Outback top!
Stimmung: sehr gut
Musik: keine ahnung-technoremixes?
lange darauf gefreut, viel erwartet, und nicht eine sekunde enttaeuscht worden! das das knappe vor-fazit vom outback. dass die wueste ihre versprechungen bezueglich zauber eingehalten hat, gilt allerdings auch fuer ihre unwirtlichkeit: gleich zu beginn bei unserer ankunft in alice springs wurden wir von horden von fliegen ueberfallen- die dinger koennen ECHT laestig sein!!! mittlerweile hat sich meine abneigung gegen diese biester noch vergroessert, weil die zu allem ueberfluss auch noch stechen (glaube ich zumindest)- und dreimal duerft ihr raten, wen sie sich (trotz insektenstecker jede nacht!!) als opfer aussuchen: ich hab mittlerweile gegen die 20 stiche am gangen koerper, und das jucken hoert auch nach 3 tagen und fenistilsalbe nicht auf:-(
in alice springs angekommen, hab ich kopfloses huhn in einem der 3 hotelzimmer, die wir angesehen haben, mein portemonnaie vergessen (typisch...)-zum glueck ging das wiederfinden relativ schnell. alice gefiel uns beiden (nicht nur wegen der fliegen) gar nicht- die stimmung dort ist seltsam gedrueckt, abends um 8 oder 9 sieht man betrunkene aborigines auf der strasse herumtorkeln, und die hoffnungslosigkeit, die diese armen leute umgibt, ist deutlich spuerbar. sie haben nichts, und das nicht nur im materiellen, sondern auch im kulutrell- geistigen sinne gemeint, sind jeglicher lebensgrundlage beraubt. es ist schwierig, sich in so kurzer zeit einen eindruck ueber eine problematik solcher tragweite wie die der aboriginalfrage zu verschaffen, und ich habe leider nie mit aborigines selber zu tun gehabt (was ich ehrlich gesagt auch nicht versucht habe- mich befaellt eine seltsame scheu, wenn ich diese leute ansehe, die so voellig anders sind, als alle menschen, die ich bisher kennengelernt habe- viel urspruenglicher und "nicht-entwickelt" oder besser nicht "verzivilisiert", wie wir es sind, so dass ich wirklich das gefuehl hatte, nicht in der selben welt wie sie zu leben).
gewisse eindruecke sind mir aber geblieben, und sie haben mich sehr nachdenklich gemacht: beispielsweise der aborigine, der eine autopanne hatte auf der strasse zum ayers rock (die ziemlich vielbefahren ist, was bedeutet, dass alle 10min mal ein auto vorbeikommt oder so), und es bald aufgab, den daumen nach hilfe nach oben auszustrecken, weil kein weisser fuer ihn anhalten wuerde. die sache ist aber nicht so einfach, dass man die weissen als arrogante, nicht hilfsbereite snobs abtun koennte, denn ich kann auch deren seite verstehen: die meissten aborigines, denen wir begegnet sind, stinken, gelinde gesagt, unglaublich (ich bin da wirklich nicht empfindlich, aber so jemanden im auto zu haben, haelt man kaum aus). natuerlich ist nicht das der grund fuer konflikte, mangelnde hilfsbereitschaft oder interaktion, sondern der tiefe kulturelle graben, der hier herrscht (und vor allem heute noch so schroff und tief klafft- viel tiefer als der zwischen weissen und indianern in amerika!) und die grausame vergangenheit, in der dieses volk seines landes beraubt wurde- einmal mehr von weissen eroberern.
