von allen seiten
wird alles beleuchtet. meine mutter verfällt dem aktionismus. hätte ich vielleicht nix gesagt, aber das geht auch nicht. kind, du musst zu einem spezialisten, wir (!) hören mit dem rauchen auf, das ist gift für dich,
hier ist die adresse einer selbsthilfegruppe für junge erwachsene (natürlich in der kleinen stadt, weil ich im semester auch soviel zeit in der woche hab, um da hin zu fahren), schau dich nach nem bildungskredit um, du solltest dann nicht so viel arbeiten, den rest übernehmen wir, autogenes training soll gut sein, sport auch, ess gesund, die wahrsagerin sieht keine katastrophen, sei gut zu dir, nein, du musst nicht alles auf einmal machen.
arme mama.
mir geht es wieder besser. ich muss jetzt nicht mehr die volle dosis nehmen. meine nerven sind nicht mehr so dünn, ich heul nicht mehr soviel. depression ist echt nicht das richtige wort für diese nebenwirkung, denn tief darunter hab ich die ganze zeit gedacht, dass es schon wieder alles gut wird. das is bei nem richtigen depri nicht so, denk ich. mutlos bin ich nicht. geschockt war ich, bin ich noch. angst hab ich auch noch, ein wenig traurig, dass ich nicht ganz gesund bin. nachdenklich und ich beobachte mich. warum zittert meine hand, kaffee oder symptom? koordinationsprobleme in der letzten zeit; alles umgeschmissen, sachen fallen gelassen: trampeltier, wie immer, oder symptom? plötzlich verschwommen gekuckt, restalkohol oder symptom? damit mach ich jetzt wohl mein leben lang weiter. deshalb denk ich auch, dass ich meine gesundheit und meine körperkoordintion allgemein verbessern sollte. und meine entspannungsfähigkeit. dann kann ich besser sehen, wenn was nicht stimmt. als es anfing, da hätte ich auch nicht schneller reagieren können. das war doch schon mal gut. aber ich darf mich da bloß nicht reinsteigern. das wäre wohl die schlimmste nebenwirkung. ich bin chronisch krank. daran muss ich mich gewöhnen. aber ich werde keine probleme haben, ich werde keine fiesen symptome haben. ich werde keine dauerhaften beeinträchtigungen zulassen. wahrscheinlich kann ich das gar nicht beeinflussen. aber ich versuchs trotzdem. ich werde alles machen, was ich in meinem leben noch machen will. ich werde arbeiten, ich werde das machen, was ich liebe, ich werde kinder haben, ich werde niemals am stock gehen, ich werde keine einschränkung hinnehmen. und dann werden sie irgendwann rausfinden, wie man die scheisse entgültig stoppt. und dann wird es noch nicht zu spät sein. ich bin froh, dass ich nicht einsam bin. das ich damit nicht alleine bin. ich wünschte zwar, dass am besten niemand darunter leiden müsste. aber trotzdem hilft es, dass ich einen freund habe, der es schon länger mit sich rumschleppt. es hilft darüber zu reden, gerade weil ich ihn schon ewig kenne und wir uns nicht deshalb kennen. wir sind nicht zwei kranke, wir sind freunde, die zufällig die gleiche krankheit haben. das ist glück im umglück. ich kann ihn jetzt besser verstehen. wird schon alles wieder gut, immerhin hat das kortison auch schon mal alle meine pickel gekillt. ;-))

Ich wünsche Dir alles Gute, an sich eben was Du selber alles schon geschrieben hast. Dass Du Dich daran gewöhnst, lernst damit umzugehen und eben auch die positiven Seiten im Leben siehst. Ich habe gehört, dass es die immer gibt...