postmoderne liebschaften

06.06.2010 um 22:02 Uhr

telefon trash

 

ich hab heut meine telefon auf den boden gefeuert und nun ist es kaputt. es gibt momente, da möchte ich dinge kapputt machen, schreien und heulen und mir alle haare auf einmal rausziehen. heute war ein schwarzer tag.

alle tage sind schwarz vonr sorge. die sorge um little jil lähmt mich. schon bei ganz kleinen dingen hab ich angst, daß sie wieder in sich zusammmenbricht. das stottern, das klammern, der kindergarten, die arbeit, meine mutter, die nicht mehr recht gesund werden will. jeden tag alter ich um gefühlte 10 jahre.

ich mach mir vorwürfe, wann ging das mit jil genau los? ist mal irgendetwas vorgefallen? irgendetwas was diese kleine seele verstört hat? hab ich sie einmal zu viel angeschrien ?

die sorge hält mein herz fest so fest umklammert, daß ich kaum frei atmen kann...  und ich darf ihr das alles ncht zeigen, denn wenn es wahr ist, das unsere kinder ein spiegel unserer seele sind, dann dann ...

wir hatten auch zwei schöne tage letzte woche, da spielte sie einmal mit paul und den anderen mit ben aber sie lacht nicht mehr. sie lacht einfach nicht mehr. 

und all meine eigenen probleme werden ganz unwichtig, alles wird ganz unwichtig. jil . jil . jil .

es quält mich in grund und boden und frißt mich auf.

ich hab heute wieder die geduld verloren. sie hörte nicht auf zu quängeln, wollte zum opa der wegen seines 50 jährigen konfirmations-jubiläium n der kirche saß. wir gingen in die kirche, sie wollte zu ihm, weinte, wir gingen raus..sie weinte, quängelte, stotterte.....hitze....und als die endlich nach na stunde rauskamen aus der kirche die leute da kam der opa nicht. ich war so wütend. ich weiß nicht mal genau wieso. auf alles. ich fluchte und zerrte sie nach hause..an der einen hand sie...an der anderen das laufrad...irgendwo noch der helm...der schlüssel fiel runter...dnn das telefon, zu hause hab ich mein telefon auf den boden gefeuert. ich konnt nicht mehr.

mein vater klingelte fröhlich und ich schrie ihn an wo er denn war, wir hätten ewig draußen gewartet und jil hat geheult und gequängelt und dann sagte mein vter es ist ja kein wunder, daß jil so ist wie sie ist, wenn ich so durchdreh und ich zerfiel sofort ind tausend teile. da bleibt dann einfach nichts mehr von mir übrig, in solchen momenten.und jil? der ging es heute den ganzen tag wieder nicht gut.

ich zerbrech an dieser aufgabe, mutter zu sein. ich hab über 2einhalb jahren so viel liebe und zeit und kraft investiert, um ihr wurzel zu geben und es ist nicht genug. es ist nie genug.

nein, ich bin nict mehr gern am leben. ich lebe irgendwie und immer gerade so aber freude? freundschaft? liebe? lob? zuwendung?zuversicht?  was ist mit diesen ganzen warmen worten wenn sie nur leerekonstrukte sind...wie lange lebt es sich so...wie lange überlebt man so....woher nimmt man die kraft...zum leben....

 

Kommentare zu diesem Eintrag:

  1. zitierenameparia schreibt am 06.06.2010 um 22:08 Uhr:"woher nimmt man die kraft...zum leben.... "

    durch eine entscheidung. willst du leben, oder deine tochter allein lassen? du hast erstmal nur diese beiden optionen und daraus ergibt sich dann der rest.

    liebes, auch wenn du jil nicht zeigen willst, wie es dir geht, spürt sie es. sie spürt das ganz deutlich. vielleicht nicht bewusst, vielleicht kann sie es nicht benennen, aber sie spürt es definitiv. kinder bekommen mehr mit, als wir dummen erwachsenen denken.
    das beste, was du für jil also tun kannst ist, stabil zu werden. wie sieht es mit der klinik aus? hast du nochmal angerufen? kannst du bei einer beratungsstelle dich um weitere informationen bemühen? ich weiß, in solchen momenten will man nichts mehr tun, nur noch liegen bleiben und warten und einfach nichts tun, weil einem alle kraft fehlt. aber wenn es so weit ist, ist jil verloren, also lass es nicht so weit kommen, bäum dich gegen deine inneren dämonen auf und schau nach hilfe. zur not stationär ohne jil. selbst das würde ihr auf dauer besser tun als das. hier in der nähe gibt es eine klinik, von der ihc dir geschrieben habe, und die relativ rasch patienten aufnimmt. lass dein hirn arbeiten, lote deinen optionen aus und nimm es in angriff. für dich, dein leben - und hil. du kannst das. ich weiß, dass du das kannst.

