~* + And so it shall be + *~

19.10.2006 um 16:51 Uhr

London Calling - Teil II

von: piccadilly   Kategorie: London Calling

Nach einem ungesunden Essen, genügend Tee und viel zu vielen Zigaretten stiegen Alex und ich in die Bakerloo Line Richtung „Elephant & Castle“. Am Piccadilly Circus stiegen wir aus, um das letzte Stück zum Covent Garden zu laufen. „Muss das sein? Wir hätten umsteigen können!“ jammerte Alex, als wir am Leicester Square angelangt waren. „Du bist heute nur am meckern, ist dir das schon aufgefallen? Ein bisschen frische Luft tut dir auch mal ganz gut; du siehst nämlich aus wie der Tot persönlich!“ sagte ich und hakte mich bei ihm ein. „Das sagst du immer“ widersprache er mir. „Alex, man kann durch dich durch schauen!“ sagte ich ernst und hoffte, dass er nicht merkte, dass ich mir wirklich sorgen um ihn machte.

Endlich an der Covent Garden Piazza angekommen (Alex kann wirklich nerven, wenn ihm etwas nicht passt) schaute ich mich kurz um und ging schließlich mit Alex hinein. Am Apple Market standen wir uns die Beine in den Bauch, da Nate und Darryl auf sich warten ließen. Ich zückte mein Handy und schaute auf die Uhrzeit. Beim zuklappen steckte ich es wieder in meine Jackentasche. „Und? Um wie viel werden sie sich heute verspäten?“ zickte Alex in meine Richtung. Ich schaute ihn leicht verstimmt an und sagte: „Weiß du was, Alexander? Ich *muss* das hier nicht machen. Ich könnte jetzt zu Hause an meinem Rechner sitzen und meinen Artikel fertig schreiben, den mein Boss morgen früh auf dem Tisch haben will, und den ich letzte Nacht erst anfangen konnte, weil Du jemanden totfahren musstest!“. Ich kramte nach meinen Zigaretten und erblickte, als ich mir eine ansteckte, Nate. Ich stellte mich auf die Zehenspitzen und hob kurz den linken Arm zum Gruß. „Hey luv“ sagte Nate und drückte mich kurz. „Hey Nate. Danke, dass du gekommen bist. Du erinnerst dich noch an Alexander?“ Ich machte es kurz, für Smalltalk war keine Zeit. „Ja, die nächtliche Spritztour mit bösem Ausgang. Wie geht’s dir?“ fragte Nate, als er Alex’ Hand schüttelte. „Naja…“ setzte Alexander an und bevor er fortfahren konnte, unterbrach ich ihn forsch. „Wo ist Darryl?“ – „Er hat einen anderen Auftrag. Den hier werde ich allein durchziehen müssen.“ antwortete Nate und schaute sich um. „Wo können wir reden?“ fragte er schließlich und ich grinste zufrieden. Es konnte endlich wieder losgehen…

05.10.2006 um 18:42 Uhr

To be continued?

von: piccadilly   Kategorie: London Calling

Es liegt an euch: Weiterschreiben oder sterben lassen?

 

Regenwetter. „Typisch für diese Stadt“ würde mein Bruder jetzt sagen. Aber was weiß mein Bruder schon von dieser Stadt? Er hat sie erst einmal gesehen und das, bevor ich hierher gezogen bin. Ich saß in der Adore Patisserie in der Regent Street und wartete auf Alex. Ich schielte verstohlen auf meine Armbanduhr und nippte an meinem Tee, als ein Taxi vor der Tür hielt und Alex ausstieg. „Hey“ sagte er, als er mir zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange gab. „Ich bin zu spät“ sagte er. „Offensichtlich“ sagte ich grinsend und steckte mir eine Zigarette an. „Also? Was ist passiert?“ er ging gleich in die Vollen. „Musst du gleich mit der Tür ins Haus fallen?“ fragte ich ihn und pustete den Rauch aus. „Nunja, ich bin nicht mehr der Jüngste, weißt du? Ich könnte hier an Ort und Stelle tot umfallen, wenn du mich unnötig aufhältst.“ – „Oh Alexander, 38 ist doch kein Alter…“ schmeichelte ich ihm, doch er fiel nicht darauf rein. „Was willst du?“ fragte er skeptisch. Ich schaute mich um, lehnte mich über den Tisch und flüsterte: „Joseph Crand“. Alex bekam große Augen. „Was? Ist er hier?“ fragte er und schaute sich panisch um. „Nein. Zumindest noch nicht.“ – „Was meinst du mit ‚noch nicht’, Toni?“ er bekam regelrecht Schweißausbrüche. „Und überhaupt – wie kann er herkommen? Ich dachte, wir hätten das erledigt?“ sagte er und ich konnte die Panik in seiner Stimme regelrecht fühlen. „Alex“ sagte ich und nahm seine Hand um ihn zu beruhigen. „Ich weiß nicht genau, ob er wieder auftauchen wird. Ich habe jedenfalls das Gefühl, dass wir irgendetwas vergessen haben und er bald hierher kommt.“ – „Soll ich ausziehen? Zeitweise zumindest? Was meinst du?“ fragte er und kaute auf seinem Daumennagel. „Nein, das wird nicht nötig sein. Ich werde…“ ich hielt inne, da die Bedienung an unseren Tisch kam. „Wünschen sie noch etwas?“ fragte sie und schaute abwechselnd Alex und mich an. „Nein, vielen Dank.“ sagte Alex und fuhr sich mit der Hand durch das mittlerweile kurze Haar. „Oh, haben sie noch von diesen leckeren Sandwiches mit Lachs und Gürkchen?“ fragte ich und bestellte nach einem freundlichen „Ja“ der Kellnerin. „Vielen Dank“ sagte ich und wandte mich wieder Alex zu. „Du wirst…?“ sagte Alex erwartungsvoll und schaute mich mit großen Augen an. „Was? Oh – ja! Natürlich! Ich werde mich darum kümmern. Ich kenne ein paar Jungs, die mir noch einen Gefallen schulden. Die können uns bei diesem Problem helfen.“ – „Problem? Toni, dir ist klar, dass das mehr als ein Problem ist?“ wies mich Alex darauf hin, triefend vor Schweiß. Langsam ging er mir auf die Nerven. „Alexander, Schatz! Hättest du den armen Kerl nicht elendig am Straßenrand krepieren lassen, würden wir jetzt nicht hier sitzen. Also reiß dich gefälligst ein bisschen zusammen, ja?“ Ich lächelte gleichgültig und kam mir dabei schlechter als schlecht vor, immerhin ist Alex mein Ein und Alles.