Neulich schlich ich mit meiner Kamera bewaffnet zu Iris' Büro. Das Schild war weg. Sie doziert nun woanders. Im Moment wandere ich oft ziellos durch das Paradies am Bildungshügel, trinke überteuerten Kaffee und rede mit Kommilitonen. In zweieinhalb Wochen ist das Studentendasein hoffentlich passé. Fünf Jahre meines Lebens, vergangen wie ein Wimpernschlag. Ein Atemzug. Vielleicht.
Es war eine großartige Zeit. Ich habe mich noch mehr in die französische Sprache und die Linguistik en général verliebt. Ich habe gelernt, meinen Horizont erweitert und viele neue Fremdwörter mitgenommen. Ich habe ein Latinum und Grundkenntnisse in Altfranzösisch, die ich nun noch ausbaue. Ich habe wundervolle Freunde gefunden, die mir vorher nur in Träumen begegneten. Zum ersten Mal in meinem Leben bin ich integriert und stark wie noch nie.
Ich werde Vieles vermissen. FJs Grammatikfehler in seinen Seminaren en francais. Den Kaffee mit Haselnusssirup. Und vor allem meine Freunde. Gespräche im Auto und weingetränkte Parties, Teenachmittage und all die Worte, die mich über die Jahre begleitet haben.
Ich werde mon maison turquoise vermissen, mein Zimmer mit dem Tüll an der Wand, obwohl es wirklich Zeit wird, das WG-Leben hinter sich zu lassen. Es ist so eine nostalgische Zeit im Moment. Doch ich mag sie.
93,5 war in Valenciennes die Frequenz für Radio Nostalgie.