Barrikaden des Lebens

09.02.2012 um 21:35 Uhr

Morgen...

Nachdem ich die heutige Quälerei bereits überstanden habe, steht mir morgen eine noch viel größere Herausforderung bevor. Ich glaub nicht, dass bei der Blutuntersuchung etwas herauskommt. Natürlich wird das nur oberflächlich untersucht und es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass dann etwas gefunden wird. Aber ich lass mich überraschen. Die Ergebnisse bekomm ich nächste Woche. Ansonsten war's halt wie immer für'n Arsch.

Jetzt muss mich auf morgen konzentrieren. Ich habe ganz schön Bammel, das könnt ihr mir glauben. Und dann muss ich auch noch ganz dahinfahren. Hoffentlich klappt das alles und ich bekomm das was ich will: Nämlich wieder ein schöneres Gesicht!

Ich werde es jetzt durchziehen. Die Fahrkarte hab ich bereits gekauft, also gibt es kein Zurück mehr. Ich will was ändern, also muss ich kämpfen. Und auch mal was riskieren. Das wär dann sozusagen mein Geburtstagsgeschenk an mich selbst. Werde ja nächste Woche schon wieder ein Jahr älter. *kotz*

P. hat gefragt, ob ich feiere. Wenigstens wird er an meinen Geburtstag denken. Das ist mir viel wert. Bisher hat das nämlich kein Mann jemals getan. Ich hoffe, ich sehe P. bald endlich wieder. Es ist schon sooo lange her.

Aber erstmal muss ich den morgigen Tag überleben. Drückt mir die Daumen, dass alles klappt!

07.02.2012 um 22:24 Uhr

Es hört nicht auf

Es sind schon wieder 2 Wochen verstrichen und wir haben bereits Februar. Der Monat ist bisher gänzlich zum Kotzen und es scheint, dass das Pech mich gerade wieder magisch anzieht. Es läuft zuviel schief im Moment und jede neue Hoffnung verläuft stets im Sand. Bei der Wohnungssuche hab ich bisher auch keinen Erfolg gehabt. Entweder ist es zu weit weg oder es gibt plötzlich schon einen anderen Nachmieter. Oder die Vermieter sind Hartz-4-feindlich eingestellt. Na vielen Dank!

Gerade die jetzige Woche scheint aber die schwierigste seit Langem zu sein. Freitag habe ich ja nun das Beratungsgespräch bezüglich der Wangenunterspritzung und ich habe entsetzliche Angst davor. Ich hab schon hin und her überlegt, ob ich den Termin nicht wieder absage bzw.verschiebe, weil ich mich momentan kaum in der Lage sehe, das zu bewältigen. Und doch ist mein Leiden mit dem Gesicht so akut, dass ich keine andere Wahl habe, als das jetzt durchzuziehen.Aber wenn es nur das wäre...

Ich bin nämlich bei meinen Internet-Recherchen wieder auf eine heiße Spur gestoßen und hab möglicherweise die Ursache für meine Haar- und Hautprobleme und die ganzen anderen Symptome gefunden. Kennt sich hier zufällig jemand mit Nebennierenschwäche aus? Man könnte es als eine Art Hormonstörung bezeichnen und als ich darüber mehr gelesen habe, war ich felsenfest davon überzeugt, dass das die Ursache für meine ganzen Leiden ist. Es passt alles zusammen. Auch die Schilddrüsenunterfunktion kann daraus entstanden sein. Und wenn die Nebenniere nicht richtig funktioniert, kann das auch die Wirkung des zugeführten L-Thyroxins beeinträchtigen. Möglicherweise haben die Tabletten deshalb bei mir nichts gebracht, weil die Nebennieren eben auch nicht in Ordnung sind.

Also war klar, dass ich das unbedingt nochmal abchecken lassen musste. Und da der Arzt, wo ich ja eigentlich nicht mehr hingehen wollte, mich aber schon wegen der Schilddrüse behandelt hatte, sah ich mich gezwungen diesen doch noch ein Mal aufzusuchen. Heute habe ich mich also nochmal in die Höhle des Löwen begeben und versucht den Arzt von meinem Verdacht zu überzeugen. Aber der hält mich wohl nach wie vor für einen Hypochonder. Und das, was ich im Internet gelesen habe, gibt er ganz anders wieder. So langsam glaube ich, der gute Mann hat überhaupt keine Ahnung davon. Vielleicht sollte ich ihm die Fakten mal schwarz auf weiß vorlegen?

Naja immerhin war er bereit, nochmal bei mir in dieser Richtung etwas zu untersuchen. Aber viel Hoffnung hat er mir von vornerein nicht gemacht. Und diese popeligen Bluttests sind bestimmt eh nicht sehr aussagekräftig. Selbst wenn dabei nix rauskommen sollte, heißt das noch gar nix. Aber für ihn wird der Fall damit erledigt sein. Ich muss es trotzdem versuchen; in der Hoffnung, dass doch was gefunden wird. Nur heißt das für mich wieder, dass ich mich mitten in der Nacht aus dem Bett quälen muss, weil ich Stunden brauche, um mein krankhaftes Äußeres noch irgendwie tageslichttauglich hinzubekommen. Aber tageslichttauglich ist das schon lange nicht mehr. Fast jedes Mal wenn ich rausgehe, muss ich mir irgendeinen blöden Spruch von irgendwelchen dummen Kids anhören. Und dann immer dieses Versteckspiel mit den Haaren vorm Gesicht und Mütze auf dem Kopf...ich bin es sowas von leid. Ich will endlich wieder normal aussehen!!!

