Gedankenventil

11.06.2012 um 18:25 Uhr

schwankungen immer noch

von: miss

Die gefü¨hlschwankungen sind immer noch da. Momentan besonders krass.

Heute hatte ich nen doofen Tag. Hab jetzt ne neue Aushilfe im Geschäft. Na ja, leider nicht so wie ich es mir vorgestellt habe. Die Aushilfe redet/schwätzt sehr viel, ist unkonzentriert, faul und soo weiter. Das frustriert mich echt. Manchmal denke ich ob ich vielleicht überfordert bin? Weiss nicht.

Und dann war heute dieser blöde Tag. Nach dem arbeiten kurz einkaufen. Schon bei einkaufen fing es an. Da ist doch soooo ein riesiger laden mit soo vielen lebensmitteln. ich steh da und weiss einfach nicht was ich kaufen soll. Ich hab so verdammt hunger. aber ich weiss nicht was kaufen. am liebsten würd ich grad sofort was essen aber nichts im angebot spricht mich an. Besser als früher bin ich aber schon, ich habe mir nämlich fertigfood gekauft. nach hause und wollte den machen. als ich dann aber sah, dass mein freund weder die abfallsäcke gemacht hat (morgen ist abfuhr) noch die küche aufgeräumt hat, da hats mir abgelöscht.

ich konnte nicht mehr. schmiss alles in den kühlschrank und musste heulen. da war so ne wut in mir. die katze hatte glück, dass sie mich in ruhe gelassen hat.

ich kann es natürlich wieder nicht in worte fassen und es hört sich so verdammt kindisch an. haha, fängt an zu weinen weil unordnung in der küche ist, haha.

ich und das essen, was ist denn das für ne scheiss beziehung. ich kanns nicht erklären, diese gefühle. aber sie bringen mich um. in so ner verstimmung wie ich jetzt bin, da kann so viel schlimmes geschehen. ich verletze menschen, die ich mag und ich verletze auch mich selbst. es ist doch die schlechteste aller lösungen wenn ich dann gar nichts esse. aber es geht dann einfach nicht anders, ich bin dann so in der wut drin, das geht dann nicht. ich bin doch blöd.

jetzt kommt dann mein freund nach hause, wird die welt bzw. mich wieder nicht verstehen. dabei hab ich es ihm zu erklären versucht. habe ihm gesagt, dass ich zwar keine heldin im putzen bin, mir sauberkeit in der küche aber extrem wichtig ist. habe ihm gesagt, dass es mir wenns ums essen geht schneller aushängt. habe ihm gesagt, wie er sich verhalten sollte. aber er checkts nicht. und mehr kann ich nicht. es ist mega schwierig für mich zum drüber reden. denn wenn ich in der wut drin bin, dann kann man mit mir nicht normal reden. und wenn ich normal drauf bin, dann sind diese zustände so fern und ich schäme mich auch so dafür, dann kann ich auch nicht drüber reden.

ich weiss, dass ich leben mööchte, dass ich nicht sterben möchte, weshalb sag ich mir dann immer "ich mag nicht mehr. ich will nicht mehr leben"? was will ich denn wirklich? sollte ich noch leben?

ach verdammt, es ist unglaublich wie anders ich manchmal bin.

und ich hab hunger. aber ich kann nicht essen.

luxusprobleme nennen das gewisse leute wohl.

aber mir ist noch etwas klar geworden. diese dunkle seite in mir. das ist mein erbe väterlicherseits. die dunklen stunden, die haben meine ahnen schon durchgehalten, also halte ich sie auch durch.

Ich kann nicht einmal mehr zeichnen/malen. Früher war das mein Rettungsanker. Was ist nun mein Rettungsanker?

schade

24.04.2012 um 20:43 Uhr

Gedankensortierung

von: miss

Es ist wieder so vieles passiert. Ich versuch mal meinen Kopf ein wenig auszumisten.

Ich hab die Aufnahmeprüfung nicht bestanden. Ist jetzt schon einige Zeit her seit ich den Bescheid erhalten habe und es nimmt mich nicht mehr so mit. Zuerst war ich sehr frustriert. Aber ja, ich muss es auch positiv sehen. Ich habe nämlich genau den Teil nicht bestanden, bei dem ich im Nachhinein ein schlechtes Gefühl hatte. Ich hab mich also gut eingeschätzt ;-) 

Vielleicht ist es auch gut, beginne ich noch nicht diesen August mit der Ausbildung. Vielleicht wäre es mir zu viel geworden, wer weiss.

Es geht zwar aufwärts mit unserem Projekt (von den Bestellungen her), aber nicht so steil wie es sollte. Wenn nur das liebe Geld nicht wäre...

