2008 - ein alljährliches Resümee
Stimmung: ausgeglichen
So - das Jahr 2008 geht seinem unverzüglichen Ende entgegen. Zeit - wie jedes Jahr ein kleines Resümee zu ziehen und die Ziele für das nächste Jahr in Worte zu fassen.
Gelernt habe ich in diesem Jahr, dass ich nicht alles erreichen kann, was ich möchte, was ich mir vorgenommen habe. Angefangen damit, dass ich es einfach nicht schaffe, alle Post, alle Mails, alle Nachrichten zu beantworten, die sich zeitweise - wie momentan - in meinen Postfächern stapeln. Manchmal fehlt mir einfach die Zeit, die Ruhe und ja - die Muße, die Lust zu schreiben - dann schiebe ich sie nach hinten, die wichtigen, die Mails, die längerer Antworten bedürfen und schwupps bekomme ich eine böse Mail, oder eine Nachfrage, ob ich da jemanden vergessen hätte, oder aber - Schweigen, wenn ich dann endlich antworte.
Nein - es passiert nicht häufig und doch führte es in diesem Jahr dazu, dass ich Bekanntschaften, die sich hauptsächlich auf dieses Medium beschränkten, aussortieren musste. Zu lange Pausen, zu unterschiedliche Erwartungen führten dazu, dass es nicht mehr möglich war, zurück zu rudern, oder neu zu beginnen.
Ich komme meinen Aufgaben nach - die Pflicht erledige ich - die Kür bleibt oftmals liegen...
Vielleicht denkt der Ein oder Andere, das sei Missachtung, Desinteresse, Null-Bock-Mentalität - doch weiß ich es besser und mag mir kein schlechtes Gewissen mehr machen - ich schaffe einfach nicht mehr.
Ähnlich sieht es mit Bildern aus. Nur noch fotografieren, wenn ich die Altlasten abgearbeitet habe - so ist es geplant, so will ich es machen, weil ich nicht mehr nachkomme. Keine 120 Bilder mehr, keine 50 mehr - nein - vielleicht 10 oder 5 - so viele halt, wie ich mag, oder immer mal wieder eines, was ich noch toll finde, oder was ich plötzlich doch noch finde...
Natürlich ist es bei Aufträgen anders.
Und ich bin nicht die Fotografin der Nation, die ihr einziges Wohl darin sieht, Menschen zu fotografieren, die gern Bilder von sich hätten und meinen, ich dürfe dann froh und dankbar sein, sie zu knipsen.
Nein- ich fotografiere nur noch für Geld oder wenn ich es mag - und genau dann werde auch ich entscheiden, wie viel ich daraus mache. Ansonsten - wegbleiben bitte. Stört mich nicht - es gibt mehr als genug sehr interessante Menschen, die es schätzen, wenn ich sie portraitiere.
Überhaupt -wenn wir gerade dabei sind - ich habe fotografische Ziele für das nächste Jahr:
In diesem und im letzten habe ich mich auf die Printmedien konzentriert - im nächsten sind mal wieder die Wettbewerbe dran - genügend gutes Material habe ich. Ja - und ich werde mein Atelier nutzen und trotzdem viel rausgehen - in anderen Umgebungen arbeiten - mit wenig Mitteln authentische Bilder machen. Ich mache eine Ausstellung und möchte ein Buch machen.
Eine neue Kamera wird es geben - sehr bald schon. Ich schwanke noch zwischen zwei Modellen - aber ich denke, die Entscheidung ist - beeinflusst durch meine finanziellen Mittel - fast gefallen.
Ich bin an meine Grenzen gekommen mit meiner Kamera - es wird Zeit für eine Kamera für eine große nachtblau - die die ersten digitalen Schritte bereits hinter sich hat.
In diesem Jahr habe ich viele ganz alte Kontakte aus meiner Jugend wieder gesucht und erlebt, wie schön es ist, wenn man die Menschen wieder sieht, die man so lange nicht mehr sah - wie meine Klassenkameraden, meinen Klassenlehrer, meine älteste Grundschulfreundin.
In diesem Sinne will ich weitermachen und die dadurch wieder aufgelebten Freundschaften intensivieren - sie haben mich sehr glücklich gemacht in diesem Jahr.
Gesundheitlich hat es in diesem Jahr einiges gegeben, was nicht so schön war, sich Gott sei Dank aber doch noch relativiert hat - wie der Knoten in meiner Brust, der mich tagtäglich bei jedem Schmerz daran erinnert, dass das Leben kurz sein kann und ich verdammtes Glück hatte, dass das Ding gutartig ist.
Mein Rücken ist hin - nichts neues - und ich habe extreme Schmerzen in den Fingern - die machen mir zu schaffen.
