Art des \"Lernens\" sind ja gegenwärtig bei vielen Kindern und Jugendlichen scheinbar gross in Mode.“

    Nun bin ich nicht so Weltfremd wie dieser verhinderte, nach Anerkennung ringende Hilfslyriker, um nicht zu wissen, dass zehntausende mit einem mehr oder minder guten Schulabschluss dieses Land beglücken. Im Gegenteil, einigen begegne ich tatsächlich täglich.

    Wenn jedoch da steht: „Ja, die Arbeit kenne ich, mitdenker, ich habe nämlich unter anderem auch Linguistik studiert.“ dann werde ich hellhörig.

    Mit Unkenntnis auf dem eigentlichen Fachgebiet auch noch protzen? Na hallo. Dann verwundert mich überhaupt nichts mehr.

    Bei meinen Studenten gibt’s dafür jedenfalls ein glattes „ungenügend“.



    Aber es geht noch (lustig?) weiter:

    „Also bring endlich den Mut auf, selbst etwas zu schreiben auf deinem eigenen Blog, oder komm bei mir vorbei. Da darfst du soviel rummeckern, wie du willst.“

    Wenn man also tatsächlich dort einmal so schaut, ist man doch sehr erstaunt, wenn ein „Kommentator“ seine eigenen Kommentare kommentiert, weil sonst niemand kommentiert.

    Deshalb mein Rat: Hände weg von der Tastatur, wenn man in den Spiegel schaut und dabei schreibt:

    „Komplexe sind behandelbar. Kann man sogar selbst tun. Sollte man.“ (Kommentar v. 11.01.2006)



    Aber weiter im Text.

    4. Kommentar Lyriost 14.02.2006:

    „In einer Gesellschaft, in der Kindesmißbrauch und Kindesmißhandlung an der Tagesordnung sind, muß man sich freuen, wenn die Geburtenrate sinkt.“

    Ich empfehle hierzu Literatur über die alten Griechen und deren Neigungen zu „Knabenliebe“, weiterhin die teils unveröffentlichten Zeichnungen eines Heinrich Zille (1858 bis 1929) und seine Bilder über Kindesmißbrauch.

    Dieses Problem ist fast so alt wie die Menschheit. Sich darüber zu freuen, das genau jetzt die Geburtenrate sinkt, ist für mich nicht nachvollziehbar weil unlogisch.

    Weiter:

    Und was den Osten betrifft: Wenn man es gewohnt war, daß der Staat für die autoritäre und linientreue Aufzucht des Nachwuchses sorgt, fällt es schwer, liebevoll Verantwortung für die eigenen Kinder zu übernehmen, vor allem dann, wenn man schon mit der höchsteigenen Sozialisationsmodifikation überfordert ist und Nachholbedarf in gelebtem Egoismus verspürt.

    Noch einmal zum g a n z langsam lesen: In der Zeit des Nationalsozialismus gab es eine autoritäre und linientreue „Aufzucht“ (bis hin zu Einrichtungen wie „Lebensborn“). Wer also so argumentiert, stellt sich als Produkt dieser linientreuen „Aufzucht“ durch seine Eltern hin.

    Ich bin mir jedoch sehr bewußt, dass dies eine blödsinnige Argumentation ist, weil

    a) auch in der NS-Zeit nicht alle Menschen Linientreu waren

    b) mir die Verhältnisse in der DDR sehr bewußt sind und etwa 80 % deutlich erkannt haben, dass sie von der politischen Führung „verarscht“ werden. Politische Führung der DDR und die Menschen der DDR sind aber zwei ganz unterschiedliche Dinge.

    Wenn jemand feststellte, dass das Bewußtsein durch das Sein bestimmt wird, so muß doch klar sein, das diese Argumentation aber so etwas von daneben ist.

    Außerdem brüskiert sie viele Menschen, die ihre Kinder in diesem Staat liebevoll und mit Hingabe erzogen und umsorgt haben. Dort von Aufzucht zu sprechen ist eben Gedankengut eines Rassisten. Und als solches muß man es deutlich brandmarken.

    Deshalb das Wort „gefasel“, weil für mich Rassisten keine klar denkenden Menschen sind.



    Und weiter:

    „Es reicht nicht, andern pauschal Unkenntnis zu unterstellen, man muß das auch belegen können.“



    Die Unkenntnis ergibt sich doch allein schon aus den oben zitierten Kommentaren.

    Aber dann auch noch die reichlich angebotenen Artikel zu diesem Thema zu ignorieren (alle mit der Tendenz: wenn es den Menschen gut und sicher geht und es auch noch einen kleinen materiellen Anreiz gibt, steigt die Fertilitätsrate), dann kann ich beim besten Willen nicht mehr helfen.

    Vielleicht aber soviel:

    „DS: In welcher qualitativen Hinsicht ist die Bevölkerungspolitik der DDR positiv zu bewerten?



