pavot rouge

28.07.2008 um 19:31 Uhr

séquence des rêves

von: nenia

Ich habe von Dir geträumt. Du kamst auf mich zu. Ich erkannte Dich nicht. Du hattest einen verwahrlosten Bart und einen Hut, wie ein SDF aus der französischen métro. Es ist zu spät. Sagte ich.
Früher handelten meine Träume von Versöhnung. Nun kommen sie nur noch selten, vielleicht ein Mal im Monat und jedes Mal sage ich Dir, dass ich nicht mit Dir sprechen kann. Ich werte es als ein gutes Zeichen, einen Schritt weg von Deinen Phantomen. Und trotzdem bleibt die subtile Unruhe am Tag danach, das Gefühl, dass Du immer noch fehlst, trotz der vergangenen Zeit. Ein halbes Jahr. Es hat noch geschneit, als Du unsere Interaktion beendet hast. Nun scheint die Abendsonne durch mein Fenster. In dieser Zeit bin ich erwachsener geworden. Selbstständiger. Stolzer. Ich bin immer noch verletzt, weil Du es beendet hast. Trotzdem weiß ich mit jedem Tag, dass es das Richtige war, auch für mich.
Fast unterbewusst schlich ich heute durch die bibliothéque universitaire. Strich mit den Fingern über die Taschenbücher in der romanistischen Abteilung. Wenn ich Dir doch jemals etwas sagen werde, dann wäre es "Je te pardonne. Tu n'avais eu de choix."

27.07.2008 um 21:42 Uhr

la vie en orange

von: nenia   Kategorie: champs d'or

Meine Arme breiten sich
um dich aus wie Flammen.
In die Sonne stürzen wir,
aus der wir beide stammen.
Deine Arme halten mich,
ach, wir werden Licht im Licht.

(Subway to Sally)

23.07.2008 um 18:44 Uhr

Helsinki vampires - once more

von: nenia   Kategorie: voyage, voyage

Musik: The 69 Eyes - Christina Death


(Source: vschmitz.de)

Noch fünfunddreißig Tage. Ich werde mit Uffi ins Flugzeug steigen. Irgendwann dort ankommen, in meiner Traumstadt, gewoben aus den Klängen des Melodic Metal. Der Eskapismusort meiner jungen Phantasien, Handlungsort einiger Kurzgeschichten. Einer der Fluchtpunkte mit geschlossenen Augen. Wenn ich in der Schule gehänselt, dachte ich an die Promotion und an Helsinki. Beides erfüllt sich nun. Bestimmt ist Helsinki nicht so bezaubernd, wie ich es mit Gedankenfäden malte. In den Straßen gehen weder Jyrki noch Ville umher und nicht nur langhaarige Männer mit Gelenkringen an den knochigen Fingern. In den Bars läuft sicherlich ganz normale Musik und man wird im Sommer von Mücken zerstochen.
Und trotzdem. Ich will am Hafen sitzen und eine Zigarette rauchen, nur eine einzige auf meine momentane liberté. Will am Tavastia vorbeischlendern und im Zoo bei den Tierbeschreibungen ganz viele Umlaute sehen. Auf Suomelinna flanieren. Mein Traum wird wahr, wie ich mir letztes Jahr vornahm. Nun ist es soweit. Nur dass ich nichts aufgebe und mit meinem Verlobten dort verweile.

Kiitos...

 

22.07.2008 um 11:07 Uhr

Be.My.Rain.

von: nenia   Kategorie: voyage, voyage

Be my rain
Be my rain
To wash the pain and the truth away...
(Zeraphine)

Nur ein Moment des so großartigen Festivals. Erinnerungen an früher, an Musik und das Sven Friedrich-Poster, welches mein altes Zimmer schmückte. An ein gewisses Lied. Ich hatte es in einer Kurzgeschichte einem jungen Mann gewidmet, der mir vor langer Zeit das Burgtreffen versüßt hat. Lagerfeuer und Sterne. Momentaneität.

Er singt. Es beginnt tatsächlich zu regnen. Wir singen die Texte mit. Die Musik geht durch Mark und Bein. Ein Wochenende jenseits der Realität, in meinem geliebten Köln. Mit Freunden, Lachanfällen. Fallenlassen, Augen zu.
Es war wundervoll. I'm a roman candle. Young and wild. Burning in the rain.

