Machopan - Rauchzeichen

09.04.2004 um 05:45 Uhr

Oa Oa

Stimmung: Rum eiernd, Rum feiernd, Rum reiernd
Musik: Ei Ei Ei Verpoorten! Veerporten in Aborten!


"Oa Oa" ist nicht etwa ein neu entdecktes Atoll in der Südsee, sondern –laut Wikipedia- der bayrische Ausruf für "ein Ei".

Auch der fremdsprachige Ausländer, also jeder "der wo" nicht Bayrisch zu reden vermag, kann die richtige Aussprache gerade noch rechtzeitig zu den Osterferien bei www.bayrisch-lernen.de im Internet lernen.

"jasogamoigreizdeifisaglzementiglabdir" heißt es gleich auf der Startseite, was übersetzt soviel heißen soll wie "ja sag jetzt einmal kreuz teufel sack zement ich glaube dir ..." und für jeden gebildeten Mitteleuropäer dadurch sofort verständlich wird.

"Griàss aich, laidl, gfraid me, dass hergfundn habts" begrüßen dann Jean-Pierre Bierbichler und Angelique Wildmoser, deren Namensgebung auf eine sehr fruchtbare französisch-bayrische Kooperation schließen lässt.
Sehr interessant ist für den Leser auch die Seite mit der bayrischen Grammatik, denn wer bisher geglaubt hat, das Bayrisch eine einfach strukturierte Sprache ist, kann sich hier vom Gegenteil überzeugen.

Ich beschränke mich hier einmal nur auf das "ei", denn überwiegend wird ein "standardsprachliches Mittelhochdeutsches 'ei' im Bayrischen als 'oà' realisiert, d.h. der 'Stein' wird zum 'Schdoà', die 'Leiter' zur 'Loàdda'. Im Gegensatz dazu wird jedoch z.B. 'mein', 'dein' usw. nicht zu 'moà' etc., sondern bleibt 'mai', 'dai' und so weiter. Der Grund hierfür liegt in der Herkunft der Diphthonge im Mittelhochdeutschen, in diesem Fall auf 'ei' bzw. 'ou'. Das Bayrische entwickelte sich in diesen Bereichen anders als das Hochdeutsche".

Und auf der Seite mit dem "Ersten allgemeinen bayrischen Wortschatz" erfährt man dann auch was "Noggal" sind und damit sind wir zurück beim saisonbedingten Thema -dem Ei-.

Denn in den nächsten Tagen wird der überraschte Ruf "Oa Oa" wieder durch die Lande schallen.
Durch die Oberpfalz, Niederbayern, Oberbayern, Oberösterreich, Niederösterereich, das Burgenland, Tirol, Kärnten und die Steiermark, denn wir feiern auch dort das Osterfest, das älteste und wichtigste Fest des Christentums. Dabei finden auch im Computerzeitalter noch die heidnischen Fruchtbarkeitssymbole des "Osterhasen" und des "Osterei" häufige Verwendung.

Es gibt wohl neben dem Ei keinen anderen Gegenstand, der in derart vielen Bereichen wie Biologie, Geometrie, Medizin, Physik, Computertechnik und in derart vielen Variationen in Sprache, Brauchtum und Symbolik Verwendung findet.

Das Ei steht für Leben, Fruchtbarkeit, Manneskraft.
Man kann Eier essen, suchen, werfen, rollen, legen, kraulen und auf Schienen nageln.
Und es gibt faule Eier, dicke Eier, weiche Eier, harte Eier, russische Eier.

Es gibt die Eieruhr,

das Rühreier,

das Sauer-Ei,

und die Schweiner-Ei

um nur Ei-nige zu nennen. (*).

(*) Zeichnungen mit freundlicher Genehmigung von www.mani.de

 

Fröhliche Ostern und ein buntes Eierlei

wünscht



 

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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenlrrh schreibt am 09.04.2004 um 12:16 Uhr:dös woar a ruichtig luschtig oa oa geschichten.

    geschrieben ist das bayrisch viel schlimmer als gehört,

    Frohe Ostern Machopan

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