Kapitulation

Der «Frank-Jürgen Weise, Chef der Bundesagentur für Arbeit, gibt eine Kapitulationserklärung ab: Er will ostdeutsche Arbeitslose ab 55, die seit Jahren keinen Job finden, nicht mehr betreuen. Nebeneffekt der Idee: Die Arbeitslosenstatistik sähe wieder etwas schöner aus.»
Das melden der Spiegel und die Financial Times Deutschland.
Auch die Einführung des neuen Arbeitslosengeldes II (Alg II) könnte nach Ansicht Weises die Regierung in diesem Jahr 6,4 Mrd. Euro mehr kosten als geplant. Damit bestätigte er einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Grundlage dieser Hochrechnungen sind die Arbeitslosenzahlen und die Ausgaben der BA im Januar. "Die Rechnung ist plausibel", sagte Weise. Allerdings liege die Zuständigkeit für die Hochrechnung für das laufende Jahr bei der Bundesregierung.»
Ich denke, wer die Tragikomödie "Hartz IV" nicht vollkommen ignoriert hat, muss nicht warten, bis die Bundesregierung ihre auf Entwarnung getrimmten Arbeitsmarktzahlen der Öffentlichkeit vorstellt und sich in Erklärungen versucht. Wer bisher einigermaßen aufmerksam in die Medien sah, den Hirnblähungen unserer Politiker lauschte und noch 2 und 2 zusammenzählen kann, weiß längst was die Stunde geschlagen hat.
Dat „Janze“ ist ein einziger Flop!!!
Was jahrelang hartnäckig als „Jahrhundertreform“ des Arbeitsmarktes zur Flexibilisierung und Dynamisierung der Arbeitsbedingungen in der BRddr verkauft und angepriesen wurde, ist nichts anderes als ein bürokratisches Monster, das jetzt offenbart was es nicht kann: „Arbeit schaffen und die Menschen in Arbeit und Brot zu bringen“.
Da jammert der Superwolli durch die Gegend, dass die Kommunen ihm die Lahmen und die Siechen als „arbeitsfähig“ gemeldet haben und er das unfair findet, weil er jetzt mehr Geld braucht als geplant.
Der Herr Weise entsorgt mit seinem Vorschlag gleich mal 181.000 Ossies ab 55 schon man 10 Jahre vor der Rente in die staatliche Untätigkeitstherapie. Wenn wir den Vorschlag auch auf die Wessies anwenden, verschwinden sicher noch mal ein paar Hunderttausend in der Gruft und man könnte das Sinken der Arbeitslosenzahlen als Erfolg verkaufen. Rein rechnerisch natürlich!
«Noch hält Weise an der Prognose der Regierung fest, wonach die Arbeitslosenzahl Ende 2005 sinken könnte. Doch habe sich die Wachstumsprognose verschlechtert. "Das spüren wir bereits an der Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Sie liegt schon wieder ein kleines Stück unter der Annahme.»
Und dabei haben wir jetzt gerade mal zwei Monate des Jahres um!
Aber so wie ich die Statistiker in Wiesbaden kenne, haben die schlechten Zahlen sicher mal wieder „saisonale“ Gründe und sind rein „witterungsbedingt“.
Da scheint die Kapitulation zwar plausibel, aber dennoch blamabel!
Wäre es nicht ehrlicher zu sagen: „ Wir haben fertig!“ statt Augen zu, weitermachen und Deckel drauf?

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Dir traue ich zu, dass Du Dich vorher umfassend informiert hast, bevor Du Dein Weblog füllst. Solltest auch Du mit einer Art Bauerschläue gesegnet sein? Nur so lässt sich erklären, dass Du diese \"Kleinigkeit\" unter den Tisch hast fallen lassen.
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Da jammert der Superwolli durch die Gegend, dass die Kommunen ihm die Lahmen und die Siechen als arbeitsfähig gemeldet haben und er das unfair findet, weil er jetzt mehr Geld braucht als geplant.
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daß es so läuft, ist auch eher ein handwerklicher fehler beim gesamten gesetzeswerk zu hartz vier. verursacht im übrigen durch - na? richtig, die bundesregierung...
ich bin der überzeugung, daß hartz vier in dieser form gar nicht den propagierten erfolg haben kann (die senkung der arbeitslosigkeit), weil an symptomen herumgedoktert wird, nicht an den primären ursachen. aber auch nicht den tatsächlich gewollten erfolg (senkung der kosten der arbeitslosigkeit für den staat) - eben wegen der handwerklichen fehler.
bauernschlau finde ich machopan übrigens auch <img src=\"/img/smileys/weblog-smiley-004.gif\">
Der Superwolli ist doch selber schuld. Erstens ist das Antragsverfahren auf den letzten Drücker durchgepeitscht worden und die Anträge konnten gar nicht alle \"sorgfältigst\" geprüft werden.
Und dann habe ich ja noch die Frage im \"Antrag auf Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes nach dem Zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGBII) auf Seite 2 vor Augen: \"Können Sie -Ihrer Einschätzung nach- mindestens drei Stunden täglich einer Erwerbstätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nachgehen?\"
Wer so blöde Fragen formuliert, darf sich hinterher nicht beklagen, denn selbst ein ein Quartalssäufer oder Junkie kann drei Stunden täglich bei Bewußtsein sein und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.
Das hat etwas mit Regelmäßigkeit, körperlichen Fähigkeiten, etc. zu tun.
Aber: wenn man solche Fragen falsch verstehen will, dann ist es egal, wie man die Fragen formuliert. Sie werden immer umgedreht und \"falsch\" beantwortet.
Wenn jedoch bie solchen Faellen ( wohlgemerkt nicht bei allen sondern eben bei diesen gruppen ) eine amtsaerztliche feststellung der arbeitsfaehigkeit vorgesehen waere , bzw
wenigstens der Passus \" ihrer Einschaetzung nach\" gestrichen wuerde - dann waere d as anders. aber so....