pavot rouge

15.11.2009 um 20:31 Uhr

Starbuck's je t'aime

von: nenia

Du suggerierst mir ein schönes Leben mit Sahne und Mocca. Mir wird so warm um mein Konsumentenherz, gerade im Winter, wenn die Menschen Sonntags eher trübsinnig durch Bochum eilen und auf dem nassen Laub schlittern. Ich bestelle einen Cherry Latte mit Sahne. Um mich herum swingt es Weihnachtsjazz, die Sahne ist ein bißchen warm, mein Herz auch. Gleich trete ich hinaus und vor mir steht vielleicht wieder Hugh und hakt sich be-swing-ed bei mir unter. Und es ertönt irgendetwas aus Dirty Dancing. Will you still love me tomorrow? Mein Herz ist warm vom Cherry-Latte, ich rühre in ihm herum, der Schaum zieht Kreise und ich will gar nicht nach Hause. Oh Starbuck's. Sche t' ämm!

14.11.2009 um 16:45 Uhr

j' y suis jamais allée

von: nenia   Kategorie: musique de pavot

Track 1. Amélie. Das Akkordeon erfüllt mein Arbeitszimmer, leichtfüßig und beschwingt. Heute hat Oma nach Dir gefragt. Wie geht es eigentlich diesem Alex? Ich weiß nicht, habe ich gesagt, ganz nüchtern. Doch als ich auflegte, musste ich das Lied hören. Ich sitze mit unserem Laptop im Foyer der Résidence.  Play. Die Musik erfüllt den Raum, die Kameruner schauen böse. Mach aus, sagst Du, das ist deprimierend. Finde ich nicht. Es ist leicht und süß, mit diesem kleinen Unterton. Ich muss es nochmal hören. Für Valenciennes. Boîte aux souvenirs. Tu ne fais plus mal, c'est vachement superbe. REPEAT.

13.11.2009 um 13:34 Uhr

Ca y est!

von: nenia   Kategorie: vie scolaire

Die Co-Korrekturen sind abgegeben, alle Ärzte abgeklappert. Und der Einstieg in der 11 ist gut verlaufen.  Ich habe Fortschritte in den Sicherungsphasen und der Unterrichtsbesuch in Deutsch steht. Eine der stressigsten Wochen meines Lebens ist passé. Ich lebe noch, zwar mit einer Bronchitis, aber doch. Heute Abend gibt es Badewanne, neue Körperbutter und John Irving, bevor es morgen an die Feinplanung geht.

05.11.2009 um 11:34 Uhr

Je hais...

von: nenia

Ich hasse diese bavardage im Seminar. Über zwei Mal nicht bestandene Examina, über Schweinegrippe und schlecht geplante Stunden. Impulse und Versuche, Lerngruppen und Zielführung. Woyzeck und den Tambourmajor in Gruppenarbeitsphasen. Auf einmal lebt das Leben in einer Glasglocke aus Unterrichtsmethoden, Produktionsorientierung, SuS und LuL. Ich hasse das. Nächsten November habe ich hoffentlich mein Examen. Oder ein halbes Jahr später. Und nun trinke ich einen Senseo-Kaffee und scheiße kurzzeitig auf das alles.

02.11.2009 um 13:26 Uhr

novembre

von: nenia

Wir haben dieses seltsame amerikanische Fest gefeiert. Der Novembernebel hüllte mich am Bahnsteig ein, als ich im Samtkleid wartete. Ich war glücklich an diesem Abend, über den kleinen Kreis hier und dort, die Lachanfälle und Bilder. Ich habe unser Reich vorgeführt und mein Mohnzimmer, das Samtkleid, den Geruch der alten und neuen Zeit. Eine kleine Insel, für einen Abend.
Nun hängt die Dekoration immer noch an der Tür, der Alltag hat mich jedoch wieder. Ich habe mich heute gut gehalten, trotz der wiederkehrenden Angst, die mich fast die ganze Nacht nicht schlafen ließ. Ich habe keine Zeit zum Durchatmen im Moment und es wird sich in den nächsten zwei Wochen auch nicht ändern, der nächste Besuch steht an, einige Korrekturen und Reihenplanungen, dazwischen Termine. Trotz allem bin ich motiviert, ich werde es auch bleiben.
Ich muss.

