ausländeranteil
denkt da eigentlich keiner mehr drüber nach? ich lese oft, auch in serösen zeitungen so sachen wie: "heruntergekommener, gefährlicher stadtteil mit hohem ausländeranteil". sowas ärgert mich. durch die formulierung wird ein kausaler zusammenhang zwischen der herkunft und den sozialen umständen hergestellt, der impliziert, dass wenn in einem stadtteil viele "ausländer" wohnen (ich spar mir jetzt mal die umständlichen "mitmigrationshintergrund-formulierungen), diese auch irgendwie dafür verantwortlich sind, dass es gefährlich und heruntergekommen ist. allein auch dadurch, dass beides in einem satz steht.
auch ein diplomatenviertel hat einen hohen "ausländeranteil".
die ursache für gewalt und heruntergekommene gegenden ist nicht, dass dort "ausländer" leben, sondern das die leute dort arm sind. das ist die begründung, nicht die herkunft der leute (oder die ihrer eltern, großeltern, etc). die wichtige frage ist eher, warum so viele "ausländer" arm sind.
hier haben noch ganz andere leute versagt, aber mir kommt es so vor, dass leser förmlich darauf konditioniert werden, nicht nach denen zu fragen, die es zulassen, dass leute (allgemein, egal welcher herkunft) hier -in diesem reichen land- unter menschenunwürdigen umständen leben müssen.
wenn ich hier in der großen stadt durch manche viertel laufe, dann werde ich sauer auf unseren jovialen bürgermeister, auf diesen macht- und geldgeilen senat, auf die ganzen millonäre, die sich im lions-club treffen um "etwas gutes zu tun" und es dann von der steuer absetzen. hier läuft definitiv was falsch.

Es gibt, genauso viele Deutsche, die in hausgemachter Armut leben(siehe Herrn Hartz!)
Bei uns haben wir auch jede Menge ausländischer Mitbürger. 90% "leben" vom ALG II. Aber: Sie fahren große, teure Autos, sind nach der neusten Mode gekleidet. Besitzen eine durchaus, eurpoäische gut eingerichtete Wohnung samt Großbildfernseher, Hifi-Anlage und eine Küche mit dem neusten technischen Errungenschaften. Gold - und Silber glitzert an ihren Fingern, Armen und Ohren. Die Jugendlichen verhöhnen ihre gleichaltrigen deutschen Mitschüler, die leider auch vom ALG II leben, aber denen es nicht so gut geht.
Soviel können unsere ausländischen Mitbürger vom ALG II auch nicht sparen, das sie sich so ein Leben leisten können!
In meinem Bekannten, -Freunden - und Verwandtenkreis befinden sich auch viele Ausländer mit denen ich ein sehr gutes Verhältnis habe. Aber selbst diese Ausländer sagen von ihren eigenen Landsleuten, das dort nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Ich habe nur geschrieben, was ich selber erlebt und gesehen habe.
Wer jetzt andere Schlüsse daraus zieht, der hat mich falsch verstanden. Ich bitte dieses zu entschuldigen...
L.G. - Last Chance