 

18.07.2008 um 20:47 Uhr

Fly away to a rainbow in the sky

von: nenia   Kategorie: musique de pavot

Fly away to a rainbow in the sky,
gold is at the end for each of us to find.
There the road begins where another one will end
Here the four winds know who will break and who will bend
All to be the master of the wind...
(Manowar - Master of the wind)

Ich habe das Lied wiedergefunden. Mit ihm kam die Erinnerung an alte Threads, schlaflose Nächte mit Hoffnung und "Repeat".
Der Herbst. Es war eigentlich fürchterlich und trotzdem wunderschön. Und nun höre ich es wieder. Überwältigend. Roter Mohn.

13.07.2008 um 22:48 Uhr

reset

von: nenia

Musik: Bruderschaft - Forever.

Ich bin dezent müde. Und trotzdem, oder gerade deswegen ist das Leben so großartig im Moment. Ich kann wieder ruhig schlafen, ich habe Pause. Ich habe mich neu gestartet. Als wäre die letzten sieben Monate nicht anstrengend und zermürbend gewesen, stehe ich nun auf. Mental. Körperlich lege ich mich eher auf mein mohnrotes Bett. Ich war seit Jahren nicht mehr so zufrieden mit mir und den Geschehnissen um mich. Ich habe ein überaus entspannendes Wochenende hinter mir, welches hauptsächlich aus Kauaktivitäten, Schlaf und Serien mit Muffi bestand. Übermorgen kommt Schönheit und in den nächsten zwei Wochen wird der Schlaf eher limitiert. Aber auch das ist unwichtig.
Generell bin ich elitär und stolz darauf. Ich bin nicht wie die anderen Spastis, die ihre Leidensgeschichte in Zügen nach Marburg erzählen. Ich bin keine von ihnen. Meine Beine laufen zwar nicht ganz korrekt, doch vielleicht wurde der Konstruktion so gebaut, damit ich einfach kostenlos Zug fahren kann und meinen Wunschort für das Referendariat bekomme. Das wird es sein.

Der Player wechselt. Nenia C'alladhan. Weißt Du noch, wie wir es gehört haben, an Pfingsten bei Dir? Ich habe die CD noch und Deinen Zettel mit Fakk Eins.

Du stehst oben. Ich weiß, dass es nun wieder nach Nachtwelten klingt. Doch da komme ich her und Spuren bleiben doch. Ich vermisse Dich.

 

09.07.2008 um 10:22 Uhr

des vacances

von: nenia

Musik: Thomas Godoj - Let it be

Ich halte die Zeit in den Händen. Es ist an mir, sie nun sinnvoll zu nutzen. Zwei Monate, bevor ich vier Tage die Woche arbeiten muss. Amphi-Festival, M'Era Luna, Helsinki. Und gute Vorsätze en masse. Brecht lesen, Döblin und ganz viel John Irving.
Ein bisschen arbeiten. Mit der Recherche für die Promotion beginnen. Und hoffentlich das momentane Hochgefühl aufrechterhalten. Die Germanistik ist terminée, nun folgt die pädagogische Abschlusskolloquium im November. Danach bin ich eine Alumna mit erstem Staatsexamen. Der Sommer ist da.

In einer Woche kommst Du, Schönheit. Wir werden uns schminken, Fotos machen und auf der Wiese liegen, wie betrunkene Ferkel. Ich muss das gestrige Ergebnis mit Dir feiern. Und zum Amphi fahren. Rakastan sinua. Ich freue mich auf Dich.

08.07.2008 um 19:00 Uhr

vive la liberté.

von: nenia

Sur la santé revenue
Sur le risque disparu
Sur l'espoir sans souvenir
J'écris ton nom
Et par le pouvoir d'un mot
Je recommence ma vie
Je suis né pour te connaître
Pour te nommer
Liberté.

~Paul Eluard~

[zwei Monate Freiheit. Allons! La vie attend!]

01.07.2008 um 17:02 Uhr

seulement sourire

von: nenia

Musik: Goo Goo Dolls - Iris

Ich lief heute durch die Mensa, ein bisschen gedankenversunken, ein bisschen in Eile. Comme toujours. Auf einmal kam sie mir entgegen, schenkte mir ein schüchternes Irislächeln und sagte Hallo. Ich habe mich für einen Augenblick gefragt, ob sie mein Baby zum Einschlafen liest und ob es ihr gefällt. Wann sie mit mir das Ergebnis mitteilt und ob sie doch bleibt. Aber hauptsächlich war dort diese Mischung aus Nostalgie und Freude. Sie hat mir die Germanistik zurückgebracht. Eigentlich ist das Ergebnis auch nicht wichtig. Und wenn die Note feststeht, werde ich ihr meine Gedichte schenken, die den Ursprung in ihrem Seminar fanden.
Ich lächelte zurück und weiter auf dem Weg.