pavot rouge

29.11.2009 um 21:54 Uhr

Entre nous

von: nenia

Deine Mail brachte Erleichterung. Du siehst es genauso. Unsere Wege haben sich verzweigt. Mein bester Freund sagt, Freunde seien Begleiter. Wir haben uns gut begleitet, Du und ich. Früher. Nun ist es ein bißchen seltsam, dass mir Erleichterung bleibt. Ich bin nicht traurig. Nur gelöst, weil ich kein schlechtes Gewissen mehr haben muss. Nicht darüber nachdenken muss, wie ich diese Stille in der Leitung beseitige. Da war diese merkwürdige Stimmung, sagtest Du. Unser letztes Treffen. Ich stand vor dem Spiegel in einer Kneipe, Du schweigend neben mir. Ich sagte Äh. Du auch.
Das ist nun vorbei. Unsere Freundschaft war bestimmt schon zwei Jahre passé. Sie ist unterwegs verlorengegangen. Zehn Jahre. Ich habe studiert. Du bist weggezogen. Dein Konservativismus, der in der Schule nur nebensächlich war, wurde stärker. Und irgendwann waren wir in verschiedenen Welten.
Freunde sind die Familie, die man sich aussucht. Doch weil man sich diese aussucht, sind sie auch manchmal Wandel auf dem Weg. Wir hatten eine gute Zeit früher, dafür bin ich dankbar. Für die Abende vor dem Dahlbrucher Kino, für Edward Norton und Keanu Reeves. Sei Dir sicher - wenn wir uns nochmal sehen, werde ich Dich anlächeln. Und eines hat mich diese, unsere Geschichte gelehrt: Offen sein.
Vor zwei Jahren habe ich diese Offenheit einer anderen ehemaligen Freundin übelgenommen. Es war verletzend, aber heute weiß ich, dass das besser war, als dieses Verschweigen und Hoffen, dass sich alles einfach im Sand verläuft. Du hattest das Recht auf diese Offenheit und es war falsch, einfach zu warten.

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenMelB schreibt am 30.11.2009 um 17:26 Uhr:Hm. Ja, das erleichtert auch mich. Es ist gut, wenn man offen sein kann, ohne sich gegenseitig zu verletzen. Schwierig allerdings...
    Ich muss zugeben, ein bißchen musste ich jetzt auch lachen. Ich sagte Äh. Du auch. Das gefällt mir.
    Ich hoffe für Euch, dass es Euch beiden damit gut geht!

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