...wie Du (Baby) uns besuchen kamst....

08.07.2006 um 09:29 Uhr

Momentaufnahme

von: papa

Also ich sitze grade in dem Raum der nur noch ansatzweise Ähnlichkeit mit einem Arbeitszimmer hat. Erst hast Du Dich natürlich gleich an den Staubsauger rangemacht. Also gleich aufstehen bevor Du davon erschlagen wirst und um 180 Grad drehen. Dann krabbelst Du schnurstracks zum Papierkorb. Ok, den kannst Du ausleeren. Kann ja nichts groß passiern. Ja aber den roten Hauptschalter von der Steckerleiste, den lässt Du bitte schön. Sonst habe ich das alles gerade umsonst geschrieben. Jetzt schraubst Du gerade am Cross-Trainer herum. Ich tipp mal das Du bald Dein Kopf anhaust und/oder Du generell genervt, frustriert, gelangweilt bist. Auf jeden Fall ist Heulen angesagt. Und zwar eines , das man nicht ignorieren kann. Selbst wenn man wollte. Es geht nicht. Eine Minute oder so hält man aus, aber dann landest Du sowieso wieder bei Mama und Papa auf dem Arm. Uuäääähhhh....! Faszinierend ist, wie schnell Du von herzzereißendem Weinen in ein sofortiges Lachen übergehen kannst. Hauptsache eine gute Aussicht auf dem Arm und wieder viele Dinge in Greifnähe. Heute gehe ich mit Dir in die Stadt und Mama hat etwas Ruhe vor Dir/uns. Ich gehe ohne hin abends nach der Arbeit gerne mit Dir raus und setz mich in den Biergarten. Den Herzen der Bedienungen hast Du längts erobert.

Am Montag gehst Du auf Deine erste Reise außerhalb des Bauches. Eine Woche muss ich auf Dich verzichten aber dann fliege ich nach. Wie und wo es war, siehst Du ja dann mal auf den Fotos.

Ach übrigens, gerade bist Du am heulen.

 

 

03.07.2006 um 21:11 Uhr

Ähm....

von: papa

sag einmal, wünschst Du Dir eigentlich ein Geschwisterchen? Wieso? Hm...nur so. Ohne Grund. Naja ok, ich gebe es zu. Du bekommst ein Brüderchen. Ja. Und es dauert gar nicht mal so lange. Es ist jetzt schon in der 22 Woche. Oder war es dir 23. Woche? Naja so genau wissen wir das nicht weil...ach nicht so wichtig.

Nach dem errechneten Termin müsste es so Anfang November kommen, vielleicht sogar früher. Rechne mal nach. Ja, dann seid ihr fast ein Jahr auseinander. (Ich weiß, die ganz schlauen fangen jetzt an zu rechnen  ).

Wenn wir Pech haben, passiert dies genau an unserem Umzugstermin. Du wirst Dich, wenn Du das liest nur noch an das neue Haus erinnern können, dieses hier also Dein Geburtshaus wirst Du nicht mehr kennen. Wir freuen uns echt auf das Haus aber dies hier ist immer noch das Haus in dem Du geboren wurdest und daher werde ich es nie vergessen. Vielleicht wirst Du Dich im Unterbewusstsein noch an den Regenbogen erinnern können den wir Dir an die Wand gemalt haben. Ich könnte grad heulen.

 

 

 

02.07.2006 um 09:15 Uhr

Wiedersehen macht Freude...

von: papa

Ja da bin ich wieder. Der Papa. Es ist einige Zeit vergangen und Du bist groß geworden. Und schwer. Aber erstmal eins nach dem anderen und dann die Überraschung. Ich glaube beim letzten Eintrag warst Du 6 Wochen. Wir hatten seitdem viele schlaflose Nächte hinter uns. Dein Bäuchlein machte Dir besonders zu schaffen. Meist lagst Du sowieso bei Mama und Papa, die dann trotz 2 Meter-Bett mehr oder weniger am Rand lagen und ein umdrehen nur mit entsprechendem logistischem Aufwand möglich war.

Wie gerufen kam uns daher Dein erstes Lächeln. Und überhaupt Du lachst viel, bist ein richtiger Sonnenschein. Das hat uns morgens immer wieder entschädigt.

Sonst hast Du es mit anderen Fähigkeiten nicht so eilig gehabt. Lange mussten wir auf das erste Ba-ba-da-da-da-ma-ma warten, aber umso schöner war es dann. Dann war wieder lange nichts. Außer alles im den Mund stecken was nicht bei Drei auf den Bäumen ist.

Dann kam das Umdrehen. Also im nachhinein lacht man über sich selbst, wenn man als Eltern wie verrückt wartet wann sein Baby sich endlich vom Bauch auf den Rücken dreht. Irgendwann können es alle. Ich habe noch nie einen Erwachsenen auf der Straße gesehen der zu mir gesagt hat: "Entschuldigen Sie bitte,  ich liege auf dem Bauch, könnten Sie mich auf den Rücken drehen, ich habe das leider nie gelernt!" Aber schließlich hast Du das auch hinbekommen und wir konnten wieder was auf der Babyfähigkeitenliste abhaken.

Worauf ich mich aber dennoch gefreut habe ist das Krabbeln. Aber vielmehr deshalb, weil ich das lustig gefunden hätte und man viel mehr gemeinsam spielen hätte können. Seit 3 Wochen kannst Du das auch mehr der weniger. Zunächst nur Rückwärts. Wenn wir Dich gesucht haben, habe wir Dich meist immer in einer Ecke gefunden weil es an Ecken nomalerweise nicht mehr weitergeht. Nun haste aber auch schon den Vorwärtsgang entdeckt.

Insgesamt sind wir sehr glücklich. Zum einen machst Du uns Freude zum anderen haben Dich alle lieb. Nirgendwo kann man hingehen ohne dass Du die Aufmerksamkeit auf Dich ziehst. Und Du weisst wie man das kann. Deine großen dunklen Knopfaugen, Dein Lachen und ein bisschen Da-da hier und Brrrrrr da und schon werden alle weich.

Übrigens so sieht Du mit 8 1/2 Monaten aus.

Eine Mischung aus Mainzelmännchen und Mon Chichi. Vom Verhalten würde ich noch ein wenig Pumuckel vermuten.

Und die Überraschung? Naja, das erzähle ich das nächste Mal. Ihr könnt ja solange raten.

