powiportal

24.02.2010 um 13:14 Uhr

The IR Theory Knowledge Base

von: powiportal   Kategorie: Politische Theorie   Stichwörter: Theorie, Politik

The IR Theory Knowledge Base

 

Auf diese Webseite wurde ich von einem Freund hingewiesen. Ein sehr interessantes Projekt bei dem es darum geht möglich viele Theorien zu erklären und diese aufzulisten.

Ist auf jeden Fall einen Ausflug wert ;)

 

http://www.irtheory.com/know.htm

01.02.2010 um 10:39 Uhr

Herrschaft im Mittelalter

von: powiportal   Kategorie: Politische Theorie   Stichwörter: Herrschaft, Mittelalter

Die Herrschaftsfrage im Mittelalter

Kurzer Überblick zur Theorie der Herrschaft im Mittelalter von Sven Sandner, Dipl. Sc. Pol. Univ., Dipl. Verwaltungswirt (FH) an der Hochschule für Politik München aus dem Jahr 2007


Quellen:
- Ottmann: Geschichte des politischen Denkens, Verlag J.B. Metzler, Band 2/2
- Braun/ Heine/ Opolka: Politische Philosophie, Rohwolt Taschenbuch Verlag
- Bergstraesser/ Oberndoerfer: Klassiker der Staatsphilosophie, K. F. Koehler Verlag
- Helmut M. Müller: Schlaglichter der deutschen Geschichte, bpb Band 402
- Vorlesung Prof. Weiß: Geschichte der politischen Ideen I


Geschichtliches:
- Langsames Ende, zumindest des Weströmischen Reiches und Aufstieg der Germanen (ca. ab
400 n. Chr.)
- Erbe der Kaiser von Rom legt Frage nach hegemonialer Herrschaft offen, Kaiser von Rom
vereinte in sich die weltliche und geistliche Führung
- bedeutsame Fragen wird zunächst der Führungsanspruchs des Bischofs von Rom gegenüber der
Christenheit, wie auch die Nachfolge des Kaiserreichs als oberster weltlicher Autorität
- in einem Brief an Kaiser Athanasios I. begründet Papst Gelasius I. im Jahr 494 die sog. zwei
Gewaltenlehre, nach der Papst und Kaiser gemeinsam die Welt an oberster Stelle regieren
- Allianz zwischen Päpsten und Franken begründet sakralen Anspruch der weltlichen Gewalt
(beginnt mit Pippin dem Jüngeren (714 – 768) und Papst Zacharias)
- Weltliche Gewalt wird zum Schutzherr des Papstes, der Papst gewährt Legitimität der
Herrschaft
- mit Karl dem Großen wird 800 das Kaisertum erneuert, Krönung durch Papst Leo III.
- Differenzen, u. a. der sog. Investiturstreit führen zum offenen Streit zwischen Päpsten und
Kaisern, wichtiger Kulminationspunkte sind u. a.
o der Gang nach Canossa von Kaiser Heinrich IV. zu Papst Gregor VII. im Jahr 1077
o Papst Innozenz III. bescheinigt dem König von Frankreich, dass „er in zeitlichen
Dingen keinen Höheren über sich anerkennt“ (Delegitimation des Universalanspruchs
des Kaisers
o Streit zwischen Papst Bonifaz VIII. und Philip IV. von Frankreich (Besteuerung des
Klerus); Bonifaz VIII. Erlässt die Bulle „Unam sanctam“ und verkündet in seiner
„Zwei – Schwerter Lehre“ (Papst erhält von Gott die zwei Schwerter der Macht und
gibt das der weltlichen an den König weiter) den Suprematsanspruch des Papstes
o Goldene Bulle (1356) Wahl des deutschen Königs (mit allen Befugnissen des Kaisers)
durch die Kurfürsten, keine Erwähnung des Papstes
o Martin Luthers 95 Thesen (1517) gegen den pästlichen Machtanspruch


Exkurs:
- für München bedeutsam ist die Regentschaft von Kaiser Ludwig IV. (der Bayer) (1282 – 1347)
- wurde mit Mehrheit der Kurfürsten zum deutschen König gewählt, konnte den Anspruch in der
Schlacht von Mühldorf (1322) gegen Friedrich den Schönen durchsetzen
- wurde 1324 von Papst Johannes XXII. mit dem Kirchnbann belegt
- ließ sich 1328 von Sciarra Colonna als Verteter des römischen Volkes zum Kaiser krönen
- ernannte Nikolaus V. zum Gegenpapst
- unterstützte papstkritischen Autoren, z. B. Marilus von Padua und Wilhelm von Ockham
Philsophisches:
Dante 1265 – 1321:
- wichtigestes politische Werk ist „De Monarchia“ (1317)
- im 1. Buch wird die Monarchie zur besten Verfassung erklärt, die Universalmonarchie zum Ziel