Mein Ziel ist, mehr auf meine Gesundheit zu achten - Ernährung, Sport, Ruhezeiten ( ich habe am wenigsten Zeit mit Schlafen verbracht) einhalten usw.
Mein Kind braucht mich - zum Vokabeln lernen, zum Grenzen stecken und zum Hinhören und im Hintergrund jederzeit zur Verfügung zu stehen, um bei der Schlittenfahrt durch die Pubertät Pflaster und Tempos zu reichen. Manches Mal ist es mir zu viel - und doch weiß ich, es muss sein und auch wenn ich selbst noch so müde und erschöpft bin, muss ich ran und Vokabeln abhören, mir Geschichten anhören, ungeliebte Klassenpflegschaftssitzungen besuchen usw.
Es schmerzt, dass ich manches inzwischen allein mache und Frl. Kröte nicht mehr mitmachen mag - andererseits genieße ich es auch, ebenfalls mehr Freiheiten zu haben und abends auch einfach ins Atelier fahren zu können, ohne dass sie beleidigt oder traurig ist - oder gar Angst hat.
Mein Kind ist toll - und ich weiß das zu schätzen - wie auch unser gutes Verhältnis trotz Meckereien und Nörgelei ab und an.
Ich musste mir eingestehen, dass es mir nicht gelingen kann, Menschen unterschiedlichster Couleur zusammen zu bringen und davon auszugehen, dass alle sich so mögen, wie ich die einzelnen. Immer gibt es irgend einen Grund der dazu führt, dass es nicht einfach und leicht ist und funktioniert. Entweder sind es Oberflächlichkeiten, oder Befindlichkeiten - Empfindlichkeiten oder Zeitprobleme. Eingleisigkeit ist mir nicht genug und so musste ich mich damit auseinandersetzen, dass es eben nicht meines zu sein scheint, viele Menschen gleichzeitig an einen Tisch zu holen. Besser fahre ich in kleinen Runden, einzelnen Kontakten - ohne Zwischentöne.
Mein größtes Glück - abgesehen von meinem Kind - besteht jedoch definitiv darin, so viele wunderbare Menschen nah bei mir zu wissen.
Habe ich im letzten Jahr noch gejammert, weil alle Freunde so weit entfernt sind, immer erst auf große Fahrt gegangen werden muss, wenn ich mal gedrückt werden wollte, oder beim Quatschen eine Flasche Wein vernichten wollte - so habe ich inzwischen ein stabiles und weiches Bett aus Freunden um mich herum.
Es gibt so nah Menschen, die so wertvoll sind, interessant, wie kreativ, warmherzig, witzig, zuverlässig und Freunde geworden.
Jene, die dazugehören, werden sich angesprochen fühlen und sollten dieses auch tun - wobei jene, die weit weg sind, sicher ebenfalls wissen, wie sehr ich sie mag und wie wichtig sie für mich sind.
Hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, mich nie wieder einem Mann nähern zu können, so hat auch das sich in diesem Jahr nicht bestätigt, sondern im Gegenteil - es funktioniert noch - und sogar gut.
Bleibt noch mein Job.
Eine große Prüfung ist bestanden - sogar überdurchschnittlich gut.
Das Fazit - mein Fazit: ich will mehr - ich will weiter - ich will anders weiter.
Heißt: Bewerben, Marktwert testen, eventuell sogar freiberuflich nebenher - Schulen, Entwickeln, Implementieren.
Es gibt Angebote, Gespräche, Ideen, Netzwerke - und ich fühle mich nicht mehr gebunden, nachdem ich feststellen musste, dass ich trotz überragender Ergebnisse die einzige bin, die noch immer kein Weihnachtsgeld bekommen hat und worüber auch kein Wort mehr verloren wurde...
Auch hier ist die Zeit vorbei, in der es erlaubt war, mich zu benutzen.
Ich bin wach, mir sehr bewusst, welche Qualitäten und Fähigkeiten ich mitbringe und was ich leisten kann - jetzt heißt es testen und neue Ziele suchen.
Vielleicht wird 2009 ein kämpferisches Jahr - es scheint fast ein wenig so, wenn ich selbst lese, was ich unsortiert zu „Papier" gebracht habe - in jedem Fall jedoch wird es ein bewusst gelebtes und eines, in dem ich mich nicht mehr benutzen lassen werde - eines, in dem ich meiner Kreativität Raum geben will und mich auf die Menschen konzentrieren möchte, für die es sich lohnt, meiner Gesundheit etwas Gutes tun mag und mich selbst nicht in den Schatten stellen möchte.
Ich bin gespannt, offen und positiv gestimmt - 2009 kann kommen.

