Was sagt Stephen in "Ulysses" (übrigens
war gerade 100.Bloomsday (siehe dazu ein spannendes weblog:
http://www.blogigo.de/hibou - close your eyes and see!
Ich wurde Schriftstellerin. Zuerst nahmen sie nur
meine Gedichte ("wirken modern, da unverständlich"), den Prosatexten
wurde manches vorgeworfen, zuvörderst, dass alles von außen beschrieben sei und
keinerlei eigene Emotionen "rüberkaemen".
Lest nur mal, was so in Rezensionen über mich
gesagt wird... (wobei sie denken, ich sei maennlich!, hmhm, auch tüpesch):
Dabei schidert Caitlin seine östlichen Schauplätze
keineswegs mit einem Gestus, der sie als Sonderfall erscheinen lässt. Vielmehr
gewinnen er aus den von Umbruch und Unsicherheit unterminierten Zonen eine
verallgemeinernde Sichtweise.
Auf seinen
Streifzügen... registriert er alle Einzelheiten fast wie eine Dokumentarkamera.
...etwas ungeschlacht mag er sein, ein
abgeschabter Mensch ohne sozialverträgliche Mindestausstattung.
... in gewissem Sinne ist der ganze Text auch eine
sozialphilosophische Abhandlung mit poetischen Mitteln. Und weil hier das
Philosophische mit dem Biographischen, das Leichte mit dem Ernsten, die eigene
Stimme mit den Weltfragen vermischt werden, erinnert das alles an jemanden, der
das auch sehr gut konnte... an ....
So ist das in Zeiten, wo
man mit Streubomben Menschen befreit.
Es ist ja schon öfters darauf hingewiesen worden,
dass der Lärm und der blutige Ernst der zivilisatorischen Weltbezwingung schwer
mit den bedingungen des grundlosen Menschseins zu vereinbaren sind, doch von
diesem Missverhältnis ist schon lange nicht mehr so gewitzt und hintergründig
erzählt worden wie von Caitlin.
In Wahrheit ist er nämlich ein Schamane, er hütet
das Feuer und hält seine Sinne beisammen.
So melodisch kriechen seine Saetze ins Ohr, dass
man sie schon lange zu kennen meint, und doch mit so viel Raum darum, dass sich
die Melodie verbergen kann und nur der Klang in der Luft hängen bleibt.
Manchmal allerdings fällt ihm das Durchdenken
komplizierter Zusammenhänge noch schwer, er müsste sich noch mehr um eine
saubere Argumentation bemühen.
Feinschliff gehört noch
immer nicht zu seinen Stärken
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schon erstaunlich, was die Leut alles in einen
hineinlesen, nicht?
sorry Itsnotme, ich lass zu viel aus. Also:
Graefin Elsa von Brabant laesst sich als Hilfe gegen einen bösen Feind, der ihr
Schloss erobern und ihr unter die Röcke greifen will, Hilfe vom Gralskönig
schicken. Der entsendet seinen Sohn, den edlen Ritter Lohengrin, der schlaegt
den Feind, daraufhin darf er sie nehmen, aber er stellt die Bedingung, dass sie
ihn niemals nach seinem Namen fragt. Aber wie's so kommt, einmal im Bett,
danach, fragt sie doch nach seinem. (alles bei Wagner mitzuhören). Sofort
bestellt er das von Schwaenen gezogene Boot, mit dem er gekommen ist
("Wann faehrt der letzte Schwan?") und verlaesst sie für immer.
Jedesmal, wenn Elsa daran denkt, schwant ihr Übles :-))
Und sie war Graefin in
Cleve, der Geburtsstadt von Beuys.
Gerne weitere
Geschichten
Und
danke itsnotme für den sloterdijk-link (natürlich
auch für das bild und die gespraeche. hab mir eben das interview bei einem
schaeumenden bierchen (efes pilsen) angesehen/anghört): du hast meine zeit
nicht gestohlen:-))
bin allerdings ein wenig mit sloterdijk-sympathie
vorbelastet (obwohl ich die sphaeren leider noch nicht gelesen hab).
interessant ist schon der gedanke, dass die
kleinste zelle/blase der gesellschaft/des schaumes nicht das individuum,
sondern die gemeinschaft von zwei an aufwaerts ist. klingt das reaktionaer, laechelt da angela merkel? nee
nee: ich war ja auch in der blase "Hamburg Hafenstrasse" (jeden
mittwoch plenum!!)
und weiter: dass viele leute bewusst die
ein-personen-gemeinschaft waehlen.
wie sloti bin auch ich ein reliterarisierer :-))
und komme sogar mit göt:
GINKGO BILOBA
Dieses Baums Blatt, der
von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Giebt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut.
Ist es ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt,
Sind es zwei, die sich erlesen,
Daß man sie als eines kennt.
Solche Fragen zu
erwiedern
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Spürst du nicht an meinen Liedern,
Daß ich eins und doppelt bin.
Johann Wolfgang von
Goethe
Westöstlicher Diwan
fernöstliche grüsse
und