Die Frage des Tages
Haben Sie schonmal jemals jemanden so geliebt, dass es weh getan hat?
Haben Sie schonmal jemals jemanden so geliebt, dass es weh getan hat?
Musik: Eagle Eye Cherry- Desireless
Dieses verdammte Tiramisu- Eis! Nur noch das im Schrank. Das, und diese grauenhaften Othellokekse.
Eigentlich hätte ich heute ja eh nicht aufstehen brauchen.
Das erste, was mich an diesem feurigen Sonntag erwartete, war das hinreißende Geräusch meines auf den Boden knallenden Wandbrettes im Wohnzimmer, verursacht durch einen Babykater.
Zu Bruch gegangen dabei ist mein Katzenschädel sowie ein Kerzenleuchter aus dem 19. Jahrhundert, ein Tonwindlicht und eine indische Holzschatulle, NICHT aber etwa das hässliche Windlicht, was mir die blöde S. zum Wichteln im Jahr 2001 geschenkt hat und das seitdem seine Lebenszeit auf allen offenen Regalbrettern fristet, damit es mal aus Versehen runter wirft- freiwillig wegwerfen kann ich eh nichts.
Dann sind mir die Nudeln zu weich geworden, ich hab den Wein umgeworfen.
Nicht zu vergessen, die ebenfalls von einem Babykater wohl eher unfreiwillig ins Leben gerufene Installation auf meinem Küchenboden (Cornflakes auf Linoleum, 51x 32 cm, 2006, derzeit im Besitz des Babykaterhalters. Jemand Interesse?) .
Ich brauche Kaffee. Aber ohne IHN macht auch kein Kaffee der Welt Spass.
Für meine eigene Kunst war dann auch wenig Platz. Nach 20 Minuten intimen Herumtastens zwischen mir, dem Kleber und dem Lack, habe ich mich letztendlich dazu durchgerungen, weiterzuschlafen.
Wenigstens morgen wird mein Alltag einigermaßen angepasst. Nachdem ich morgen eineinhalb Stunden etwas über bäuerliche Löffelmuster im späten 17. Jahrhundert auf meinen weiteren, geistigen Lebensweg mitgenommen und versucht habe, mal eine Minute nicht an IHN oder den Geschmack einer Gauloise Zigarette zu denken (Liberté toujours! Wer immer sich diesen Slogan ausgedacht hat, dem wünsche ich, dass er langsam an einem Stück Baguette qualvoll verendet) darf ich zählen: Nur noch 3 Tage. 3 lange, unendliche, nach Nuss schmeckende Tage.
Dann Geld, ER, Fruchtsalate, ER, lange Autofahrten, ER, Scheinwerfer, ein wenig Applaus, ER, anonyme Hotelzimmer, ER, Gauloises, ER, Frühstück bei McDonalds, Morrissey, ER…. Und ein rauchender Fuchs.
Ja, die nahe Zukunft klingt schmackhaft.
"You because you feel it, doesn´t mean it´s there"
Radiohead mit "There There".
Zwar kein Floria Sigismondi Video, aber durchaus anbetungswürdig. Verweist auch Dauernöhle Björk in die Schranken.
UND: Es kommen *fast* rauchende Füche darin vor.

Tragbare Katzenpfötchen, um Kollegen zu ärgern, zu schmusen, sich am Rücken zu kratzen.
Leider wohl nicht für das gedacht, wonach es augenscheinlich aussieht. Schade.
Ja, Japaner sind schon seltsam.

Mehr darüber hier.

"Wieso hast du dieses blöde Hasenkostüm an?"
"Wieso hast du dieses blöde Menschenkostüm an?"
Musik: Einstürzende Neubauten- Stella Maris
Dinge, die mich derzeit erfüllen. Eine Liste in D-Dur.
Dinge, die ich ( nicht nur) derweil subgut und schauderhaft finde.Eine Liste in D-Moll.
Stimmung: Schmetterlingsgleich
Musik: Norah Jones- Feels Like Home
Ein anderer Tag geht vorbei.
Nächste Woche gehts wieder los mit Konzerten. Mal sehen, wer kommt. Mal sehen, wer nicht kommt. Eine bessere Frage. Du weisst erst, wer wirklich Dein Freund ist, wenn er es schafft, zu einem Konzert zu kommen, was auch direkt vor seiner Tür ist. Wir hatten schon eine Menge Touren in Städten, wo keine echten Freunde waren. Ich freue mich diesmal weniger auf ein leckeres Catering und eine volle Merchkasse, sondern an ihn an meiner Seite.