24.11.2005 um 00:06 Uhr

Babysprache

von: papa

So, nun bist Du ja schon fast 6 Wochen alt. Ich habe den Eindruck dass es Dir recht gut gefällt so bei uns. Und uns kommt es vor, als seiest Du schon immer hier. Am Anfang war es schon turbulent, vor allem wenn Dich etwas gezwickt hat. Und das hat es scheinbar laufend. Nachts wolltest Du kaum schlafen. Genaugenommen wolltest Du nie schlafen, was uns echt Sorgen ge macht hat. Ständig waren Deine kleinen Ärmchen in Bewegung oder Du hast gejammert. Weinen, wie man es so von herkömmlichen Babys kennt, tust Du eigentlich nie. Mittlerweile hat sich alles etwas gelegt bzw. wir wissen nun besser was Dich plagt, denn Du kannst Dich schon etwas differenzierter ausdrücken. „Ähhhh...ähhhh...“ mit leicht säuerlichem Gesicht bedeutet „Bäuerchen machen“, die Faust an der Wange entlang streichen – „Hunger“, Faust in den Mund stecken – „großen Hunger“, „eehhhhh...eehhhh“ mit einen konzentrierten Blick – „bald könnt Ihr mir eine neue Windel anziehen“.

 

Auch wenn es manchmal anstrengend ist, Mama und ich könnten uns richtig kaputtlachen über Dich. Allein die Gesichtsausdrücke die Du drauf hast, und selbst beim schlafen lächelst Du oder runzelst kritisch die Stirn. Einmal, da warst Du erst eine Wochen alt, waren wir drei gemeinsam beim Arzt. Als Du wieder dieses „Ähhhh....ähhhh...“ gemacht hast, dachte ich, ohhhh, der will bestimmt ein Bäuerchen machen. Kaum hatte ich Dich über die Schulter gehoben, kam ein, na ja Bäuerchen wäre untertrieben. Also es kam ein dermaßen lauter und tiefer Rülpser, also der Papa hätte das nicht besser machen können. Die Leute haben sich natürlich totgelacht. Naja, als Baby kann man sich das erlauben. Wehe ich hätte das gemacht.

 

Jedenfalls kommst Du gut bei den Leuten an. Liegt vielleicht auch daran, dass Du sobald jemand zu Besuch kommt, Dich von der allerbesten Seite zeigst. Entweder schläfst Du oder schaust denjenigen mit großen interessierten Augen an. Egal ob Du Deinen Eltern vorher den letzten Nerv geraubt hast, kaum ist jemand da, bist Du das liebste Baby der Welt. Wenn jemand zu uns sagt: „Euer Baby ist ein ganz liebes Baby, stimmts“, sagen wir mittlerweile nur noch „Jaja“.

 

Gebadet haben wir Dich und das magst Du sehr. Du bist dann ganz Entspannt und schaust ganz ruhig. Spazieren waren wir oft, und besonders wenn wir draußen unterwegs sind schläfst Du feste. Also alles in allem ein Traumbaby. Und mit Deinen Haselnussaugen hast Du jetzt schon alle Mädels verzaubert.

23.10.2005 um 09:36 Uhr

Die ersten Tage...

von: papa

Es ist was Wahres daran, wenn man sagt, dass sich das Leben nach der Geburt eines Kindes komplett umstellt. Aber dass es gleich ein 24 Stunden-Baby-Tag wird, hätten sich Mama und Papa auch nicht erträumt. Anfangs warst Du noch mit Mama im Krankenhaus. Ich durfte Dich aber jederzeit besuchen und war schon früh morgens da und bin erst spät nach Hause. Einmal war ich so früh da, dass die Schwester gefragt hat ob ich dort übernachtet hätte.

Zu Besuch kamen dann Freunde und Verwandte. Und alle fanden Dich zuckersüß. Man muss aber dazu sagen, dass Du schon ein kleiner Schauspieler bist. Immer wenn Besuch kam, hast Du Dich von Deiner brävsten Seite gezeigt. Aber auch wenn ein Arzt Dich untersucht hat und sogar Blut abgenommen wurde, und andere Babys wie am Spieß geschrien haben, warst Du ganz friedlich und unkompliziert. Aber wehe Du warst wieder allein mit uns.

Der Arzt sagt, Du bist gesund und wir haben uns natürlich gefreut darüber. Alles in allem ein gesunder Bursche. Nur nachts hast Du Mama nicht schlafen lassen. Aber wer will das am Anfang schon. Da will man Dich sehen und jeden Gesichtszug registrieren.

Am 18.10. habe ich Euch dann nach Hause gebracht. Du hattest also Deine erste Autofahrt. Dann sahst Du zum ersten mal Dein neues Zuhause und Dein eigenes Zimmer. Naja momentan ist es Baby-, Schlaf- und Wohnzimmer zugleich. Die Nacht hast Du durchgeschrieen und wir waren etwas verzweifelt weil Du uns leid tatst. Es lag wohl an Deiner Verdauung die sich erstmal einspielen musste. Und das verursacht fiese Bauchschmerzen. Heute jedenfalls scheint sie zu funktionieren, denn Du pupst Mama und Papa fleissig ins Gesicht und schläfst auch mal paar Stunden am Stück.

Naja, wir denken jede Minute an Dich und selbst im Schlaf magst Du es wenn jemand bei Dir ist. Ansonsten willst Du trinken, trinken, trinken. Ab und zu wickeln lassen und dann wieder trinken. Aber dann lächelst Du uns an und alle Strapazen sind vergessen.

 

20.10.2005 um 14:28 Uhr

Um den geht es die ganze Zeit...

von: papa

So, hier ist Dein erstes Portrait (abgesehen von einigen unvorteilhaften Ultraschallbilder). Ich finde Du machst eine gute Figur. Die Krankenschwestern sind jedenfalls hin und weg. Jaja, kaum auf der Welt und schon dem Papa Konkurrenz machen.

16.10.2005 um 07:57 Uhr

Unglaublich, aber wahr...

von: papa

Du bist da! Also richtig da. Zum anfassen, streicheln und lieb haben. Die Mama und der Papa können es kaum glauben, aber wir sind nun zu dritt. Aber erst mal der Reihe nach.

 

Gestern, also am Freitag den 14. Oktober, um 18:33 Uhr ging es mit den Wehen los. Da waren die Abstände zwischen den Wehen noch 6 – 8 Minuten lang, jedoch nicht so stark. Aber das merkt man ja erst später wenn man richtig starke Wehen spürt, dass die vorhergehenden nichts dagegen waren. Um jedenfalls nicht zu früh im Krankenhaus zu sein haben wir uns nicht verrückt gemacht und brav abgewartet und Statistik geführt und Comedy auf RTL und SAT1 geschaut. Dann gegen 0 Uhr kamen sie schon alle 3 – 4 Minuten, so dass wir dann doch in Krankenhaus fuhren, besser gesagt wir haben prophylaktisch noch einen Abstecher über den Drive-In gemacht. Man weiß ja nie wie lange so was dauert.

 

Als wir jedoch im Krankenhaus ankamen, warst Du wieder still und artig, so dass uns die Hebamme wieder heimgeschickt hat. Wir haben dann versucht, so lange wie möglich auszuhalten und erst wenn es wirklich deutlich wird, wieder hinzufahren. Das war dann gegen 6 Uhr morgens. Ja spätestens da wurde Mama bewusst, dass Wehen nicht gleich Wehen sind und es immer schmerzhafter wurden. Und von da an hatte Mama 6 Stunden harte Arbeit vor sich. Aber die Hebamme war sehr lieb und es war alles in allem sehr angenehm und stressfrei.

