ein ego auf koks
Vielleicht ist es gar nichts schlechtes, diese aggressionen in mir.
sie rütteln mich nämlich gerad gewaltig wach
irgendetwas in mir ist aus der lethargie erwacht und möchte kämpfen
möchte raus aus dieser opferrolle, möchte stark sein und wieder selbst entscheiden dürfen
und vielleicht kann man diese negative energie bündeln und sie in gute energie umwandeln
und daraus kraft schöpfen, die man braucht, um endlich seinen eigenen weg zu gehen
ohne sich ständig (von anderen) beirren zu lassen
denn diese böse kraft gibt aus seltsamen gründen eine skurrile art von selbstbewußtsein,
ein ego auf koks, sozusagen
ein, ich gebe zu etwas obzönes:"ich scheiß auf die welt. es ist mir scheißegal, was ihr von mir denkt und mach das, was ICH will"
und wenn man nämlich so weit ist, daß man auf die ganze welt scheißt, dann läßt man sich auch von niemadem mehr reinreden und tut einfach das, was man für richtig hält und an diesem punkt beginnt doch etwas gutes.
nach meinem wutausbruch in der apotheke und in den tagen danach kristallisierte sich etwas heraus: nämlich warum dieser zorn, diese aggressionen, diese wut, so plötzlich in mir pochte.
es waren tatsächlich die neuen tabletten, die mein faß zum überlaufen brachten! der letzte tropefn, der fehlte.
ihr wißt, ich tat mich von anfang an schwer damit. die ersten vertrug ich überhaupt nicht, die zweiten lähmten mich und indizierten permanenten heißhunger, ich fraß! zwanghaftes eßverhalten hatte ich schon erlebt. ich bekam panik, die pillen würden diesen zwang wieder triggern. und ich war so wütend auf mich, daß ich mir das antat, und so wütend auf den arzt, der mir soetwas so vorschnell verschrieb ohne mich und meine vorgeschichte zu kennen.
so hörte ich sonntag einfach auf damit!
ich hörte einfach auf!
ICH HÖRTE EINFACH AUF DAMIT !
das fühlte sich befreiend an. endorphine! yeah! da seid ihr wieder
denn es ist MEINE entscheidung, ob ich sie nehme oder nicht. es ist MEIN körper, MEINER ganz allein und wenn ich mich schlecht mit ihnen fühle, es kann mich niemand zwingen sie zu nehmen! auch nicht der arzt! er war für mich da, als ich zusammenbrach, dafür bin ich ihm unsagbar dankbar aber nun muß ich meinen weg weitergehen, so wie ich ihn für richtig halte.
und plötzlich stand die tabletten-einnahme, die andere für richtig hielten ich aber nicht, symbolisch für mein ganzes leben!
ich weiß mehr denn je, das ich aus meinem umfeld raus muß, wenn ich wieder gesund werden will. RAUS. mein bauchgefühl hatte es schon längst gewußt, schrie es in den himmel und war schon ganz heiser davon, nur ließ mich meine unsicherheit, mein miderwertigkeits-ICH wieder straucheln, wie so oft, wie schon mein leben lang, und als die therapeutin vom sozialpsychiatrsichen dienst genau diese dinge aussprach, und am ende auch noch von dieser vorschnellen tabletten-gabe irritiert war, gab sie mir ein stück meiner sebstsicherheit wieder. ein stück meiner selbst. sie "SAH" mich! sie sah mich und bestätigte mich, ohne das ich mich ein wort erklären mußte.sie bestätigte mich.
selbst.bestätigung. selbst.sicherheit.
und ich höre noch, wie sie sagte:
"sie brauchen wohl immer jemanden, der ihnen ihre zustimmung für entscheidungen gibt!"
und vielleicht war sie es, die dafür sorgte, daß sich lethargie in zorn und aggressivität vewandelt haben, egal, das ist nicht so wichtig.