 

Philsophisches:
Dante 1265 – 1321:
- wichtigestes politische Werk ist „De Monarchia“ (1317)
- im 1. Buch wird die Monarchie zur besten Verfassung erklärt, die Universalmonarchie zum Ziel

- im 3. Buch wird erklärt, dass das Reich schon vor der Kirche existiert hätte, die kaiserliche
Autorität direkt von Gott kommt und keiner Zustimmung durch den Papst bedarf
- Kritik der konstantinschen Schenkung: Kaiser hatte kein Recht, das Reich zu verschenken
- klare Zuständigkeit des Kaisers für das irdische, des Papstes für das ewige Glück

 

Marsilius von Padua (ca. 1280 – 1343):
- Fransiskaner, scharfer Kritiker des Pasptes, am Hof von Kaiser Ludwig IV. in München
- wichtigstes Werk „Defensor Pacis“, i. F. DP (Kurzfassung: „Defensor Minor“)
- gegen die Zwei-Schwerter-Theorie, für die kompletten Trennung der Gewalten
- benennt als Ziel der weltlichen Herrschaft ist die tranquillitas (Ruhe) – gleichbedeutend mit Pax
- gliedert die politische Gemeinschaft in sechs Stände: Bauern, Handwerker, Geldleute, Priester,
Soldaten und Richter  die letzten drei bilden die „honorabilitas“- die obersten Stände
- „Gesetzgeber... ist das Volk (populus) oder die Gesamtheit der Bürger oder deren
gewichtigerer Teil (valencior pars), und zwar durch Wahl und ihre Willensbekundung , die in
der Vollversammlung der Bürger in einer Debatte zum Ausdruck gekommen ist.“ (DP 1,12, §3)
- „valencior pars“ ist gerade nicht die Mehrheit sondern der „gewichtigere“ Teil der Bürgerschaft
- Herschaffsanspruch des Papstes wird negiert, auch Christus kam nicht auf die Welt um zu
herrschen, er hat selbst die weltliche Herrschaft anerkannt
- immer wieder verweist M. Auf die Bibel: Paulus „Seid untertan der weltlichen Gewalt“ (Röm,
13,1); „Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist....(Mk, 12, 17) und „Mein Reich ist nicht von
dieser Welt.“ (Joh, 18, 36)

 

Wilhelm von Ockham (ca. 1280 – 1347:
- Fransiskaner, scharfer Kritiker des Pasptes, am Hof von Kaiser Ludwig IV. in München
- bedeutendstes Werk – „Dialogus“ – kompletter Titel: Dialog zwischen einem Lehrer und einem
Schüler über die Macht der Kaiser und der Päpste“
- Inhalt ist u. A. der sog. Anrmutsstreit, ausgelöst durch den Widerruf der Armutslehre seines
Vorgängers Nikolaus III. (Christus habe gelehrt, ein Leben ohne Eigentum sei für den einzelnen
sowie für die Gemeinschaft ein Weg zur Vollkommenheit) durch Papst Johannes XXII.
- einer der Päpste musste im Irrtum sein und nach Ockham war es Johannes XXII., denn im
Paradies gibt es kein Eigentum und Christus selbst hat die radikale Armut vorgelebt
- nach Ockham ist das neue Testament ein Gesetz der Freiheit, dass die Knechtschaft des
mosaischen Gesetztes aufhebt; die Vollgewalt des Papstes jedoch, würde aus den Christen
wieder „Sklaven“ machen;
- von einer Vollgewalt des Papstes kann nur die Rede sein, wenn die weltliche Gewalt versagt
- er plädiert für eine Universalmonarchie
- kaiserliche Macht stammt „ a deo per homines“, von Gott durch die Menschen nicht vom Papst

26.01.2010 um 12:15 Uhr

Augustinus- Ein Überblick über seine Politische Theorie

von: powiportal   Kategorie: Politische Theorie   Stichwörter: Augustinus

 Aurelius Augustinus (354 – 430)

 

Erstellt von Sven Sandner, Dipl. Sc. Pol. Univ., Dipl. Verwaltungswirt (FH) im Jahr 2007 im Rahmen des Tutorium für Politische Theorie an der Hochschule für Politik München.

