Stimmung: traurig. melancholisch, verheult
...oder was ist das?
Noch 3x Aufstehen und ich habe einen präfinalen inneren Zusammenbruch. Ich habe das Gefühl, nicht vom fahrenden Zug abspringen zu können - zu viele Baustellen sind offen, zu viele Hochzeiten angeleiert, um jetzt eine Notbremse zu ziehen und einfach aufzuhören. Oder bin ich einfach zu erschöpft, um noch gerade denken zu können?
Wie immer vor einem Urlaub laufe ich auf Hochtouren, um alles fertig zu bekommen - ein Termin, ein Vorstellungsgespräch jagt das nächste und mein Timer ist voll.
Unsere Nanny braucht Platz für ein weiteres Pflegekind und hat darum gebeten, dass Frl. Kröte nun nicht mehr offiziell ihr Tagespflegekind ist. Es ändert sich nichts, denn Frl. Kröte ist eh seit Jahren nur mehr sporadisch dort, wenn ich mal frei brauche, am Wochenende weg möchte, oder zu Fortbildungsveranstaltungen weiter weg bin - und wir sind derart eingemeindet in die Familie der Nanny, dass es keinen Unterschied mehr machen wird, ob dahinter noch ein offizieller Charakter steht, oder ob es freundschaftlich bleibt.
Und doch geht ein Abschnitt zu Ende. Ich bin dann - zumindest rein formal - auf mich allein gestellt. Und zusammen mit dem Ende der Garten-Ära ( hierzu zeige ich Euch noch etwas), ist es ein nicht ganz kleiner Abschied, der vollzogen werden muss.
Vom frühen Frühjahr, bis zum späten Herbst hat unsere Nanny alle Kinder mit in ihren Grabeland-Schrebergarten genommen. Nicht so einen spießigen, sondern einen wilden, romantischen, schlichten und damit ein Paradies für alle dort aufwachsenden Kinder.
Sie kochte dort, die Kids schliefen ihre Mittagsschlägchen dort und meine Kröte hat ihre Zeit dort verbracht, seit sie 2 1/2 war - jetzt ist sie 9 Jahre älter!
Immer, wenn ich vom Dienst kam, um sie abzuholen, stand mein Essen schon auf dem Tisch - wir gehören beide zur Familie.
Jetzt wird das Grabeland zu einem Gartencenter gemacht und alles wird in Kürze dem Erdboden gleich gemacht. Also bin ich am Sonntag mit der Kamera rumgelaufen und habe noch ein paar Bilder eingefangen, als Erinnerung für uns alle und auch für Frl. Kröte später...
Und jetzt hab ich die Heulerei. Ich mag das nicht einfach aufgeben, ich mag meine Tagesmutter nicht einfach nur noch inoffiziell haben und nicht mehr so, dass ich das Gefühl hatte, alles ist finaziell in Ordnung und sie bekommt eine angemessene Bezahlung. Jetzt ist plötzlich alles anders und irgendwie habe ich das Gefühl, ich kann gerade den rasanten Sprüngen nicht standhalten.
Frl. Kröte ist kreuz und quer durch die Stadt mit Bus und Bahn unterwegs, verabredet sich hier und dort und ich weiß noch gar nicht richtig etwas mit der plötzlichen Freiheit anzufangen.
Ich bin ein Weichei - ganz ehrlich! und jetzt ist mir butterweich zumute und ich finde den Dimmer nicht, um mein Level langsam runterzufahren, statt am Freitag in ein Loch zu kippen.
Abgesehen davon wollte ich heute Abend zum Salsa - Abend und habe ein sensationell verfärbtes Bein - ein blödes Erysipel, bin vollgestopft mit hochdosierten Antibiotika und zu allem Überfkuss schmerzt es auch noch höllisch. Ist das jetzt irgend eine komische Message, die ich nicht verstehe?
Mannomann - p_i - komm runter!
Ist das nicht irgendwie ein kleines Paradies für ein Kind -inmitten einer Großstadt?
Ach - ich bin sehr traurig.