Ansichten eines Großstadtsingles

14.07.2005 um 20:49 Uhr

Mal ganz was neues - krank bei 30 Grad

Stimmung: heiß, sehr heiß


Es gibt Tage, die man eigentlich verfluchen möchte:

Ich hätte heute eigentlich mit einer wunderbaren Frau ein Date gehabt, hatte auch gestern abend zugesagt, bin aber heute morgen mit einem dicken Hals aufgestanden. Seitenstrangangina im Anfangsstadium - so richtig schön scheußlich mit allem Drum und Dran:- leicht angeschwollende Mandeln
- Schmerzen im Hals (keine ordinären Halsschmerzen, eher wie eine Verspannung)
- richtig heftige Schweißausbrüche und Hitzewallungen (wäre ich eine Frau, würde ich wohl von vorgezogenen Wechseljahren sprechen)

Das ist nicht nur schlechtes Timing, das ist Mist!

Zum Glück konnte ich die Dame noch rechtzeitig erreichen - sie scheint es mir glücklicherweise auch nicht übel zu nehmen, dass ich ihr für heute absagen musste. Aber das ist schon absoluter Shit!

Und das ganze dann auch noch im Hochsommer!

09.07.2005 um 09:40 Uhr

schnelle Entscheidungen sind nicht unbedingt falsch

So, jetzt mal etwas absolut sinnfreies:

Gestern hatte ich irgendwie das Gefühl, meine Brille passt nicht mehr zu mir. Mein bislang heißgeliebtes randloses Gestell von Carolina Herrera geht mir irgendwie nur noch auf die Nerven.

Also ab zum Optiker und ein bisschen Geld verschwenden

Die Suche nach dem richtigen Gestell gestaltete sich doch recht langwierig. Zuerst waren die Ray-Ban-Gestelle dran. Und die passten sogar erstaunlich gut. Dann zeigte mir die sehr nette Optikerin einige D&G-Gestelle, die ich aber wegen des recht deutlichen Logos etwas unangemessen fand. Und dann folgte das "Killer-Gestell". Erst etwas später ist mir aufgefallen, dass es von Prada stammt

Ich und Prada? Das soll passen? Ja, perfekt! Und netterweise haben die den gleichen Hang zum gepflegten Understatement wie ich. Keine großen Schriftzüge, nur ganz exquisite Verarbeitung und edles Design. Klasse!

Nach der obligatorischen Stärkemessung (oh je, mein rechtes Auge ist noch schlechter geworden ...) und dem Augenabstand folgte das unvermeidliche - die Rechnung. Und die war durchaus hoch. Aber wenn ich sehe, dass andere das für ihre simple Steuererklärung an meine Firma bezahlen müssen, relativiert sich das ganze schon wieder

07.07.2005 um 20:49 Uhr

London oder: Wie weit führt das noch?

Stimmung: sehr besorgt, aber irgendwie auch erleichtert (s.u.)
Musik: derzeit Stille


Es war heute ca. 12:50 Uhr, als ich hörte, dass es in London Anschläge gegeben hatte.

Ich war innerlich bereits auf mein Mittagessen eingestellt, jedoch ist mir danach jeglicher Appetit verloren gegangen.

Das erste, was ich tat, war über Handy zu versuchen, nähere Informationen zu bekommen. Wo waren die Anschläge? Sind Menschen verletzt? Gab es Tote? Leben meine Bekannten noch?

Zum Glück konnte ich mit relativ wenigen Telefonaten in Erfahrung bringen, dass es meinen Leuten in London gut geht - die meisten haben nur bemerkt, dass die Subway nicht mehr planmäßig gefahren ist. Allerdings gab es auch zwei Leute, die direkt in Nachbarschaft zu einer Explosion arbeiten. Auch die waren zum Glück wohlauf und bereits auf dem Weg nach Hause.

Was ich mich aber bei solch monstösen Taten immer wieder frage:
Was treibt einen Menschen dazu, andere völlig unbeteiligte Menschen in den Tod zu reißen?

Eigentlich verbietet doch jegliche Religion das Töten anderer Menschen. Trotzdem sind wohl Religion und Ideologie (Religion ist in meinen Augen nichts weiter als Ideologie) die häufigsten Gründe für die schwersten Katastrophen der Menschheitsgeschichte. In sofern hatte Karl Marx mit der Bezeichnung der Religion als "Opium fürs Volk" wohl sehr recht.

Denn nur die Ungebildeten und Verarmten lassen sich als Werkzeug zu solchen Untaten wie in New York, Madrid, Bali oder London missbrauchen und von religiösen Eiferern verführen.

03.07.2005 um 17:07 Uhr

Chef koch(t)

Stimmung: in gewisser Weise ziemlich saturiert


So, jetzt habe ich es amtlich: Ich hätte Koch werden sollen ...

So war zumindest die Meinung eines Bekannten, der heute bei mir zu Gast war und selbst Küchenchef ist.

Wenn das nicht mal ein echtes Lob ist!

OK, das war irgendwie auch provoziert:
1. gebratener Zander auf Gemüse und Weißburgundersauce
2. zweierlei Mousse auf Fruchtsoße

OK, die Bezeichnungen entsprechen nicht dem Standard, aber meine Zubereitungen auch nicht unbedingt. War aber sehr lecker, wie ich mich mal selbst loben muss.

Der einzig störende Einfluss waren meine lieben Nachbarn, die ... naja, sei's drum.

03.07.2005 um 09:35 Uhr

Live 8

Stimmung: etwas müde
Musik: nach 12 Stunden gestern erstmal gar nichts


Gestern hat Bob Geldorf also nach 20 Jahren zum zweiten Mal ein Konzertprojekt gemacht. Und nun war es eine Art Gegenveranstaltung zum kommenden G-8-Gipfel in Schottland.

Und man konnte feststellen, dass es gerade die großen alten Bands wie Pink Floyd oder The Who sind, die die Leute in die Stadien treiben. Die mittlerweile nicht mehr ganz jugendlichen Männer können es einfach noch am besten - von Robby Williams oder Linkin' Park mal abgesehen. Und gerade von Linkin' Park war ich überrascht, der Sänger kann ja sogar auch mal nicht brüllen - der hat ja Stimme!

Und alle, die dabei waren - ob vor Ort oder am TV und im Internet - haben auch eine Stimme und diese kundgetan.

Allerdings bin ich auch Realist genug, dass ich davon ausgehe, dass nicht viel dabei herauskommen wird. Wir leben leider in neoliberalen Zeiten, in denen Gemeinsinn höchstens zum Erzielen von Wählerstimmen oder zur Manipulation eingesetzt werden.

Vielleicht wirft man ein paar Millionen Dollar Schuldenerlass für ein paar Länder hin und erklärt das zu einem Durchbruch. Damit kann man die Massen sehr einfach beruhigen und gleichzeitig den Status Quo aufrechterhalten.

Aber, trotzdem war es ein schönes Fest der Musik.