 Quellen:
- Ottmann: Geschichte des politischen Denkens, Verlag J.B. Metzler, Band 2/2
- Braun/ Heine/ Opolka: Politische Philosophie, Rohwolt Taschenbuch Verlag
- Bergstraesser/ Oberndoerfer: Klassiker der Staatsphilosophie, K. F. Koehler Verlag


Grundsätzliches:
- hat klassische rhetorische Ausbildung; ist in der Jugend Manichäer und Lebemann; Bekehrung
zum Christentum (386); Zeitzeuge des langsamen Untergangs Roms
Allgemeine Inhalte:
- Übertragung klassischer Philosophie in die christliche Lehre durch Reduzierung der
philosophischen auf (innerweltliches) Mittel zum Zweck des ewigen Heils
- hierzu Unterscheidung zwischen Gebrauchsdingen (uti) und Genussdingen (frui) bei
Alleinbezug des Genusses auf Gott
- entwirft sog. Gnadentheologie (auch Prädestinationslehre); Mensch trägt Makel der Ursünde,
sein Schicksal ist von Gott vorbestimmt: „Denn was ihn [den Menschen, S. S.] selbst anlangt,
so stammt er aus jener Masse, die ganz und gar in ihrem Ursprung verdammt ist, doch hat Gott
wie ein Töpfer … aus derselben Masse das eine Gefäß zur Ehre, das andere zur Schmach
zubereitet“ (DCD XV, 1)


De Civitate Dei (413 – 426 n. Chr.):
- Sonderstellung des Werks als originär theologisches (und evtl. nur bedingt politisches)
- allgemeine Kritik des weltlichen Staates (civitas terrena) und Aufbau des Idealbildes der
himmlischen Bürgerschaft (civitas dei)
- am Anfang werden (analog Varro) drei verschiedene Arten der Theologie diskutiert; theologia
fabulosa (Mythen und Götter); theologia civis (Staatsreligion) und theologia naturalis
(allgemeines Nachdenke über das Göttliche; lediglich die letzte scheint Augustinus gangbar –
bleibt aber den Experten vorbehalten und darf das Volk nicht verwirren
- Beschreibung der civitas terrena fragt nach der Gerechtigkeit (Platon, Cicero, etc.) des Staates,
denn „Wo keine Gerechtigkeit, da auch kein Staat. Nun ist Gerechtigkeit die Tugend, die jedem
das Seine gibt.“ (CDXIX, 21)
- der irdische Staat hat jedoch NIE Gerechtigkeit, er ist auf Mord und Unterdrückung gegründet;
exemplarisch Rom  beginnt mit Brudermord; Bekanntes Gleichnis vom Alexander dem
Großen und dem Seeräuber
- im Gegensatz dazu die civitas dei; statt des Egoismus (amor sui) ist die Gottesliebe (amor dei),
statt des Hochmuts (superbia) sind die Bürger von der Demut (humilitas) gezeichnet; einzig die
Bürgerschaft Gottes hat den Zweck in sich (s. o.)
- teleologisches Weltbild (wider den Kreislauf) teilt die Welt in sechs Zeitalter; am jüngsten Tag
erfolgt die Scheidung der Bürgerschaften, dann erst wird die civitas die real; entscheidend ist
die Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit des Heilsgeschichte
wichtigstes Gut der Gesellschaft ist der Frieden, vollkommen verwirklicht in der civitas
dei, der „Friede des himmlischen Staates in der bestgeordneten, einträchtigsten
Gemeinschaft des Gottesgenusses und gegenseitigen Genusses in Gott, der Friede aller
Dinge [ist S.S.] in der Ruhe der Ordnung (DC XIX, 13)“
der irdische Friede ist überhaupt das einzig Gute, was Augustinus in der civitas terrena sieht
(auch wenn dieser hinter dem ewigen Frieden zurücksteht; die civitas dei „bedient sich auf ihre
Pilgerschaft des irdischen Friedens … soweit es der Schutz der Frömmigkeit und der Religion
zulässt, und bring so den irdischen Frieden in Beziehung zum himmlischen“ (CD, XIX, 17)“
- Voraussetzung des Friedens ist die Ordnung, deren Durchsetzung der Erziehung bedarf
- Geschichtsphilosophischer Aspekte ist der linearer Geschichtsverlauf; jedoch kein Fortschritt
zwischen den Fixpunkten

26.01.2010 um 12:13 Uhr

Aristoteles- Ein Überblick über seine Politische Theorie

von: powiportal   Kategorie: Politische Theorie   Stichwörter: Aristoteles

Aristoteles (384 – 322 v. Chr.)

Erstellt von Sven Sandner, Dipl. Sc. Pol. Univ., Dipl. Verwaltungswirt (FH) im Jahr 2007 im Rahmen des Tutorium für Politische Theorie an der Hochschule für Politik München.