Mit den Mitarbeitern läuft es so wie es halt ist mit Menschen. Manchmal besser und manchmal schlechter. Manchmal habe ich so starke Selbstzweifel. Es sind schliesslich Menschen, mit denen ich arbeite, und nicht einfach "Produkte/Gegenstände". Wenn man sich fragt ob man echt richtig gehandelt hat/handelt. Das ist schwierig. Es ist unglaublich aber ich bekomme oft Komplimente für mich (anders kann ichs nicht sagen). Nicht nur von meinen Mitarbeitern (wo man vielleicht ja sagen könnte, die sagens nur so). Und daran muss ich auch denken. Dass die Frau XY von der xyberatung gesagt hat sie sei froh, dass diese Person bei mir arbeite. Sie schätze meinen Einsatz, das sei nicht selbstverständlich. Und trotzdem bleibt da dieses kleine Teufelchen, das mich zum zweifeln bringt.

 

Und jetzt ist mein Freund nach Hause gekommen, muss aufhören

 

 

02.02.2012 um 20:54 Uhr

11 stunden

von: miss

Ach verdammt, jetzt hab ich meinen ganzen Tagesablauf von heute aufgeschrieben. Irgendwie geklickt und landete auf youtube. Mein ganzer Text war weg... (Ich weiss, speichern wäre nützlich...)

 Kurzfassung:

Ich habe heute 11 Stunden und 20 Minuten gearbeitet. Leider ohne Mittagspause, die ging vergessen (und verdammt, sogar die Nachmittagspause hab ich vergessen). Ich bin total kaputt. Obwohl mein Tag heute eigentlich nur aus Gesprächen bestand. Die einzige körperliche Arbeit war am Schluss, als ich etwa 40 Bananen-Schachteln (gefüllt)an einen anderen Ort lüpfte. Aber die Gespräche kosten schon auch Kraft. Morgen wäre mein freier Tag. Wäre... Und am Samstag hab ich vielleicht auch noch was Geschäftliches.

Aber ich will nicht rumheulen. Ich hab das ja alles freiwillig gemacht, ich müsste nicht! 

Letzte Woche am Nachmittag wollte ich mir einen Tee machen. Ich stellte den Wasserkocher an und arbeitete dann am PC weiter. Da kam jemand mit einem Problem/einer Frage. Als das geklärt war, war mein Wasser wieder kalt. Ich startete einen neuen Versuch und stellte den Wasserkocher wieder an. Wieder zurück zu meinem PC. Und da klingelte das Telefon und ich musste das Zimmer verlassen um das Gespräch zu führen. Als ich wieder zurück kam, war mein Wasser wieder kalt. Noch einmal schaltete ich den Wasserkocher ein. Und wieder ging ich zurück zum PC um endlich meinen Text fertigzuschreiben. Wieder kam jemand mit einer Frage/einem Problem. Und wieder musste/durfte ich es lösen oder wenigstens versuchen. Mein Wasser war bereits wieder kalt. Nun war es zwar eigentlich zu spät um noch Schwarztee zu trinken, aber ich wollte meinen verdammten Tee! Ich schaltete den Wasserkocher ein und blieb daneben stehen (dumm rumstehen, sagt man auch) bis das Wasser kochte. Endlich hatte ich meinen Tee. Er zog dann zwar ein wenig zu lange, weil ich nochmals weggerufen wurde. Und immerhin drei Schlucke konnte ich trinken als der Tee noch warm war...

Und dann frag ich mich manchmal am Abend "Was hab ich denn heute alles erledigt, was ich mir vorgenommen habe?" Es gibt Tage, da kann ich nichts "Vorgenommenes" erledigen. Vielleicht weil der betreffende Mitarbeiter fehlt. Vielleicht weil ich es noch einen Tag rausgeschoben habe (oftmals sind das "trockene" Sachen, wie die blöden Checklisten oder die Kassenabrechnung oder meine Stundenkontrolle). Vielleicht weil ich den ganzen Tag durch andere Dinge aufgehalten wurde. 

Und klar setze ich mir auch Prioritäten und so. Bei mir kommt der Mensch zuerst.

22.12.2011 um 19:32 Uhr

es geht weiter und weiter

von: miss

und wieder den Geburtstag dieses Blogs verpasst, dieses Mal immerhin nur um einen tag. irgendwann lass ich mir diesen ganzen blog ausdrucken und schön binden. und dann wird mein tagebuch, mein einziges tagebuch, das über jahre geführt wurde, in einer schachtel verstaut, wie meine anderen diversen tagebücher. denn lesen mag ich sie im nachhinein meist nicht mehr. aber vielleicht in vielen jahren... wer weiss...

 wir kämpfen mit den zahlen, es läuft schon gut im geschäft, aber eben nicht so gut wie es sollte. nächstes jahr müssen wir bzw. unsere kunden gas geben. 

zwischen weihnachten und neujahr werde ich arbeiten. aber ich mache mir sorgen. ein mitarbeiter, der wieder auf eine krise zusteuert, hat zwischen weihnachten und neujahr ferien. zu könig alkohol (siehe dazu das gleichnamige buch von jack london) wird dann schnell gegriffen. es ist doch einfach gemein. er ist auf nem guten weg. aber von aussen werden ihm immer wieder steine in den weg gelegt.

