Black Ice 87

25.08.2011 um 10:55 Uhr

bäume die ständig unwettern ausgesetzt sind werden stärker als geschützte

Stimmung: schmerzlich
Musik: Thees Uhlmann- Zum Laichen und Sterben ziehn die Lachse den Fluß hinauf

mama ist noch immer in der klinik, noch immer ist keine besserung zu sehen. obwohl sie andere medikamente bekommt und die dosis derer mittlerweile zum zweiten oder dritten mal erhöht wird. es ist sehr anstrengend für mich.

in der zwischenzeit hatte ich eine woche urlaub und als ich mit dem zug wieder heim fuhr rief ich sie an, ob sie mich abends vom bahnhof abholen würde. das wochenende hatte sie allein daheim verbracht. nunja, es klingelte und als sie endlich dran ging, dachte ich sie hätte geschlafen...wenn es nur so wäre, sie hatte sich wieder alkohol gekauft und volllaufen lassen. die zugfahrt dauerte noch gut drei stunden, ich bekam angst. und ich war sauer. aus reinem unwissen was sie mit sich anstellen sollte trank sie und das, ohne darüber nachzudenken, was das für andere, für mich, bedeutet. aber sie wußte bestimmt, das ich es auf jeden fall bemerke wenn ich wieder da bin. was soll das also??? will sie mitleid, aufmerksamkeit?? ich bemühe mich um sie, reicht es noch nicht?

ich will nicht bösartig oder gemein oder so klingen, aber als ich bei ihr im krankenhaus saß, sie so da lag und schlief und ich wußte das sie enttäuscht wäre wieder aufzuwachen...naja, ich habe mir für sie gewünscht, sie hätte es geschafft. und auch ein wenig für mich. sie hätte ihr ziel erreicht und ich hätte nicht ständig diese angst. dieses gefühl immer da sein zu müßen, aufzupassen. es wäre auch für mich erleichterung gewesen. diese verantwortung habe ich mir allein auferlegt, ich weiß das ich sie nicht tragen muß. aber ich kann nicht anders, ich hänge sehr an meiner ma. vielleicht sogar so weit, das ich mich in einer co-abhängigkeit zu ihr befinde.

nun ja, dafür war der urlaub sehr schön, wir sind gepilgert, hier in deutschland. von schleswig nach lübeck. und es hat mir gut gefallen, wir haben viele nette menschen kennen gelernt, die uns aufgenommen- oder weitergeholfen haben. allein die zugfahrt zurück war auch deshalb nicht so schön, weil sich eine halbe stunde vorm ziel eine frau vor unseren zug geworfen hat. die leute im zug schien das nicht sonderlich zu streßen, sie machten teils noch witze darüber. nur ich hab recht stark reagiert, mir wurde heiß und kalt und kribbelig und schwindelig, als wolle ich gleich aus dieser welt verschwinden...irgendwann konnten wir aus dem zug raus und einige liefen gleich zurück zu der stelle wo es passierte und machten fotos...wie schrecklich. und meine gedanken hingen bei mama, schließlich ist dies doch ein recht sicherer weg zu sterbenSonstige

mit knapp vier stunden verspätung waren wir endlich daheim

diese woche hab ich gott sei dank noch urlaub, aber wie könnte es anders sein, ich bin krank, oder vielleicht auch nicht. dienstag hatte ich schubweise immer wieder so starke bauchkrämpfe die mit schwindel, herzrasen, kaltem schweiß, usw einhergingen, das ich direkt zum arzt gefahren bin. der wußte auch nicht so genau und schickte mich wieder heim. mittlerweile ist davon nur noch so ein diffuser schmerz übrig, der aber immer wieder auftritt, mal stärker, mal weniger. höchstwahrscheinlich wird bei der laboruntersuchung nichts rauskommen und ich hab den ganzen scheiß umsonst ertragen...wie immer.

nun ist es viiieel mehr geworden als ich eigentlich schreiben wollte, naja, was solls...liebe grüße