 

Und irgendwann, als man so dachte, Du kämst nie heraus, konnten wir ein Stück von Deinem Kopf sehen. Oder bessere gesagt jede Menge Haare. Und die waren pechschwarz und auch nicht wenig. Nun ja dachte ich, wohl eher nach der Mama. Aber dann ging es weiter. Irgendwann sagte die Hebamme, noch eine Wehe und Du bist da. Ich habe der Mama soviel Mut gegeben wie möglich und dann, tatsächlich war Dein Kopf draußen und der Rest gleich hinterher.

 

So, nun lagst Du da, ich guck Mama an, Sie guckt Dich an, sagt gar nichts, schaut nur so. Wir schweigen eine Weile und Du bist auch ganz ruhig, schreist gar nicht. Du machst eher so Geräusche wie: Ugk,  ähk, gha.

 

Und dann, nachdem ich die Nabelschnur durchtrennt hatte, kamst Du auf Mamas Bauch und Sie hat Deinem Namen gesagt und hat Dich getröstet. Und von da an konnte ich meine Tränen auch nicht zurückhalten.

 

Hier die wichtigsten Daten: 3.840 Gramm, 51 cm und einen Kopfumfang von 37 cm (was es Mama nicht gerade einfach gemacht hat), 10 Finger, 2 Händchen und 2 Füßchen.

 

Ich bin garantiert nicht jemand der gleich vergleicht von wem was ist, aber dass zumindest die Haare und die Augen von der Mama sind ist nicht zu bestreiten. Die Augen schön haselnussbraun und die Haare pechschwarz und soviel. Also ich kenne Babys entweder nur haarlos oder mit einem Flaum bedeckt, aber was Du hattest war ein richtiger Haarschopf. Aber es sieht süß aus.

 

Alles an Dir sieht süß aus. Besonders wenn Du schläfst. Alle haben gesagt Du seiest ein ruhiges zufriedenes Baby. Okay, irgendwann hast Du dann doch Dein „Gesicht zu einer Faust geformt“ (den Spruch habe ich von Mamas Zimmerkollegin gehört). Aber nachdem Mama Dich gefüttert hatte warst Du wieder vollzufrieden und bist müde eingeschlafen.

 

Das bin ich übrigens auch beim Tippen, da ich ja mit dem Laptop auf dem Bett lag und irgendwann die Augen nicht mehr offen halten konnte. Jetzt haben wir 7 Uhr. Ich werde mich nun langsam auf den Weg machen zu Euch.

 

Herzlich willkommen auf der Welt. Ab heute, 15. Oktober 2005, 12:13 Uhr sind wir zu dritt. 

14.10.2005 um 18:05 Uhr

Wehe, wenn die Wehen kommen...

von: papa

Also so sieht Dein Regenbogen aus. Besser gesagt so sah er aus, bevor Du ihn mit Wachsmalstiften, Fingerfarben und Buntstiften nachbearbeitet hast.

Übrigens fingen heute die Wehen an. Jedoch sind Sie noch nicht so stark, kommen jedoch alle 4 Minuten. Deshalb hat der Arzt gemeint, dass wir noch warten sollen. Er tippt auf Sonntag. Es kann aber auch heute schon sein. Mensch ist das aufregend.

 

11.10.2005 um 20:13 Uhr

Over the Rainbow....

von: papa

Jetzt sind es nur noch 5 Tage. Der Doc sagte zwar Du seiest 2 Wochen weiter in der Entwicklung aber noch machst Du keine Anzeichen zu kommen. Etwas ruhiger bist Du geworden, wohl weil Du immer weniger Platz in Mamas Bauch hast. Alle fragen wann es denn soweit ist und sind ganz aufgeregt. Wenn wir einen Tag unterwegs und zu Hause nicht erreichbar sind, dann werden alle ganz nervös und fragen dann später ob wir schon im Krankenhaus sind, es hätten sich alle große Sorgen gemacht. Wir so: Nö, wir waren nur spazieren.

 

Mittlerweile ist die andere Wand in Deinem Zimmer auch bemalt. Im TV gibt es mittlerweile jede Menge Sendungen nach dem Motto „S.O.S – Ich habe zwei linke Hände“ bei denen sich Geschmacksauthisten die Renovierung von einem Fernsehsender finanzieren lassen und dabei noch faul zuschauen. Nicht selten gibt es dabei auch einfache Tipps wie man mit wenig Geld und einfachen Mitteln hässliche Objekte zusammenhobeln kann, die beim nächsten Umzug ohnehin wieder im Keller landen. Neulich wurde gezeigt wie mit selbstbemalten Weißblechdosen und eingepflanzten Kräutern, mediterranes Flair gezaubert werden könne. So etwas entzückt doch  höchstens als Muttertagsgeschenk gebastelt von kleinen Vorschulkindern.

 

Aber Mama hat bei einer solchen Sendung tatsächlich mal einen interessanten Tipps gesehen den wir sogar umgesetzt haben, nämlich zum Regenbogen malen. Wie das geht habe ich mal aufgeschrieben um es auch der Nachwelt zu hinterlassen:

 

  1. Man nehme ein Pfund Mehl...nein, man nehme einen Zollstock aus Holz
  2. Dann bohrt man in regelmäßigen Abständen Löcher in das Holz, Anzahl und Abstand hängt von der Größe des gewünschten Regenbogens ab.
  3. Dann nagelt man das untere Ende des Zollstocks an der Wand fest, knapp über dem Boden
  4. Wenn man nun das andere Ende wie ein Zirkel an der Wand entlang gleiten lässt und dabei ein Bleistift in die Löcher steckt zeichnet man perfekte Halbkreise
  5. Nun hat man den Grundriss eines Regenbogens
  6. Jetzt kommen die Farben. Dafür benötigt man im Grunde nur 3 Grundfarben (zumindest für unseren 6-farbigen Regenbogen) nämlich rot, gelb und blau
  7. aus rot und gelb mischt man orange
  8. aus gelb und blau mischt man grün
  9. und aus rot und blau wird violett
  10. von den dunkleren Farben immer wenig beimischen da diese stärker deckend sind
  11. wer mag kann auch Farben wie Kaschmirhellocker oder Zitronenpastellbeige mischen aber auf eigenes Risiko
  12. nun malt man von außen nach innen mit den Farben rot – orange – gelb – grün – blau – violett
  13. Ähnlichkeiten mit einem echten Regenbogen sind nicht beabsichtigt und rein zufällig
  14. Einfach zu bemalen geht das ganze mit einem Handroller von 5 cm Breite aus dem Baumarkt

Wem das ganze zu aufwendig ist spart sich das Geld und die Mühe und geht schön zum Mexikaner essen

04.10.2005 um 21:27 Uhr

gute Eigenschaften, schlechte Eigenschaften...

von: papa

Jetzt wird es wirklich erst. Der Ungeduld folgt jetzt die Gewissheit, dass bald eine dritte Person unter uns sein wird. Zwar eine Mischung aus den Genen von Mama und Papa aber dennoch ein neuer Mensch mit eigenen Ansichten, Wünschen, Meinungen, Ecken und Kanten.