Nur dafür mache ich das überhaupt noch alles. Und trotzdem ist mein Bemühen jedes Mal wieder für die Katz. Wisst ihr, wie sehr einen sowas frustriert? Immer wieder die Nerven und die Hoffnung aufzubringen und immer wieder enttäuscht zu werden? Seit wie vielen Jahren muss ich nun schon mit krankhafter Haut und Haaren herumlaufen? Und mein Gesicht ist auch völlig zerstört. Dabei sah es mal ganz annehmbar aus...

Nun muss ich Donnerstag zur Blutabnahme und Freitag ist das Beratungsgespräch. Also eine echte Doppelbelastung für mich. Ich weiß überhaupt nicht, wie ich das noch schaffen soll. Und an beiden Terminen hängt unendlich viel Hoffnung. Doch bei meiner momentanen Pechsträhne muss ich damit rechnen, dass beides wieder ein Flop wird. Aber wieso sollte mir eine Wangenunterspritzung verweigert werden? Ich muss mich da halt durchsetzen und betonen, wie sehr ich unter meinem Gesicht leide. Wenn schon alles andere nicht klappt, das muss klappen. Das ist das einzigste Problem, wo man praktisch sofort Abhilfe schaffen kann. Und die brauche ich dringend. Es wird ja wirklich immer unerträglicher mit den ganzen äußeren Schäden. Da ist ja bald nix mehr normal! Nein, ich werde dafür kämpfen! Ich muss das schaffen, sonst geht es mir nie mehr besser!

Es fällt so schwer, optimistisch zu bleiben. Vor Kurzem war ich noch in dem Glauben, dass sich dieses Jahr endlich alles zum Guten wenden würde. Aber gerade glaub ich genau das Gegenteil. Erst Freitag werde ich wissen, ob es noch Hoffnung gibt oder nicht. Was mach ich nur, wenn ich da auch keinen Erfolg habe? Ich kann mit diesem Gesicht nicht länger rumlaufen geschweige denn leben! Eigentlich ist das eingefallene Gesicht ja auch das Symptom einer Krankheit. Aber da ich mich ja nicht darauf verlassen kann, dass die Ursache wirklich gefunden wird, muss ich mir ja auf anderem Weg Abhilfe schaffen. Es ist alles nicht mehr auszuhalten! Manchmal hab ich das Gefühl, unter dieser ganzen Last zusammenbrechen zu müssen, so unerträglich ist es damit geworden.

Ich bin nur froh, dass P. noch da ist. Ja, wir haben immer noch Kontakt und schreiben uns regelmäßig. Das 3. Date lässt aber noch auf sich warten, weil P. immer noch soviel arbeiten muss. Aber wenn müsste es noch diesen Monat stattfinden. Aber auch bei P. habe ich nach wie vor meine Zweifel. Und das obwohl er mir in der letzten Zeit nicht den geringsten Anlass dazu gegeben hat. Er interessiert sich weiterhin für mich und das, was ich mache, doch es fällt mir schwer zu glauben, dass er es wirklich ernst mit mir meint. Die dunkle Wolke namens Misstrauen schwebt ständig über mir und lauert als drohende Gefahr in jeder Ecke. Und immer wenn ich mit mir selbst extrem unzufrieden bin, bin ich sicher, er will mich nicht mehr oder er hat eine Andere. Es ist krankhaft, ich weiß. Dabei geht es schon so lange gut. Und doch weiß ich das nichts für immer sein kann. Die Hoffnung hängt an einem einzigen seidenen Faden, den die Schere namens Schicksal jeden Augenblick durchtrennen könnte. Man muss immer damit rechnen. Und genau das ist es, was mir so Angst macht. Angst zu verlieren. Angst zu scheitern. Angst vor einem Dasein, das noch schlimmer wird als es ohnehin schon ist.

Wenn auch alles andere schiefgeht, P. möchte ich niemals verlieren. Es war noch nie irgendwas so richtig und ich weiß, es wird auch nie wieder so sein. Ich wünschte, dieser Kampf und diese Ungewissheit wären endlich vorbei. Wird es jemals ein Wir geben? Werden diese Ängste jemals aufhören? Und werde ich die Kraft haben dafür? Im Moment heißt es nur kämpfen, kämpfen, kämpfen. Bis zur Erschöpfung. Es gibt nix anderes mehr als Kämpfen. Mein ganzes Leben ist nur noch ein Kampf und ist es immer gewesen. Ich muss endlich zur Ruhe kommen...bald. Hoffentlich bald!