Fight for friendship

14.07.2009 um 23:37 Uhr

Offenbarung meiner Selbst

Fassen wir mal zusammen; seit nun mehr acht Wochen habe ich kein einziges Mal mehr vom Herzen her gelacht, frage mich ob da noch überhaupt so was wie ein Herz ist, wahrscheinlich nicht mehr, spüre nichts mehr. Seit nun mehr acht Wochen habe ich nicht einmal drei Tage nacheinander ohne einen Alptraum schlafen können. Ich versuche schon mich am Tag abzulenken, NICHT darüber nachzudenken, dass klappt teilweise ja auch, aber in der Nacht holt mich alles wieder ein. Und dann wache ich auf, irgendwann, irgendwo, denke darüber nach, wo ich im Leben stehe, und merke, dass es mir SO nicht gefällt. Und dann sucht man nach Auswegen, nach Wegen das Leben wieder halbwegs lebenswert zu machen und landet prompt in der falschen Richtung: Ich stehe da, wo ich in meinem Leben nie stehen wollte. Ich bin so, wie ich nie sein wollte. Langsam fang ich an mich selbst nicht mehr zu mögen.

Und ich finde keinen Ausweg. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal vom Herzen aus gelacht habe. Wie sagt man so schön: „Jeder Tag, an dem man nicht gelacht hat,

ist ein verlorener Tag.“ Bezieht man das auf die letzten Wochen… Alles vergebens, alles war umsonst. Die ganzen Tränen, die ganze Angst, die ganze Mühe, die mir gegeben habe, damit ich ihm ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern konnte.

Tränen gleiten wieder über meine Wangen und keiner merkt warum. Meine Güte, kann ich gut schauspielern. So viele Leute denken, dass er mir gut ginge, dass ich alles gut verkrafte. HAH! Und wenn ich doch mal darüber rede, dann versteht mich keiner. Ich kann nicht mehr vor anderen weinen, ich weiß nicht warum. Außer jetzt, aber es weiß keiner, dass meine Augen aus Trauer tränen. Ich finde dann keine richtigen Worte, die das Ganze gut beschreiben könnten, wahrscheinlich gibt es solche treffende Worte auch gar nicht.

Ich habe alles in dem letzten Jahr nach meinem besten Wissen und Verstand gemacht. Ich habe versucht mich an moralische Grundsätze zu halten: Ehrlichkeit, Treue, volles Vertrauen… Und dann finde ich endlich jemandem, dem ich meinte wirklich vertrauen zu können… Und dann werde ich aufs bitterste enttäuscht. BITTER? DAS ist mehr als bitter. Ich liebe einen Mann vom ganzen Herzen aus, und was ich für ihn war werde ich wohl nie erfahren. Ob überhaupt eins der ganzen „Ich liebe Dich`s“ nicht gelogen war? Ich setze auf Treue und Ehrlichkeit, sehe nur meinen Freund, schaue keinen anderen Mann mehr an und was krieg ich zurück? – Untreue, Lügen, Ausnutzen, sämtliche Gemeinheiten. Und das noch nicht mal offiziell…. Offiziell war ja alles immer „OK“. Ja, ich merke wie OK es war. Noch nicht mal ein kleiner Funke an Ehrlichkeit. Und das tut weh.

Und das Bitterste an dem ganzen ist, dass er zu Anderen genau anders sein kann… Da ist er dann, wie der Mann, den ich einst lieben lernte…

Ich verstehe alles nicht, weil es gemein und unfair ist. Ich fühle mich ungerecht behandelt, denn egal was ich auch gemacht habe, irgendwie war es eh falsch. Entweder es war falsch oder falsch. Das habe ich nun davon, dass ich richtig geliebt habe. Einen Arschtritt. Einfach nur einen fetten Arschtritt.

 ich kann mich keinem anvertrauen. Vor anderen wirke ich so stark, ich staune manchmal selbst über mich, wie lässig ich doch daher komme. Und genau aus dem Grund weiß keiner, wie es in meinem Inneren aussieht. Wenn ich alleine bin. Wenn die Gedanken, die ich wirklich zu ignorieren versuche, mich wieder einholen…

Da glaubt man einmal in das GUTE in einem Menschen und wird aufs derbste angelogen. Und dann steht diese Frage: „Warum?“ im Raum. Ich fühle mich schlecht, ungewollt und ungeliebt, wie irgendein „Stück“ was einfach in der hinterletzten Ecke verschwindet, wenn es nicht mehr benötigt werde. Was ich noch nicht einmal im Ansatz verstehen kann, KANN ich NICHT akzeptieren. Und alles was ich mache ist ja sowieso falsch gewesen. Also ist es das jetzt wahrscheinlich auch. Ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll. Mache irgendwas, und wahrscheinlich habe ich das Glück, dass ich mir genau den schlechtesten Weg aussuche oder schon bereits ausgesucht habe.

Ich spiele das tolle Spiel „Herz vs. Kopf“, na, wer gewinnt wohl?

Gerade haben sich wieder einmal meine schauspielerischen Fähigkeiten bewiesen. Und jetzt schon wieder. Man, ich glaube ich habe den Beruf verfehlt.

Da habe ich über die Jahre Erfahrungen gemacht, Gute, wie auch Schlechte, habe daraus gelernt, z.B., wie wichtig Treue und Ehrlichkeit sind und dass man sich nicht verstellen soll – das man „sich selbst“ sein soll. Und dann versucht man das Beste aus seinen gelernten Erfahrungen zu machen, mit bester Überzeugung, und dann ist trotzdem alles falsch. EGAL WAS ich in den letzten vier bis fünf Monaten angepackt habe, das meiste ging eh schief. Da kann ich mich von mir aus auch auf den Kopf stellen.

Dann habe ich gelernt, dass man die Fehler auch bei sich selbst suchen soll. Das mache ich nun auch, aber das ist dann auch wieder falsch, weil es durchaus auch nur die Anderen sein können. Wie ich schon sagte, ist eh alles falsch, was ich in Angriff nehme, mache, oder sein lasse.

Mein Problem ist es, dass ich es einfach nicht verstehe. „Was haben andere, was ich nicht habe?“… fühle mich minderwertig. Und nun habe ich Probleme auch nur überhaupt noch jemandem zu vertrauen. Und wenn ich mich doch jemandem anvertraue, habe ich Angst, dass man mich nicht versteht. Ich finde nie die richtigen Worte meine Gedanken auszudrücken. Vertraue ich jemandem, dann ist es falsch, vertraue ich (mich) niemandem (an), ist es auch falsch, denn dann fresse ich alles in mich hinein, genauso wie sich Amphetamine langsam in seine Hirnzellen fressen.

Ich bin ein Kopf-Mensch. Ich denke zuviel, denke manchmal auch komplizierter als notwendig, aber das macht mich doch irgendwie als Person aus. Ich bin so und muss ich mich wegen Anderen immer ändern?

Es ist schwer zu verstehen, wie jemand einen selbst nicht mehr so lieben kann, wie es ursprünglich mal war, und man selbst einmal wirklich wahre Liebe empfindet. Vielleicht ist das auch so eine Frage, auf die es keine Antwort gibt, oder unendlich viele Lösungen…

Am Anfang war dieses Glück einfach da, und im Nachhinein hat man diese schönen Zeiten viel zu wenig genossen, hat es vielleicht auch zu wenig geschätzt. Tja, wenn man etwas nicht mehr hat, dann weiß man erst wie wertvoll etwas ist oder sein kann.

Ich verstehe nicht, warum in aller Welt ich nur so durch die Hölle gehen muss und warum mir das nicht einmal vergönnt ist, glücklich zu sein.