 

Was aber nicht heißt, dass nicht die eine oder andere Eigenschaft eines Deiner Elterteile ähnelt. Um daher später Diskussionen zu vermeiden habe ich eine kleine Liste vorbereitet, damit Du weißt wer Dich mit der einen oder anderen Eigenschaft beglückt oder bestraft hat:

 

  • übermäßiger und suchartiger Chipskonsum à Papa
  • im Schlaf laut mit Leuten streiten à Mama
  • braune Augen à Mama
  • Bartwuchs à Mama, nein, war Spass, der Papa natürlich
  • ähm....gute Merkfähigkeit, inbesondere wer was wem wie und warum gesagt hat und an dem Tag anhatte à Mama
  • schlechte Merkfähigkeit für Namen, Geburtstage und Verwandschaftsverhältnisse ab dem 2. Grad à Papa
  • feinmotorisches Malen à Mama
  • grobmotorisches Malen (siehe Kinderzimmer) à Papa
  • schlanke Figur à Mama und Papa
  • Kochen à Mama
  • gekochtes Essen à Papa
  • gern Erzählen à Mama
  • gern Zuhören à Papa
  • Singen à Mama und Papa
  • gut in naturwissenschaftlichen Fächern inkl. Mathe à Papa
  • gut in Sprachen à Mama
  • gut in Sport à sicher nicht von uns
  • Ungeduld, insbesondere beim Zusammenschrauben von skandinavischen Holzkorpuserzeugnissen auf Imbusbasis zu Wohnzwecken à Papa
  • lange ausgedehnte Schmollperioden, insbesondere ausgelöst durch unvorangemeldetes Zuspätkommen anverheirateter Verwander 1. Grades à Mama
  • Frühaufsteher à Papa
  • Langschläfer à Mama (mittlerweile auch Frühaufsteher)

 

So, das muss reichen. Falls Du dennoch eine Eigenschaft an Dir finden solltest, deren Verursacher ausfindig gemacht werden soll, dann kannst Du Dich vertrauensvoll an ein Elternteil Deiner Wahl wenden.

23.09.2005 um 21:53 Uhr

Wir zählen die Tage....

von: papa

Noch genau 23 Tage. Mittlerweile haben wir echt alles gelesen was man lesen kann, gehört was man über Babys wissen sollte, diskutiert und eingekauft und eingerichtet. Jetzt komm da mal langsam raus. Für Mama wird es auch recht schwer mit der Zeit. Und Du scheinst auch rauszuwollen, wenn man Dein Strampeln so deuten kann. Da kommen nämlch manchmal aus Mamas Bauch richtige Beulen heraus. Ich ärgere Dich dann manchmal und drücke dagegen und Du drückst zurück. Witzig aber auch schön, weil es unser erster Kontakt zueinander ist.

Vor 2 Wochen warst Du laut Arzt 3.200 Gramm. Sozusagen ganze 2 Volvic-Flaschen und etwas mehr.

Hehe, Dein Zimmerchen ist jetzt richtig schön. Zwar standen da schon eine Weile Möbel drin aber sonst irgendwie alles noch nicht richtig fertig gewesen. Aber vor kurzem habe ich Farbe aus dem Bauhaus geholt und etwas pseudekreativ mit einem Kreativschwamm rumgemalt.

Sieht aber schön aus. Und seit heute, hast Du auch schöne Gardinen. Die hat Dir Deine Oma genäht. Mit schlafenden Bärchen und dem Mond und so.

Warum wollen andere einem immer was einreden. Nicht dass man Meinungen anderer nicht anhören sollte oder darüber nachdenken sollte.  Aber es ist ein Phänomen, dass einige junge Damen sehr bestimmend sind und ihre Meinung über alles stellen, sagen wie es sein MUSS und finden die eigene Meinung sowas von falsch. Und nicht allein das, sondern die tun das mit einer inbrunst. Faszinierend =:-) Aber extrem nervtötend. Aber am Montag habe ich Dir Erstlingssöckchen gekauft und hab niemand reinreden lassen.

Der Arzt hat jetzt neuerdings 3D-Ultraschall. Naja, jetzt brauchen wir es auch nicht mehr. Höchstens mal für ein Geschwisterchen.

 

 

20.08.2005 um 08:27 Uhr

allgemeines, diverses und sonstiges

von: papa

So es hat mal wieder eine ganze Weile gedauert, aber jetzt steht mal wieder ein Eintrag an. Es kommt ja schließlich auf die Qualität und nicht auf die Quantität an.

 

Mama hat jetzt eine richtige Kugel. Und wenn ich Kugel sage meine  ich auch Kugel. Komisch von hinten ahnt man gar nicht dass Mama schwanger sein könnte, aber dafür von vorne umso mehr. So langsam wird es anstrengend für sie sich zu bewegen oder zum Beispiel irgendwo aufzustehen. Mama und Dein Papa sagen mittlerweile, dass es Zeit wird, dass Du kommst. Du scheinst es aber auch nicht abwarten zu können, denn ab und zu streckst Du Deinen Fuß heraus und lässt den aber auch ausgesteckt. Den kann man dann richtig sehen.

 

Ach habe ich Dir schon erzählt, dass Du noch eine Cousine oder einen Cousin (auf badisch: Kussenck) bekommst. Also dreimal Nachwuchs in einer Familie im Abstand von 8 Monaten.

 

Mama hatte schon zwei Vorbereitungskurse, heute den Dritten. Bin mal gespannt wann ich mit dazu muss. Nur dann wird nicht mehr die „Lotusblüte“ oder die „Kugel“ geübt, wenn wir Männer dabei sind. Die Schwangeren unter uns wissen was man unter diesen Begriffen versteht. J Tja, hinter einen erfolgreichen Geburt steht immer eine gute Beckenbodenmuskulatur.

 

Alle sagen, dass Mama total hübsch geworden ist während der Schwangerschaft. Nicht dass sie es vorher nicht gewesen wäre. Aber scheinbar tut die Schwangerschaft einigen Frauen gut. Arbeiten muss sie noch 2 Wochen. Eigentlich noch lange wenn man bedenkt, dass es echt schwer ist sich zu bewegen und man natürlich kein Risiko eingehen möchte.

