picture_it

12.12.2007 um 07:56 Uhr

The same Procedure as every day

Stimmung: leer, unlustig, müde, erschöpft von nichts

Heute ein erneuter Versuch, mein Auto durch den Tüv zu bringen. Irgendwie beginnen alle Tage im Moment mit unangenehmen Gedanken. Während es heute der Tüv ist, war es gestern eine Mitarbeiterin, mit der ich fahren musste - und meine innere Ablehnung derer. Dann ließ sie mich auch noch 20 Minuten im strömenden Regen mitten in einer der düstersten Straßen unserer Stadt - im tiefsten Norden - warten - um immerhin 6.20 morgens! Ich habe ja auch sonst nichts zu tun. Die Entschädigung war dann am Nachmittag - ein Baby auf dem Arm zu haben - 9 Wochen alt. Ein Gefühl, was mir bis heute noch immer eine große innere Ruhe vermittelt - so ein kleines Menschlein im Arm zu wiegen und zu sehen, wie es mich anschaut und aufmerksam vor allem das Piepen der Kamera hinterher registrierte, das wirklich zu einem Lächeln bei der kleinen Dame führte. Ich konnte es natürlich nicht lassen, die Kamera mitzunehmen und der Papa, selbst fotografisch tätig, freute sich im Umkehrschluß über die Möglichkeit, mit einem meiner Objektive ein paar Bilder seiner kleinen Herzensdame machen zu können. Endlich habe ich dann auch mal den Mann, der meine Page gemacht hat, kennen gelernt - wurde langsam auch mal Zeit - außer übers Telefon miteinander zu kommunizieren, wo wir schon in der selben Stadt wohnen.

Was ich noch gar nicht erzählt habe: Sie ist da - meine Lampe. Und sie leuchtet und leuchtet und erhellt das Zimmer so schön, dass mir ganz warm dabei wird. Vorgestern Abend rückten meine M. und ihr A. an und montierten in einer späten Aktion das Ding an die Decke, was meine M. mir geschenkt hat. Da hängt sie nun über unserem Esstisch und bringt endlich endlich Licht in eine Region des Raumes, in der sonst nur Kerzen ihr Refugium hatten, was mir aber definitiv zu wenig war. Nun leuchtet sie dort und man kann sie durch das Berühren mit der Hand dazu bringen, ihr Licht zu dimmen oder zu erhellen. Eine tolle Lampe und ich freue mich sehr sehr darüber. Ich glaube, ich habe ziemlich gestrahlt...

Die Stimmungen wechseln wieder einmal sehr stark insgesamt gerade. Immer wieder merke ich, komme ich an den Punkt, wo ich sie einfach nicht mehr wegdenken - drücken - quetschen kann - eine Tränen, mein Unverständnis über die Situation. Ach - was soll ich dazu noch schreiben? Es ist ja alles gesagt - von mir - hier - sonst leider nirgendwo und genau das ist weiterhin mein Problem.

Ein einziges "Ich will Dich nicht mehr, geh weg aus meinem Leben" würde mir schon weiter helfen - hätte mir den Abschied sicher nicht leichter, doch wesentlich klarer gestaltet. Dann wüsste ich vielleicht, warum ich diesen wichtigen Menschen aus meinem Leben gehen lassen musste. So sitze ich und zermartere mich mit Fragen, die offen sind - Unklarheiten, Nichtwissen und Vieldenken. Ich weiß einfach nicht, was ich denken soll, was ich noch glauben kann und alles Schöne hat seinen Glanz verloren. Das Gefühl, anderthalb Jahre zerknüllt in den Papierkorb schmeißen zu müssen, weil plötzlich nichts mehr zu stimmen scheint - was ja nicht bewiesen werden kann - ist mies. Die Zweifel an mir sind wohl die größte Misere. Warum? Wie furchtbar muss ich sein? Ja ja - ich weiß, dass mich solche Fragen nicht weiterbringen, auch - das es sich total bescheuert anhört, wenn ich so etwas schreibe, oder auch denke - aber sind wir doch mal ehrlich: kennt Ihr die Gedanken nicht auch, wenn Ihr vor solch einer Situation steht und Euch den Scherbenhaufen anschaut - von unten wohlbemerkt, denn ich liegen darunter begraben - meinem Gefühl nach. Was bleibt dann noch? Der Glaube daran, alles sei wirklich so schön gewesen, wie gefühlt? Wohl kaum - da beweist Euch gerade einer das Gegenteil...

