Un-Intelligent Design

23.09.2006 um 17:30 Uhr

Der "Affenprozess" - Offene Wunde im Fleisch der Kreationisten *Update*

von: vitrine

Update 23.9.2006 unter dem ursprünglichen Text 

(Der folgende Text entstammt der freien Enzyklopadie Wikipedia)

Weil der Lehrer John Thomas Scopes die Evolutionslehre an öffentlichen Schulen gelehrt hatte, wurde er im sogenannten Scopes-Prozess am 10. Juli 1925 in Dayton, Tennessee zu 100 Dollar Bußgeld verurteilt. Der Scopes-Prozess wurde auch unter dem Namen Scopes Monkey Trial (Affenprozess) bekannt.

Im März 1925 wurde in Tennessee ein Gesetz erlassen, das es verbot, an öffentlichen Schulen Theorien zu lehren, die im Gegensatz zur wörtlichen Auslegung der biblischen Schöpfungsgeschichte stehen (Butler Act). Die American Civil Liberties Union bot an, die Prozesskosten für jeden zu übernehmen, der aufgrund dieses Gesetzes angeklagt würde.

Eine Gruppe von Geschäftsleuten aus Dayton (Tennessee) hielt einen Prozess in dieser Sache für geeignet, ihre Stadt bekannter zu machen. Sie überredeten den Biologielehrer John Scopes, sich wegen dieses Gesetzes anklagen zu lassen.

Die Hauptkontrahenten in diesem Prozess waren Scopes Anwalt Clarence Darrow und der Assistent des Staatsanwalts William Jennings Bryan. Nach Darrows Argumentation widersprach das Gesetz der in der Verfassung festgelegten Trennung von Kirche und Staat. Außerdem behauptete er, dass die Evolutionslehre nicht im Widerspruch zur Bibel stünde. Zu dieser Frage nahm er Bryan ins Kreuzverhör, das so heftig verlief, dass Darrow wegen Missachtung des Gerichts verurteilt wurde. Scopes wurde zu $ 100 Strafe verurteilt, später jedoch vom Obersten Gericht von Tennessee wegen eines Formfehlers freigesprochen. Die Strafe gegen Darrow wegen Missachtung wurde ebenfalls nach einer Entschuldigung erlassen.

Nicht zuletzt das dramatisch ablaufende Kreuzverhör trug zur landesweiten Bekanntheit des Prozesses bei, der Vorbild zweier Filme wurde. Dabei hat sich auch der Journalist H. L. Mencken von der Baltimore Sun hervorgetan. Im allgemeinen wurde dieser Prozess als Blamage für die Fundamentalisten betrachtet, sodass keine weiteren Prozesse in dieser Sache stattfanden. Das zugrundeliegende Gesetz wurde erst 1968 durch das Oberste Bundesgericht aufgehoben.

Frei an den Scopes-Prozess angelehnt ist das Bühnenstück Inherit the Wind (1955) von Jerome Lawrence und Robert E. Lee. Dieses Stück mit deutlichem Seitenblick auf die McCarthy-Ära wurde von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen und gewann den Donaldson Award und zahlreiche andere Preise. 1960 wurde es durch Stanley Kramer mit Spencer Tracy (Darrow, hier: Drummond), Fredric March (Bryan, hier: Brady) und Gene Kelly (Mencken, hier: Hornbeck) verfilmt (deutsch: Wer den Wind sät). Der Film wird an amerikanischen öffentlichen Schulen vielfach im Unterricht eingesetzt. 1988 entstand ein Remake mit Jason Robards (Darrow) und Kirk Douglas (Bryan).

Update 23.9.2006

 Ein moderner „Inquisitionsprozess“ fand im Juli 1925 in Dayton im US-Staat Tennesee statt. Im sogenannten „Affenprozess“ ging es darum ob an öffentlichen Schulen die Abstammungslehre nach Darwin gelehrt werden durfte oder nicht. Der 24jährige Sport- und Biologielehrer John T. Scopes war angeklagt worden gegen das „Butler Law“ verstossen zu haben, nach dem das Verbreiten von Irrlehren“ unter Strafe verboten war. Er brachte die Dreistigkeit fertig, seinen Schülern die Evolutionstheorie“ zu lehren, was in den Augen der örtlichen Pfaffen der reformierten Kirche eine strafbare Handlung, nämlich das Verbreiten einer Irrlehre darstellt. Er wurde daraufhin vor einem Geschworenengericht angeklagt. Von der Verteidigung benannte Zeugen wie Wissenschaftler und Zoologen wurden vom Gericht gar nicht erst zugelassen, da diese gleichfalls im Verdacht standen, dieselbe „Irrlehre“ zu verbreiten. So benannte der Anwalt des jungen Lehrers, Clarance Darrow, einen der massgeblichen Anstifter des Prozesses, den dreifachen Präsidentschaftskandidaten und Evangelist der reformierten Kirche William J. Bryan, der viele Jahre als Staatssektretär unter Präsident Wilson diente, als Zeugen. Hier auszugsweise das Protokoll der gerichtlichen Befragung (bitte nicht lachen!) des Zeugen Bryan durch den Anwalt Darrow:

 Darrow:Glaube Sie, dass alles was in der Bibel steht, wörtlich zu nehmen ist?