da fällt mir ein anderes tragisches beispiel ein: ein 25 jähriger mann, eigentlich sehr klug, litt an einer essstörung und an alkohol- und heroinsucht. seit einem jahr trinkt er keinen alkohol mehr. unterzieht sicht einer methadontherapie. bezieht leider das methadon auf rezept (besser ist es bei einer anderen person: die muss jeden morgen die dosis methadon beim arzt einnehmen), nimmt daher das methadon nicht regelmässig "jetzt geht es mir doch gut, dann spare ich diese dosis lieber..." vom heroin ist er noch nicht ganz los, hat immer wieder beikonsum.
das schreckliche: wenn er heroin konsumiert, wirkt er viel besser. er erhält komplimente "wow, du lachst endlich wieder einmal" und sogar seine mutter lobt ihn dann, dass es ihm besser gehe. nimmt er dann wieder kein heroin, wirkt er wieder als wäre er total stoned. abwesender blick - bleich - lange reaktionszeit - komische bewegungen. dann hört er von diversen personen wieder dumme sprüche. dabei wirkt er doch dann wegen dem methadon und den anderen medis so.

er arbeitet noch nicht so lange bei mir. aber ich habe ihn schon total ins herz geschlossen.

 

so, ob ich nun will oder nicht, ich muss jetzt weihnachtsgeschenke einpacken.

06.10.2011 um 20:37 Uhr

wie es so läuft

von: miss

Lang ists her seit ich hier was geschrieben habe. Auch mein handgeschriebens tagebuch wird nicht mehr so benutzt.

meine arbeit verlangt mir viel ab. irgendwie ists in diesem ersten jahr schon sehr gewachsen. ich bin jetzt für 10 personen verantwortlich. klar, es arbeiten nicht alle 100%, es sind nie alle auf einmal anwesend. aber es verlangt mir schon einiges ab. ich bin noch so jung. und nun muss ich für alles eine antwort haben, allen immer zuhören, aufmerksam sein und beobachten, sozial sein und trotzdem das geld nicht aus den augen verlieren und so viel verantwortung. es ist auch schön. manchmal fühle ich mich wie eine mutter ;-) es sind auch viele ängste da. ängste um meine leute. die welt ist voller gefahren. epianfälle, alkohol, drogen, vor diesen dingen haben ich momentan sehr "angst". das sind direkte gefahrenquellen für einige meiner mitarbeiter.

aber ich sollte nicht nur klönen. es läuft auch gut und ich erhalte viele komplimente für meinen arbeitsstil. aber wie ich halt bin sehe ich mich lieber überkritisch an. um mich später mal daran zu erinnern, was so positiv ist, versuche ich es jetzt trotzdem mal zu notieren: eine person, die befristet bei uns ist, will gerne bei uns bleiben, die anderen arbeitsprogramme, bei denen diese person bisher war, will sie aber nie mehr sehen. es heisst wenn man in unser büro kommt seien alle immer am arbeiten aber man fühle eine gute stimmung. ich wurde dafür gelobt, dass ich auch für kriseneinsätze in meiner freizeit bereit bin (ja ich weiss, andere personen finden das schlecht, aber hey, mir liegt was an meinen leuten). personen, die nicht bei mir sondern am anderen ort arbeiten, kommen gerne zu uns und es würden auch schon andeutungen gemacht, dass einige lieber bei mir wären. ich werde für meine innovativen ideen gelobt (blog, newsletter (den ich immer schreibe, nicht einfach irgendein newsletter), kreative einladungen). manchmal habe ich glück (bin an einem sonntag geboren, vielleicht deshalb) und komme an unerwartete hilfe oder rabatte.

 aber ja vielleicht fühle ich mich auch zu sehr verantwortlich. deshalb schreib ich heute nämlich wieder mal hier, weil ich echt ein schlechtes gefühl habe. habe ich zeichen von der einen person übersehen? jedenfalls dachte ich, dass es eigentlich recht aufwärts geht mit dieser person. sehr wenige fehlstunden letzten monat. heute habe ich erfahren, dass es aber nicht so ist. ja, zum glück ist morgen mein freier tag. ich werde die person besuchen. ich bin froh, dass ich eine begleitung haben werde für diesen besuch. mich wird eine sehr nette person begleiten, die die betroffene person auch schon lange kennt und ihr genauso wohlgesinnt ist wie ich. nur hat die person, die mich begleitet, die ausbildung schon abgeschlossen. deshalb bin ich sehr froh, dass sie mitkommt.

ja, das kann ich vielleicht auch noch sagen. ich plane im nächsten september eine ausbildung im sozialen bereich zu beginnen. na ja, anfangs jahr werde ich aufnahmeprüfungen haben.

und jetzt warte ich darauf, dass mein freund nach hause kommt oder meine kollegin eintrifft. denn ich will endlich mit jemandem reden. denn ich habe einfach ein verdammt komisches gefühl in der magengrube. anders kann ichs nicht erklären.