    Weiss: Hier möchte ich auf einen Umstand hinweisen, der in der derzeitigen demographischen Diskussion oft übersehen wird. Über 40 Prozent aller Frauen, die in der BRD ein Studium abgeschlossen haben, bleiben kinderlos. Das Frauenstudium ist damit ein recht effektives Mittel zur Empfängnisverhütung. In Städten wie Heidelberg und Göttingen werden schon seit Jahrzehnten weniger als ein Kind pro Frau geboren. Die DDR hingegen betrieb für ihre Studenten eine zielgerichtete und erfolgreiche Sozialpolitik, die u.a. zur Folge hatte, daß im Jahre 1986 43 Prozent aller Hochschulabsolventinnen Kinder, zehn Prozent sogar zwei Kinder hatten. Weitere 15 Prozent waren bei ihrem Studienabschluß schwanger. Nur fünf bis acht Prozent blieben lebenslang kinderlos (im Vergleich zu den über 40 Prozent kinderlosen Akademikerinnen im Westen). Dabei muß man noch hinzufügen, daß das Durchschnittsalter der Absolventinnen in der DDR zwei Jahre niedriger war als in der alten Bundesrepublik. Nach der Wiedervereinigung 1990 näherte sich die Kinderzahl vor Abschluß des Studiums fast schlagartig der Zahl Null, wie sie für die Alt-BRD seit Jahrzehnten charakteristisch ist.“

    Dies hatte nichts, aber auch überhaupt nichts mit „staatlicher Aufzucht“ zu tun sondern mit einem natürlichen Kinderwunsch, der durch soziale Maßnahmen unterstützt und gefördert wurde.

    Es sei denn, dieses selbsternannte Genie hat die ganze Zeit gesehen, was die Menschen in der DDR dachten. Diese Fähigkeit schreibt er sich ja wohl selbst zu. Auch hierzu siehe oben.

    Wer weiß, dass genau zu dem Zeitpunkt, wo kostenlose Ovosiston-Abgabe und Abschaffung des §175 in der DDR mit einem Anstieg der Geburtenziffer zusammenfallen, der muß schon sehr unwissend sein, um einen Zusammenhang von selbstbestimmten Kinderwunsch und Erhöhung der Fertilitätsrate nicht zu erkennen.

    Und weiter aus aktuellen Artikeln:

    „In Deutschland gibt es ein ganz anderes Muster: Die Frauen warten, bis der Mann genug verdient, dann bekommen sie Kinder. Und oft bekommen sie die in dem Moment, in dem ihre Karrierechancen schlecht sind. Damit begeben sie sich in einen Kreislauf: Frauen, die gerade keinen Job haben, bekommen ein Kind - damit ist der Zugang zum Arbeitsmarkt für sie noch schwerer.“



    Kann man es deutlicher sagen?



    „Kinder sind teuer - rein ökonomisch für den individuellen Familienhaushalt betrachtet. Mit der Entscheidung für ein Kind entstehen höhere direkte Kosten für Erziehung, Anschaffungen, Wohnung etc., die häufig - durch das Ausscheiden eines Elternteils aus dem Beruf oder die Reduzierung der Erwerbstätigkeit - mit einem realen Verlust von Einkommen einhergehen. Der ökonomische Nutzen von Kindern liegt - anders als in früheren Jahrhunderten - nicht mehr im individuellen Familienbereich, sondern nur im volkswirtschaftlichen Zweck. Der Nutzen von Kindern für eine Familie selbst ist dagegen emotionaler und sozialer Natur.“

    Wie aber die Kosten decken mit einer hohen realen Angst vor dem Jobverlust, der sozialen Ungewissheit und einer hohen Zukunftsangst in diesem Staat.



    Zum Schluß



    Eigentlich gilt für mich der Grundsatz: Der Klügere gibt nach.

    Da dies hier geschriebene jedoch aller Voraussicht nach wiederum nicht verstanden wird (werden kann?) wird es KEINE Wiederholung eines weiteren Disputs auf dieser Seite geben.

    VERSPOCHEN.

    Und E-Mails nützen auch nichts.

    Erstens habe ich es schon einmal gesagt, dass mir dererlei Unterstellungen und Bedrohungen von solchen Möchtegernstasioffizieren, die sich und ihr „Wissen“ für den Nabel der Welt halten, seit meiner Verhaftung am Arsche vorbeigehen und

    zweitens gibt es Spamfilter.

  19. zitierenLyriost schreibt am 15.02.2006 um 21:53 Uhr:Verletzte Eitelkeit hat viele Gesichter. Eines davon ist Maßlosigkeit.
  20. zitierenerphschwester schreibt am 15.02.2006 um 23:31 Uhr:hautsiehautsiehautsieaufdieschnauzie!



    blödes jungsgerangel!
  21. zitierenZaphodBeeblebrox schreibt am 16.02.2006 um 08:23 Uhr:@erphschwester:

    Aber gutes Gerangel, zumindest wenn man gerne etwas dazu lernt und mitdenkers Texte liest :-)



    Ich habe übrigens zum \"Gerangel\" passend einige Zitate von Johannes Rau gefunden, wirklich klasse und kaum etwas hinzuzufügen.



    \"Nur wenn wir in dieser Welt gemeinsam leben, Hass abbauen und Freundschaften schließen - nur dann hat diese Welt eine Zukunft.\"



    \"Traue keinem Zitat, das du nicht selber aus dem Zusammenhang gerissen hast.\"

    [Das kann ich auch immer wieder betonen ! ;-)]



    \"Wer Anstöße geben will, muss auch Anstoß erregen.\"

    [Danke Machopan ! :-)]



    \"Wir dürfen unseren Kindern nicht vorgaukeln, die Welt sei heil. Aber wir sollten in ihnen die Zuversicht wecken, dass die Welt nicht unheilbar ist.\"

    [Hat bei mir bestens gefunzt und tut es auch weiter.]



    \"Ich will nie ein Nationalist sein, aber ein Patriot wohl. Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt; ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der Anderen verachtet. Wir aber wollen ein Volk der guten Nachbarn sein, in Europa und in der Welt.\"

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