Rabenmutter

29.11.2009 um 21:49 Uhr

Kapitel Zehn

Dann war ich wieder mal allein auf einer von Greys Parties, es war kurz nach Weihnachten. Da lernte ich den Bruder eines Bekannten kennen und der war sehr warmherzig und offen. Bisher war ich ja – außer bei Angel – immer vor Beziehungen mit jüngeren Männern zurück geschreckt, aber da das mit Angel – bis aufs bittere Ende – ja ganz gut gelaufen war, dachte ich mir, probieren wir es halt.

Er sah toll aus, dunkel Haare, langer schwarzer Ledermantel, wow! 2 Tage später trafen wir uns wieder und redeten und redeten, und beschlossen irgendwann, wir versuchen es miteinander. Wir gingen also zu ihm nach Hause (ich hatte zum Glück gerade kinderfrei) und wir gingen zusammen ins Bett. Wumm!

Ich war verliebt aber ich war vorsichtig. Ich sagte ihm immer wieder, dass wir uns erst mal kennen lernen müssten, ehe wir von einer Beziehung reden könnten, und dass das alles nicht einfach wäre.

Er sah in mir eine tolle, starke Frau, Single-Mum = Powerfrau, toll! Er selber litt unter Depressionen und Burn Out und suchte einen Halt im Leben. Oh wei…

Daher gestaltete sich die „Beziehung“ von Anfang an sehr sehr schwierig (er sprach dauernd von einer, ich sprach von „Kennenlernphase“). Er konnte so gar nicht aus sich raus gehen, er konnte kaum in-den-Arm-nehmen und im Bett fragte er mich doch tatsächlich einmal, was er denn nun tun solle. Er hatte irgendwie Angst, mich anzufassen. Mich!!!

Dann fiel ich um, nachdem wir uns gerade mal 2 Wochen kannten. Fiel in ein tiefes, tiefes schwarzes loch. Panikattacken und alles, vom Feinsten. Wenn einer hätte Verständnis haben müssen, dann er. Er hatte keins. Er sah in mir weiterhin „groß und stark“ – und nutzte auch nicht die Chance, dass wir nun beide krank waren. Man hätte sich ja tagsüber treffen können, zusammen spazieren gehen, gemeinsam kochen, was auch immer. Dafür hatte er gar keinen Nerv und ein Spaziergang endete damit, dass er mir zeigte, wo er gern arbeiten wöllte…

Ich war schon ziemlich genervt und wollte gerne von ihm wissen, was für ihn den „Beziehung“ überhaupt bedeutet. Für mich da sein wollte und konnte er nicht, reden auch nicht…

Und dann beging er einen gravierenden Fehler. Er mischte sich in die Erziehung meiner Kinder ein. Das geht ja mal gar nicht! Er machte meinen(!) Kindern in meinem(!) Beisein in meiner(!) Wohnung Vorschriften.

Damit hatte sich das Experiment „Kennenlernphase“ erledigt…

 

29.11.2009 um 21:40 Uhr

Kapitel Neun

Ich stürzte mich in Aktivitäten und begann mein „Leben auf der Überholspur“. Ich war dauernd unterwegs. Jedes Konzert, jedes Festival, jede Tanzveranstaltung war meine. Englischclub sowieso und weiterhin, auch wenn da immer wieder die Fragen nach ihm kamen… Ich lernte übers Internet weiterhin jede Menge Leute kennen.

Und ich bereute, bereute total, damals mit Angel nach Hause gegangen zu sein anstatt mein Interesse an dem DJ stärker zu bekunden. Ich lief zu jeder möglichen Party, wo er auflegte. Ich war schrecklich in ihn verknallt. Er wollte das aber nicht. Irgendwie wollte ich ihn wohl auch nur, um zu vergessen, ich weiß es nicht.

Letztendlich traf ich mich also mit Mr. Grey, dem DJ, auf  einem Festival. Wir hatten dort ein Date auf eine gemeinsame Flasche Wein. Aus der einen wurden – hm, mindestens 2, ich weiß es nicht. Wir waren ganz schön Hacke, und er konnte ganz schön küssen. Will damit sagen, er küsste wunderbar. Ansonsten blieb er weiterhin der Unnahbare, und wieder daheim, war er auch für keinerlei gemeinsame Aktivitäten zu erwärmen.

Ich litt  und träumte von ihm, bekam ihn einfach nicht aus dem Kopf. Angel war inzwischen ad acta gelegt, würde eh nicht wiederkommen, hatte daheim eine neue Freundin, sonst kein Kontakt mehr. Auch das Band war kaputt, welch ein Glück.

Ich lauerte auf ein Wort, eine Geste, eine Mail von Grey. Ich ging sogar zum Kanadier und erzählte ihm die ganze Sache. Erzählte ihm auch, dass ich ja eigentlich damals auf der Party an Grey interessiert war und Angel mir quasi dazwischen gefunkt hätte. Was ich nun tun solle? Aber weiterhelfen konnte er mir auch nicht. Irgendwann verriet mir  dann eine Freundin einen Zauber. Ich sollte Rosmarin verbrennen um ihn zu bekommen. Sie verriet mir Ritual und Sprüche, ich stiefelte also zum Supermarkt und kaufte 3 Pakete Rosmarin. Die Kassiererin war total begeistert „Endlich kauft mal jemand viel  Rosmarin. Ich habe mich schon immer gefragt, wozu man den verwendet. Was machen Sie denn damit?“ Erst schaute ich sie grimmig an und wollte nix sagen. Doch sie wartete. Nachdem ich „Verbrennen!“ geantwortet hatte, kassierte sie sehr schnell und schweigend und würdigte mich keines Blickes mehr…

Der Zauber hat nicht funktioniert! Grey war nett und zuvorkommend, schickte mir hin und wieder eine Mail und begrüßte mich immer mit Umarmung und Küsschen, aber mehr nicht.

Im Netz hatte ich weiterhin neue Leute kennen gelernt, unter anderem Darkmoon aus Berlin. Er war gezielt auf der Suche nach einer Beziehung, aber er wollte die Sache langsam angehen und lieber hundertmal mit einer Frau essen gehen als sich Hals über Kopf zu verlieben.

Nein, verliebt war ich in ihn nicht. Es passierte auch nichts zwischen uns, alles ganz rein, ganz unschuldig. Aber er gab mir unheimlich das Gefühl von Geborgenheit. Er hörte zu, und das sehr aufmerksam, er beobachtete sehr aufmerksam, und er war ganz Gentleman. Wir trafen uns 3 Wochenenden, zweimal bei mir, einmal bei ihm, und ich war immer eingeladen. Wir gingen essen (mit den Kindern), wir gingen tanzen, wir gingen auf Konzerte… Alles ging auf seine Rechnung. Das war schon irgendwie ein tolles Gefühl.

Allerdings wusste er, dass ich gerade in Grey verliebt war, ich nahm ihn auch mit auf eine von Greys Partys.

Er war derjenige, der sah, wo ich hin steuerte. Er bemerkte, dass ich auf der Überholspur unterwegs war, und gab mir immer wieder den gut gemeinten Rat, auf mich aufzupassen.

