DAS MovieBlog

28.05.2007 um 11:03 Uhr

Kritischer Kinofilm in der DDR möglich?

Zum 1. Mai ein Film aus alter Zeit


1975 hat Roland Gräf dieses Werk geschaffen. Wer Roland Gräf nicht kennt, dem unterstelle ich ein blankes Nicht-Wissen über die Filmwirtschaft des Ostens. Er ist einer der Protagonisten des kritischen Films, der DDR. Nicht Staatskritisch in diesem Film, dafür sozialkritisch. Feinfühlig nimmt er die Gesellschaft und ihre Tücken auf die Schippe, hält den Spiegel vor.
Erwin Geschonneck besetzt die Rolle des Karl Achilles mit Inbrunst und starker Überzeugungskraft. Seine Augen sind in den Close-Ups so viel sagend, dass manch einer 50 Sätze bräuchte um dieses zu vermitteln.

Doch worum geht’s:

Bankett für Achilles

Karl Achilles, 65 Jahre alt, seit dreißig Jahren im Chemie-Kombinat Bitterfeld tätig und immer noch voller Tatendrang, geht in den Ruhestand. Bitterkeit befällt ihn an seinem letzten Arbeitstag, denn ein Jüngerer, der Hochschulabsolvent Baahre, sitzt bereits auf seinem Arbeitsplatz Probe. Am Abend gibt Bereichsleiter Walura ein Bankett für Achilles zur ehrenvollen Verabschiedung – nebst Prämie und der üblichen Lobhudelei. Auf dem Weg zur Feier zerstört Achilles aus Trotz sein Blumenbeet auf der Industriehalde; in Gesellschaft zweier Rentner testet er schon einmal die Parkbank; jedoch lernt er die wieder gewonnene Zeit durch seine Enkelin schätzen. Nichts scheint einem heiteren Bankett im Wege zu stehen…

Quelle: Icestorm


Wahnsinn, welche Aktualität dieser Film von 1975 zum 1. Mai 2007 gewinnt.
Schauts Euch an, wenn Ihr Lust auf einen guten älteren Film habt, der tiefgründig und auch emotional ist.

Mir hat er prima gefallen!

 


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