Teenager ausser Haus und unter Kontrolle
Krass. Selbst der Spiegel steht auf diese Realitäts-Inzinierung, genau wie rund 4000 000 leute, die sich das noch ankucken?
Ok, is gut geschnitten und hinterlässt ein wohliges Gefühl im Bauch.
Soo einfach ist das also.
Besonders ergreifend ist ja wohl auch, dass diese höchst unkontrollierten kriminellen und gefährlichen und dazu noch MINDERJÄHRIGEN Individuen tatsächlich ja noch halbe kinder sind! so wie die heulen! Und das ich dabei zukucke, dass spricht für mein weiches herz, ne. irgendwie sind die so süss, wenn ihnen erst mal das dumme grinsen aus dem gesicht gefallen ist.
indirekt gibt mir da der spiegel seinen segen
"(...)Doch die siebenteilige Reihe mit dem reißerischen Titel "Teenager außer Kontrolle" lässt den Zuschauer aus Anteilnahme, nicht aus Voyeurismus dranbleiben."
siehste, ich nehme anteil und hab mitleid.
außerdem ist diese sendung ja auch irgenwie ne doku (real halt),
da kann ich dann noch lernen,
was man mit diesen furchtbaren gören anstellen kann,
damit die aufhören sich so asozial zu benehmen!
endlich mal sichtbare resultate bei den undankbaren und hoffnungslosen fällen.
Da ist der verstand also auch beteiligt.
Ein wohliges Gefühl der Zufriedenheit, dass kompliziert wirkende Prozesse eigentlich ganz einfach zu bewältigen sind.
ohh bitte.
das ist ein eingriff in die rechte der jugendlichen auf ihr eigenes bild. das ist ein eingriff auf ihr recht nach körperlicher unversehrtheit. das greift ihre würde an.
RTL ist nicht der bessere Pädagoge. Im Fernsehen nackt zu sein, ist nur ein weiterer Faktor in ihrem Leben. der kann alles noch komplizierter machen. schlimmer.
aber das interessiert ja keinen wirklich.
die jugendlichen, die da mitmachen sind doch nur prototypen, die stellvertretend für alle missratenen subjekte öffentlich gedehmütigt werden.
Diese Cowboys regen mich auch auf, arbeiten da einfach so auf ihrer Ranch, ohne Konzept, ohne erkennbares pädagogisches Leitbild. Zusammengestückeltes freizeitdidaktisches und konfrontationspädagogisches flickwerk, dass sich eine landwirtin zusammengeschustert hat, um amerikanischen Eltern das geld aus der tasche zu ziehen.
es eignet sich perfekt fürs fernsehen.
die therapeutische nachsorge organisiert dann wieder das jugendamt.

Welche Sendungen ich fast schon noch schlimmer finde, sind die, in denen Pflegeeltern gezeigt werden. "Nein, wir würden ihn nicht missen wollen.... Wir haben schon seit 12 Jahren Pflegekinder... Er kann zwar überhaupt nichts allein... Ja, wir können ihn nie allein lassen... Unser zu Hause ist mehr ein Heim als uns ein zu Hause... Aber das ist alles ganz einfach und wir können das Paaren nur empfehlen auch zu machen..."
Dann kriege ich die Krise, denn das Jugendamt lässt einem schlussendlich mit den Problemen allein, denn Geld und Arbeitszeit sind gar nicht da. Da sieht man also einen richtig plietschen jungen Menschen, der heruntergewirtschaftet wird, weil man ihm nicht Hilfe gibt. Und schlussendlich gehen da Pflegeeltern auch daran kaputt, weil sie wissen man müsste was tun, aber sie wissen nicht was... Alles läuft auf's Verwahren hinaus.
Als Lehrer geht Ihnen ja nichts ab, die Schüler arbeiten ja für Sie. Als Arbeitgeber sind sie schlecht, und, Sie zahlen schlecht.
Das mit dem Fernsehen ist zwar recht einfach nachzuvollziehen. (Wenn alle angepasst wären, wäre das Leben unglaublich langweilig und ereignisarm.
Andere wissen das.
Da stürzt sich diese Welt auf alles, was sich bewegt, aus der Rolle fällt, schlachtet es medientechnisch aus doch nur um Voyerismus auf einzelne Menschen zu lenken, der den Betroffenen dabei unglaublich sehr schadet.
Doch das sehen/ wissen Sie nicht.
Ich habe hier Hoffnung auf Besserung!