Meine Gedanken drehen sich im Kreis. Nicht wirklich erfolgreich, um eine Geschichte zu verarbeiten und abzuschließen.

Bald ist Weihnachten - ich habe kein Geld für Geschenke in diesem Jahr. Die Kreativität lässt ebenfalls zu wünschen übrigen, weil ich nicht die notwendige Kraft und Lust habe, etwas zu machen - mich nächstelang mit dem Herstellen von Dingen zu beschäftigen, die andere Menschen erfreuen könnten.

Mein doofer Zahn und die Autoreparatur kosten mich fast ein Monatsgehalt - und das kann ich kaum irgendwo wieder rausholen. Auftragsarbeiten bleiben aus in diesem Jahr und ich werde das Studio wieder abgeben müssen. Es ist wie verhext.

Habe ich nun genug gejammert? Wie aufregend für Euch arme Leser, wenn sich Frau p-i mal wieder über ihren Weltschmerz auslässt. Aber wo sonst sollte ich es tun? Ich habe hier gelernt, dass offenbar nicht nur ich mit solchen blöden Sachen wie Abschiedsschmerz und Rumheulerei schwanger gehe - auch andere - durchaus ernstzunehmende -Menschen hier kennen diese Art von Schmerz uind irgendwie ist es ein Stück weit erleichternd, es sich ungefiltert von der Seele schreiben zu können.

Und es hört einfach nicht so schnell auf, weh zu tun...alles hat seine Zeit...auch der Abschied.

Hier noch ein Lied für Euch, was ich schon sehr lange sehr liebe - Thunder Road. Beim Suchen nach der Acousticversion fand ich dann noch eine zweite, die mir eine Gänsehaut nach der anderen bescherte - die möchte ich Euch nicht vorenthalten - da singt der Boss zusammen mit M.Etheridge - ganz ganz fantastisch!

http://www.youtube.com/watch?v=zsykNMK11lU&feature=related

http://www.youtube.com/watch?v=HQpyxh3xpv8&feature=related

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenZwischenweltler schreibt am 12.12.2007 um 08:55 Uhr:Weißt Du, picture_it, ich selbst habe lange Zeit mit meiner Vergangenheit gehadert und das auch teilweise hier bei Blogigo rausgelassen. Die vielen Meinungen hier haben mir sehr geholfen, Abstand zu gewinnen, und vor allem eins: mich nicht in Selbstzweifeln zu zerfleischen.
    Das Zurückblicken ist insofern wichtig, als man den gleichen Fehler nicht zweimal machen sollte. Und dort, wo sich die Schuldfrage nicht eindeutig klären läßt, sollte man sich rigoros selbst entlasten und freisprechen.
    Ich weiß, wie zermürbend solche Zweifel sein können. Sich jedoch immer und immer wieder in ihnen zu winden, zerrt die Knoten unnötig fest und wird schlimmstenfalls zur völligen Bewegungsunfähigkeit führen.
    Solange Du, liebe picture_it, nicht durch offene Worte angeklagt wirst, ist und bleibt es Mr. X, den die gesamte Schuld trifft. Schalte Deine Selbstzweifel aus und gib ihm Tiernamen, wenn Dir das hilft.
    Alles hat seine Zeit. Ja! Und jetzt ist es Zeit, den Abschied zu akzeptieren. Schweigend oder redend - er wird nicht zurückkommen. Selbst wenn er winselnd vor Deiner Tür stünde, Du würdest ihn nicht wieder wollen. Der Schnitt ist zu tief. Also löse Deinen Blick vom Gestern und schenke Deine Aufmerksamkeit den weißen Stellen auf Deiner Seele, die nun langsam wieder gefüllt werden wollen. Und wenn ich mich nicht völlig täusche, gibt es dort bereits den einen oder anderen bunten Klecks, der die Leere nicht mehr ganz so lähmend erscheinen läßt.

    Ich drück Dich mal und sende Dir ganz liebe Grüße!
  2. zitierenpicture_it schreibt am 12.12.2007 um 09:14 Uhr:Ach Du lieber Zwischenweltler - ich weiß es so genau, dass es dort bunte Klekse gibt - und wie groß sie sind - und auch, dass ich diesen Abschied akzeptieren muss. Ich weiß auch, dass er nicht mehr kommen wird - und es auch gar nicht mehr gehen würde. Die Zweifel sind da - ich verunsichere mich gern sehr schnell und suche und suche danach, was ich übersehen haben könnte.