Ich hab nicht auf ihn hören wollen…

29.11.2009 um 21:34 Uhr

Kapitel Acht

3 Tage würde er unterwegs sein. Vielleicht würde er von unterwegs schreiben, Postkarten von jedem Flughafen, falls es gab, oder wenn es ein Internetcafé gäbe, dann auch eine Mail.

Und nicht, dass der kalte Entzug schon schlimm genug gewesen wäre…

Er schrieb nicht. Doch, er schickte von London ein Päckchen, da er genau eine Woche vor meinem Geburtstag weggegangen war. Also bekam ich noch ein Geburtstagsgeschenk. 2 Bücher und eine wunderschöne Jacke (die inzwischen meine Tochter trägt, da ich weit mehr als die 15 kg wieder zugenommen habe, seit er weg ist).

Ansonsten hörte ich nichts. Passiert war ihm nichts, das hätte ich gespürt, und das mit großer Geste überreichte letzte Kondom („Nimm dies, und sollte ich abstürzen, hab ein Baby!“) hatte ich ruhigen Gewissens entsorgen können – unser Band funktionierte, auch einmal um die halbe Welt.

Aber  warum meldete er sich nicht? Ich „bombardierte“ ihn also mit Mails, ich wollte wissen, ob der Vater noch lebt (Das war irgendwie meine größte Angst – Angel kommt daheim an und er ist tot.), wie es der Familie geht, wie die Reise war, ich wollte wissen, was er macht und tut.

Seine Antworten waren kurz und knapp, allerdings behauptete er, seine Mutter sei überzeugt, dass er zurück nach Deutschland müsse und dass ich die Liebe seines Lebens sei. Ich jedoch wachte nachts auf (12 Std. Zeitunterschied) und spürte, irgendwas geht vor, es geht ihm nicht gut.

Wenn ich ihn dann danach fragte, bestätigte er meine Ahnungen:  „Was war gestern Nachmittag um 4?“ – „Oh, ich war so unruhig, ich lief am Fluss entlang und konnte keinen klaren Gedanken fassen…“

Vereinbart hatten wir, dass wir uns über  allgemeine Dinge Mails senden würde, über Herzensdinge aber  Briefe. Briefe jedoch – dauerten Wochen!!!

Ich schrieb Briefe, in rauen Mengen…

Er rief an. Aber – im unpassendsten Moment, z. B. morgens, wenn ich zur Arbeit musste und quasi jede Minute abgezählt war. Oder an meinem Geburtstag, als das Haus rappelvoll mit Leuten war. Und er war dann natürlich sauer, dass ich mich zwar riesig freute aber nicht viel Zeit zum Reden hatte… ich bat immer wieder, schreib Mails und schreib Briefe, das ist der bessere Weg im Moment, um miteinander zu kommunizieren.

Er fragte, ob er den Kindern und mir zu Weihnachten T-Shirts von Neuseeland schicken könne. Ja, klar, tolle Idee!

Ich spürte jedoch nur immer wieder, dass es ihm nicht gut ging.

Ich schickte ihm sein Weihnachtsgeschenk – hatte extra ein T-Shirt von seinem hiesigen Lieblingsclub machen lassen.

Von ihm kam nichts, als Weihnachtskarte nur eine Postkarte von seiner Heimatstadt mit allgemeinen Grüßen. Die Mails wurden immer spärlicher…

Zum Valentinstag bekam ich dann von ihm eine Mail, dass ihm das alles zu eng wäre und er so nicht weiter machen könne, er bräuchte ein wenig Abstand. Zu eng? Abstand?  Einmal um die halbe Welt??? Er hätte mir dazu einen Brief geschrieben…

Der Brief kam ein paar Tage später, und es war der schönste Liebesbrief, den ich je erhalten habe. Nichts von dem, was in der Mail stand, stand in diesem Brief… ich kann es mir – heute – nur so erklären, dass er in eine tiefe Depression gefallen ist.

Ich fuhr zum Glück mit den Kindern gerade in Urlaub, schrieb ihm von da, dass ich nun auch erst mal etwas „Abstand“ bräuchte. Und da fiel ich wohl auch in eine schlimme Depression, nur dass ich es weder (er)kannte noch wusste. Vor dem Urlaub war ich 2 Wochen krank. Flog dennoch mit den Kindern in den Urlaub. Die meiste Zeit des Urlaubs verbrachte ich mit schlafen. Als wir nach 1 Woche zurückkamen – hätte ich gut und gern mal eben 4 Wochen Urlaub brauchen können. Natürlich ging ich nicht wieder zum Arzt, ich biss die Zähne zusammen und ging wieder arbeiten.

Leider biss ich die Zähne nicht oft genug zusammen, denn ich nahm rasch 5 kg und bis zum Herbst des Jahres dann weitere 5 kg zu.

Ich versuchte, ihn aus meinem Herzen und aus meinem Denken zu streichen, aber dieses Band… ich spürte ihn ja noch. Vor allem war er überall in meinem Leben präsent  - in meiner Wohnung sowieso, da waren ja auch noch seine ganzen Klamotten. Auf dem Weg zur Arbeit – den ich so oft mit ihm gegangen war – zu jeder Party – er war ja mit mir überall gewesen – jedes Lied, das ich hörte, erinnerte an ihn. Die Freunde, die ich traf – jeder kannte ihn, jeder fragte nach ihm. Nie zuvor war eine Trennung so schlimm gewesen!

Zum Geburtstag bekam er noch ein Geschenk - eigentlich hatte ich es ihm bei seiner Rückkehr schenken wollen - dann brachte ich all seine Klamotten, Papiere und Bücher zum Kanandier. Die Gitarre bekam meine Tochter und das Teleskop mein Sohn.

29.11.2009 um 17:22 Uhr

Kapitel Sieben

Sie kam zurück in die Stadt – und mutierte zur „bösen Hexe“. Ich kannte sie seit 3 Jahren und wir waren mal recht gut befreundet – aber ich erkannte sie nicht wieder!

Sie legte ihm Zwänge auf, der erste war, er hatte zu einem Gespräch unter 4 Augen in die gemeinsame Wohnung zu kommen. Ich beschwor ihn, einen anderen Treffpunkt zu wählen, weniger persönlich, vor allem, nicht allein hinzugehen, da ich wusste, er hatte große Angst davor. Diese Frau hatte furchtbare Macht über ihn, aber ich weiß nicht, warum. Vielleicht war es auch nur sein übersteigertes Verantwortungsbewusstsein, er hatte sie mit nach Deutschland gebracht, er hatte sie all die Jahre ernährt und umsorgt – ich habe keine Ahnung, was bei den beiden wirklich los war, denn seine Ehrlichkeit hin oder her – er konnte (oder wollte) es nicht in Worte fassen.

Jedenfalls bat ich noch einen gemeinsamen Freund, den Kanadier, mit hin zu gehen – für den Notfall  - der lachte uns aus. Er solle doch anrufen, wenn irgendwas wäre.