Und damit kommt auch die grosse Deutschlandfahrt. Von Jena nach Bonn nach Dortmund nach Hannover nach Wulferstedt nach Magdeburg nach Bonn nach Jena nach Berlin. Ich bin in der Tat die Königin des fahrenden Volkes. Aber Zuhause bin ich nur da, wo mein Herz ist. Und das ist derzeit 400 km in der Ferne.
Das wichtigste von allem. Ich vermisse ihn sehr. Unendlich. Ich habe noch nie jemanden so geliebt, wie ihn.
Die Person, die gesagt hat, dass Dinge näher sind, wenn Du am Boden bist, hat gelogen. Ich war sehr lange schon millimeternah am Boden, aber wirklich gesehen habe ich nichts. Jetzt kann ich mehr erkennen, z.B., dass ich auch ein Gehirn habe. Und doch nichts, wie gedacht, so schwarz ist, wie ich immer dachte. Und das, das ist doch das allerschönste.
Das Haus ist heute leer, nach dem Pseudo-Dachsprung-aus-dem-10ten von gestern. Jetzt gibts nur Tiramisueis.
Grade bin ich in Bier getappst. ich hoffe, dass es Bier war und kein Katzenlulu.
Nietzsche soll seit 100 Jahren tot sein? Von wegen!
Für manche 14- Jährige ist seine Strahlkraft ungebrochen.
Die Nietzsche Ausgabe im Bücherschrank meines Vaters hatte sechs Bände, braun schwarz gold, herausgegeben vom Nazi- Philologen Alfred Baeumler. Ich sah sie mir ofters an und las die Namen der Abhandlungen: Jenseits von Gut und Böse, Fröhliche Wissenschaft, Ecce Homo. Ein Titel klang noch geheimnisvoller: Also sprach Zarathustra. Ich fragte meinen Vater, von dem ich wohl zum ersten Mal den berühmt- berüchtigten Satz hörte: „Und wenn Du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht!"
Und so sah mein früheres Nietzschebild auch aus: Der Friedrich, der Wüterich, ein Doktor Faustus mit Peitsche- unmoralisch wie der Bube aus dem Struwwelpeter. „Und höret nur wie bös er war, er peitschte seine Gretchen gar". Dieser Friedrich war wild, gefährlich. Und unwiderstehlich. Ich las den Zarathustra mit 14 Jahren.
Danach war alles anders. Ich erlebte einen ersten großen Traum von Größe: Ein Weiser, der mit Adler und Schlange im Gebirge wohnt, prophetisch die Ankunft des Übermenschen verkündet. Zarathustra, dem stolzen Einsamen, fehlte zu seinem Glück in geistigen nur noch eins: Die Übermenschin, das Superweib, eben ich. Der Weg für die nächsten Jahre lag nun klar vor mir: Er führte steil nach oben.
Ich musste mich in eisiges, geistes- aristokratische Höhen katapultieren. Meine nur wenig jüngere Schwester begleitete mich tapfer: Gehüllt in asketische Kutten wanderten wir in den Ferien durch die österreichischen Alpen. Besonders gern bei Dunkelheit: Die Wille zur Nacht fing an, unseren Eltern auf die Nerven zu gehen.
Es musste finster sein im Zimmer. Nur Kerzen brannten, wenn wir stritten welcher Nietzsche der wahre sei:
Meine Schwester mochte den stillen Nachdenker, den schüchternen Nietzsche, der immer kränklich war. Der jeden Aphorismus seinem bohrenden Kopfschmerz abbringen musste und Jahrelang gegen den Wahnsinn kämpfte. Zum seiner würdig zu sein, musste man selber viel leiden. Meine Schwester hatte sich dazu eine wirklich beeindruckende melancholische Mimik zugelegt. Ich liebte mehr den nietzsche der mit den Hammer philosophierte, den Freigeist und protestantischen Priester der Lebenslust, den Gottesmörder und Umwerter aller Dinge. Dafür bediente ich alle Register der Erhabenheit und verfügte schnell über ein Arsenal pathetischer Gesten.
