Medien Junkies

30.05.2006 um 18:31 Uhr

Kann Zwang denn gut sein?

Ist es nicht erstaunlich, was uns heut zu tage stellenweise zugemutet wird? Da wird arg- und wehrlose Kinder mit eine Lektüre aufgedrängt und von heute auf morgen werden sie gezwungen sich mit weltanschaulichen Problemen auseinanderzusetzten, mit denen sie sich unter normalen Umständen schon aus Prinzip nicht beschäftigt hätten.

Für uns ist es selbstverständlich kein Problem, denn wir nehmen alles, verschlingen bereitwillig, selbst nach anfänglichen Protesten, all das, was uns vorgesetzt wird. Doch was tut ihr, wenn ihr, wie ich nun erst kürzlich, mit einer so weit von euren Interessen entfernten Geschichte konfrontiert werdet:

Christa Wolf "Der geteilte Himmel"

Nun, was sagt uns dieses Buch? Hat es überhaupt eine nähere Aussage? Zweifellos, sonst wäre es nicht Schullektüre. Überhaupt haben Bücher, die in der Schule gelesen werden grundsätzlich einen tieferen, meist für Schüler nicht zu erfassenden, Sinn; ebenso wie sie meistens Träger des Jugendliteraturpreises sind, wobei sich mir an dieser Stelle nur die Frage aufdrängt, ob dieser Preis eigentlich für Bücher vergeben wird, die von Jugendlich auch gern gelesen werden oder nicht eher für solche, die besser von Schülern gelesen werden sollten, aufgrund eben genannter unerfindlicher tieferer Lehre.

Doch nun gut, wir haben also Manfred unseren mürrischen, intelligenten, aber leider gänzlich von der Welt enttäuschten Chemiker, der die 10 Jahre jüngere, hübsche, lebensfrohe und grundlegend positive Rita liebt. Das doch beeindruckende an Christa Wolfs doch allzu herzzerreißenden Erzählung ist, mit welcher erstaunlichen Ehrlichkeit sie diese Liebe und all ihre Hochs und Tiefs darstellt. Man kann sich zweifllos in einem dieser beiden Charaktere wiederfinden. Fragt sich nur in welchem. Und ,meist im Unterschied dazu, in welchem man sich wiederfinden möchte. Ich für meines Teil wende mich eher in Manfreds Richtung, obwohl zweiffellos jeder lieber Rita wäre, ist doch eine Konsequenz dieses Buches mit Sicherheit, dass wir alle nur allzu oft Manfreds sind, oder vielleicht doch nicht? Wer weiß das schon so genau.

Doch hat Christa Wolf mit ihrem Buch sicher viel mehr als die "einzig gültige auseinandersetzung mit den Jahren der deutschen teilung", wie uns der Umschlagtext weißmachen möchte und was ich in Anbetracht der Masse an deutscher Nachkriegsliteratur doch stark einzweifeln möchte, geschaffen. Viel mehr ist es ein Buch über die Liebe selbst, von dem man sich, wenn man dazu bereit ist, einfach in jegliche Himmel, ob geteilt oder nicht, tragen lassen kann. 

 

 

27.05.2006 um 11:56 Uhr

Schwindel oder Wahheit? Wie die Welt nach Antworten sucht...

Die Welt steht Kopf. Der Renner zur Zeit in deutschen und internationalen Kinos ist die Verfilmung eines ehemals ebenso umstrittenen Buches, wie es jetzt auch dem Film zuteil wird.

Von der Presse verrissen, von den Zuschauern geliebt, verachtet, als Schund abgetan oder als Offenbarung gefeiert. Natürlich gehörten wir wieder zu den ersten die ihn sahen, und welches Bild haben wir von dieser vermeintlich so großen Offenbahrung der Menschheitsgeschichte?

Interessant und in sich logisch, doch derartig verdreht, dass seine Glaubwürdigkeit doch eindeutig in Frage zu stellen ist.

Doch was lockt euch nun, denn was uns lockt ist zweifellos die immerwährende Suche nach dem Kick, der Flucht aus Raum und Zeit, also was lockt euch zu Tausenden in die Kinos dieser Welt? Ron Howard hat zwifellos schon durch seine Starbesetzung einen Grundstein für einen deratigen Erfolg gelegt. So strömen natürlich all die zahlreichen Tom Hanks Fans vor die Leinwände und wer sich nicht von diesem charismatischen und beinah genialsten Schauspieler dieser Erde nicht betören lässt, der ist ohne Zweifel noch von Audrey Tautous fesselnder Darstellung in "Die fabelhafte welt der Amelie" gebannt. Wen auch das nicht überzeugen kann, für den hat Howard den an den purpurenen Flüssen ermittelnden Jean Reno oder für alle Fantasy Fans unseren alten und gar nicht mehr so bärtigen Gandalf alias Ian McKellen in der Rückhand.

Doch nun einmal ehrlich, was euch treibt ist die Faszinastion und die Ungewissheit, ob das, was euch ein geschickter Autor dort bereits in einem Buch verpackt lieferte tatsächlich war sein kann. Mordende Mönche, Sekten, Orden und das Geheimnis um Jesus Christus. Unabsichtilich angestachelt durch ein Armada von Wissenschaftlern, die in Tausenden von Büchern zu wiederlegen versuchen, was doch für jeden schon als Lüge offenbahr ist.

Ist diese Frau Maria Magdalena? Vielleicht.

Hatte Jesus Kinder? Vielleicht. 

Wären dieses Buch und anschließend dieser Film je entstanden, wenn es tatsächlich eine mordende katholische Sekte gäbe, die unter dem Schutz des Vatikans verhindern will, dass das geheimnis um Jesus' Menscjlichkeit und Nachkommenschaft ans Licht kommt?

- zweifellos nicht!

Und so seid ihr nicht besser als wir und wir nicht besser ihr, jagen wir doch dem unerrichbaren hinterher und glauben so vieles, was uns tagtäglich von den Medien vorgesetzt wird unumwunden, nur auf der Suche nach Befriedigung.

 

  

27.05.2006 um 07:49 Uhr

Was sind wir?!

Seltsame Frage in einer Welt die sich primär fragt 'Wer bin ich' und nicht 'Was'. Ich für meinen Teil habe zumindest in einem Punkt meines doch so vielschichtigen Charakters diese Frage ganz eindeutig beantwortet.

Ich bin ein Medien Junkie.

Erstaunlich, nicht? Dieser Satz sagt einem so ziemlich alles und nichts über eine Person. Ich helfe euch, wir sind die, die sich täglich, bewusst, für einen langen Zeitraum einer geballten und gebündelten Medienmacht aussetzten. Kino, Fernsehen, Bücher, Zeitung, Theater, Internet, Musik. Das ist unser Leben, unser Sinn. Wir sind die, die euch von den neusten Filmen und Büchern erzählen. Die, die jeden neuen Kinohit schon 3mal gesehen haben, bevor ihr auch nur davon gehört habt. Die, die ohne diesem Kick von enormem Realitätsverlust schon nicht mehr leben können oder wollen.

 Und nun? Nun bietet uns das Internet diese wundrbare Möglichkeit unseren 'Interessen' auch noch öffentlich und für jeden ersichtlich zu frönen, ohne dass auch nur einer von euch erfährt, wer wir wirklich sind, denn das einzig was hier zählt ist, was wir sind.