 

Dein Zimmer ist noch etwas unordentlich, aber es ist so ziemlich alles vorhanden, was man als Baby so zum wohlfühlen braucht. Auch hat Mama schon so das nötigste für die Anfangsphase gekauft, wie Windeln, Nuckelfläschchen und einen Kamm. Ja, irgendwie habe ich die Vermutung dass Du mit vielen und mit dunklen Haaren auf die Welt kommst. Habe das so eine Ahnung. Deine Mama und ich sind jetzt nicht gerade der skandinavische Typ.

 

Nun, ja. Nach meiner Zeitrechnung sind es noch 8 ½ Wochen. Es wird langsam ernst.

 

 

27.07.2005 um 22:25 Uhr

Der dritte Drittel.....

von: papa

Heute schreibe ich mal wieder von Dir. Verglichen mit den ersten beiden Schwangerschaftsdritteln passiert zur Zeit jedoch recht wenig Spektakuläres. Aber vielleicht gewöhnt man sich nur an die Situation, denn man könnte nicht gerade behaupten, dass Du Dich nicht bemerkbar machen würdest. Aber, eins nach dem anderen.

 

Das erste Drittel war ja davon geprägt, dass man sich erst einmal mit der neuen Situation anfreunden muss. Und das obwohl man eigentlich noch gar nichts offensichtliches sieht. Man liest in dieser Zeit Bücher und Zeitschriften und bemerkt was man im Leben denn so alles noch gar nicht wusste. Vor allem dachte man bisher alles über die Zeugung und Entstehung eines Kindes gewusst zu haben. Pah...von wegen. Aber nach den ersten paar Wochen, sag ich Dir, ist man der reinste Spezialist auf diesem Themengebiet.

 

Das schönste war für Mama das zweite Schwangerschaftsdrittel. Nach dem die Schwangerschaftsübelkeit und die Fressorgien sich gelegt hatten war es eine echt angenehme Zeit. Besonders weil schon der erste Bauch zu sehen war. Als dann auch noch Deine ersten Bewegungen zu spüren waren war das Glück perfekt. Enttäuscht waren wir nur von den Ultraschallbildern, die im Grunde wie die Anfangsjahre des Schwarzweißfernsehens anmuteten. Aber trotzdem war es schön. Und der Papa war immer mit dabei.

 

So nun sind wir aber im dritten Drittel. Um genau zu sagen in der Mitte von der ersten Hälfte des dritten Drittels. Und Mama, na ja man kann sagen, hat ja schon eine richtige Kugel. Also mir macht das Sorgen weil so habe ich mir immer nur eine hochschwangere Frau vorgestellt. Wie soll das denn erst in 3 Monaten aussehen. Und Mama ist eben eher, sagen wir mal, zierlich.

 

Was ich mittlerweile gelernt habe und es für mich eine große Erkenntnis war ist, dass ein Baby sich nicht "Mal" bewegt. Das geht ja ab im Bauch. Du boxt, trittst oder streckst Deinen Fuß dermaßen lang, dass Mama Angst hat, dass der gleich aus dem Bauch heraus kommt.

 

Aber es ist schön, denn so schwer man sich vorstellen kann, dass man ein Baby in sich trägt (für Väter noch unglaublicher) umso schöner ist es wenn man Dich bewusst wahrnimmt.

 

Ach gestern haste mir übrigens mit dem Fuß ins Gesicht getreten als ich an Mamas Bauch gehorcht habe. Danke noch mal.

23.07.2005 um 20:50 Uhr

Ein bißchen Spass muss sein...

von: papa

Also früher oder später wirste merken, dass es einen kleinen Unterschied zwischen manchen Menschen und andern Menschen gibt. Also nicht alle sind ganz gleich. Weil...ähm...also....und dann...wenn sie sich diese beiden ganz doll liebhaben..... dann sind dann  auf einmal die Babys da. Ja so funktioniert das. *Puh.....*

Aber der schwierige Teil fängt dann erst an. Denn die beiden Beteiligten von denen ich oben gesprochen habe, nennen wir Sie einfachheitshalber mal Mann und Frau, sind sowas von verschieden. Sie verstehen sich nicht immer bzw. wissen nicht alles über den anderen und wenn ja verstehen sie es falsch.

Aber da ich heute den männlichen Teil der Weltbevölkerung repräsentiere, kann ich von unserer Seite aus zur Aufklärung beitragen. =:-)

Zum Beispiel über Männer und Babys:

Es ist übrigens ein Märchen, dass Männer weniger Bezug zu Babys haben als Frauen. Männer lieben Babys auch abgöttisch. Sie zeigen es halt nicht, oder anders. Also ein Mann macht nicht "Ui, ein Baby, gib mal...abuddibuddi...hadudadudi". Sie sind da schon etwas zurückhaltender. Meistens wenn sich um Kinderwägen eine Mädchentraube bildet, traut sich ein Mann nicht so schnell ran. Und wenn sich ein mutiger mal dazu durchringt und das Baby auf den Arm nimmt, dann kommt meistens einstimmig der Chor "Achtung der Kopf, der Kopf, halt den Kopf.....!" Als ob der gleich wegrollt. Man traut uns halt wenig zu und deshalb wird unsereiner verunsichert und zieht sich, manntypisch zurück. "Jo, macht mal, ich geh mit Kumpels was trinken!"

Nein, so schlimm ist es nicht. War Spass!

Was ich echt toll fand war, dass bei den Gesprächen und Infoveranstaltungen alle Männer dabei waren und dass man immer gezeigt hat dass es eine Sache von beiden ist, und beide dazugehören. Als aber so ein gemütlicher Gebärhocker gezeigt wurde, kam gleich wieder so "Höhö, und der ist für die Männer die umkippen" Die Hebamme meinte, dass sei ihr in ihrem Berufsleben noch nicht passiert. Dann kam so: "Und wo ist der Schnaps für die Väter, Hö! Hö! Hö!

Aber wie gesagt,so fand ich das alles echt toll rübergebracht und man fühlt sich als Mann dazugehörig.

Was mir aber auffällt ist, das Frauen so manche Scherze von uns Männern gar nicht mögen. Was heißt Scherz, manchmal sehen wir Dinge etwas lockerer. Jemand meinte mal dass Du sicher die ganze Wohnung in Unordnung versetzt. Ich so: Nö, dann mach ich überall so Absperrungen hin und Wohn- und Arbeitszimmer ist eh tabu. Sie nahm des sehr ernst und schüttelt den Kopf. Ich erzählte mal, dass ich wenn ich von der Arbeit komme immer 10 Minuten erst meine Ruhe brauche - sie so: Naja das kannste Dir abschminken - ich so: Nö, das krieg ich locker hin, ein böser Blick reicht - sie so: Das kannste doch nicht machen! Einmal habe ich gesagt, das es nicht schlimm sei wenn man die Babysachen zu klein eingekauft hat. Das dehnt sich ja wenn die das immer anziehen und wachsen. Habe sofort kritische Blicke geerntet. =:-)

Tja aber, ein bißchen Spass muss doch sein. Soll ja ein glückliches und lachendes Baby werden.