Tja, so versuchte Angel es auch. Erst rief er bei mir an, da zog sie den Telefonstecker. Ich rief den Kanadier an, er solle bitte hin gehen – das tat er nicht. Vor ihm würde sie Respekt gehabt haben – vor mir nicht…

Womit sie Angel erpressen wollte, weiß ich nicht, jedenfalls schloss sie die Wohnung ab und ließ ihn nicht mehr weg. Irgendwann gegen Morgen schnitt er sich die Pulsader auf. Er hatte insgesamt 4 Schnitte über den Arm, und er tat dies nur, damit sie ihn wegließ, sagte er.

Das war ausgerechnet am 11. September…

Ich spürte, dass was passiert war. Das Band war so stark, dass ich immer spürte, ob es ihm gut oder schlecht ging. Und es ging ihm sehr schlecht.

Am Tag rief mich dann der Kanadier an. Angel sei bei ihm und alles sei gut, er würde sich abends melden. Er wollte nicht mit der Sprache raus, was passiert war. Irgendwann sagte er es doch, da bat ich sofort meinen Chef um frei. Der kapierte natürlich nicht, warum ich bei jemandem sein wollte, der einen Selbstmordversuch unternommen hat „Da kann man doch sowieso nicht helfen!“ …

Noch am selben Tag holte ich Angel nach Hause. Und dachte, nun hätte die böse Hexe je genug angerichtet.

Aber sie hatte noch lange nicht genug, de Terror ging erst richtig los. Sie war ja mal meine „Freundin“ – sprich, sie kannte meine Telefonnummern, sie kannte meine Adresse. Als erstes kam der Telefonterror. Sie rief dauernd an, zu Hause, auf dem Handy – sogar im Büro. Wenn ich zu Hause war, rief sie an und behauptete, sie sei bei mir auf Arbeit gewesen und hätte dort Regale umgeworfen (ich arbeitete in einer Galerie mit Verkauf) und sonstig randaliert und all meine Kollegen wüssten, dass ich ihren Freund in Ruhe lassen sollte. Das sagte sie nicht etwa mir – mit mir sprach sie nicht – sie sprach nur mit ihm. Wenn sie mich auf dem Handy im Büro anrief und ich ihr sagte, er sei unmöglich in der Nähe – drohte sie damit, meine Kinder auf der Straße weg zu fangen.

Übrigens alles leere Drohungen.
Als mir irgendwann der Geduldsfaden riss und ich das Telefonkabel zog, als sie wieder mal Angel am Telefon anschrie, stand sie plötzlich vor der Tür und begann, diese einzutreten… Um die Tür zu retten, machten wir auf – und sie stürmte wie eine Kickboxerin in meine Wohnung, trat auf mich und Angel ein. Ich wählte sofort die Nummer der Polizei und als sie mitbekam, dass ich mit der Polizei sprach, rannte sie weg. Die Polizei kam auch, wir gingen zu ihrer Wohnung – sie war nicht aufzufinden. Man gab mir den Tipp, die Frau anzuzeigen, was ich dann auch tat. Bis dahin half nur eins – alle Telefone aus, Rollos blieben 24 Std. unten und den Kindern schärften wir ein, niemals an die Tür zu gehen und wenn sie sie auf der Straße sehen sollten, sofort Straßenseite wechseln bzw. immer in Begleitung von Freunden nach Hause gehen. Es war wie im Krieg…

Angel hat sich tagelang vor ihr versteckt, in meiner Wohnung, beim Kanadier, bei anderen Freunden bzw. am Wochenende, wenn die Kinder nicht da waren, liefen wir stundenlang durch die Gegend – auf der Flucht vor ihr…

Keiner hat verstanden, warum sie so durchdrehte. Sie betonte auch immer, sie wolle ihn nicht zurück – aber sie wolle nicht, dass er mit mir zusammen sein. Warum? Es war eh nur ein geborgtes Glück, er würde ja gehen müssen…

Ich durfte nicht mal ihren Hund sehen oder gar berühren!

Die Momente, die wir nicht vor der bösen Hexe auf der Flucht waren, wogen jedoch alles auf. Wir kochten zusammen, vegan. Wir brachten uns gegenseitig zur Arbeit oder holten uns da ab (bzw. vom Bahnhof, wenn er im Camp war), wir gingen tanzen, auf Konzerte, in Museen und Ausstellungen, fuhren zum Dinosaurierpark…

Und wir waren voneinander besessen… Wir waren regelrechte Sex-Junkies. Mit keinem Mann vorher (und bisher auch nicht nachher) war es so selbstverständlich, jeden Abend oder Morgen (oder beides) gemeinsam zu duschen, ich bekam jeden Tag oder Abend meine Ganzkörpermassage, wir schliefen generell eng aneinander geschmiegt und brauchten nur ein Kissen und eine Decke. Außer zum „spielen“ – da brauchten wir schon das ganze Bett… Wir konnten aber genauso gut stundenlang nackt nebeneinander liegen und reden.

In den wenigen Wochen mit Angel erreichte ich mein Idealgewicht (ich glaube, ich nahm 15 kg ab).

Für seine letzte Woche hatte ich mir Urlaub genommen. Eigentlich hatten wir zusammen wegfahren wollen. Aber sein Körper machte schlapp und er lag die letzten Tage mit einer schlimmen Grippe im Bett. Außer Tee kochen konnte ich nichts für ihn tun.

Ein weiterer Wermutstropfen – er bekam sein Visum nicht verlängert…

Am vorletzten Abend gab es eine Abschiedsparty bei Freunden. Wir falteten Papierboote und um Mitternacht gingen wir zum Fluss und ließen diese schwimmen, mit all unseren guten Wünschen für ihn. Da wurde ihm von einer Freundin nahe gelegt, er solle sich doch von der bösen Hexe verabschieden und noch ein paar Dinge mit ihr klären.

Als ich am nächsten Morgen aufwachte und Angel war nicht da, wusste ich, die böse Hexe hat gewonnen. In diesem Moment wusste ich, er würde nach Neuseeland fliegen – und er würde nicht zurückkommen.

Aber wir spielten unser Spiel weiter. Ideen für unsere Zukunft gab es viele. Wir könnten irgendwo zusammen ganz neu anfangen, weder in Neuseeland noch in Deutschland. Oder aber, meine Mutter wollte mir und  den Kindern die Auswanderung bezahlen. (Demokratische Abstimmung: meine Kinder sagten Nein, logisch, oder?)

Der vorläufige „Schlachtplan“ war sein Vorschlag: Da ich, solange meine Kinder von mir abhängig waren, nicht flexibel reisen konnte, würde er ca. ½ Jahr in Neuseeland bleiben. Dort wollte er ein Studium beginnen, was man aber als Fernstudium fortsetzen könnte. Er würde spätestens im Frühling wiederkommen und dann eben so lange bei mir bleiben, bis meine Kinder aus dem Haus wären. Dann würden wir uns irgendwo was aufbauen. „We will find a solution!“ Bestimmt hundertmal habe ich den Satz von ihm gehört.

