postmoderne liebschaften

26.04.2010 um 23:24 Uhr

ADHS II

von: lillestory   Kategorie: spurensuche

 

ich bin darauf gestoßen weil mich meine arbeitskollgein gefragt hat. sie fragte: kann es sein, daß du eine ADHS erkrankung hast? und sie fragte mich das ganze ohne bösen willen, ganz sachlich und behutsam, weil sie mich  beobachtet und sich wundert  ... im alltag

ich hab heute gelesen darüber. in einem anderen artikel stand, daß ADHS oft mit borderline oder burn-out verwechslet wird, oft halten sich die leute selbst für seltsam, für  HSPler mit depressionen....meißt entwckeln sie eine depression und zwanghafts verhalten...wel sie in ihrem chaotischen  denken aus den gruppen rausfallen. die normalen, einfachen dinge kosten ihnen unglaublich viel kraft. wie das kochen zum beispiel. komplizierte strukturen und denkweisen liegen ihnen sehr viel besser. sie haben instabile freundschaften, partnerschaften etc......

 

 

hier der link, der mir extrem...EXTREM....nahe ging 


(link)
In meiner täglich Arbeit höre ich von jungen und reiferen Frauen mit einer ADHS,


dass sie sich häufig selbst nicht „im Griff“ haben (z.B. beim Reden, beim Essen, beim Geldausgeben, beim Nägelkauen, beim Nachdenken oder einer anderen Tätigkeit).


dass sie beim Lesen oft neu anfangen, da sie mit offenen Augen träumen, viel zu leicht den Faden verlieren oder einfach ”abdriften”.


dass sie auffallend häufig beim „Halbzuhören“ - quasi nebenbei - oft besser aufnahmefähig sind und mehr mitbekommen, als wenn sie sich einer Sache direkt zuwenden.


dass sie oder dass sie häufig unpassende Sachen gerade heraus sagen, obwohl sie nicht passen, es selbst aber erst nachher merken und sich dann schämen und hinterfragen.


dass sie sich nur dann wirklich entspannen können, wenn sie sich auf etwas konzentrieren können.

(mein haarezupfen, dieses stunden vor dem spiegel stehen und haarezupfen, dass mach ich nicht des schmerzes wegen, sondern weil ich mich voll und ganz darauf konzentriere und dabei entspanne....dieser punkt hier gerad ganz ganz wichtig !!!!!!!!!ich bin von selbst drauf gekommen, finde es aber nur hier schwarz auf weiß)


dass sie sich ihr Leben innerlich oder äusserlich in Extremen abspielt, was sich bei einigen auch in grossen Gewichtsschwankungen niederschlägt.


dass sie es ihnen schwer fällt, sich auf den Schlaf zu konzentrieren und dass sie sehr speziell starke Schlaftabletten brauchen, weil sie mit normalen Schlaftabletten noch unruhiger werden.


dass sie sie chronisch mit einem inneren Chaos kämpfen und ein chronisches Gefühl haben, nichts so richtig auf die Reihe zu kriegen.


... sie sich von eigentlich machbaren Dingen chronisch und übermässig schnell überfordert und gestresst fühlen.
dass sie in der Hausarbeit dazu neigen, schnell den Überblick zu verlieren, sich ständig in Kleinigkeiten oder Details zu verlieren und dadurch in Druck und Stress geraten.


dass sie immer grosse Unordnung haben, sich schämen, andere einzuladen und darunter leiden.


dass sie sie zusätzlich zu einer Putzfrau eine Aufräumfrau bräuchten, weil sie verräumen statt aufzuräumen und Ordnung halten ihr wirkliches Problem ist.


dass sie unfähig sind, selbst aufgestellte Regeln einzuhalten, und somit auch bei der Erziehung der Kinder oft inkonsequent sind.


dass sie übersensibel sind z.B. für Berührung, Geräusche, Gerüche oder Licht. Oder bei Stoffen und Kleideretiketten.


dass sie es beim Kochen nur mit grosser Mühe schaffen, dass alles gleichzeitig gar und bereit ist (oder welche deswegen gar nicht mehr kochen).


dass sie Mühe haben mit dem 1x1, sich

deswegen dumm

vorkommen, bei

komplizierten Dingen

aber sehr logisch

denken können.