Ok, ich gebe es ja zu. Wir Männer ärgern Euch Frauen schon manchmal sehr. Aber was sollen wir tun. So sind wir halt. Wir müssen das tun.

 

11.07.2005 um 19:31 Uhr

Zucker regiert die Welt....

von: papa

Die wahre Weltherrschaft besitzt nicht Öl, nicht irgendwelche raffgierigen Herrscher auf fremden Planenten und auch nicht Arnold Schwarzenegger. Nein. Die Welt befindet sich in den Händen von Zucker. Dem wahren weißen Gold (...was ja gern Salz zugesprochen wird). Also verneigt Euch ehrfürchtig.

Wie aus meinem vorherigen Bericht erkennbar ist ruft nur Zucker allein solche starken Emotionen hervor. Die Entwicklung der Zivilisation hing wenn man es genau nimmt im Grunde davon ab. Ohne Öl? Ok, ohne Öl würden wir heute noch mit der Keule aufeinander eindreschen, aber immer noch ein nachvollziehbarer Gedanke. Aber ohne Zucker? Unvorstellbar!

Ok, ich meine jetzt nicht Zucker in seiner Rohform. Aber mit etwas Wasser und Zitronensaft erhitzt verwandelt sich dieser ganz schnell in Karamel. Und hier läuft das Wasser so manchem Zeitgenossen schon im Munde zusammen.

Und das ist erst der Anfang. Von hier kommt man schnell zum Klassiker - dem Bonbon. "Wenn Du brav bist gibt´s ein Bonbon!" Eigentlich hieß es bei uns eher "ein Gutsel" oder "ein Gutsele". Schlimm fand ich es nur wenn mir eine Oma ein Bonbon in die Hand gab, so als würde sie mir ein Stück reines Gold vermachen, und als ich vor der Tür dann drauf schaute war es so ein Mentholhaltiges, mit grüner Verpackung und einem Schweizer Kreuz drauf. Keine Ahnung wie die hießen, aber jedenfalls war es nicht das was sich ein 11-jähriger unbedingt so wünscht. Etwas anderes war es bei den Wurfbonbons (auch alsKamelle bekannt) die es auf den Fasnachtsumzügen gab. Die waren ekelig und billig, und meist sowieso schon zerdeppert, zertretn und überfahren und total verdreckt. Und davon gab es tütenweise. Irgendwann wurden die sowieso weggeschmissen, aber auf dem Umzug wurde darum gekämpft als ginge es um Leben und Tod! (Übrigens heute noch so, unter manchen Erwachsenen praktiziert)

Aber Bonbons sind ja nicht Alles. Ich sage nur Schokolade, Marzipan und Konfekt würde es ohne Zucker nicht geben. Pralinen, Pastillen, Drops, Lutscher, Toffees, Lakritze, Mäusespeck, Zuckerwatte und Kaugummi.

Ich habe mich immer gefragt, wieso die Firma die die Kaugummiautomaten aufgestellt hat, niemals Konkurs gegangen ist. Ok, die Gewinnspanne ist sicherlich hoch und die Kinder haben wie wild die Automaten geleert. Aber genauso viele haben auf illegale Weise, kostenfrei Kaugmmis rausgefischt (den Trick mit dem mit Sekundenkleber eingeklebtem Zehnpfennigstück im Geldschlitz verrate ich aber nicht) oder einfach nur den Kasten demoliert. Aber niemals sind sie aus dem Landschaftbild verschwunden.

Weiter? Ok ich habe noch paar: Paradiesapfel (mochte ich gern), Kandierte Früchte, Fruchtgelees, Nougat, Honig, und und und.

Was aber nicht nur Gelüste weckt sondern tiefste Gefühle und Erinnerungen, dass sind die Dinge aus Kinderheitstagen. Also bei mir waren es zur Kindergartenzeit auf jeden Fall Esspapier. Gefolgt von den Muscheln zum ausschlecken. Nicht zu vergessen, die süssen Lippenstifte die ja zum Lutschen waren aber man regelmäßig zerbissen hat und anschließend mit einer roten Zunge herumlief. Ahoj-Brause tonnenweise. Ach ja, die Halsketten zum knabbern, und die roten Lutscher auf so einem Papierstäbchen die aussahen wie Kirschen. In Eis ausgedrückt war es die Wasser- oder Zehnereis-Epoche.

Ok, dann wurde ich älter und hatte neue Lustobjekte. Im Grunde könnte man das ganze unter dem Oberbegriff HARIBO zusammenfassen. Da gab es Goldbären, Schlümpfe (auch bekannt unter den Namen Plombenzieher), Saure Pfirsiche, Schnüre!!! Viele Schnüre und noch mehr Schnüre!!!! Colafläschchen, Softbananen, und so kleine Ufos aus Esspapier die innen drinnen mit Brause gefüllt waren. Hubba Bubba. Und dann gab es noch so Kracherbrause. Eine blaue Tüte mit einem Marsmännchen drauf. Hat man die Brause in den Mund gesteckt hat es mächtig gekracht. Ich nenne es einfach mal die Mini-Milk-Periode. Auch bekannt unter dem Ed-von-Schleck-Zeitalter.

Wusstest Du, dass HARIBO von Hans Riese, Bonn kommt?

Ok, man wird Erwachsen und die Ansprüche steigen. Ich schwenkte dann um auf die Ferrero-Nestle-Suchard-Familie. Milkaschokolade mochte ich besonders gerne. Am Besten die einfache Noisette. Höchstens noch Trauben-Nuss.

Anderes außer reiner Schokolade in seiner Urform war mir sehr suspekt. Dinge aus Krokant, Champagnertrüffel, Zartbitter, Likörfüllung (außer Mon Cherie) und Mocca waren nicht mein Ding.

Optimal waren jedoch Duplo (mit witzigen Aufklebern für das Schulmobiliar), Hanuta (bedeutet übrigens Haselnusstafel), Nussini, Ferrero Küsschen und M&Ms. Nennen wir es dass Callippo-Jahrzehnt.

Das einzige durchgängige an Eis war doch das Eiskonfekt. Nicht auffällig aber beständig. Das gab es schon immer und wird es immer geben. Und wahrscheinlich sind es seit 30 Jahren immer noch die allergleichen Leute die sich im Kino kurz vor dem Hauptfilm Eiskonfekt bestellen. Hmmm...wollte schon immer mal wissen, was für Leute das so sind. Vielleicht sollte ich auch mal Eiskonfekt im Kino essen. Zu spät ist es nie etwas auszuprobieren. Ich habe ja noch mindestens 40 Jahre vor mir.

07.07.2005 um 21:58 Uhr

Ähm....

von: papa

...also, irgendwie ist gerade der Alltag eingekehrt. Außer dass Du permanent wächst und unnachgiebig boxt und trittst passiert nicht viel. Naja heute hat der Arzt der Mama erzählt Sie hätte schon zuviel zugenommen. Es ist natürlich äußerst gefährlich, so etwas zu behaupten. Jetzt kann ich die Suppe wieder auslöffeln und permanent gut zureden.