etwas in mir bäumt sich, regt sich, will sich durchsetzen und die zügel in die hand nehmen
ich habe heute den Dr.W angerufen, wir hätten termin gehabt aber jil ist ja noch bronchitiskrank so konnte ich nicht raus , ich rief also kurz an und sagte ihm ganz klar (normalerweise tu ich mich schwer und veranstalte einen riesen eiertanz), daß ich jetzt weiß was ich will, ich will in die klinik und ich brauche von ihm befundsberichte um das so schnell wie möglich in gang zu bringen. und er fragt welche klinik und ich sage dieunddie und er sagt die kenn ich nicht und ich sag machen sie´s trotzdem bitte und er sagt ja
und ich spühre wie sich mein körper von den nebenwirkungen erholt, wie er mir wieder ganz vertraut ist und ganz bei mir und wie sich mein herz anfühlt. rot nämlich.




gut wird es, wenn du nicht wesentliche Dinge (auch Kompromisse) aus den Augen verlierst.
Manchmal sorgt ein bißchen Wut und Aggression tatsächlich für einen Energieschub!! :-))
Ich wünsch dir jedenfalls, dass du diesen Weg weitergehst!
Aber cih finde es nicht gut, dass du die Tabletten einfach so abgesetzt hast. Da war die Wut etwas voreilig, liebe Lille. Es ist richtig, dass du sie absetzt, wenn sie dir nicht gut tun. ABER tu soetwas nicht, wenn dein Körper darunter leidet. Antidepressiva sollte man nicht einfach so spontan absetzen, von 100 auf 0 gehen. Das tut dem Körper nicht gut, im Gegenteil. man setzt sie schrittweise ab, damit der Körper sich langsam wieder daran gewöhnen kann, dass die Botenstoffe nicht mehr da sind. Das hättest du unter Ärztlicher Aufsicht tun müssen, Lille. Es ist gut und heilsam, dass du für dich eintrittst und dich verteidigst. Aber bitte nicht, falls du dir damit schadest.
Achte bitte in den kommenden Tagen darauf, wie du dich fühlst, wie es dir körperlich geht. Und wenn du die Vermutung hast, dass die rasche Absetzung sich auswirken könnte, geh bitte sofort zu einem Arzt, ja? Das eigenständige Absetzen war gut für dich und dein Selbstbewusstsein, aber vielleicht nicht für deinen Körper und den Hormonhaushalt.
Bitte achte auf dich wenn du kämpfst und zornig bist. Beides ist wunderbar, aber verlier dabei nicht den Kopf und tu bitte nie wieder etwas, das sich unter Umständen negativ auswirken kann. Bitte.
Du setzt dich richtig durch, macht wirklich das, was dir zusagt. Weiter so!
deine verlängerten Gedanken sind der richtige Weg und Erklärung genug.
ich weiß was ich tu, ehrlich!
Hut ab!
Ich habe mein chaotisches wer-bin-ich-eigentlich Leben lange mit Wegen verglichen. Wo war mein Weg? MEIN ganz alleiniger Weg? Ich bin durchs Unterholz gestreift, manchmal auch "geberssekert" und habe lange, lange diesen verdammten Weg nicht gefunden. Ich war auf schlammigen Strassen unterwegs. Auf nebulösen, steinigen, manchmal sonnigen Wegen. Das komplette Programm.
Was hat das alles gedauert....und das musste es wohl. Als ich nämlich endlich auf dem richtigen Weg war, habe ich es erst kaum bemerkt, weil die Kämpfe zuvor zu intensiv waren und ich danach schon viel entspannter ausschritt. Die schlimmen Wege gehören also dazu.
Und auch wenn Du DEINEN Weg noch nicht gefunden hast: Deine Richtung stimmt. Dafür wünsche ich Dir Glück. Alles Liebe!
Und ebenfalls Chapeau! Oder, wie es meine neue Wahl-Kern-Familie zu sagen pflegt: TSCHACKA!
(ich weiß ja, daß du es gut meinst mit mir und ich wußte auch, daß du beim lesen des eintrags die hände über den kopf schlagen wirst ;-), hast noch sonntag zu mir gesagt: nimm die tabletten heut etwas früher, aber nimm sie...*seufz*...ich konnt nicht!!! )
Du findest deinen Weg, das weiß ich, da glaube ich an dich. Du wirst das schaffen :).