Die Auto-Dimension
Erst waren die beiden Mädels da. Dann, vor über zwei Jahren, kam der kleine Mann dazu.
Mit ihm bekam unser Familieleben eine völlig neue Dimension. Die Auto-Dimension!!
Die ersten neun Lebensmonate verhielt sich der kleine Mann jedoch noch recht unauffällig in dieser Hinsicht. Da war es eher sein Papa, der einen gewissen Überaktionismus an den Tag legt. Zum ersten Weihnachtsfest wünschte er sich stellvertretend eine Carrera-Bahn (so was braucht ein richtiger Junge – auch wenn er erst zwei Monate alt ist). Nun gut, die Väter der Nachbarschaft fanden das wohl auch und der Weihnachtsurlaub war gerettet.
Inzwischen haben uns die Autos aber in allen Lebenslagen im Griff!
Brauchen die Mädels jeden Morgen ihre Zeit, sich zu entscheiden, welches Outfit heute getragen wird, welches Outfits ihre Puppen und Barbies tragen und welche Spängchen ins Haar müssen, so braucht Zwerg 3 mindestens genauso lange sich zu entscheiden, welche Autos ihn begleiten sollen, wenn wir das Haus verlassen. Zugegeben, ich habe mir das Leben selber schwer gemacht, indem ich ihm die Auflage gemacht habe, es dürfen jeden Tag nur zwei sein.
Andere Menschen gehen zum Bird- oder Wale-Watching, wir stellen uns schon mal ein bis zwei Stunden an die Straße und machen Auto-Watching.
„Mama, guck! Cool!! Schneller Beenween!!!!“ – „Ja mein Schatz, der zwölfte heute.“
Sind wir am Samstagvormittag im megagroßen, megavollen Supermarkt und der kleine Mann ist auf einmal verschwunden, bleibe ich ganz ruhig. Es gibt jetzt nur zwei Möglichkeiten.
Entweder er ist auf dem Weg zurück zum Eingang. Dort klettert er dann in das Rennwagen-Fahrzeug und wartet mit treuherzigen Blick darauf, dass eine vorbeikommende reizende, ältere Dame Mitleid mit ihm hat und 5o Cent einwirft.
Oder – noch wahrscheinlicher – er ist in der Spielwarenabteilung und steht vor den Matchbox Autos.
Schnell sammelt sich eine Traube begeisterter Väter und Opas um ihn, die fasziniert beobachten, wir er die einzelnen Automarken und Modelle identifiziert.
Eilt der stolze Papa dann herbei, setzt er sein unschuldigstes Lächeln auf und mit einem „Papa, bitte bisschen Porsche kaufen.“, hat er ihn schon um den Finger gewickelt und Matchbox Auto Nr. 152 im Sack.
Bleibt nur zu hoffen, dass er seinen Papa in 16 Jahren mit einem „Papa, bitte bisschen Porsche kaufen.“, nicht genau so schnell rumkriegt.

Das sind die Gene!
LG
Melanie