Von Uhrzeigern und Schwesternstolz
Als verantwortungsbewusste Eltern will man ja für den Nachwuchs nur das Beste.
Dazu gehört auch die Mitgliedschaft bei Sportvereinen. Zwerg 1 (inzwischen sechs Jahre alt und in der ersten Klasse) ist seit unserem Umzug u.a. in einem neuen Schwimmverein. Und avancierte dort umgehend zur großen Nachwuchshoffnung im Rückenschwimmen.
Zu danken haben wir das den intensiven Bemühungen der Verantwortlichen für Kinderschwimmerlernung im vorherigen Verein. Diese engagierte Dame, ehemals Trainerin am Leistungsschwimmzentrum, hielt nicht viel davon, mit den 4-6 jährigen Schwimmanfängern zimperlich umzugehen. Woche für Woche verfolgten wir etwas beklommen, wie unsere Sprösslinge zur Höchstform gedrillt wurden.
Besonderer Wert wurde dabei auf eine perfekte Technik beim Rückenschwimmen gelegt („Nehmt endlich Eure Hintern hoch, ihr seht ja aus wie nasse Säcke!“, „Körperspannung, wir sind hier doch nicht beim Seniorenschwimmen!“, „Wasserschlucken gehört beim Schwimmen dazu!!“). Aber was soll’s, man war ja schließlich nicht zum Spaß da!
Trotz allem (und vielleicht nach etwas gutem Zureden von Mutterseite, die Schwimmen ja für so eine tolle Sportart hält, vermutlich weil sie selber gerne Schwimmkarriere gemacht hätte) wollte Zwerg 1 nach dem Umzug wieder in einen Schwimmverein.
Tja, die Mühe hatte sich wohl gelohnt. Sie wurde vom Wettkampftrainer entdeckt und am nächsten Wochenende darf Zwerg 1 nun bei ihrem ersten Schwimmwettkampf teilnehmen.
Sie ist hochmotiviert und hat sich anspruchsvolle Ziele gesetzt:
„Also am liebsten würde ich ja einen Pokal oder eine Medaille gewinnen! Ich will aber nicht nur eine Uhrzeiger.“
Eine Uhrzeiger?
Zwerg 2 als kleine Schwester und Diplomatin in spe klärt auf:
„Einen Medaille hängt man sich um den Hals. Einen Pokal hält man über den Kopf. Und auf einer Uhrzeiger steht drauf, wievielte Zwerg 1 geworden ist, zum Beispiele Letzte.“
Na dann!