Ich brachte ihn also zum Flughafen. Viel nahm er nicht mit, seine Winterklamotten, seine Gitarre, sein Teleskop, seine deutschen Papiere, Bücher etc. – ließ er alles bei mir. Er würde ja bald wiederkommen…

Wir haben auf dem Weg zum Flughafen viel gelacht, es fühlte sich nicht an wie ein Abschied für immer. Es fühlte sich an, als wenn er mal eben in den Urlaub führe. Immer wieder beteuerte er mir seine Liebe, und dass wir einen Weg finden würden. Müssten!

Ein letzter, inniger, endloser Kuss...
Das Flugzeug hob ab – und ich war allein.

 

29.11.2009 um 16:02 Uhr

Kapitel Sechs

Eigentlich verlief die erste Nacht recht harmlos, denn er war, wie es in dem einen Lied so schön heißt „Too drunk to fuck“. Es war trotzdem schön, auch wenn er sehr überraschend anderes war als alles, was ich bisher kannte – er war ein richtiger Mann, und damit meine ich, er war behaart. Überall. Er hatte Fell. Ich fand so was bisher immer schon vom ansehen ekelhaft. Bei ihm nicht. Er hatte Seele. Er gab mir das Gefühl von Geborgenheit. Ich war angekommen…

Natürlich dachte ich danach, ok, den siehst du nicht wieder.  Es war ja auch alles nur als One-Night-Stand gedacht, aber ich hätte mich kennen müssen – ich kann so was nicht. Er ging mir also im Kopf herum. Ich ihm wohl auch. Er schickte mir E-Mails  - ich mailte zurück. Dabei wohnten wir nur 2 Straßen auseinander…!

Er schrieb, die Karten hätten ihm gesagt, ich sei für ihn geschaffen. Und ich sei gemacht aus Rotem Wein und Sternenstaub. Welche Frau würde bei solchen Worten nicht dahin schmelzen?

Überhaupt sagte er immer so viele schöne Dinge…

„You are so beautiful!“ – das hatte mir noch nie ein Mann gesagt. Es hatte sich auch noch nie einer so sehr für mich interessiert wie er. Er wollte alles wissen, alles über mich, mein Leben, was ich lese, was ich denke, was ich fühle. Stundenlang lagen wir auf meinem Bett, wälzten alte Fotoalben, schmökerten in Büchern. Er interessierte sich einfach für alles, fand vor allem auch sehr interessant, dass ich noch so viel DDR-Kram hatte – er hatte wohl mal eine Diplomarbeit oder so über den real existierenden Sozialismus geschrieben. Er fragte. Er hörte zu. Er wusste einfach alles von mir, alles, was in meinem Leben bis dahin irgendwie wichtig gewesen war…

Nebenher waren wir uns auch körperlich sehr sehr nahe. Es ist schwer zu erklären, aber um es irgendwie zu beschreiben… hatte ich wohl bisher im Bett nur eine Rolle gespielt, hatte mehr oder weniger das getan, was man(n) von mir erwartete. Jetzt durfte ich einfach genießen, ich durfte einfach das tun, was sich gerade gut und richtig anfühlte, ich konnte mich zum ersten Mal in meinem Leben richtig fallen lassen. Genauso, wie er sich für mein Leben und alles interessierte, interessierte er sich auch für meinen Körper. Ich fühlte mich zum ersten Mal im Leben schön, liebenswert, begehrenswert. Und ich durfte hinter das Mysterium „Orgasmus“ steigen…

Er war mein Angel – und ich seiner.

Ganz schnell war er also täglicher Gast bei uns, wenn er in der Stadt weilte – er arbeitete als Englischlehrer und zu der Zeit gerade häufig in Feriencamps, außerdem fuhren wir auch beide in Urlaub. Als wir aus dem Urlaub wieder da waren, kam er mit einer Hiobsbotschaft – sein Vater sei an Krebs erkrankt, seine Schwester hatte ihn angerufen und ihn gebeten, nach Hause zu kommen. Natürlich gab es gar keine Frage, er musste ans Krankenbett seines Vaters. Der Flug war auch schon gebucht, noch 2 Monate würden uns bleiben.

Er bot mir damals an, dass wir die Sache sofort beenden. Beide wollten wir keine Beziehung, also sollten wir das auch durchziehen und ehe es zum großen Herzschmerz käme, lieber gleich Schluss machen. Er war ja so vernünftig. Ich lehnte ab, auch wenn ich uns einiges erspart hätte – uns, nun ja, vor allem wohl mir, und auch den Kindern…

Denn Angel war ein sehr offenherziger und vor allem grundehrlicher Mensch und er wollte immer allen gegenüber absolut aufrichtig sein. So hatte er seiner Ex-Freundin per Mail darüber berichtet, dass er jetzt mit mir zusammen sei – und wohl auch, wie gut ihm das tat.

Obwohl sie ja eine Affäre gehabt hatte, und es wegen ihr zu dem Bruch kam, fühlte sie sich nun doch wohl in ihrer Ehre gekränkt, jedenfalls hatte sie nichts Eiligeres zu tun, als auf schnellstem Wege nach Deutschland zurück zu kehren. Natürlich in die gemeinsame Wohnung.

Für mich gab es gar keine Frage, dass er die restlichen Wochen bei mir wohnen würde, und auch für meine Kinder war dies selbstverständlich.

Die beiden habe ich da sowieso in der Zeit sehr bewundert, sie waren kein bisschen eifersüchtig, sondern haben wohl sehr genossen, dass es ihrer Mutter mal richtig gut ging. So ausgeglichen hatten sie mich wohl lange nicht erlebt.

Aber das sollte schnell vorbei sein.

28.11.2009 um 20:04 Uhr

Kapitel Fünf

Ich zog also mit meinen Kindern aus – und hatte von Männern gründlichst die Nase voll!!! Aber so was von!

Also irgendwo war schon immer noch der Wunsch nach Geborgenheit, aber dann nur für mich, ich wollte meine Kinder nicht wieder in falscher Geborgenheit wähnen müssen und wollte wenigstens ihnen die neue Enttäuschung ersparen. Wenn also wieder ein Mann – dann nur für mich! Und nur zum Vergnügen!

Aber erst mal hatten wir genug mit uns zu tun, oder ich hatte genug mit uns zu tun.

Doch irgendwann ging ich wieder aus, diesmal fand ein Festival bei uns in der Stadt statt, was für gewöhnlich woanders war, dort ging ich mit Freunden hin – und beschloss danach, dass ich wieder öfters ausgehen sollte, es hatte mir so gut getan.

Es ging auch vorerst ganz gut, da ich jedes 2. Wochenende arbeiten musste und somit meine Kinder beim Vater untergebracht waren. Zuerst wollte er ja mit den beiden gar nichts zu tun haben so war ich doch recht froh, dass er sie dann regelmäßig zu sich nahm.