Quellen:
- Ottmann: Geschichte des politischen Denkens, Verlag J.B. Metzler, Band 1/2
- Bergstraesser/ Oberndoerfer: Klassiker der Staatsphilosophie, K. F. Koehler Verlag


Grundsätzliches:
- Platons Schüler und Kritiker (z.B. der Ideenlehre-> 3. Mensch)
- von der Einheit zur Vielheit – der Ansatz der „Universalpragie“
- Gott als „unbewegter Bewegter“, lediglich letzter Punkt der Hinordnung
- Scheidung von Theorie und Praxis, von Weißheit (sophia) und Klugheit (phronesis)
Nikomachische Ethik (335 – 322 v. Chr.):
- oberstes Ziel (telos) alles menschlichen Handelns ist das Glück (eudaimonia), das um seiner
selbst Willen erstrebt wird
- auf das Glück ist alles hingeordnet, das Glück der Stadt ist dem des Einzelnen vorgeordnet;
„Mag nämlich auch das Gute dasselbe sein für den Einzelnen und den Staat,
so scheint es doch größer und vollkommener zu sein, das Gute für den Staat zu
greifen und zu bewahren“ (N.E.. I, 1, 1094a, 23)
- Glück findet sich im guten, klugen Handeln (daher nicht für Tiere Kinder, Schlafende)
- Dreiteilung (Zweiteilung) der Seele, rationaler Teil (logos), irrationaler Seelenteil (Streben u.
Vegetativum), Unterscheidung zwischen ethischen und dianoetischen Tugenden
- Begriff der Gerechtigkeit als allgemeine, partikulare, austeilende und ausgleichende G.
- Anklang eines naturrechtlichen Konzepts
- Tugendbegriff und politische Dimension der Freundschaft (-> Bürgerfreundschaft)
- von den Arten zu Leben ist die Theoria die höchste (obgleich die Notwendigkeit der Praxis
immer anklingt)
Politik (ca. 345 - 325 v. Chr.)
- Politik ist die praktische Philosophie vom Glück für die Stadt (Ethik ist für den Einzelnen)
- Entstehung der Gemeinschaft über Ehe, Haushalt, Polis, aber verschiene Arten der Führung
- Mensch bedarf der Polis, er ist „zoon physein politikon“, er ist von Natur aus dafür angelegt, da
er „zoon logon echon“ ist
- Ökonomie (von „oikos“) soll natürlich, nicht widernatürlich sein (Geld und Zins)
- Kritik an bestehenden Verfassungen Athens, Spartas und v. a. der platonischen Entwürfe
(kritisiert die Gleichförmigkeit und die Überbetonung von Allgemeinbesitz)
- Bestimmung des Begriffs Bürger als den, der „am Richten und Regieren Anteil hat“ (P. III, 1,
1275a, 22 ff)
- die Stadt bestimmt sich aus der Verfassung und der Bürgerschaft; sie hat ihr Ziel im Guten
Leben (ist mehr als „bloße Abmachung“ [gg. Lykophron])
- Frage nach der Regierung der Stadt, wird mit der Verfassungslehre beantwortet, entgegen
Platon keine echte Entscheidung mehr zugunsten einer „besten“ Verfassung (anders in N.E.)
Monarchie-> Tyrannis
Aristokratie-> Oligarchie
Politie-> Demokratie
- der Menge steht ein politisches Urteil zu; „Summierungstheorie“ gg. Platons Fachkenntnis,
„Und die Steuerkraft aller dieser zusammen ist größer als die der Einzelnen,
die nur als wenige die hohen Amtsstellen innehaben“
- Mischverfassung aus Oligarchie und Demokratie (Politie) ist gut, weil sie eine breite Mitte hat,
grundsätzlich schafft die Mischung allen Tugenden und Schichten ihren je eigenen Anspruch
- Aristoteles als Friedensphilosoph: „Es ergibt sich also, dass alle Zurüstungen zum Kriege
zwar schön sind, aber nicht das höchste Ziel von allem, sonder nur als
ein Mittel dazu“ (P. VII, 1, 2, 1324b, 20ff)

02.12.2009 um 15:54 Uhr

Das Unterschwellige - Potenzial politischer Kreativität oder politischer Verwerfungen?

von: powiportal   Kategorie: Politische Theorie   Stichwörter: Politik, Theorie

Das Unterschwellige - Potenzial politischer Kreativität oder politischer Verwerfungen?

Bericht von Lendi, Martin aus dem Jahr 2008

http://e-collection.ethbib.ethz.ch/view/eth:30895