27.10.2009 um 20:34 Uhr

svet

von: nenia

Fass Dir ein Herz,
geh in das Licht,
es soll Dich nicht mehr länger frieren,
Du hast auch nichts mehr zu verlieren...
(Untoten - Grabsteinland IV)

Ich betrat das Zimmer von Madame la directrice mit zitternden Knien. Sie sah mich ruhig an und beteuerte, dass der échec vor den Ferien nichts ändert. Dass ich Zeit habe. Als ich aufstehen wollte, kam meine Horrorfrage nach der Sprachsicherheit. Ich stammelte von Nervosität und Tandempartner, bekam ein Lächeln und durfte gehen, nachdem ich meine Liebe für Französisch beteuert habe.
Nachmittags durfte ich erneut ins Gebäude flanieren, da meine Gryphius-Interpretation vor lauter Nervosität dort geblieben ist. Ich zeigte Uffi die Schule und plauderte mit einer Mutter, die sich auf den Elternsprechtag freut. Ich freue mich auch. Auf alle Schulaktivitäten. Und nun lasse ich den Abend mit den neuen Untoten-CDs ausklingen. Das Grabsteinland ist nicht mehr nah. Ich gehe in das Licht.

21.10.2009 um 20:02 Uhr

Wörterbuch Referendarisch

von: nenia   Kategorie: vie scolaire

Mein Treffen mit der Tandempartnerin war sehr zielführend in der Gesprächsführung. Ich kenne nun viele alternative Wörter und bin flexibel um adäquat auf Äußerungen der SuS einzugehen. Dies ist schon ein gutes Kriterium und in meinem Kopf ist alles stimmig von den gelenkten Yogaübungen mit guten problematisierenden Impulsen. Ich bin erfüllt mit Input und gebe ein gutes Feedback.

19.10.2009 um 19:14 Uhr

romantic Heidelberg

von: nenia   Kategorie: voyage, voyage

Die Stadt war irgendwie anders als sonst. Vorher schlich ich leicht unaufmerksam durch die Gassen. Meine unsicheren Schritte stolperten über das altstädtische Pflaster, mal verwirrt, mal euphorisch. Diesmal war es anders. Wir gingen in gemütliche Lädchen und aßen Riesenpizza, tranken Prosecco in unserem Barbiehostel mit den Schnörkelbetten und rauchten heimlich auf der Fensterbank, eingewickelt in bunte Decken. Ein Kurztrip mit engen Freunden, ein Abtauchen in eine andere Welt. Ein Spaziergang durch die düster-angehauchte Architektur und nette Kneipen. Ich wäre gerne in meinem weißen Kleid entlanggeschritten, wie eine Dame, die zu dieser Stadt passt.
Und irgendwann gründen wir eine Senioren-WG. Danke für die wundervolle Zeit.

14.10.2009 um 21:36 Uhr

kiitos...

von: nenia   Kategorie: musique de pavot

 

Für all die Jahre und Momente, diesen einen Augenblick in Aachen und viele weitere auf meinem Weg. Für Musik, die mich immer wieder mitreißt, wenn ich wild bin, zurückholt, wenn der Abgrund naht. Für diese eine Stimme, immer wieder.

Rakastan...

 

Bild: Kulturkirche Bochum. Eigenes.

14.10.2009 um 10:11 Uhr

lucky

von: nenia

Ich habe Glück gehabt. An diesem einen Tag, als ich meine alte Schule betrat und Du mir Deine Hand gabst. Du trugst das Oberteil mit den schwarz-blauen Streifen, die Haare aus dem Gesicht gekämmt. Zwei Monate später aßen wir am Bermuda3eck und rauchten. Du hast mich zum Seminar gefahren, als der Schulwechsel anstand und zur Lieblingspommesbude nach dem furchtbaren Besuch. Und ich denke immer noch, ein halbes Jahr später, dass ich wirklich Glück gehabt habe, als sich unsere Wege gekreuzt haben. Ich freue mich auf nächste Woche. Und auf alles, was noch kommt.