So konnte ich also abends immer mal ausgehen. Für gewöhnlich ging ich tanzen, auch wenn es schwer war, dazu Begleitung zu finden. Wenige teilten meinen Musikgeschmack. Doch dann war ich irgendwann auf einer Depeche-Mode-Party, meine 2 Freundinnen hatten keine Lust mehr gehabt und waren gegangen doch ich wollte tanzen und blieb. Da lernte ich dann einen sympathischen Mann kennen. Auf etwas kuriose Weise, er tanzte nämlich sehr beeindruckend und ich muss ihn wohl angestarrt haben. Dazu war er noch groß und hatte längere Haare. Wow! Also – ich hatte gestarrt.
Irgendwann kam er zu mir und sagte „Damit du nicht nur starren musst – Hallo, ich bin M.“ Da wir beide kein Handy dabei hatten – oder nur ich? – jedenfalls schrieb er mir seine Handynummer auf ein Stück Küchenrolle, anderes Papier war im Lokal nicht aufzutreiben (außer vielleicht Toilettenpapier…). Wie küssten uns, und ich war verliebt. Hach!

Wir trafen uns dann auch wenig später zu einem Bummel in der Stadt und alles war toll. Doch auf dem Heimweg bekam ich plötzlich Schiss, nein, ich mochte ihn aber ich wollte auf gar keinen Fall eine Beziehung, ich wollte mein Singledasein genießen und ich wollte viel Zeit mit meinen Kindern verbringen. Da schickte er mir eine SMS „Freunde ja aber keine Beziehung!“ – mir fiel ein Stein vom Herzen!

Er war auch sehr lange Zeit eine wichtige und immer wiederkehrende  Konstante im Leben, aber eine richtige Freundschaft war es nicht – es war eine Affäre, aber auch das nicht immer… Er hatte eine Freundin, dennoch küsste er mich und ging auch irgendwann mit mir ins Bett. Irgendwie hatte er immer irgendeine Freundin und ich hatte das Gefühl, dass er mich dann mitnahm, um seine Freundinnen irgendwie zu testen. Er behauptete mir gegenüber, er lebe polygam. An und für sich fand ich das nicht schlimm, ich wollte ihn nicht für mich, es fiel mir leicht, ihn zu teilen. Den anderen nicht. Er sprach jedoch nie viel über sich und es war sehr schwer, ihn oder sein Handeln zu verstehen.

Er tat mir manchmal gut, manchmal war er aber auch zu sehr in sich zurück gezogen und einfach nur anstrengend. Aber er gab mir den Tipp zu einer Singlebörse im Internet, er sei da angemeldet und man könne da auch hervorragend Freunde finden. Also man musste keine Beziehung suchen. Da meldete ich mich an und es taten sich ein paar neue Möglichkeiten auf.

Eine der ersten Personen, die ich dort entdeckte, war – was sonst – ein DJ. Aber einer mit langen Haaren diesmal! Er schrieb ganz nett und lud mich zu einer seiner Partys ein. Ich nahm 3 Jungs aus dem Englischclub mit, mit denen ich auch so manchmal unterwegs war – einer aus Australien, einer aus Kanada und einer aus Neuseeland.

Der aus Neuseeland hatte schon seit einer Weile Mails geschrieben, ihn und den Australier hatte ich kurz vorher bei Rock am Ring getroffen und wir hatten danach Mailadressen getauscht, um die Fotos auszutauschen. Er lud mich dann auch mal zum Weintrinken ein, aber es ergab sich nie oder wenn ich dann vor seiner Tür stand, war er doch nicht  da… Komisch, das Ganze, zumal er auch eine Freundin hatte, die ich, wie ihn, schon 3 Jahre kannte.

An dem Abend sollte sich das alles aufklären – allerdings war das Ganze so nicht gedacht. Ich ging ja wegen des DJs hin, den ich gern näher kennen lernen wollte.

Nach Hause ging ich mit dem Neuseeländer… die anderen beiden hatten das Lokal eher verlassen müssen, eine vertrackte Geschichte, der eine war angetrunken und rempelte jemanden an, daraufhin wurde er raus geschmissen, wollte aber nicht alleine nach Hause gehen. Er steckte mir aber – Betrunkene sagen ja immer die Wahrheit – dass eben der Neuseeländer total in mich verknallt sei – worauf hin der natürlich dann auf meinen Wunsch dableiben durfte und die anderen beiden gingen nach Hause. Ich war einfach nur neugierig, was passieren würde. Vorerst tanzten wir nur sehr ausgelassen, tranken Bier und schwatzten. Irgendwann wollte ich nach Hause und er brachte mich – ganz Gentleman, natürlich. Auf dem Weg bat er mich dann „In 5 Sätzen mein Leben zu erzählen“ (und das auch noch in Englisch…) – natürlich bat ich ihn um das Gleiche und erfuhr so, dass seine Freundin eine Affäre gehabt und er sich darum von ihr getrennt hatte. Jetzt weilte sie in Spanien.

Wir waren uns beide aus tiefstem Herzen einig, dass wir von Beziehungen die Nase gründlich voll hätten und vorerst keine mehr haben wollten! Auf gar keinen Fall!

Aber – so ein wenig Spaß könnte man sich ja gönnen, das würde uns sicher gut tun – und so standen wir irgendwann vor meiner Haustür und küssten uns. Und dann nahm ich ihn mit rein.

28.11.2009 um 19:04 Uhr

Kapitel Vier

Aber wie das oft so ist im Leben – der Schein trügt.

Mit meinem ersten Freund, meiner ersten großen  Liebe also, hatte ich auch meinen Job verloren. Es war nach der Wende und alles ging den Bach runter. Wegzugehen und andernorts nach einem Job zu suchen, traute ich mir nicht – ich war der Angelpunkt im Leben meiner Mutter, mein Vater war erst vor einem Jahr gestorben und ich wollte sie nicht allein lassen. In der Zeit, nachdem ich also wieder Solo war, war sie auch lange Zeit quasi meine beste Freundin (nein, sie ist kein Fisch!), sie ging viel mit mir weg, auch in die Disko, wir hatten eine tolle Zeit. Ich machte Zukunftspläne – Ausbildungspläne – ich jobbte bei meinem Onkel, wollte jedoch gern studieren. Evtl. das Abitur nachholen – und mit einem Studium eine Möglichkeit finden, mich behutsam von daheim abzunabeln.

Andererseits wünschte ich mir immer noch ganz sehr ein Baby, überhaupt die Geborgenheit einer intakten Familie. Meine Familie war kaputt, mein Papa war tot, mein Schutzengel nun aber keine Geborgenheit mehr da. Klar versuchte meine Mutter, mir diese zu geben, aber sie war schon nicht mehr da, seit mein Vater krank geworden war, seither war alles anders, alles kaputt – und seither war ich auf der Suche. Lief diesem Gefühl von Geborgenheit hinterher, dass mich in meiner Kindheit und frühen Jugend immer begleitet hatte.

Also, wenn ich ohne meine Mutter unterwegs war, erzählte ich jedem, der es hören wollte, dass ich mein Abitur nachholen und Sprachen studieren würde – oder aber, wenn ich den passenden Mann finde, dann würde ich ihn heiraten und eine Familie haben. Bald.