Also Obergrenze sei 12 Kilo Gewichtszunahme sagte der Doc. Mama hat bereits schon 8 Kilo mehr - und das in der 26. Woche. Also noch 4 Kilo frei für die nächsten 14 Wochen. Davon wird aber locker noch 3 Kilo allein von Dir sein. Macht ein Kilo für sonstiges, diverses und allgemeines.

Kann es sein, dass Männer alles immer statistisch belegen und errechnen müssen? Fällt mir gerade so auf. Oder liegt es an meinem Beruf? Schade auf jedenfall dass ich das Gewichtsverlaufskurvendiagramm aus Excel nicht einstellen kann.

Jedenfall ist bald Sonntag und es steht bald wieder die wöchentliche Wiegeaktion (für oben erwähntes Diagramm) an. Und da wird Mama sicher die Schallmauer durchbrechen. Die magische Zahl. Ich versuche mich seelisch und moralisch auf die Zeit jenseits der magischen Zahl vorzubereiten. Aber was noch schlimmer ist - ich mag gar nicht daran denken: Es besteht theoretisch die Möglichkeit, aber nur theoretisch, dass Mama, welch historischer Moment, einmal im Leben mehr wiegt als ich. Oh, dann gehe ich ins Männerhaus. Soviel seelische Grausamkeit kann auch ich nicht über mich ergehen lassen. Aber wie gesagt, es ist ja "nur theoretisch" möglich. (...muss schnell die Schokolade verstecken)

21.06.2005 um 22:27 Uhr

Summer in the city

von: papa

Also es ist ja kaum auszuhalten, diese Temperaturen. Also nicht dass es zu warm wäre. Sagen wir mal so, es gibt nur die falsche Kleidung zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort. Bei 38 Grad im Schatten einer Palme, am azurblauen Meer mit erfrischenden Milchmixgetränken in der Hand ist es anders auszuhalten als in Stuttgart City, Mittags mit Hemd und Krawatte, und höchsten eine leicht angewärmte Cola.

Von dem ganzen bekommst Du nicht soviel mit. Wahrscheinlich ist bei Dir alles klimatisiert. Dafür muss Mama aber fleissig trinken, damit die Zirkulation der Kühlflüssigkeit gut funktioniert.

Einen Namen für Dich haben wir zu 95% gefunden. Im Grunde steht der sicher, aber irgendwie ist es komisch, sowohl für Mama als auch für Papa, sich endgültig festzulegen. Aber ein besserer fällt uns nicht ein und gefallen tut er uns sowieso gut. Also ich glaube er steht so gut wie sicher. Aber wir haben ja noch 16 Wochen zum überlegen. Obwohl....ach warten wir es ab. Den Anfangsbuchstaben könnte ich ja jetzt sagen, aber NEIN ich bleib verschwiegen.

Also ich bin da echt gespannt wie Du Dich entwickelst. Also ob Du auch so wie Deine Mama oder Dein Papa sowohl ungeduldig und neugierig wirst. Wir können vor dem anderen kaum jemals ein Geburtstagsgeschenk vor dem eigentlichen Geburtstag des anderen verschweigen. Es geht immer los in dem der eine sagt: "Du, ich habe Dein Geschenk schon!" - "Was ist es denn?" - "Sag ich nicht" - "Nur ein Tipp!" - "Nein, aber vielleicht gefällt es Dir ja gar nicht" - "Wieso, ist es zum anfassen oder kann man es nicht anfassen?" - "Es ist .... nein, ich sag nichts, ok, es ist nicht zum anfassen" - "Es ist eine Einladung stimmts!?" - schweigen, grinsen - "Ja, es ist sicher eine Einladung" - "Du bist gemein, frag nicht weiter" - "Ok, ich frag nicht mehr" - "Gut. Ok. Hmmm..... ok ich sag es was es ist" usw. Und dies war nur die stark abgekürzte Fassung. Neugierig und ungeduldig eben. Es gibt Leute die Ihre Schwangerschaft monatelang vor anderen verschweigen. Abgesehen, dass es ein Rätsel ist, wie man das optisch überhaupt so lange verbergen kann, ich würd platzen vor Spannung es jedem zu erzählen, was Mama und ich letztendlich auch getan haben, (also nicht geplatzt sondern erzählt!)

16.06.2005 um 21:04 Uhr

Was kostet ein Baby?

von: papa

´...Nerven´, ´...einem den Schlaf´, kommt jetzt sicher aus aller Munde. Aber ich meine das im wortwörtlichen Sinne. How much is the baby? Quanta costa bambino? Also was müssen wir für Dich, Baby ausgeben, bis Du, sagen wir mal das Kindergartenalter erreicht hast. Weiterführende Berechnungen würden wohl die Rechenleistung sämtlicher Hochleistungsrechner (Deep Blue & Co.) sprengen.

Aber sicher gibt es irgendeine Studie von irgendeiner Universität in irgendeinem Bundesland der USA  die das schon mal gerechnet hat.

Das wesentliche an der Frage ist ja eigentlich nicht, was muss ich für ein Baby ausgeben, sondern, was will ich ausgeben. Denn das macht ja richtig Spass. Es kann geradezu süchtig machen. Zu groß ist die Anziehungskraft von süssen bübchenblauen Hemdchen, Erstlingssöckchen, Stramplern mit Bärchen drauf, Jäckchen für den spätsommerlichen Herbst mit Sumsumbienchen eingestickt, Höschen mit Elefanten auf Skateboard und mit Sonnenbrille abgebildet. Das merkt doch das Baby nicht ob da ein Elefant oder der Schaltplan einer Infrarotfernbedienung darauf ist. Die Eltern wollen das. Also brauchen wir uns nicht beklagen wenn Du uns in den Ruin treibst.

Nein war Spass, wie gesagt es ist ja schön und ganz drollig. Mama hat bereits die Erstausstattung besorgt. Wir saßen mit Ihrer Freundin im Biergarten und haben eine Art Babymodeschau gemacht. Das Funkeln in Mamas Augen war nicht zu übersehen. Und mich hat es auch mit einem gewissen Stolz erfüllt. Die Marketingfachleute und die Designer der Babybekleidungsfirmen sprechen mit Ihren eingestickten Babytierchen nunmal die archaischen Beschützerintinkte eines jeden an. "Kindchenschema" nennt es der Anthropologe.

Und ich habe mir fest vorgenommen das nächste mal Einkaufen zu gehen. "Entschuldigen Sie, ich werde bald Papa und ich weiß gar nicht so recht was ein süsses kleines Baby so alles braucht" sage ich dann. Und dann ist es der Papa derjenige der mit süsser Babykleidung nach Hause kommt und diese präsentiert.

