postmoderne liebschaften

20.03.2009 um 21:55 Uhr

das weiße haus auf norderney

das haus von marcs mutter, in dem mal ein kapitän gewohnt haben soll, steht auf norderney.

marcs mutter ist nicht so häufig und wenn meißt allein dort, in der nebensaison, um dort am strand zu malen oder muscheln zu sammeln.

ihre kleinen zeichnungen und aquarelle hängen im ganzen haus. der dielenboden ist über 100 jahre alt, die möbel sind blau und weiß gestrichen oder aus korb geflochten. vor dem fenster steht ihre staffelei, in den wenigen regalen viele bücher, und es gibt überall gänse: auf dem geschirr, auf den kissen und auf der tischdecke in der küche

als ich das erste mal mit marc in dieses haus kam regnete es. wir hatten uns zuvor auf der fähre gestritten weil er lieber lesen wollte, statt sich mit mir zu unterhalten aber als ich das haus sah vergaß ich das. ich verliebte mich sofort.

es steht nicht direkt am strand und man kann das meer nicht hören, nur den wind, wenn er an den alten fensterläden rüttelt. manchmal wachte ich nachts auf deswegen. dann ging ich zu den büchern, griff mir irgend eins, nahm es mit ins bett und las ein paar seiten bis ich wieder einschgeschlafen war.

wenn es regnete blieben wir im haus, sonst saßen wir meißt in einem starndkorb unten am wasser, blätterten in zeitungen oder träumten.

marc und ich haben schon lange keinen kontakt mehr, aber das haus ist immer noch da.

irgendwann anfang april werde ich dort mit little jil für viezehn tage wohnen. es wird mein erster urlaub mit ihr sein, nur sie und ich.

morgen aber ist erst samstag und es ist noch nicht soweit, die sachen zu packen. morgen fahre ich nach hamburg um oli zu treffen.

 

 


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