Keiner nahm mich ernst.

Ich würde es ihnen beweisen. – Einer meiner besten Freunde lud mich eines Tages zu einem Konzert ein. Und da er wusste, dass ich auf der Suche nach einem Mann war, lud er auch noch einen Kumpel ein. Den ich auch sehr sympathisch fand. Obwohl er so gar nicht mein Typ war. Also – mein Typ – groß, dunkle, möglichst lange Haare, dunkle Augen. Der hier – grad mal paar Zentimeter größer als ich, ganz kurze Haare, blaue Augen und eine Riesennase. Aber er hatte ein sympathisches Grinsen im Gesicht und ich bekam ihn nicht aus dem Kopf, obwohl ich gar nicht mit ihm geredet hatte.

Wenige Tage später eine Party im selben Freundeskreis, und dass ich den Grinser dort sehen würde, damit hatte ich nicht gerechnet. Mein Herz hopste, als ich ihn sah. Wir redeten auch nur wenig, er war der DJ – fragte nur irgendwann, ob ich mal zu ihm ans DJ-Pult käme zum schwatzen. Irgendwann ging ich hin – und wir redeten nicht, wir küssten uns. Einfach so!

Dann sah ich ihn am nächsten Tag, und am übernächsten – und dann flog ich für einen Monat nach Spanien. Zu einem Sprachkurs.

Die Briefe gingen hin und her und ich war schrecklich verliebt und vermisste ihn furchtbar. So sehr, dass ich sogar beinahe eine Affäre mit einem feurigen Spanier – Manolo, olé – einging! Aber nur fast, ich hab den nur geküsst.

Als ich wieder nach Hause kam – machte ich ihm quasi einen Heiratsantrag. Nun ja, im Großen und Ganzen teilte ich ihm wohl mit „Hör mal, ich will keine Spielerei, ich will Nägel mit Köpfen. Ich will heiraten, und zwar jetzt, und ich will Kinder haben. Bald! Entweder du heiratest mich, aber nur unter der Bedingung, dass du meinen Namen annimmst, oder wir lassen das Ganze!“ nun ja, er war so blöd und hat das Ganze akzeptiert. Er hielt es wohl am Anfang auch für einen Scherz, oder war sich gar nicht bewusst, was das alles bedeutet. Jedenfalls – ich für meine Person nahm ja seit über 1 Jahr keine Pille mehr und hatte auch gerade einen Auslandsaufenthalt hinter mir, laut Aussage meiner Mutter wirken sich Ortswechsel positiv auf die Hormone aus. Nachdem das erste Mal Sex ein wahres Desaster war – „Wie die Nase eines Mannes so auch sein ***“ – Ich hatte noch nie so einen Großen gesehen und bekam erst mal Panik… aber  das legte sich rasch.  Ich wurde jedenfalls sehr schnell schwanger (als wir uns 3 Monate kannten) und weitere 2 Monate später heiratete ich ihn. Ich könnte nun sagen „Ich war jung, ich brauchte das Geld…“ aber das war wohl eher umgekehrt, er hatte nix außer Schulden und ich hatte ein wenig Geld und außerdem gab es zur Hochzeit ja auch noch Geschenke.

Er machte groooße Versprechen – einerseits, wer würde mit dem Rauchen aufhören (er reduzierte auf 3 Zigaretten pro Tag im Hochzeitsurlaub – dann wurde es wieder mehr) und er würde einen Job finden und immer gut für uns sorgen.

Nun ja…

Als unser Sohn geboren wurde, begann er zeitgleich mit einer neuen Berufsausbildung. Wir waren jung und sehr optimistisch. Alles wird gut.

Allerdings kam der Nachwuchs mit einer Fußfehlstellung zur Welt und während mein Mann in der Schule saß, tingelte ich mit dem Kleinen von Arzt zu Arzt, von Therapie zu Therapie. So hatte ich mir das nicht vorgestellt und bekam die ersten grauen Haare, unser Liebesleben hielt sich auch in Grenzen aber nun ja, mit einem Baby… Da machte ich mir noch keinen Kopf drüber. Außerdem wollten wir ja unbedingt 2 Kinder und die Planung (meinerseits) sah vor, ihn kurz vorm 2. Geburtstag unseres Sohnes zu seinem Geburtstag damit zu überraschen, dass nun die Zeit für ein zweites Baby gekommen sei und wir das Kondom weglassen könnten.

Doch wie es der Zufall will, hatte wohl vorher ein Kondom ein Loch, jedenfalls war ich da schon schwanger und gleich darauf auch wieder nicht, da ich eine Fehlgeburt erlitt.

Wir blieben jedoch optimistisch, er würde im Sommer seine Ausbildung abschließen, die Schule behauptete von sich, bisher jeden Abgänger in feste Arbeitsverhältnisse vermittelt zu haben und wir blickten positiv in die Zukunft.

Kurz darauf wurde ich also wieder schwanger und alles lief gut, ich bekam sogar eine Kur. Da wurde der Herr Gatte das erste Mal recht aufmüpfig, da die Kur über  unseren Hochzeitstag und meinen Geburtstag ging – „Hallo, Gesundheit von Mutter und Kind gehen doch wohl vor?“  Er sah das anders. Natürlich hab ich die Kur genossen, sogar verlängert und damit – auch noch! – die 4. oder 5. Hochzeit seiner Mutter verpasst. Absichtlich, sie heiratete einen 15 Jahre jüngeren Ex-Jugoslawen und uns allen, nur ihr nicht, war klar, dass er nur nach Deutschland wollte. So war es dann auch, nach 3 Jahren Ehe verlies er sie, lies die Scheidung – der Kosten wegen – in Jugoslawien abwickeln und brachte seine Frau samt Kind von dort mit nach Deutschland. Aber das nur am Rande.

Unsere Tochter war da und das Familienglück schien perfekt. Das Dumme nur – mein Mann fand keine Arbeit. Ich hatte ihm vorgeschlagen, den Erziehungsurlaub zu teilen, dass ich ein Jahr zu Hause bleiben würde mit er Kleinen und dann er, das lehnte er ab. Das würde ihm nicht liegen, okay, muss Frau so akzeptieren. Dann, bitte sehr, suche er sich Arbeit… Er schlug sich mit Teilzeitjobs durch, doch fing er da schon an – „sein“ Geld für sich auszugeben, kaufte davon neue Musik für seine DJ-Abende. OK, ich teilte ja seine Leidenschaft für Musik aber das ging mir etwas zu weit, er hatte die Verantwortung für eine Familie übernommen!

Vorerst änderte sich eines – wir fanden eine größere Wohnung in einer viel schöneren Wohngegend, und ich dachte, okay, damit wird einiges anders werden, neue Umgebung etc. Es änderte sich auch, aber leider zum Negativen.