Ach das wichtigste hätte ich doch beinahe vergessen. Wir haben auch schon einen Kinderwagen. War gar nicht so einfach bei der Auswahl das richtige zu finden. Wobei man erst einmal wissen muss was das richtige ist. Aber Mama und ich denken, wir haben einen schönen und praktischen gefunden. Mit drehbaren Rädern vorne, fährt sich leichter um enge Kurven

14.06.2005 um 22:18 Uhr

Sachstandsbericht

von: papa

Was gibt es sonst noch zu erzählen? Ach ja, Mama und ich haben uns zwei Krankenhäuser angeschaut in denen Du eventuell auf die Welt kommen könntest. Dort gab es jeweils eine Infoveranstaltung mit anschließender Besichtigung des Entbindungssaales. Die Hebamme S. wollte gar nicht aufhören zu erzählen, als der Papa für die Terminvereinbarung angerufen hatte. Wahrscheinlich hat sie selten interessierte Männer an der Strippe. =:-) Sie meinte, dass sie mir nicht versprechen könne den Kreissaal zu besichtigen, falls dort gerade entbunden wird, und dass meine Frau das ja auch nicht gutfinden würde wenn 30 Leute drumherum stehen und zuschauen und ich solle da ja Verständnis dafür haben - Ich so: Ja also da haben sie also mein vollstes Verständnis.

Ein drittes Krankenhaus wollen wir uns noch anschauen. Aber so nennenswerte Unterschiede gibt es nicht. Alle drei können wir mit dem Auto in ca. 15 Minuten erreichen. Gut,  im Notfall vielleicht auch in 3 Minuten =:-)

Das Dritte hat sogar eine Kinderklinik mit dabei. Aber da gehen wir erst nächsten Monat zum anschauen hin.

Jedenfalls sind die Zwei die wir uns bis jetzt angesehen haben ganz gut. Die Präsentationen waren gut gemacht und man hat viele Informationen bekommen, z. B. über Schmerzbekämpfung, Zimmerausstattung, Besuchszeiten, ob Du bei Mama schläfst oder in der Babyparkgarage und natürlich über die Geburtsarten. Da gibt es Seile an die man sich hängen kann, Hocker zum Stützen, Spezialsitze (eine Mischung aus Sessel und Rhönrad), Bälle, Sprossenleitern und ein megagroßes Gebärbett zum herumrollen. Die Menschheit müsste eigentlich längst ausgestorben sein, weil es früher sowas ja gar nicht gab.

Ein Kreissaal hatte in der Deckenlampe sogar eine Videokamera eingebaut, wobei ich mich Frage wer sowas gern auf Video haben will. Man mag mich konservativ nennen aber alles muss man nicht als Beweismittel auf Band (oder auf Festplatte) gebannt haben. "Oh, Baby hat Häufchen gemacht - Schatz hol mal die Kamera schnell!". Die ersten Gehversuche, das find ich dann schon drolliger.

Ich schweife ab. Jedenfalls hat erst das eine Deiner Mama gefallen, und als wir beim Zweiten waren, das dann wieder besser. Liegt einfach auch am Gefühl denke ich und weniger an technischen Daten.

Eine Hebamme für die Geburtsvorbereitung hat der Papa auch schon angerufen. Jaja, der Papa macht sowas. Mama ist schon angemeldet, damit die heißbegehrten Kursplätze auch gesichert sind. Es sind von zu Hause nur 100 Meter Luftlinie und an drei Abenden ist der Papa sogar mit dabei. Die einzige Sorge die ich habe ist dabei ernst zubleiben. Wenn man mit anderen in einem Raum ist, auf Matten liegt, alles still und konzentriert ist und alle gemeinsam so fragwürdige Beckenbewegungen zur Stärkung der sogenannten Beckenbodenmuskulatur machen müssen, dann kann ich nicht versprechen ganz ernst zu bleiben. Ok, ok, der Papa gibt sich Mühe und verkneift sich das lachen.  Dient ja zum Wohle des Kindes.

12.06.2005 um 14:00 Uhr

Nomen ist Omen...

von: papa

Ich möchte nicht wissen wie viele Trennungen auf das Konto des Babynamens gehen. Und nicht nur das. Wie viele menschliche Schicksale, Frustration, gescheiterte Existenzen entstehen nur weil jemand nicht den richtigen Namen hat. Ist es generell so, niemand so richtig zufrieden ist mit seinem Namen? Oder machen sich Eltern nicht so richtig Gedanken darüber was sie Ihren Kindern antun. Gut es ist schwierig. Zum einen soll es zum Nachnamen passen. Vor allem sollten beide zusammen nich die Kapazität jeglicher Antragsformulare sprengen. Franziska-Sophia Kostritzreuther (bzw. nach Heirat mit Herrn Rimmelsspacher nunmehr Franziska-Sophia Rimmelsspacher-Kostritzreuther). Auch sollten diese (Vor- und Nachnamen) miteinander harmonieren. Die Endsilbe des Vornamens sollte fließend in den Familiennamen übergehen. Zuviel harte Konsonanten vermieden werden. Es soll nicht verunschandelt werden können aber trotzdem coole Spitz- und Rufnamen ermöglichen, Rücksicht auf vergangene historische Ereingnisse nehmen und aktuelle Moden wiederspiegeln. Hier und da sind verschiedene Vorfahren zu ehren. Aber wozu, irgendwann kommst du vielleicht zu uns und sagst: "Mama und Papa was habt Ihr mir angetan!".

Wir sind nach dem Ausschlussverfahren gegangen. Da wir uns einig waren einen Namen aus unserem Kulturkreis zu wählen, fielen aktuelle Modenamen aus Funk und Fernsehen schon mal weg. Auch das Wissen, dass Du ein Junge wirst, erleichtern die Suche ungemein.

Wie gesagt, haben wir erstmal alles gesammelt. Das Internet, die Bücherei und Deine Oma hat uns reichlich dazu beigesteuert. Nun haben Mama und Papa alles ausgestrichen bei dem wir sicher waren, dass wir (inkl. Dir) diesen garantiert nicht wollen. Die übriggebliebenen haben wir nochmals ausgesiebt und eine Hitliste erstellt. Dann haben Mama und ich darüber gesprochen welchen Namensvorschlag des jeweils anderen wir eventuell auch mögen würden. (Kannst Du noch folgen?) Und schließlich haben wir eine Essenz der möglichen Namen gehabt und..naja....dann konnten wir keine Einigung mehr finden. Wir haben es erstmal dabei belassen. Wir haben uns gesagt, das wir warten was Du wirst. Und obwohl wie es nun wissen hat keiner sich getraut das Thema anzusprechen. Aber heute abend holt der Papa das Geheimpapier aus der Schublade und dann wird entschieden.

Bei einem sind Mama und Papa sicher. Wir verraten es niemand bis zur Geburt. Ok, Du darfst es schon vorher wissen. Aber nur weil Du unser Baby bist.