Black Ice 87

28.04.2013 um 01:57 Uhr

Vakuum im Kopf

Stimmung: Lethargisch
Musik: Capitol Cities- Safe and Sound

Es gibt so viel zu schreiben, aber die leere in meinem Kopf verschlingt alles. Jeden klaren Gedanken, jede Emotion, alles verschollen unter einer dicken Schicht nichts und dumpfer Depression. Ich weiß nicht warum, warum ich derzeit so depressiv bin...Mama, Arbeit, hutträger, all das wird es sein. 

Mama ist nach der Psychiatrie nicht nach Hause gegangen, sondern in ein betreutes wohnen gezogen. Dort sind Leute die sich kümmern und damit besser zurecht kommen als ich. Die Aufpasser Rolle konnte ich abgeben und auch wenn sie damit nicht so recht glücklich wird...es ist besser als sie Zuhause zu haben. Dieses Wochenende dann die umzieh Aktion, der Großteil ihrer Möbel musste bei nem Kollegen auf einen Dachboden. Morgen ist ihr keller dran und ich denke mit leichtem Grausen daran. Morgen ist niemand da der uns hilft. Das stresst mich sehr und ich bin froh wenn es bald fertig ist.

Naja auf der Arbeit ist eigentlich alles gut, trotzdem verharre ich noch immer in dieser angststarren Position, mein doofer Kollege könnte ja was zu meckern haben. Auch wenn er jetzt länger ruhig war, so spüre ich dennoch jeden morgen diese Abneigung, diese wirklich krasse Abneigung, mit ihm zu sprechen, allein mit ihm zu fahren, mit ihm zu arbeiten. Immer die Furcht im Nacken etwas falsch zu machen. Und mein Kolonnenführer lässt mich allein, geht auf Baustellen und lässt mich allein. Was hat es gebracht dass ich mich meinem Chef und der Gleichstellungsbeauftragten geöffnet habe? Nichts. Es hat mich viel Überwindung gekostet, aber letztendlich muss ich weiter Tag für Tag alleine mit ihm raus fahren. Nach der Arbeit fühl ich mich wie tot, wie gelähmt und sitze manchmal fast stundenlang im Auto rum obwohl ich nur eben ins Geschäft wollte...ich komm nicht hoch. Zuhause müsste ich spülen, Wäsche waschen...Pack ich nicht. Und fühl mich schlecht dabei. Andere schaffen das doch auch. 

Der hutträger ist manchmal auch keine große Hilfe, er hat irgendwelche Veranstaltungen, Arbeit oder seinen Sohn und seine Familie die hier und da wichtiger sind. Auch wenn ich ihn bräuchte. Er kommt nichtmal mehr her zu mir seit ich mein Auto hab, schiebt Sohn und Eltern vor, dass er nicht weg könne. Und wieder fall ich hinten rüber und frage mich ob ich das wirklich will. Der Sohn kann nix dafür, nur er wird immer Vorgehen und dann komm vielleicht ich. Für mich allein werd ich ihn nie haben und wenn ich nach einem, für mich stressigen, Arbeitstag noch zu ihm fahre achte ich im Moment darauf dass der Knirps dann schon im Bett ist. Den Stress und die Hektik die von ihm ausgehen sind für mich schwer zu ertragen, nach der Arbeit wünsch ich mir Ruhe und stressfreie zeit. Aber das merkt der hutträger nicht. Er merkt dass er mir nicht gut geht, aber was soll ich sagen, ich fürchte dass er das Gemaule über die Arbeit und alles von mir nicht mehr hören kann und will und dass er es auch nicht versteht. Also Sage ich nix und erzähle auch sonst niemandem davon, immer zu hören was ich denn eigentlich hätte und wie toll mein Job doch sei schlaucht mich und lässt mich schlecht fühlen. 

Korperlich bin ich noch immer unversehrt und das ärgert mich so sehr. Letzte Woche wäre ich beinahe angefahren worden und anstatt mich zu freuen dass nix passiert ist erschrecke ich bei dem Gedanken dass es besser passiert wäre. Das is doch nicht richtig so:( schon seit recht langer zeit zwickt es mich immer wieder unten rechts im Bauch, aber dabei bleibt es, nichts weiter folgt. Mir selber weh tun kann ich nicht, das würde zu viele enttäuschen, also muss von außen etwas kommen...aber nichts, und das macht mich wütend. Obwohl...falsch...dass nichts passiert steigert eigentlich nur die Lethargie. Und schon ist wieder Vakuum im Kopf. 

Gute nacht