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03.04.2010 um 14:53 Uhr

Rheinland-Pfalz zu Pferde erleben

von: egzoni   Kategorie: Wirtschaft   Stichwörter: Pferde

Trier/Prüm (ddp-rps). Zu Pferd in den schönsten Regionen von Rheinland-Pfalz unterwegs - das heißt, wildromantische Bachläufe genießen, menschenleere Wälder durchstreifen und danach in gemütlicher Runde den Abend verleben. Möglich machen dies 114 Wanderreitstationen inder Eifel, im Hunsrück und im Naheland, aber auch in der Pfalz, im Westerwald oder im Taunus. Wer kein eigenes Pferd besitzt, kann in den Sattel eines Leihpferdes steigen.

«Wir denken nicht in Kilometern, wir denken inschönen Stunden im Sattel», sagt die Sprecherin des Vereins «Eifel zu Pferd», Bärbel Guckuk. In Partnerschaft mit einem Pferd die Natur zu erleben und von Station zu Station zu reiten, sei einfach ein besonderesErlebnis. Die Eifel gilt als Motor für die Reiterferien in Rheinland-Pfalz. Es begann im Jahr 1996 mit einem Modellprojekt unter Federführung der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt Bitburg. Seitdem sei es stetig aufwärts gegangen und das Konzept in Kooperation mit Partnern auf andere Regionen ausgeweitet worden, freut sich Guckuk. Aktuell gebe es allein in der Eifel schon 45 Wanderreitstationen. Weitere seien in Planung.

Eine davon liegt in Herzfeld im Kreis Bitburg-Prüm. «Bei uns können Gäste geführte Tagesritte bis zu 35 Kilometer im Naturpark an der luxemburgisch-deutschen Grenze buchen, sagt Reiterhofbesitzerin Ingrid Lessmann. Dabei sei natürlich auch ein Picknick oder die Einkehr in Gaststätten möglich. Bei längeren Touren müssten die Reiter schon »etwas sattelfest« sein, betont die 54-Jährige.Ansonsten gehe es auch mit »festem Schuhwerk« und »bequemer Hose«. Sie und ihr Mann Theo haben rund 25 Pferde auf der Weide. »Die können die Gäste auch putzen, wenn sie Lust haben«, betont Lessmann. Die Familie setzt schon seit rund zehn Jahren auf diese Form des Tourismus und ist zufrieden.

Ähnlich ist es in den anderen Regionen. »Wir bieten aufrund 25 Stationen Tages- und Sternritte an und erkunden mit unseren Gästen beispielsweise das Biosphären-Reservat Naturpark Pfälzer Wald«, erklärt der Vorsitzende des Vereins »Pfalz zu Pferd«, Gerd Diebold. Besondere Anziehungspunkte seien auch Wanderreitertreffen in Saverne undin Colmar (Frankreich). Dabei stehe immer stressfreies und naturverträgliches Reiten im Mittelpunkt. Das gilt ebenfalls für Erkundungen in den Bereichen Westerwald/Taunus und Hunsrück/Naheland. Hier wird Pferdeliebhabern an mehr als 40 Plätzen Erholung im Sattel geboten.

Die Betreiber der Wanderreitstationen sind besonders ausgebildet. »Sie müssen einen speziellen Lehrgang absolvieren", sagt die für die Qualitätssicherung verantwortliche Conny Sonnen-Lütte. Da gehe es beispielsweise um Wald- und Wegerecht, Hygiene, Fütterung, Tierseuchenrecht und Hofunterbringung, aber auch um Erste Hilfe und die Bewirtung der Gäste. Im Rhythmus von drei Jahren würden die Betriebe erneut überprüft. Das Interesse sei groß, sagt Sonnen-Lütte. So sei in Kürze bereits ein weiterer Qualifizierungslehrgang für 14 Betriebe geplant.

(ddp)