wir verliessen alice springs also ohne grossen abschiedschmerz und machten uns auf den weg richtung uluru und kings canyon. am vorabend haben wir im backpackerhostel einen schweizer getroffen, der gerade von einer 5 tagestour zurueckkam und beteuerte, der kings canyon sei viel sehenswerter als der uluru (o-ton: " das isch eh nume so en steiblock zmitzt ide wueschti, eigentli noed so bsunders";-) da wir aber extra wegen dem uluru (und coober pedy) den abstecher ins landesinner gemacht hatten, entschlossen wir uns, beides zu sehen. an dem tag haben wir gegen 900km zurueckgelegt:-)
kings canyon war wirklich schoen (judith, du hast eine karte mit dem bild drauf bekommen:-), und wir haben ihn in ca. 2h umwandert, die fliegen mit stoischer geduld ertraged. sandro hat sich zum schutz ein fliegennetz fuer den kopf gekauft, sieht zwar saudaemlich aus, ist aber anscheinend effektiv (nur fuers protokoll: im gesicht hab ich KEINE sticke!). danach gings richtung ayers rock, mit einem zwischenhalt und einem cappuccino in yulara, dem riesigen resortkomplex, der ca. 20km noerdlich gebaut wurde, um die massen an touristen beherbergen zu koennen. wir haben etwas weiter westlich geschlafen, in einem winzigen nest, das uns treffenderweise so beschrieben wurde: "when you drive to curtin springs and you blink, you'll miss it!";-) war aber sicher angenehmer als der versnobte komsumtempel yulara.
ayers rock selbst hat mich trotz der vielen bilder, die ich schon gesehen habe, und trotz der zweiffellos geschickten vermarktung und vertouristisierung, sehr beeindruckt. von dem berg scheint tatsaechlich etwas auszugehen, ich will gar nicht versuechen zu erklaeren, was. ich kann verstehen, wesshalb er fuer die aborigines heilig ist, und desswegen haben wir ihn auch nicht bestiegen (ein ausdruecklicher wunsch des besitzerstammes). mir genuegte es, ihn halb zu umrunden, den nahen sonnenuntergang und sein immer roeter werdendes gestein zu bewundern und mich beruhigen zu lassen. es gibt viele kleinere und groessere hoehlen, in die man teilweise hineindarf und die schutz bieten. rot ist er, weil sein gestein einen hohen eisengehalt aufweist- was besonders kurz vor sonnenuntergang voll zur geltung kommt.
die olgas mussten wir leider (ich schreibe das mit schwerem herzen, denn ich haette gern mehr zeit im outback verbracht!!) beiseite lassen...
was die wueste sonst noch zu bieten hat: wilde kamele, die um 7uhr morgens am strassenrand stehen und aehsen, ohne mit der wimper zu zucken, haufenweisse tote kaenguruhs am strassenrand (ein scheusslicher anblick), kleine echesen, die herumwieseln, gewaltige adler (die vor allem sandro beeindruckt haben), die die toten kaenguruhs fressen...schlangen haben wir trotz allseitiger warnung absolut keine gesehen, v.a. zu sandros enttaeuschung. und natuerlich viel, viel ruhe und weite...beste bedingungen, um abends zu lesen (buchtipp fuer alle, die an philosophie und psychoanalyse mit geschichtlichem bezug interessiert sind: Irvin Yaloms "Und Nietzsche weinte"- der absolute HAMMER!!!!!).
ueberigens: falls ihr euch schon immer gefragt habt, in welcher richtung das wasser down under in den abfluss laeuft: GEGEN den uhrzeigersinn, wie wir gestern in einem improvisierten experiment feststellen konnten:-)
den rest mach ich kurz, weil ich seit ueber einer stunde jetzt in diesem internetcafe sitze: coober pedy, die opalstadt schlechthin, war unsere letzte outbackstation vor port augusta und adelaid, wo wir jetzt wieder in der zivilisation angekommen sind. aus coober pedy stammen 90% des weltweit verkauften opals, australiens nationaledelstein. wir haben dort eine mine besucht und ich hab mir ein huebsches mitbringsel geleistet- musste einfach sein, opale sind meine lieblinssteine.
ach ja, und fairerweise darf ich meinen lapsus auch nicht auslassen (da nur immer ich die eintraege mache, tendiere ich ein wenig dazu, meine boecke, die ich geschossen habe, fuer mich zu behalten:-): am morgen unserer abreise in coober pedy hab ichs doch tatsaechlich geschafft, den autoschluessel im kofferraum einzuschliessen (der keinen durchgang zur fahrerzelle besitzt, wohlverstanden). das ganze auto war abgeschlossen, mit dem mietvertrag und allen notfallnummern natuerliche...aber auch diese episode haben wir nach ein bisschen saebelrasseln beiderseits gut ueberstanden:-))
also, bis bald in der schweiz! der abschied von hier tut jetzt schon weh....
denise