Einerseits begann ich, Hormone zur Schwangerschaftsverhütung einzunehmen, und damit ging die alte Leier wieder los: müde, dauernd krank, Fressattacken und Gewichtszunahme – und kein Bock auf Sex. Oder wenn Bock dann natürlich nie dann, wenn der Herr Gatte diesen hatte. Oder anders ausgedrückt: er hatte generell nur welchen, wenn die Kinder wach waren. Sorry, aber wenn meine kleinen Kinder mich brauchen, kann ich mich keinem solchen Vergnügen hingeben. Dafür seinerseits null Verständnis. Sind eigentlich alle Männer so? Ich werde es sicherlich nie herausfinden.

Dafür fand er im neuen Haus jede Menge Freunde, DJ-Freunde, Drogen-Freunde, „Jugendclub“-Freunde. Will heißen, in unserer Wohnung entstand ein „Jugendclub“, jeden Tag hingen seine Kumpels bei uns rum. Anfangs fand ich das ja noch ganz witzig, trug er zumindest unser Geld nicht in die Kneipe. Nur irgendwann gab es so gut wie kein Familienleben mehr, die fingen an, in unserer Wohnung Drogen zu konsumieren (dass er damit im großen Rahmen handelte, sollte ich erst später begreifen…) und irgendwie war ich ziemlich angenervt. Wenn ich aber was sagte – dann bekam ich von ihm Vorwürfe, ich sei durch die Kinder so spießig geworden, ich würde mich sowieso mehr um die Kinder als um ihn kümmern (…),und so weiter. Schön war das irgendwie nicht.

Doch es nahte der 3. Geburtstag der Kleinen – und damit für mich eine neue Chance – eine Job! Da er keinen hatte, nahm ich gerne an, mal raus und was anderes sehen und tun, Geld verdienen. Es tat mir auch gut, die Nachbarn bestätigten mir, dass ich aufblühen würde – nur mein Mann ließ sich immer mehr hängen, kümmerte sich kaum um die Kinder, kaufte sich von meinem schwer verdienten Geld jeden Tag warmes Essen, etc. Dann fing er an, uns an den Wochenenden allein zu lassen und wegzufahren, zum „Auflegen“. Natürlich gab er das verdiente Geld dann wieder für neue Musik aus und tischte mir das Märchen vom „Berühmten DJ“ auf, der er mal werden würde und dann würde er uns alle ernähren können…

Die Wahrheit war – er hatte ein Liebchen in Berlin, mit der er sein DJ-Geld verprasste, wo er nach dem Auflegen unterkroch. Was er nicht verprasste, zog er sich durch die Nase. Reden konnte man mit ihm nicht mehr, sofort reagierte er aggressiv, kümmerte sich weder um mich (Sex? Was ist das???) noch um die Kinder („Mama, wo ist der Papa?“ – „Schatz, ich weiß es nicht.“ – „Wann kommt der Papa?“ - …) und anlässlich meines Geburtstages – ich glaube, es war der 33. – teilte er mir mit, dass er mich nicht  mehr liebt. Also, nicht, dass mir das in den Moment etwas Neues gewesen wäre – nur als ich ihn dann fragte, wie es weiter gehen soll, da kam nichts Brauchbares. „Wir schaffen das schon!“  -  „Das wird schon wieder, ich mache eine Therapie!“ – lauter so Sachen halt. Als ich ihn bat, doch lieber auszuziehen, weil dies ehrlicher sei, lehnte er das strikt ab.  Klar, ich war seine Einnahmequelle, ohne mich sähe er alt aus…

Dummerweise hatte ich gerade 2 Wochen zuvor für uns eine Ägyptenreise gebucht, von unserem letzten Geld – ich musste dringend mal raus. Die Kinder freuten sich schon auf Ägypten. Also gab ich ihm Gnadenfrist, bis Ägypten.

Es war der schlimmste Urlaub meines Lebens. Er war innerlich so weit von mir entfernt wie es nur irgend geht. Selbst zum Essen saß ich mit den Kindern allein am Tisch. Nebenher verprasste er unser nicht vorhandenes Geld und setzte es in Haschisch um – worauf in Ägypten Todesstrafe steht oder stand. Der Hammer – er schleppte das Zeug dann auch noch im Flieger nach Deutschland. Mit mir und den beiden kleinen Kindern!!! Ich glaube, der sah schon lange keine klaren Bilder mehr...

Nach dem Urlaub fuhr er (noch in der Nacht unserer Heimreise, per Mietwagen!) zu seiner Liebsten und danach zu seiner Schwester. Als seine Schwester mir steckte, was los ist, war ich auch schon selber so schlau. Ich bin ja weder blind noch blöd.

Als er nach Hause kam, teilte ich ihm mit, dass ich unsere Ehe als gescheitert betrachte und ich mit den Kindern sobald wie möglich ausziehen würde (er würde ja eh nicht gehen).

So war es dann auch, ehe er sich mal auf Wohnungssuche begab, musste er noch 2 Monate länger für die Wohnung zahlen, als wir schon weg waren…

Somit war also mein Traum von Familie und Geborgenheit wieder einmal geplatzt.

28.11.2009 um 18:49 Uhr

Kapitel Drei

Beim heiraten will ich doch noch lange nicht sein… Da gab es doch noch so viel vorher. Jungs spielten immer eine größere Rolle in meinem leben als Mädchen, warum, das weiß ich nicht. Vielleicht gibt es mehr davon? Schon im Sandkasten gibt es von mir mehr Fotos mit Jungs als mit Mädchen. Und meine ersten Kindergartenfreundschaften waren die Kinder der Freunde meiner Eltern – vorwiegend Jungs. In der Grundschule war ich dann auch das erste Mal verliebt, und ich hatte ihm einen Brief geschrieben – und meine Mutter hat den gefunden. Wie peinlich! Sie hat mir eine noch peinlichere Standpauke gehalten…

Na ja, dann verliebte man sich im Ferienlager, im Urlaub, in den Banknachbarn, in die netten Jungs aus der Disco.

Irgendwie hatte ich aber nach der Schulzeit dann wieder mehr Freund um mich als Freundinnen. Kam mit Jungs irgendwie besser klar, kein Rumgezicke halt. Und kein Konkurrenzdenken, möglicherweise…

Mein erster „richtiger“  Freund war dann einer, den ich auch schon ein paar Jahre kannte. Von einer Ferienreise, wir hatten damals Adressen getauscht und uns eine Weile geschrieben. Er mochte die gleiche Musik wie ich und so hatten wir auch Musik ausgetauscht damals. Irgendwann lief er mir im Jugendhaus wieder übern Weg und lud mich auf ein Bier ein. Dann trafen wir uns regelmäßig und nach ein paar Wochen tauchte plötzlich seine Freundin auf… Eigentlich hätte ich ihm da – so wie sie – eine knallen und ihm den Laufpass geben sollen. Nun ja, ich war 19, und ich war verliebt!

Wir hatten auch eine wunderbare Zeit, er war der erste Mann in meinem Leben, d.h. nach ca. 10 Wochen gingen wir das erste Mal miteinander ins Bett und danach holte ich mir die Pille. Schon aus dem Grund, dass ich beim berühmt-berüchtigten ersten Mal natürlich schwanger geworden war, aber ich bin auf der Flucht vor Neonazis aus einem Fenster im 1. Stock gesprungen und damit hatte sich das erledigt.

