In knapp drei Monaten sind wir viel in den Lofoten herumgekommen. Die Inselgruppe ist erstaunlich klein, wenn man sie anfaengt kennenzulernen. Von Ost nach West erstreckt sie sich ueber nicht einmal 200 Strassenkilometer. Und so haben wir nach und nach alles gesehen, vieles sehr oft, jede kleinste Nebenstrasse zumindest einmal.
Und so gibt es ein paar Orte, die man gesehen haben muss, wenn man sich auf den Weg auf die Lofoten macht. Von Ost nach West:
Bevor man die erste Hauptinsel erreicht, geht vor der Bruecke ueber den Raftsund eine kleine Strasse links ab, die den Raftsund am Wasser antlang begleitet. Die 20 km hat man eine tolle Sicht auf die gegenueberliegenden Berge, mit bis zu 1146 Metern die hoechsten der Lofoten. Am Ende wartet eine idyllische Schaerenlandschaft.
Zwischen Kabelvaag und Henningsvaer fuehrt eine kleine Strasse nach links ab nach Hopen. Ein Campingplatz, sehr abgeschieden, mit beeindruckendem Blick auf steile, hohe Berge und den Vestfjord wartet dort.
Auf der Insel Gimsoya gibt es ein - fuer die Lofoten untypisch – voellig flaches Vogelschutzgebiet zu sehen, weisse Sandstraende und einen optisch sehr ansprechenden Golfplatz, gut in die Landschaft integriert.
Auf der Nordseite von Vestvaagoy liegt Unstad. Ein langer Strand mit bis zu vier Meter hoher Brandung aus Nordwest sorgen dafuer, dass dies ein bekanntes Surferparadies ist, dabei wohnen im Ort nur 10 Menschen. Vor dem Tunnel nach Unstad geht rechts ein kleiner Weg ab, mit Sackgassenschild, und oben wird man fast erschlagen, von der Aussicht, die sich einem auf den Ort bietet. Guter Geheimtip zum zelten oder mit dem Auto stehen.
Etwas weiter suedlich befindet sich der Hauklandstrand bei Vik, kurz vor Utakleiv. Offiziell Norwegens schoenster Strand, und auch wirklich nett gelegen. Um die Halbinsel kann man eine entspannte Wanderung nach Utakleiv machen und dort, statt durch den Tunnel zu gehen, den Pfad ueber den Berg nehmen. Zwei Stunden, nicht sehr anstrengend aber sehr schoen.
Suedoestlich der Provinzhauptstadt Leknes (langweilig!) liegt Ure, ein schoener alter Fischerort vor Bergpanorama.
Hinter dem Tunnel nach Flakstad fuehrt eine Strasse links ab nach Myrland, einem versteckten, idyllischen Ort auf der Aussenseite.
Ramberg hat wahrscheinlich den schoensten, weissesten Stadtstrand oestlich von Havanna.
Hinter Ramberg die zwei Bruecken nach Moskenes nehmen, die erste Strasse links rein, dann nach zwei Kilometern auf dem kleinen Parkplatz links halten. Von hier fuehrt ein Pfad ywei Kilometer lang nach Nordwesten, zwischen zwei Bergen hindurch zum Kvalvikastrand. Grandios gelegen, Steilwaende auf beiden Seiten, sehr beeindruckend, noch besser als Haukland, dabei ziemlich einsam. Moeglichkeit zum Zelten.
Die E10 weiter auf Moskenes ist als Strasse allein schon ein Erlebnis. Die Berge sind noch extremer und steiler als sonst auf den Lofoten und man hat einen guten Blick auf die gesamte Lofotenwand nach Nordosten hin.
Der Reinefjord ist der Hoehepunkt einer Lofotenreise. Bestehend aus vier Armen, komplett umgeben von steilen Bergen (bei Regen mit hohen Wasserfaellen besetzt), Schluchten, seltsamen Formationen. Taeglich faehrt eine Faehre vier Orte innerhalb des Ortes ab, die anders nicht zu erreichen sind.
