Schau an, DER ist auch homosexuell?!
Stimmung: Having a happy hour
Musik: Westbam & The Love Committee - United States of Love
Ich erstatte Bericht über meinen Abend in der homosexuellen Jugendgruppe.
Das lesBiSchwule Zentrum und die angegliederte Kneipe machten auf mich einen sehr gemütlichen Eindruck, als ich dort ankam. Ungefähr 15 Jugendliche drängten sich ein paar Minuten später auf den 3 Sofas und zusätzliche Stühle wurden geholt. Der Andrang war diesmal wohl größer, als sonst.
Zuerst stellte man sich der Reihe nach vor, imdem man seinen Namen, sein Alter und sein Lieblings*** nannte. Jede Woche wird ein anderes Lieblings*** genannt, und diese Woche fiel die Wahl auf das Lieblingsgetränk. Die Jugendlichen waren zwischen 16 und 23 Jahren alt.
In den 2 Stunden danach, in denen Protokoll geschrieben wurde, besprach die Gruppe diverse Themen, wie z. B. die Ablaufplanung des CSDs, die Beschaffung der benötigten Materialien usw. All das geschah recht laut und unübersichtlich. Der "Vorsitzende" der Gruppe musste einzelne Dinge oft wiederholen, damit alle Anwesenden sie verstanden.
Dennoch war das Beisammensitzen mit zwischenzeitlichen Kuscheleinlagen und Biermixgetränken recht amüsant. Ganz besonders hat mich die Vielfalt der Homosexuellen gefreut. Es gab und gibt keine Einheitslesben oder Musterschwule. Von den meisten Anwesenden hätte ich niemals geglaubt, dass sie homosexuell sind, wenn sie nicht an der Jugendgruppe teilgenommen hätten. Niemand verhielt sich tuckig, das Klischee eines Homosexuellen war nicht anzutreffen.
Sogar einen ehemaligen Mitschüler aus der Grundschule traf ich wieder. So konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, als ich merkte, dass ich nicht die Einzige aus unserer ehemaligen Klasse bin, die auf die andere Seite der Macht gewechselt hat.
Die Atmosphäre war entspannt und locker, die Anwesenden kannten sich und alberten viel miteinander herum. Nichtsdestotrotz schien mir die Gruppe gut strukturiert und organisationsfähig, was man am Beispiel der CSD-Planung sehen konnte. Die Jugendlichen hatten genaue Vorstellungen für die Dekoration und stimmten über Plakate ab.
Nach der Besprechung im Zentrum ging die Gruppe hinunter in die Kneipe, die sich im selben Gebäude befindet. Die Kneipe ist in schönen, warmen Farben gehalten, es hängen schöne Bilder an den Wänden und die Atmosphäre ist einladend. Die Musik war gut und die Anwesenden waren überaus nett und gutgelaunt. Eigentlich wollte ich nach dem Jugendgruppentreffen direkt nach Hause fahren, doch ich blieb noch ein Weilchen. Bevor ich es merkte war eine Stunde vergangen. Die Gesellschaft war einfach so angenehm und unterhaltsam, dass ich die Uhrzeit aus den Augen gelassen hatte. Sehr bereitwillig gab man mir Auskunft über die Veranstaltungen und ich wurde persönlich in die Homosexuellen-Disco am morgigen Samstag eingeladen. Extra hierfür wurde mir gesagt, dass ich erst eine Stunde später kommen solle, da am Beginn des Disco-Abends noch tote Hose wäre, aber falls ich zwei Stunden nach Beginn kommen würde, würde man mich vielleicht in der Menge nicht entdecken. Deshalb solle ich eine Stunde nach Beginn in die Disco kommen.
Ich weiß also schon, dass mich dort nette, wohlwollende Menschen empfangen werden. Meine Aufregung hat sich fast völlig gelegt. Im Moment freue ich mich einfach über den heutigen Erfolg und bin gespannt auf den morgigen Abend.
Fazit: Den Gang zum Jugendtreff bereue ich keineswegs. Das Einzige, was ich wirklich sehr bedauere, ist die Tatsache, dass ich nicht schon vor einer Woche zum Jugendtreff gegangen bin!
PRIDE!