Eines Tages kam ein neuer auf unsere Schule: Der Junge K. Er hatte tiefschwarzes Haar, saß ständig schlecht gelaunt im Unterricht , als ob das Schülerdasein unter seiner Würde sei. Das arrogante Schweigen setzt die Lehrer mächtig unter Druck, denn so gab er vor, mehr zu wissen als sie. Klar, auch K. las Nietzsche. Gemeinsam entwickelten wir neue Kategorien für unsere Mitschüler: Die Masse, Dummbeutel, die letzten Menschen, Philister, Herdenvieh mit Sklavenmoral. Wenn unsere Schulkameraden in ihren Nike Schuhen und Lacoste Hemden in der Pause herumgingen, vorbei an ein paar langhaarigen linken Primanern in der Raucherecke, fühlten wir uns angewidert. Die Marxisten in der Oberstufe waren auch kein Lichtblick: Warum den Bürgern Geld abknöpfen, um es dem Proletariat zu geben? Was würden sich die Arbeiter denn kaufen? Genau: Nike Schuhe und Lacoste Hemden! Wer nun die paar Mark mehr hatte, war doch schnurz. Unheroisches Verteilungsgerede. Als ob es auf Geld ankäme. Falsche Werte!
Schlimmer war damals noch die geistig- moralische Wende unseres neuen, peinlichen Bundeskanzlers. Hatte der rasende Friedrich nicht Recht? Demokratie ist die Herrschaft der Mittelmäßigen. Gefangen im Sumpf aus selbsternannten christdemokratischen Eliten, moralinen Politlinken und feinsten Yuppiesöhnen blieb nur noch beten: „Nietzsche hilf!"
Also sprachen wir: Das sind die Viel- Zu-Vielen. Sie hüpfen überall herum und machen die Welt klein und hässlich.
K. war der Erste, der handelte- er kaufte sich einen Strick.
„Und wenn er es wirklich tut?" Meine Schwester blickte besorgt. Unser Zimmer lag im Halbdunkel und passte zur regnerischen Herbstnacht draussen. „Los, wir gehen in den Park, ihn suchen!"
Leise schlichen wir aus der Wohnung und tappten durch die nasse, kalte Finsternis.
Von K.s Zimmer aus sah man in den Park. Hier musste er sein. „K. wartet auf den Ruf", sagte meine Schwester. Ich zitierte aus dem Zarathustra: „Seht, ich bin der Verkündiger des Blitzes und ein schwerer Tropfen aus der Wolke : Dieser Blitz aber heisst Übermensch!"
Das feuchte Laub quatschte unter unseren Tritten, da schrie meine Schwester auf, Über uns saß K., den Strick um den Hals. Er hatte uns kommen hören. „Wenn Du das jetzt Du tust, wird keiner erfahren, was für ein großer Denker Du hättest werden können!", sagte ich. K. lächelte verächtlich. „Ich werde genauso beschissen wie alle hier. Auf meine Bücher wartet doch eh keiner."
Damit sollte K. Recht behalten. Während er vom Baum kletterte, trösteten wir ihn: „Es gibt schon viel zu viele Bücher. Wir leben in einem Land, in dem es von allem zuviel gibt."
In dieser Nacht haben wir zum ersten Mal geahnt, wie tief „Genie- Probleme" reichen. Später, an der Uni, lernten wir viele Leute mit solchen Problemen kennen, Studenten und Professoren. Aber wir hatten auf geheimnisvolle Weise den Mumm verloren, direkt danach zu fragen. Im Seminar erfuhren wir dann, dass Nietzsches Wahrheitsbegriff unausgewiesen, die Konzepte vom Übermenschen, Herrenrasse und Züchtung gar nicht biologisch gemeint und die Idee der „blonden Bestie" auch auf Japaner gemünzt sei.
Unser Gott ist tot. Am 25. August vor 100 Jahren ist Nietzsche gestorben. Was kann man da tun, um ihn zu feiern? Eine der Neuerscheinungen zum Nietzsche Jahr lesen? Ein Symposium besuchen? Oder im dunklen Zimmer eine Kerze anzünden?
Nietzsche tanzte, wenn er glücklich war. Er soll der Überlieferung nach auf seinem Schreibtisch getanzt haben, nackt, mit erigiertem Penis.
Ja, auch im Feiern ist der Meister bis heute unerreicht....