    und wenn du rat oder unterstützung brauchst - melde dich. so weit ich kann, werde ich dir helfen.
  2. zitierenHApart1 schreibt am 06.06.2010 um 22:09 Uhr:ihre Wurzeln wird sie selbst wählen, aber warum denkst du nicht mal über deine nach. Dein Ehrgeiz zerbricht, dein Herz brennt, der Körper ein Schattenspiel.
    ist es möglich etwas Verantwortung abzugeben?!
  3. zitierenBloomsbury schreibt am 06.06.2010 um 23:59 Uhr:Es macht doch nichts. Das geht anderen Müttern auch so. Es ist in Ordnung, wenn deine Tochter so wird wie du. Hilf ihr dabei. *pat pat*
  4. zitierenlady_bright schreibt am 07.06.2010 um 08:04 Uhr:Liebe kleine Lille, du bist doch auch nur ein Mensch. Einer, dem das Leben grad über dem Kopf zusammenschlägt. Wasser nicht mehr nur bis zum Hals, sondern schon obendrüber und du kaum noch in der Lage zu schwimmen.
    Lille, ruf deine Krankenkasse an, stell den Kurantrag. Nimm das, was sich als erstes bietet. Du kannst Lille dort in ganz liebe Betreuung geben, mit lauter so kleinen Mädchen wie sie. Sie wird Ergotherapie bekommen, Logotherapie vielleicht auch. Und du kannst dich auf das konzentrieren, was jetzt das Wichtigste ist, nämlich auf dich! Du kannst deiner kleine Jil nur helfen, wenn du zuerst dich selbst rettest aus dem Wasser. *drück*
  5. zitierenHedera schreibt am 07.06.2010 um 11:38 Uhr:Wenns einem nicht gut geht, sind gute Ratschläge anderer auch nicht immer gewünscht.....aber wir geben sie trotzdem;-))) Kaum eine Mutter, die nicht irgendwann mal mit den Nerven, aus welchem Grund auch immer, so am Ende war, das sie ihre Brut am liebesten dem nächst besten Wanderzirkus mitgegeben hätte...alle, die behaupten, das wäre nicht so, erzählen Märchen..besonders wenn man alleine sein Kind aufzieht, die Eltern oder Schwiegereltern einem ständig das Gefühl geben, dankbar sein zu müssen und man obendrein noch arbeiten geht, ist das nicht jeden Tag ein Zuckerschlecken - besonders, wenn die Kinder noch klein und anhänglich sind und die sogenannten(bei mir) Übermütter, die fein zu Hause sitzen und den ganzen lieben langen Tag angeblich glücklich und zufrieden zu Hause sitzen, dem Kind jedwede Förderung dieser Erde zuteil werden lassen etc, auch noch spöttische Seitenblicke werfen, wenn sie mitbekommen, das man nicht am Basar XY Teilnehmen kann und nicht mitbekommen hat, das dieses oder jenes Event passiert....ich war nie geduldig, von natur aus nicht. Die Kinder meiner Schwägerin, bzw. ihre Jüngste hätte ich nahezu ständig "erschlagen" können, so genervt war ich von dem Kind (selbst wenn ich sie heute sehe, bin ich genervt, alle finden sie total interesant und eigenwillig, ich finde sie meistens nur schlecht erzogen und unhöflich aber so gehen die Meinungen auseinander...Meine Schwägerin ist selbst beim schimpfen noch oberfreundlich, liebt ihre Kinder und scheint nur zu lachen und glücklich zu sein. Wenn man sich gerade selbst nicht so dolle fühlt, ist das mitunter etwas anstrengend obwohl ich sie andererseits immer bewundert habe, das sie IMMER ein Ohr für ihre Kinder zu haben schien und nie, aber auch nie ungeduldig wird. Aber bekommen wir anderen deswegen alle gestörte Kinder? Ich glaube nicht. Aber ich muß mich daran selbst manchmal erinnern. Wegen meiner Problemchen und des zweifelhaften Wesens ihres Erzeugers bin ich mir oft sehr sicher, dass sie irgendwann mal selbst auf einer Couch landen wird (wenn es gut läuft, wenn nicht, wird sie so quer wie ihr Erzeuger). Kann ich das verhindern? Nein, ich fürchte nicht und auch meine Therapeutin geht über meine Bedenken diesbezüglich immer irgendwie hinweg, ich soll erstmal meine Seele i.O. bringen. Ich kann schlecht meinen Teenager in Therapie jagen obwohl sie das nicht will. Und ich glaube auch nicht, das irgendeine Handlung von dir oder schlechte Tage der Grund, die Schuld dafür sind, wenn die Kleine stottert. Das dürfte eher untypsich sein. Aber das Gefühl "mal wieder versagt" zu haben, weil das Kind etwas hat, das kenne ich. Welches Kind mußte eine Spreizhose tragen ? Meins, ich hab sowas von geheult (obwohl ich doch sonst nicht am Wasser gebaut habe). Ich dachte nur immer: zu doof ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, als ob es nichts schlimmeres gäbe.....
    Du hälst dich tapfer, du hast eine Menge Baustellen, sei nicht zu hart mir dir! Du bist nicht schuld an der globalen Erderwärmund (das bin nämlich ich!!!), und du hast jedes Recht auch mal sagen zu dürfen: hier ist meine Grenze, ich kann nicht mehr! Und von ein paar Tagen mit einer ungeduldigen, wütenden, traurigen Mutter wird deine Süße nicht zwangsläufig zu einem gestörten Menschlein!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
  6. zitierenPelegrina schreibt am 07.06.2010 um 12:18 Uhr:Ich glaube, meinen Vorrednern ist nichts hinzuzufügen. Kein Mensch ist perfekt. Ich drück Dich mal. Das wird auch wieder besser.
  7. zitierenchouchou schreibt am 07.06.2010 um 12:34 Uhr:Eigentlich ist schon alles wichtige gesagt worden. Ich kann mich den Worten nur anschließen. Deine Tochter ist 2 1/2 Jahre alt!!! Nicht gerade das einfachste Alter...ok, einfache Alter gibt es eh nicht wirklich, aber 2 1/2 ist mega anstrengend. Und auch wenn man seine Kinder immer lieb hat, so können sie einem trotzdem manchmal auf die Nerven gehen. Du bist doch ein Mensch und keine Maschine, sei nicht immer so streng mit dir selber.
  8. zitierenkassastra schreibt am 08.06.2010 um 16:59 Uhr:Mir fällt dazu noch einer von meinen Lieblingssprüchen ein:
    "Es ist normal, wenn sie ihr Kind aus dem Fenster werfen wollen. Nicht normal ist es, wenn sie es tun."

