Schmiermaxe

"Wer gut schmiert, der gut fährt", sagt der Mund des Volkes.
Gemeint ist dabei ein physikalischer Vorgang, bei dem durch Reibung zweier Körper Wärme entsteht (hach, liest sich das aber erotisch). Damit es dabei nicht zu Materialzerstörungen kommt, werden die sich bewegenden Teile geschmiert. Wird nicht ordentlich geschmiert, gibt es einen Kolbenfresser oder gar einen Lagerschaden. Früher nannte man die Personen, die für das ordentliche Schmieren zuständig waren – Schmiermaxe. Kein sehr angesehener Beruf, denn man roch nach heißen Fett oder Öl und machte sich Hände und Kleidung schmutzig.
Jetzt muss ich dem Handelsblatt vom 22. Juni 2004 entnehmen, dass es im Südwesten unserer Republik, im Ländle der Auto-, Maschinen- und Häuslesbauer, einen Kolbenfresser und Lagerschaden gegeben hat.
"Da ist bestimmt nicht richtig geschmiert worden", geht mir da, als altem Tüftler und Hobbybastler, instinktiv durch die Großhirnrinde und ich lese interessiert weiter:
Warum der PR-Berater dem Stuttgarter Minister die 10 000 DM überwiesen hat, ist weiterhin unklar.
Neue Einzelheiten erbrachte auch die Durchsuchung der Staatsanwaltschaft Stuttgart im Wirtschaftsministerium am vergangenen Freitag. Im Schreibtisch der früheren Büroleiterin des Ministers, Margot Haussmann fand die Staatsanwaltschaft eine Rechnung des Meinungsforschungsinstituts Infas über 31 000 Mark. Döring selbst erklärt bis heute, die Umfrage sei kostenlos gewesen. Haussmann sagte bei der Staatsanwaltschaft, die Erhebung habe 10 000 Mark gekostet. Diesen Betrag soll das Unternehmen Flowwatest, eine Tochter der Ettlinger Skandalfigur Flowtex, zugleich Namensgeberin des Untersuchungsausschusses, bezahlt haben. Die damalige Firmenchefin Bettina Morlock verweigerte am Montag die Aussage vor dem Ausschuss, da gegen sie wegen einer Scheinrechnung und des Verdachts der Vorteilsgewährung Ermittlungsverfahren laufen.
Gegen Haussmann, Hunzinger und Infas-Geschäftsführer Menno Smidt ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts uneidlicher Falschaussage. In Smidts Aktentasche fand die Staatsanwaltschaft Hinweise, dass die Umfrage von 1999 von Anfang an rund 30 000 Mark kosten sollte. Die Rechnung über 30 194 DM enthielt einen handschriftlichen Vermerk: "Frau Dr. Haussmann z.K + o.k." Offen ist, ob die damalige Büroleiterin ihren Minister im Unklaren gelassen hat. Döring selbst betont, er könne diese Vorgänge nicht erklären.
Die Verbindung zu Hunzinger forderte am Montag ein weiteres Opfer. Die Grünen-Abgeordnete Heide Decedere legte ihren Sitz im Flowtex-Ausschuss nieder. Als die Staatsanwälte bei Hunzinger zur Durchsuchung anrückten, studierte dieser gerade von ihr überlassene Protokolle des Ausschusses, die nicht zur Veröffentlichung bestimmt sind.»
Jetzt nehm ich erst mal einen großen Schluck der Flüssigkeit, die kurz nach ihrer Herstellung noch warmer Kaffee war.
"Bäääh – ist ja ekelerregend. Sieht aus, riecht und schmeckt wie Wagenschmiere" – dieser Kaffee.
Und das im Südwesten sieht mir aus wie Schmierentheater:
Verhunzt und zugeschmiert
oder "Wie der Walter zu seinen dicken Backen kam"
Ein schwäbischer Schwank mit vielen Akten.
In den Hauptrollen:
Walter Döring (Wirtschaftsminister) - "Alles Paletti" & "Dicke Backen" & "Von nix ne Ahnung"
Margot Haussmann (Büroleiterin) – Alles im Griff aber die Belege in der Schublade
Bettina Morlock (Firmenleiterin) – Ohne meinen Anwalt sage ich erst mal gar nix
Menno Smidt (Meinungsforscher) – Oh Menno, mitgegangen, mitgehangen
Heide Decedere (Abgeordnete) – Eine Hand wäscht die andere, es wird schon nützen
Und als "Special Guest":
Moritz Hunzinger (Berater) - Spezialität: Schmieren, ölen, salben und einfädeln
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dann untergegangen und doch noch überALL.