Vindstad im inneren des Reinefjord liegt idyllisch, die Bewohner (bis auf eine Dame alles Wochenendhuettenbewohner) haben den besten Blick, den man haben kann (was fuer ein Glueck, dass wir die Besitzer einer Huette kannten und dort naechtigen konnten!).
Von Vindstad aus fuehrt ein Weg zwischen steilen Felswaenden hindurch auf die Aussenseite. Oben angelangt eroeffnet sich einem ein Blick, den man so noch nicht gesehen hat, und der alles uebertrifft, was ich an schoenen Blicken bisher gesehen habe. Unten liegt ein weisser Sandstrand, einen mal einen Kilometer gross, auf der Rueckseite schlaegt sich der Strandsand die Felsen hinauf, rechts eine 600 Meter hohe, komplett glatte, nahezu senkrechte Felswand, links und rechts ueber 800 Meter hohe urdramatische Berge, mit dem bezeichnenden Namen Helvetestinden – Hoellenberg. Dieser Strand uebertrifft alles. Und wenn man am Abend hinkommt, ist die Wahrscheinlichkeit gross, komplett alleine dort zu sein, mit offenem Meer und Blick bis nach Kanada. Vergisst man nicht mehr...
Mit der Faehre von Moskenes (Ort) erreicht man Vaeroy. Waren wir nicht drauf, lohnt sich aber wohl sehr. Kleine bergige Insel, gut zu laufen, Vogelfelsen zu Fuss zu erreichen.
Noch eineinhalb Stunden hinter Vaeroy liegt der Ort, der weiter ab von irgendetwas ist, als man sich vorstellen kann, Roest. Das Festland ist nur noch zu erahnen (trotz weit ueber 1000 Meter hohen Bergen) und die Lofoten sind zu einer Insel am Horizont zusammen geschrumpft. In dem Sinne ist Roest sehr beeindruckend. Auch dadurch, dass sich die gesamte Insel (etwa 5 mal 5 Kilometer) an keiner Stelle mehr als 6 Meter ueber den Meeresspiegel erhebt. Die Insel ist komplett flach und ziemlich besiedelt. Recht haesslich und langweilig eigentlich. Mit einem kleinen Boot kann man aber an Europas groesstem Vogelfelsen vorbei zum Skomvaer-Leuchtturm fahren und so auf der aeussersten Spitze Norwegens stehen.
Orte auf den Lofoten: A (mit Kringel), gefaellt mir gut, ist aber eigentlich fast nur ein begehbares Museum. Aber nett anzusehen, mit gemuetlicher Jugendherberge mittendrin. Reine ist komplett ueberbewertet. Wer auf die Lofoten faehrt, um weisse Haeuser mit kurzem Rasen und ein paar Kitschblumen sehen will und sonst gar nichts, dem koennte es gefallen. Ansonsten schnell weiter.
Sund ist huebsch.
Ramberg ist langweilig, hat aber eine kleine, uralte Kaschemme mit guenstigem Essen schraeg gegenueber der Jugendherberge. Und den schon erwaehnten Sandstrand.
Leknes ist Mist, haesslich, flach, langweilig. Zum Einkaufen gut, dann schnell weiter.
Gravdal ist auch nichts.
Ballstad kann man sich anschauen, muss man aber nicht. Hat eine grosse Rurbu-Siedlung.
Stamsund ist der einzige nicht touristische Ort auf den Lofoten. Das innere Stamsund ist eine langweilige Wohnsiedlung, das aeussere dagegen zeugt von der Geschichte als Fischereihauptstadt, hat auch immer noch Fischfabrik, viele Fischerboote, Herrenhaeuser, Galerien und zwei mal taeglich die gute alte Tante Hurtigrute am Kai.
Henningsvaer ist sehr nett anzuschauen, aber reine Touristenstadt. Schoenes Panorama hinter dem Ort, Meer ringsherum. Kabelvag kann man sich mal kurz ansehen, ist aber nicht viel zu holen.
Svolvaer ist gross, aber recht haesslich. Und viel zu touristisch, alles voll mit Hotels und geschmacklosen Restaurants.
Bilder folgen...