Machopan - Rauchzeichen

23.06.2004 um 05:45 Uhr

Prozentrechnen

Familienfeste in Gaststätten haben neben allen Nachteilen auch –zumindest für mich- einen wesentlichen Vorteil.

Man bekommt Zeitschriften zu lesen, die man sonst nie käuflich erwerben würde. So geschehen vor wenigen Tagen, als mir ein fast ungelesenes Exemplar des "Schwarzwälder Boten" in die Hände geriet. Beim gelangweilten Durchblättern fiel mein Blick auf eine kurze Notiz, die sich mit einem meiner Lieblingsthemen beschäftigte – mit der Gesundheitsreform.

«Kranke zahlen bei Arznei jetzt kräftig zu» stand da zu lesen und weiter hieß es: «Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen haben in den ersten vier Monaten fast 40% mehr für Medikamente auf Rezept ausgegeben und durchschnittlich 13 Euro für rezeptfreie Arzneien bezahlt. Diese Zahlen errechnete die Gmünder Ersatzkasse (GEK). Demgegenüber lobte das Gesundheitsministerium, die Kassen hätten in diesem Zeitraum 15 % weniger für Medikamente ausgeben müssen. Zudem senken demnach immer mehr Kassen ihre Beiträge. 2005 sei mit einem Beitrag von 13,6 Prozent zu rechnen. Gesundheitsministerin Ulla Schmidt zog am Mittwoch im Bundeskabinett in Berlin eine positive Bilanz der im Januar in Kraft getretenen Gesundheitsreform. Nach Einführung der Praxisgebühr habe es 10% weniger Arztbesuche gegeben

Die letzten drei Schlucke meines mit Schwarzwälder Quellwasser gebrauten Weizenbieres kamen schlagartig am Stück aus dem Verdauungstrakt wieder hoch. Das muss irgendeine allergische Reaktion auf das Reizthema "Gesundheit mit Ulla Schmidt" sein, an dem ich da leide. Nächste Woche werde ich damit mal zum Arzt gehen müssen!

Also, da gehen 10% Versicherte weniger zum Arzt, zahlen aber 40% mehr für Medikamente auf Rezept, die Kassen sparen aber nur 15% ein und die Gesundheitsulla zieht daraus eine positive Bilanz.

Während ich mich rasch dem Grund meines fast vollen Weizenbierglases entgegentrinke um den gallenartigen Geschmack im Rachenraum zu lindern, fällt mir ein, dass Menschen mit einer Lese-Schreibschwäche Legastheniker heißen.

Aber es fällt mir ums Verrecken nicht mehr ein, wie man Menschen nennt, die unter einer  Rechenschwäche leiden.

Politiker?





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Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenxy12 schreibt am 23.06.2004 um 08:26 Uhr:Im Zweifelsfall: FINANZPOLITIKER. (Menschen mit Rechenschwäche)
  2. zitierenmaranhia schreibt am 23.06.2004 um 14:19 Uhr:Nenn es doch einfach schmidthenische Dyskalulie.



    Gruß maranhia

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