pavot rouge

31.10.2008 um 09:09 Uhr

philomèle

von: nenia

Normalement, le début du février aurait été le temps pour quitter nos vies et commencer un nouveau temps commun. Mais tu me laisse. A cause de tes épreuves en février tu veux rester chez toi pour un mois.
Je sais que c'est nécessaire. Quand même je me sens abandonnée, laissée presque seule dans un ville étrangère. Encore un mois en train, que je n'ai jamais voulu.
Je coupe ma langue et maintenant je commence à me taire. Survivre, comme toujours.

Seasons change as time goes by
When tears are cried, they always dry
A change be made, to understand
That I will find my promised land
(L'âme immortelle)

26.10.2008 um 10:04 Uhr

93.5 - encore une fois

von: nenia

Neulich schlich ich mit meiner Kamera bewaffnet zu Iris' Büro. Das Schild war weg. Sie doziert nun woanders. Im Moment wandere ich oft ziellos durch das Paradies am Bildungshügel, trinke überteuerten Kaffee und rede mit Kommilitonen. In zweieinhalb Wochen ist das Studentendasein hoffentlich passé. Fünf Jahre meines Lebens, vergangen wie ein Wimpernschlag. Ein Atemzug. Vielleicht.
Es war eine großartige Zeit. Ich habe mich noch mehr in die französische Sprache und die Linguistik en général verliebt. Ich habe gelernt, meinen Horizont erweitert und viele neue Fremdwörter mitgenommen. Ich habe ein Latinum und Grundkenntnisse in Altfranzösisch, die ich nun noch ausbaue. Ich habe wundervolle Freunde gefunden, die mir vorher nur in Träumen begegneten. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich integriert und stark wie noch nie.
Ich werde Vieles vermissen. FJs Grammatikfehler in seinen Seminaren en francais. Den Kaffee mit Haselnusssirup. Und vor allem meine Freunde. Gespräche im Auto und weingetränkte Parties, Teenachmittage und all die Worte, die mich über die Jahre begleitet haben.
Ich werde mon maison turquoise vermissen, mein Zimmer mit dem Tüll an der Wand, obwohl es wirklich Zeit wird, das WG-Leben hinter sich zu lassen. Es ist so eine nostalgische Zeit im Moment. Doch ich mag sie.
93,5 war in Valenciennes die Frequenz für Radio Nostalgie.

24.10.2008 um 17:22 Uhr

amour de haine

von: nenia

An kalten Oktobertagen ist die Luft in Siegen so klar und rein, während die Sonne ihre letzten gleitenden Strahlen in den Himmel gießt. Dann gehe ich zur Bushaltestelle. Atme ein. Atme aus. Noch drei Monate. Wenn der Himmel fast kitschig scheint und es nach Wald und Laub riecht. Wenn ich den Berg hochfahre, umgeben von Lichtern. Tut es mir leid, dass ich bald gehen muss. Une chapitre prèsque fini. Siegen, mon cité de la victoire. Mes sentiments ambivalents. Tu me manqueras, mon amour de haine.

22.10.2008 um 17:33 Uhr

rakastan...

von: nenia   Kategorie: champs d'or

Selbst zwischen tausend Sonnen
erstrahlt Dein Herz am hellsten,
ein Schein, der mich
auf allen Wegen führt.
Die Netze sind gesponnen,
mir kann nichts mehr passieren,
denn Deine Hand
hat meine Haut berührt.

(Samsas Traum - "Heiliges Herz")

Ich freue mich auf Bochum. Auf uns. Und bis dahin auf genau solche Wochenenden. Wie dieses war. Mit Blätterlaub und Wandern, Tierchen und Tee.

rakastan sinua...

11.10.2008 um 15:13 Uhr

Tief im Westen...

von: nenia

Bochum...
Du bist das Himmelbett für Tauben
und ständig auf Koks

(Herbert Grönemeyer- Bochum)


Die Zusage ist da.

09.10.2008 um 20:56 Uhr

amo vitam

von: nenia

Ich fühle mich manchmal wie in der Nacht vor meinem Kindergeburtstag. Ich mache die Augen zu. Wieder auf. Es ist 04:12. Ich denke an die tollen materiellen Dinge, die ich eventuell bekommen werde. Mein Körper kribbelt ein bißchen vor Aufregung, die sich bis in die Fingerspitzen zieht und immer wieder hindurch. Noch sechs Stunden.
04:13. Noch zwölf Wochen. Ich denke an IKEA- Bücherregale, rote Teppiche und ein Referendariatsgehalt. An unsere gemeinsame Wohnung nach langen fünf Jahren. An uns. Ich schlage die Augen auf. Insomniac. Ich bin aufgeregt, mein Körper kribbelt ich habe wilde Freude in mir, doch auch Angst.
Es fällt mir schwer, mich auf die letzte Prüfung zu konzentrieren. Meine Augen scannen pädagogische Bücher, doch erfassen kaum etwas. Ich bin gedanklich bereits woanders und das könnte mir zum Verhängnis werden.
Das Zimmer im türkisen Haus ist schon gekündigt. Ich muss bestehen, doch mein Kopf lässt mich nichts lernen. Er ist voller Aufregung und Pläne. Er schwenkt im Oktoberlaub ungeordnet umher.
Früher hatte ich furchtbare Angst vor Umbrüchen und neuen Lebensabschnitten. Sie haben mir die Kehle abgeschnürt und mich permanent nach unten gezogen. Dans l' abîme. Nun ist die Zeit besser. Die Freude hat sich dazugesellt. Die Sehnsucht nach einem geregelten Arbeitsleben und unstudentischen materiellen Verhältnissen.
Doch manchmal bin ich traurig. Ich muss wundervolle Menschen zurücklassen. An der Universität wurde mein Wunsch nach Gleichgesinnten erfüllt, nach Künstlern und Verrückten im positiven Sinne, nach Freunden, die manchmal ohne Worte verstanden und verstehen.
Es ist eine seltsame Mischung im Moment. aber es geht mir gut. An meinem Bauch blüht der wilde Mohn. Eine irgendwie beunruhigende, doch phantastische Zeit. 04:15. Aufregung und immer noch kein Schlaf. Alles wird.
Amo vitam...

04.10.2008 um 22:47 Uhr

unikko

von: nenia   Kategorie: voyage, voyage

Ich erreichte die Hansestadt nach fast zehn Stunden Fahrt. Der letzte Urlaub vor der Prüfung, die mich hoffentlich in das alumnierte Dasein katapultieren wird. Es gab herzliche Empfänge und Serienabende mit Schwiegermama, die Marktstraße und Entspannung en masse.
Ich habe Tobias Regner gelauscht und peinlich gegrinst, als ich ihn um ein Foto bat. Metallica for all.
Wir haben viele Witze geschaffen, die sonst keiner versteht und uns königlich amüsiert. Es war eine tolle Zeit mit warmen Brötchen, noch wärmeren Worten und ganz viel Spaß.
Auf dem Rückweg erzählte mir ein junges Mädchen von ihren Ville Valo-Postern und ihrem Freund, der sich wenig um sie kümmert. In Bochum fühlte ich mich fast heimatlich. Der Briefkasten brachte jedoch keinen Bescheid über den Referendariatsort. Ich bin trotzdem weniger ängstlich im Moment.

Und die Mohnblüten verharrten in den Haaren der Prinzessin. Ein goldenes Zeitalter würde kommen, mit neuen Möglichkeiten im Blick. Sie raffte ihre Kleider, schüttelte den Staub ab und schritt voran...