    Wie sehr ich dich verstehen kann, muss ich, so glaube ich, nicht betonen. Schließlich bin ich Mutter von 2 Blagen und ziehe die auch schon seit Jahren allein groß. Dazu noch nen Fulltimejob....anyway!

    Ich sage dir nur eines: Du wirst mit deinen Aufgaben wachsen. Und du wirst ruhiger werden. Ganz sicher!

    Entspann dich, leg dich hin, schau eine schöne DVD ( :o) ) und trink Rotwein! Mach es endlich, Baby! Ich habe zur Not auch ganz viel Vorrat im Keller.....!!!!!!!!!!!!
  9. zitierenpostmoderner Gast schreibt am 12.06.2010 um 14:49 Uhr:Ich kann dir einen Tipp anbieten: Streng dich nicht so an. Man braucht doch keine Kraft zum leben. Man lebt einfach. Deine Tochter hat sicher den sechsten Sinn dafür, wie angestrengt du versuchst, ihr eine gute Mutter zu sein - und diese Anspannung überträgt sich auf sie. Versuch mal fröhlich zu lachen, wenn du angespannt bist...

    Ich glaube, manchmal ist es gar nicht so gut, wenn man sich hier nach außen kehrt. Wenn man seinen Problemen so viel Beachtung schenkt und Raum lässt, wachsen sie manchmal proportional mit. Ganz ehrlich, manche Leute reden sich Probleme ein. Ein bisschen Melodramatik macht das Leben abwechslungsreicher. Aber mit wirklichen Problemen wird man deswegen nicht konfrontiert. Stell dir mal vor, du müsstest deine Tochter ständig vor realer Gewalt beschützen. Du müsstest mit dieser Angst leben. Wie stark würde dich das machen? Wie wenig würde von deinen jetzigen Problemen übrig bleiben?

    Wenn dein Muttersein nicht genug zu sein scheint, dann willst du dafür wohl mehr Anerkennung haben. Aber um sie dir bewusst zu geben, ist deine Tochter doch noch etwas zu klein. Ich verbinde Muttersein mit einem großen Anteil Selbstaufgabe. Deswegen habe ich auch keine Kinder. Doch kann ich es gut nachvollziehen, wenn Mütter sagen, dass die Strapazen vergessen sind, wenn dich der kleine Drops anlächelt. Und wenn deine Tochter nicht lächeln will, dann kitzel sie doch mal ordentlich ab!

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