 

(das ist der punkt, warum meine arbeitskollegin mich ansprach!!!!im studium war ich nur gut, wenn es kompliziert wurde. einfaches, logisches denken fällt mir schwer.) 


dass sie sie jahrelang an ausgeprägten und unerklärlichen Stimmungsschwankungen leiden und die Gefühle wie in einem Lift hoch und runter gehen.


dass sie sie sich entweder gar nicht entscheiden können oder dann zu Spontan- oder Blitzentscheidungen neigen.


dass sie sie häufig in Stress geraten, wenn sie mehrere Sachen gleichzeitig erledigen müssen.


dass sie sich häufig sagen: „Ich weiss es, ich habe es im Kopf, kann es aber nicht sagen“.


welche sich alles aufschreiben müssen, eine ewige Zettelwirtschaft haben und teilweise auch die Notizzettel noch verlegen.


welche immer schon am Morgen trotz ausreichend Schlaf einfach nicht recht wach werden und lange haben, bis sie in Fahrt kommen.


welche so zerstreut sind, dass sie in Geschäften schon mehrfach die Bankomat- oder die Kreditkarte haben liegen bzw. stecken lassen und heimlich dachten, die Alzheimer-Krankheit zu bekommen.


welche genau wissen, was sie vor oder zu tun haben, aber irgendwie den „Startknopf“ nicht finden.


welche Depressionen haben oder an Ängsten leiden, welche trotz Psychotherapie und Antidepressiva nicht wirklich besser werden wollen.

 

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenameparia schreibt am 27.04.2010 um 10:04 Uhr:Und all diese Symptome können auch auf andere Erkrankungen hindeuten, andere Gründe haben... Mach dich nicht fertig, Lille, lass die Diagnose Diagnose sein und überlass es den Fachmenschen, wenn du in der Klinik bist. Ganz ehrlich, es gibt nichts Unproduktiveres, als nach Diagnosen zu suchen. Äußere deinen Verdacht bei einem Profi und lass ihn die Arbeit machen ;).
  2. zitierenlillestory schreibt am 27.04.2010 um 12:01 Uhr:es gitb nichts nervigeres als patienten, die sich ihre diagnose ständig selbst stellen bzw stellen wolle. ich weiß.
    aber es würde sehr viel erklären. die probleme in der schule, in der ausbildung, im studium.....die probleme mit dem sozialen umfeld....bestimmte kompetenzen die mir von anbeginn an gefehlt haben... die irritationen, die ich schon immer mit meinem queren, unlogischem (nicht butem!)denken ausgelöst habe.
    in den prüfungen war es so, daß ich die einfachen fragen nicht beantworten konnte z.B aber die schweren...die professoen waren immer irritiert und überrascht, daß ich doch etwas drauf hab. deshalb war ich immer viel länger in den mündlcihen prüfungen als die anderen. weil die professoren erst im komplizierten merkten, daß ich doch was drauf hab.
    ich wolte immer in einem cafe´arbeiten, hab es mich aber nie getraut, weil ich kein wechslegeld rausgeben kann. wie ein legastheniker
    mein bauchgefühl welches mir ganz eindeutig sagt, meine störungen haben andere ursachen als psychogeschichten in meiner kindheit. die kindheit war mein schönste, unbeschwerteste zeit. ..... ich war immer sehr verträumt...
    ....
    ich könnte diese liste ewig weiterführen.....vor allem auch die geschichte mit meinem zupfen.....wenn ich zupfe komme ich zur ruhe, weil ich mich auf jedes einzelne haar konzentriere. da ist dann kein schmerz mit im spiel. es ist die konzntration.....


    ewig könnte ich die dinge sammeln...mach ich auch...und morgen rede ich mit meinem arzt darüber
    ich könnte
  3. zitierensternenschein schreibt am 01.05.2010 um 11:32 Uhr:liebe Lille,
    denke auch dein "Wechselgeldproblem" ist eine Art Blockade.
    Und klar, wenn man immer dachte, mit einem stimmt irgendetwas nicht, findet etwas was übereinstimmt mit dem was man denkt und fühlt, was es alles erklären könnte, ist man wohl erst einmal erleichtert den Grund für alles zu sehen.
    Auch wenn man nicht selbst eine Diagnose stellen sollte. ;-)
    Es scheint mir, wenn ich deine Einträge der letzten Zeit gelesen habe, als würdest du dich gerade aus deinem inneren Gefängnis befreien.
    Liebe Grüsse

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