Machopan - Rauchzeichen

28.02.2006 um 05:45 Uhr

Finanzhaushalt 2006

Wenig Überraschendes gab es bei der Vorstellung des Finanzhaushalts des Bundes für das Jahr 2006 durch Finanzminister Steinbrück. "Mir wäre sehr daran gelegen, wenn Sie Ihren Lesern mitteilten, dass dieser Haushalt darauf ausgelegt ist, die Konjunktur zu unterstützen", diktierte der Minister der Journaille in die Feder und manch einer war sicher dankbar für den Tipp, denn sonst hätte kaum jemand diesen Effekt bemerkt.

Der vorgestellte Haushalt strotzte von den selben Webfehlern, wie die Haushalte vor ihm und wies im übrigen ähnliche Kennzahlen auf:
  • Nettokreditaufnahme höher als im Vorjahr
  • Wirtschaftswachstum wieder zu hoch angesetzt
  • Steuereinnahmen wieder zu optimistisch
  • weiterer Verstoß gegen den Maastrichter Stabilitätspakt
  • Hoffnung auf das Verständnis der EU für die besondere Lage der BRddr
  • Einsparung primär bei den personenbezogenen Kosten
Konsumentengetriebene Aufschwungsimpulse werde es wohl mit diesem Haushalt nicht geben meinte Steinbrück und damit dürfte er wohl leider Recht behalten:
Die zusätzlichen Ausgaben, beispielsweise für Forschung und Entwicklung oder zur Förderung des Mittelstands, müssten durch Einsparungen an anderer Stelle kompensiert werden. Betroffen davon sind etwa die Gesetzliche Krankenversicherung, deren Zuschuss um 1,5 Milliarden Euro geringer ausfällt.“

Dieses Strick- und Häkelmuster zur Lastverteilung auf die  Beitragzahler hat der Finanzminister wohl im Schreibtisch seines Vorgängers gefunden. Auf der einen Seite eine Initiative des Bundes zur Förderung des Mittelstandes sowie Schaffung und Sicherung der Arbeitsplätze im Wirtschaftsstandort Deutschland und auf der anderen Seite Gegenfinanzierung auf Kosten der zwangsversicherten Arbeitnehmer in der gesetzlichen Krankenversicherung.
Da könnten die Krankenversicherungen diese Maßnahme ja gleich selbst finanzieren und der Bund könnte von den Kosteneinsparungen durch die Abschaffung des Finanzministeriums samt Minister profitieren.

Eine nicht ganz neue, aber meistens in ihren verheerenden Auswirkungen wenig beachtete Finanzierungsmaßnahme hat sich der Herr Steinbrück bei der Bundesagentur zur Arbeitslosenverwaltung ausgedacht:
Defizite bei der Bundesagentur für Arbeit gleicht der Bund künftig nur noch per Darlehen aus.
Über diesen Satz muss man sich erst mal richtig nachdenken und in den Zusammenhang bringen. Wenn ich mich recht erinnere zahlt doch die Bundesagentur für jeden nicht binnen 3 Monaten vermittelten Arbeitslosen schon eine Art Strafgebühr an den Bund? Natürlich aus den Beiträgen der in der Arbeitslosenversicherung zwangsweise Versicherten Arbeitnehmer.

Und last but not least:
Massiv eingespart wird auch bei der Grundsicherung für Arbeitslose.“
Um das Verfahren zur nachhaltigen Entsorgung von 5 Millionen Arbeitslosen abzukürzen, schlage ich vor, die Grundversorgung gleich auf Null zu setzen um die Sparschweine der Nation zeitnah einer gezielten Notschlachtung zuzuführen.

(c) Copyright Machopan - Alle Rechte vorbehalten

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenerphschwester schreibt am 28.02.2006 um 06:30 Uhr:den vorschlag machte ich bereits im oktober, aber die deppen glauben mir ja nicht.



    www.blogigo.de/erphschwester/entry/160378
  2. zitierenLyriost schreibt am 28.02.2006 um 08:50 Uhr:Ich fände es besser, wenn für Unternehmer ab einem bestimmten, noch festzusetzenden Einkommen, für Politiker sowie mittlere und höhere Beamte obligatorisch würde, daß jeder einen Arbeitslosen adoptieren muß. Auf Wunsch auch mehrere.
  3. zitierenpathologe schreibt am 28.02.2006 um 09:29 Uhr:@ Lyriost: Sklavenhaltung wieder einführen? Das wäre ja quasi für Kost und Logis arbeiten, da ist die 1-Euro-Lösung doch billiger und bestimmt auch steuerlich absetzbar. Außer, man reduziert Kost und Logis auf unter 12 Euro pro 12-Stunden-Arbeitstag.
  4. zitierenSeraja_Ten schreibt am 28.02.2006 um 16:27 Uhr:Irgendwann im Jahr 20xx wird im Land der Brücken, nicht Venedig sondern Deutschland damit angefangen den Hartz Vier Empfängern Wohnraum unter eben diesen anbieten. Damit wäre auch klar, warum wir so massiv in jene Bauten investierten. Wohngeld spart man dadurch auch. Menschenunwürdig? Ist doch jetzt schon Status quo. Deutschland wandelt sich immer mehr zum A-Sozialstaat, nur kann sich dann keiner mehr die Tränen leisten, dem Alten nachzuweinen.
  5. zitierenwaldkauz schreibt am 01.03.2006 um 00:17 Uhr:Wenn man beweisen könnte, daß ein Harz-IV-Empfänger sich bei einem Schwan oder seiner Katze was geholt hat?

    Könnte man ?? Und würde das Deutschland retten ???
  6. zitierenwaldkauz schreibt am 01.03.2006 um 00:39 Uhr:Damit keiner sagen kann, er hat das nicht verstanden!http://www.ostarrichi.org/wort-1311-de-jemanden+den+Hals+umdrehen.html


Diesen Eintrag kommentieren

Bitte beachte: Gästebucheinträge in diesem Weblog werden erst nach Freigabe durch den Autor angezeigt.