    Auch bin ich mir klar darüber, dass ich ab und an tief im See des Selbstmitleides schwimme - und doch kann ich es manchmal einfach nicht ändern - weil es mich dann ergreift und hinab zieht und ich doch nur verstehen möchte, was mir unklar ist...

    Ich schaue schon nach vorn - glaub mir. Auch trotz Sorgen, Unlust und all dem - doch neigt man dann nicht auch ganz schnell dazu, den Ballast, den man mit sich trägt, zu ignorieren und später vor Last nicht mehr laufen zu können?

    Jeder hat seine Mechanismen des SVV - ich kenne meine nur zu gut und gerade deshalb versuche ich es mal anders zu tun, als ich früher damit umgegangen wäre. Dazu gehört für mich der offene Blick.

    Danke für das Drücken :-)
  3. zitierenle_Fataliste schreibt am 12.12.2007 um 13:07 Uhr:Die Zweifel an mir sind wohl die größte Misere. Warum? Wie furchtbar muss ich sein? - schreibst Du. Ich weiß ja was Du meinst... aber Du bist bestimmt nicht furchtbar! Ich sehe das auch so wie Zwischenweltler, Mr. X. hat den schwarzen Peter, und nicht Du. Vielleicht wird ihm ja irgend wann klar werden, wen er da aufgegeben hat. Aber, das ist dann für dich nicht mehr von Belang.
  4. zitierensternenschein schreibt am 12.12.2007 um 18:35 Uhr:Stimme Fataliste und Zwischenweltler zu.
    Ich kenne diese Gefühle natürlixh auch, und ich weiss es ist müssig zu lange darüber nachzudenken. Zu stochern im Nebel der Erkenntnislosigkeit. Es zerreisst einen nur mit der Zeit. Schreie ohne Echo führen nicht weiter.
    Wir schleppen in unserem Gepäck beim Weg durchs Leben,soviel unützes und schlechtes mit uns herum, dass es uns fast zu Boden drückt. Wozu nehmen wir das mit, was taugt es noch, wozu soll es dienen?
    Wenn unser Rucksack voller schlechter Dinge ist, ist kein Platz mehr darinnen mal wieder etwas gutes mitzunehmen.
    So müssen wir ihn hin und wieder entleeren, damit die Schritte leichter werden und wir Platz für schöne Dinge haben, die täglich am Wegrand unseres Lebens zu finden sind.
    Alles Gute
    sternenschein
  5. zitierenZooStation schreibt am 12.12.2007 um 19:20 Uhr:thank you for the music!
  6. zitierenDarkHoneyLady schreibt am 13.12.2007 um 13:10 Uhr:Oh ja, diese Gefühle kenne ich auch - sie haben mich monatelang egleitet, sie waren wie ein zweite Haut, an der alles abgeprallt ist, was sich schön, warm und geborgen hätte anfühlen können und sollen ... es war also nicht nur das Ende der Beziehung, das mich belastet hat, der Zweifel hat auch die Gegenwart vergiftet und schon den Gedanken an eine erfüllte (geschweige denn glückliche) Zukunft unmöglich gemacht.

    Wenn es einem Menschen gelingt, an unseren Selbstzweifeln anzudocken, sie zu schüren und damit eine zerstörerische Gedankenspirale in Gang zu setzen, dann ist es sehr schwer, da wieder raus zu finden.

    Du hast es sehr treffend geschildert, was einen dabei noch zusätzlich belastet: Alles Schöne verliert plötzlich seinen Glanz ... und das ist schrecklich!

    Ein winziger Gedanke, der sich mühsam seinen Weg von ganz unten aus dem Bauch in meinen Kopf vorgekämpft hat, hat mir damals geholfen, aus diesem Tal herauszukommen: Ein Mensch, der mich (egal, was und wie es gewesenist) einfach wortlos stehen lässt, der nicht zu seinen eigenen Gefühlen und Entscheidungen stehen kann, der sie nicht erklärt und nicht bespricht, der hat nicht das Recht, weiterhin eine zentrale Stellung in meinem Leben einzunehmen!
    Weder in meiner Trauer, noch in meinen Zukunftsplänen - weil ihm (zumindest im Nachhinein offensichtlich zu erkennen) fundamentale Eigenschaten fehlen, die ich für unerlässlich halte: Mut und Wahrhaftigkeit.