Bryan: Ich glaube, dass alles was in der Bibel steht, so ist wie es da steht.

Darrow: Glauben Sie dass Josua die Erde zum Stillstand brachte?

Bryan: Ich glaube was die Bibel sagt.

Darrow: Also, sie meinen die Erde stand still?

Bryan: Ich weiss es nicht. Ich spreche hier über die Bibel. Ich glaube an die Bibel.

Darrow: Sie glauben dass der Bibelbericht über die Sintflut wörtlich zu nehmen ist?

Bryan: Ja.

Darrow: Vor wie langer Zeit war denn die Sintflut?

Bryan: Ich möchte mich nicht genau festlegen.

Darrow: Was denken Sie was die Bibel darüber sagt, wann die Sintflut stattfand?

Bryan: Ich habe es nie ausgerechnet.

Darrow: Und was denken Sie?

Bryan: Ich denke nicht über Dinge nach, mit denen ich mich nicht befasse.

Darrow: Denken Sie nie über Dinge nach, mit denen Sie sich nicht befassen?

Bryan: Doch, manchmal schon. ( Gelächter im Saal)...........

Darrow: Nun wann fand denn die Sintflut statt?

Bryan: (schaut in Unterlagen nach) 2348 vor Christus

Darrow: Glauben Sie dass alles Leben ausserhalb der Arche in der Sintflut vernichtet wurde?

Bryan: Ich denke, die Fische haben überlebt.

Darrow: Wissen Sie denn nicht, dass man von einer ganzen Anzahl von Kulturen weiss, die älter als 5000 Jahre sind?

Bryan: Die Beweise, die dafür sprechen überzeugen mich nicht.

Darrow: Sie glauben also, daß alle Zivilisationen auf Erden sowie alles Leben ausser den Fischen durch die Sintflut ausgelöscht wurden?

Bryan: Ja, damals.

Darrow: Haben Sie sich nie dafür interessiert, wie alt die verschiedenen Menschenrassen, Kulturen, Völker und Tierarten sind, die es heute auf der Erde gibt?

Bryan: Ich habe nie sonderlich dafür interessiert, was alles an spekulativen Nachforschungen unternommen wurde, mit dem Ziel die Bibel in Frage zu stellen.

Darrow: Und Sie haben auch selbst nie nachgeforscht, wie lange es Menschen gibt?

Bryan: Ich habe es nicht als notwendig erachtet.

Darrow: Wissen Sie nicht dass die ältesten chinesischen Zivilisationen mindestens 6 – 7 000 Jahre alt sind?

Bryan: Nein, aber sie können nicht vor der Schöpfung existiert haben, die laut Bibel vor 6000 Jahren stattfand.

Darrow: Also Sie wissen nicht wie alt diese sind?

Bryan: Nun ich weiss es nicht, aber Sie wissen es offensichtlich. Ich glaube Sie würden jedem Recht geben, wenn er nur gegen die Bibel wäre.

Darrow: Nun haben Sie überhaupt noch nie mit Völkerkunde befasst, wie alt Zivilisationen sind oder wie lange es sie gibt?

Bryan: Nein, ich die christliche Religion gibt mir Antworten auf alles, so dass ich mir nie Zeit nehmen musste um Argumente zu suchen, die im Widerspruch zur Bibel stehen. Ich weiss alles was ich zum Leben und zum Sterben brauche.

Darrow: Glauben Sie dass die Erde in sechs Tagen erschaffen wurde?

Bryan: Nicht in sechs 24-Stunden –Tagen.

Darrow: Haben Sie herausgefunden wo Kain seine Frau fand?

Bryan: Nein, sollen doch die Agnostiker nach ihr suchen.

Darrow: Glauben Sie dass die Sonne am vierten Schöpfungstag erschaffen wurde?

Bryan: Ja.

Darrow: Und vorher gab es Abend und Morgen ohne Sonne?

Bryan: Nun ich sage es ist nur eine Zeitspanne.

Darrow: Nun dann hätte diese Zeitspanne der Schöpfung auch sehr lange sein können, oder?

Bryan: Sie hätte auch mehrere Millionen Jahre dauern können.

Darrow: Ja gut. Ich danke Ihnen.

 

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