Barbara Mauersberg, TAZ, 25.8.2000
Sollte von jedem angesehen werden.

"Earl Hickey is a ne'er do well without a job or a direction in life. Instead, he spends his days drinking beer, stealing whatever isn't bolted down and being a leech on society. But when he wins the lottery of a lifetime, Earl thinks his luck may have just changed...until he's hit by a car. As he recovers in a hospital bed, Earl realizes that maybe the reason why he's there is because of a simple five letter word: karma. For every rotten thing he's done, a rotten thing comes right back to him; and the only way he can stop that is to make good for every bad deed. Having compiled a lengthy list of things he's done to people, Earl sets out to right all the wrongs from his past. All of this on the promise that maybe, he can enjoy his fortune once and for all, but only if he can finish the list first. Aiding him is his lifelong best friend and brother, Randy and an ensemble of characters to assist, observe, amuse, berate, or are just there for Earl Hickey."
Haben Ratschläge älterer Menschen eine grössere Bedeutung für sie?
auf deinen shirts stehen die dinge die du gerne wärst
nicht die du bist
was im grunde völlig in ordnung ist
nur: wir - können alle lesen
und du bist nie ein dreckstück gewesen
anders als die andern, also anders als man selbst
stockhausen und bill gates und ich
zusammen die nacht im fahrstuhl verbracht
ein bisschen geplaudert, sich ausgetauscht
über kunst und geld und frauen
und welchen teil der antwort "nein, wir wollen nicht"
habt ihr jetzt eigentlich nicht verstanden?
war's das "nicht" oder das "nein"?
uns geht's wirklich gut
und ja, unsere kunst hält ewig
anders als die andern, also anders als man selbst
kalle hatte die drogen dabei, und billy hatte die brille dabei
und ich hatte die überraschung dabei
und die zeit kroch so dahin
es ist besser, für das was man ist, gehasst,
als für das, was man nicht ist, geliebt zu werden
der satz von billy etwas überraschend, und kalle schlug einfach zu
die nase gebrochen, die brille zersplittert , ein kindergeburtstag
ein fahrstuhl erzittert. und ich holte einen kleinen umschlag hervor
und sagte: guckt mal hier
der gebrochene daumen von carlos santana
der gebrochene daumen von carlos santana
ich hab den wichtigsten finger von carlos santana
und dann holten sie uns raus
Kettcar
Stimmung: Angenehm
Musik: Radiohead Live @ Irgendwo
Ich glaube, es ist Zeit für ein neues Blog.
Keine Ahnung, warum. Warum kauft man sich neue Schuhe, ein neues Hemd, lässt sich eine neue Frisur machen? Dies ist ein anderer Teil meines Lebens, ein besserer, vielleicht. Einer mit vielen Stürmen, aber voller pulsierendem Blut. Er ist nicht so lebensleer, wie das, was ich vorher zu interaktivem Papier gebracht habe. Vielleicht oberflächlicher, ja, vielleicht einen...Tick... netter. Sonniger.
Haben wir uns schonmal über Fruchtsalat unterhalten? Nein? Fruchtsalat, oder gar andere Dinge, wie auch Hot Dogs, Zuckerwatte, Macademianussschokolade, also alles so eher unalltägliche Dinge (nicht etwa McChicken oder Milka oder Pommes Currywurst) zeigen uns, dass wir lebendig sind. Grade, wenn die Sonne uns anstrahlt.
"Tristesse Royal" fast zu Ende gelesen. American Beauty nochmal gesehen. Hausarbeit über "Die Sepulkralkultur in der Geschichte der Hygiene" wiederbekommen und.. durchgefallen. Licht an, Licht aus. Tage zählen, bis ich ihn wiedersehe. Es passiert nicht viel neues, in meinem Staate Dänemark. Ausser warten. Warten, darauf, die Rechnungen bezahlen zu können (Donnerstag, Donnerstag!), dass das Auto einen Ölwechsel erhält, ich den rauchenden, ausgestopften Fuchs überweise, all solche Dinge, halt. Und ihn wiederzusehen.
Ich glaube, ich hätte jetzt gerne einen Fruchtsalat. Mit grosser Portion Sonne.
Musik: Radiohead- Karma Police
Was jeder, wirklich jeder haben sollte:
Картинки, видео, работы поклонников.