gestern war ich auf der bottle party in hamburg.
es war kalt und ich trug nur leggins & pumps, wohl in der annahme, es würde schön warm sein-oder zumindest spätestens nach "last christmas" dort werden.
nein, so richtig warm wurde es nicht!
und nein, auch wenn wir es uns vom DJ sehnlichst wünschten, es wurde kein last christmas gespielt.
während claud versuchte, mit einem stockbesoffenen steven g. zu flirten, machte ich mich auf den heimweg.
ich ging über den hof richtung straße. die kälte schien meine beine zu zerschneiden...und meine füße. die taxi- nummer war ständig besetzt.
an der straße stand ein typ. ein mann um die 43.
er trug einen schal, der war ganz bunt.
ich stellte mich zu ihm, fragte ob er auch auf ein taxi warte. ja und wollte auch, wie sich herausstellte, in meine richtung. so warteten wir gemeinsam im schnee, in der kälte.
er war so charmant und ruhig...und klar in seiner persönlichkeit. wir redeten anfangs über die party, er fragte mich, ob es meine erste bottle party gewesen sei und ob es mir dort gefallen hätte.
als das taxi kam öffnete er mir die tür, schloß sie und stieg auf der anderen seite ein. er fragte, ob ich gebürtig aus hamburg sei... dinge, die man fragt, wenn man zusammen in einem taxi sitzt und sich nicht kennt. nichts besonderes, aber die art wie er fragte und wie er mir zuhörte war.....schön.
es begann zu schneien, um unser auto tanzten die schneeflocken und alles schien still...als würde unser taxi druch hamburg schweben. a streetcar named desire.
"und ? sind Sie glücklich? Oder haben Sie einen plan B fürs leben?"
ich lächelte. wenn das alles so einfach wär. ich sagte:"es ist okay. das leben. einen plan B..."
"philosophie vielleicht?"
"nein" ich mußte schmunzeln über diese ganzen fragen. und wie kam er bloß auf philosophie?
"ich habe vor langer zeit kostüme in einem theater geschneidert, ich denk viel darüber nach, in letzter zeit..."
"und Sie? sind Sie auch apotheker?" fragte ich schnell
er lächelte.
"nein, ich bin journalist"
ich mußte wieder schmunzeln
"einer von der freien sorte?"
"nein, ich habe lange zeit für den stern geschrieben, dann für vanity fair..."
" für welchen bereich waren Sie zuständig?"
"kultur...also theater, kino, musik.."
"hach, geil. das wäre auch meine spate"sage ich."der teil, den ich immer als erstes lese und der einzige, den ich mir sofort merken kann"
"ja, es ist wirklich schön, wenn man seine privaten lieblingsbeschäftigungen in arbeit umsetzten kann"
ich möchte mehr hören. diese stimme. dieser mann. diese begegnung scheint wunderbar.
das taxi erreicht die hochallee. ich suche in meiner tasche nach geld. er sagt: ich bezahle natürlich das taxi. immerhin fahre ich noch ein stückchen weiter"
und lächelt mich an.
wir geben uns die hand.
dann fährt das taxi weiter und schnee legt sich leise über die spuren.