    Mir war diese Erfahrung tatsächlich eine Lehre, obwohl ich zeitweise an der Leere, die ich in mir gefühlt habe, fast erstickt bin.
    Ein Mensch, der mir vermitteln möchte, ich sei ein Nichts, dem fehlt es an Menschlichkeit, denn ich bin - und das gilt ebenso für jeden anderen und demzufolge auch für dich, liebe picture_it!!!

    Lass es nicht zu, dass diese Zweifel etwas in dir annagen,was dringend gebraucht wird: Dein Herz, deine Wärme, dein (Selbst-)Vertrauen, deine Fähigkeit Liebe geben und nehmen zu können - dein SEIN!

    Ich grüße und umarme dich
  7. zitierenNimien schreibt am 13.12.2007 um 19:30 Uhr:Auch mir ist dieses Gefühl sehr vertraut. Ein bitteres Ende lässt all das vorangegangene Glück brüchig erscheinen. Und die Zweifel vergiften uns von innen heraus: Hat er mich überhaupt je geliebt? Habe ich mir das alles nur eingebildet? War es eine Illusion?

    Mir hat damals - als die Zeit gekommen war - der Gedanke geholfen, dass das Glück, das ich zuvor empfunden hatte, völlig real gewesen war - zumindest in dem Moment, als ich es fühlte. Es war reines, tiefes, wundervolles Glück, und daran konnte auch die Tatsache, dass es die Zeit nicht überdauert und vielleicht sogar im Rückblick eine andere Färbung angenommen hatte, nichts mehr ändern.

    Das Schöne, das du einst erlebt hast, war wirklich und echt. Es hat deine Seele erfüllt und verwandelt, und dieses Geschenk nimmst du mit, gleichgültig ob es auf Tatsachen beruht hat oder nicht. Denn es geht letztlich nicht um diese Tatsachen (die sich sowieso nicht überprüfen lassen), sondern um deine Fähigkeit, tiefe Liebe und Glück zu empfinden. Die nimmst du mit, komme was da auch immer wolle. Und eines Tages wird sie in anderen Erfahrungen und Begegnungen neu erblühen.

    Ganz liebe Grüße!
  8. zitierenpocoos schreibt am 13.12.2007 um 22:00 Uhr:"... wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde"
    und lass dir Zeit für den Abschied, er ist genauso wichtig, wie die Zeit des Glücks. Hol dir jetzt deine Freunde, hol dir alles, was dir Freude macht. "Finde deine Quellen", schrieb mir heute eine liebe Freundin. Und sei wütend ! Wut ist gut ! Schreib und schrei es hinaus. Und fühl dich gemocht und geschätzt und umärmelt.
  9. zitierenpicture_it schreibt am 14.12.2007 um 08:31 Uhr:Ich sollte wohl alle Eure Postings ausdrucken und sie mir unter mein Kopfkissen legen, damit sie auch noch im Schlaf ihre Wirkung tun können.

    Danke für Eure Gedanken!
    Ich glaube, was man nicht braucht ist ein lapidares "Ei Ei" - viel mehr ist es manchmal wohltuend zu lesen, dass es auch jemandem anderen mal so ging, er/sie ähnliche Tiefen durchschifft hat und gestärkt aus solchen Nummern wieder heraus kam - und dennoch nie vergessen hat, wie es sich anfühlt, wenn man drin sitzt.

    Ein "es wird schon wieder...lass Dich nicht hängen" macht keinen Sinn - ein "ich weiß, wie es ist, es war schlimm - und jetzt geht es mir wieder gut" macht so viel mehr Hoffnung und positive Gefühle.

    Ich kotze mich selbst an mit meinem Drehen um diese eine Frage, was eigentlich jemanden bewogen haben kann, so mit mir umzugehen. Es wird niemals eine Antwort geben und somit wird sich dieser Punkt für mich auch nicht klären - außer, ich verbuche ihn unter "Arschloch ohne Rückgrat". Ob ich dazu neige, ist fraglich...

    Es ist angenehm, Euch zuzuhören - bei Euren Meinungen - und es hilft mir in gewisser Weise.

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