(Es war ein großes Drama für mich und hat mich stark geprägt, dennoch mag ich es hier nicht weiter auswalzen.)

Seitdem wünschte ich mir aber nichts sehnlicher als ein Kind, doch er wollte vor 30 keine Kinder. Na ja, noch konnte ich das weg schieben und wir waren sehr experimentierfreudig und hatten viel Spaß zusammen, auch außerhalb des Bettes, da es viele gemeinsame Interessen gab und wir fuhren ständig zu irgendwelchen Konzerten oder auf Wochenendausflüge mit Freunden, oder aber in den Urlaub.

Doch dann wurde meine Pille geändert – laut Aussage der Ärztin änderte sich nur die Farbe. Komisch nur, dass ich nachher rasch an Gewicht zunahm, ständig müde und ständig krank war. Wenn wir auf Ausflügen waren, ging ich um 11 Uhr abends zu Bett, nach einem Konzert wollte ich nix wie nach Hause, ich war einfach nur müde und hatte immerzu Hunger. Auf Sex hatte ich gar keine Lust mehr. Wir schliefen nur noch am Wochenende miteinander, wenn überhaupt. Irgendwie kann ich es beinahe verstehen, das er mit einer anderen ein Verhältnis begann – andererseits habe ich nie kapiert, warum man, in so jungem Alter, nicht einfach den Mund aufmacht, sagt was einem nicht passt und einen klaren Schlussstrich zieht. So war das Ende ein ziemlich blödes, da ich es spitz bekam, dass da die andere war – und ich ihn somit Hals über  Kopf raus warf. 2 Tage vorm geplanten gemeinsamen Urlaub in Holland. In den Urlaub bin ich dann übrigens, mit ein oder zwei Tagen Verspätung, mit meiner Mutter gefahren und er war total schön! Nur von Männern hatte ich im Moment die Nase voll. Meine Mutter amüsierte sich köstlich, wenn mich einer dermaßen offensichtlich anflirtete, dass er beinahe vornüber in seine Auslagen fiel oder so (so geschehen auf dem Markt in Amsterdam, wo ich mir meine rote Lederjacke kaufte) und ich bekam nichts, aber auch gar nichts davon mit! Ich schien also erst mal geheilt.

28.11.2009 um 18:45 Uhr

Kapitel Zwei

Ja, nun ist es natürlich schwer, einen Anfang zu finden. Ich habe auch schon mal irgendwann angefangen, aber mich dann vom Hundertsten ins Tausendste verzettelt und keinen roten Faden gefunden. Aber vielleicht gibt es den gar nicht, oder anders herum – der rote Faden in meinem Buch – der bin natürlich ich! Und ich bin ja immer und überall dabei. Da ist es vielleicht gar nicht so wichtig, welches Ereignis nun einen Tag früher oder später war… oder man kann vielleicht Geschichten auch von hinten aufrollen – ich werde das einfach probieren. Wir werden es ja sehen.

Jedenfalls ist mir vorhin so in der Wanne ein Gedanke durch den Kopf geschossen, oder eher eine Erkenntnis – die mich ein wenig überraschte. Und zwar, dass einige wichtige Personen in meinem Leben, die mich teils auch schon über viele viele Jahre begleiten – Fische sind.

Da wäre zum einen meine beste Freundin aus der Grundschule. Der meine Mutter irgendwann die Freundschaft zu mir verbot „Weil sie so ein freches Mädchen geworden ist!“. Wir gingen zusammen in die Klasse, aber irgendwann wurde unsere Klasse dann aufgeteilt in die A und in die B und wir kamen natürlich nicht  zusammen, so verlief sich der Kontakt ein wenig. Nach der Berufsausbildung flammte er wieder auf und Freundinnen sind wir immer noch und meine Mutter hat heute gar nichts mehr dagegen, im Gegenteil – sie ist so vernünftig und konservativ und meine Mum glaubt sicherlich, dass ich mir daran vielleicht irgendwann ein Beispiel nehme! Immerhin, ihre Tochter ist mein Patenkind, auch wenn ich es manchmal gar nicht so recht verstehe, wie meine kühle, so normale Freundin für ihre Tochter so eine verrückte Patentante auswählen konnte… Aber natürlich bin ich darauf stolz wie Oskar!

Dann käme meine allerbeste Jugendfreundin. Oh, wie oft hat sie mir damals das Herz gebrochen. Nicht nur damit, dass die mir immer wieder sagte, ihr großer Bruder sei es nicht wert, von mir geliebt zu werden. Was ich natürlich kein Bisschen kapierte, bis mir irgendwer steckte, er sei schwul. Verliebt bin ich ihn immer noch ein Wenig, und er auch in mich – man kann doch ineinander verliebt sein, ohne dass man zusammen sein will… Aber damit greife ich jetzt viele Jahre vor. Und übrigens ist er auch ein Fisch!

In sie war auch auf verliebt. Sie war so toll, so ausgeflippt, kam aus so coolem Elternhaus – ja ich war wohl gehörig neidisch – sah so toll aus, war so gebildet! Und dann erzählt sie immerzu von ihrer „besten Freundin“. Oh Mann, ich wollte diese beste Freundin sein! Zum Glück verschwand mit Ende der Schulzeit diese „Beste“ – doch oh Schreck, nicht ich nahm ihren Platz ein, sondern eine andere, neue „Beste“. Ich hab ihr auch irgendwann gesagt, dass ich in sie verliebt sei. Sie hat das wohl nie ernst genommen. Nur als letztes oder vorletztes Jahr bei unserem Treffen irgendwie – im Spaß – das Gespräch darauf kam, sagte sie so zu mir „Oh, hättest du doch was gesagt damals!“ Ich konterte mit „Hab ich doch!" – da wurde sie ganz still. Ihr Freund grinste nur, der wusste damals auch davon…

Immerhin – auch sie ist, obwohl der Kontakt im Laufe der Jahre mal lockerer, mal enger war und sogar ganz zu zerbrechen drohte, immer noch da, und immer noch wichtig in meinem Leben.

Nun ja, jedenfalls die Freundschaften kamen und gingen aber seit ich geheiratet hatte und in einer anderen Stadt wohnte, war nie eine „Beste“ dabei. Wohl welche, mit denen ich mich sehr oft traf und auch viel besprach aber keine, von der ich gesagt hätte, dass sie meine beste Freundin sei. Ich dachte, das hätte was mit dem Alter zu tun, das sich so was halt verlieren würde, was weiß ich.

Doch dann trat eine Fischefrau in mein Leben, über eine Single-Börse, huch – nein nein, sie fragte nur, ob wir nicht mal zusammen was unternehmen könnten, sie sei frisch getrennt und würde nicht so viele Leute zum weggehen kennen. Natürlich, kein Problem – sehr schnell entwickelte sich eine sehr innige Freundschaft und von ihr würde ich ohne zu zögern behaupten, sie sei meine beste Freundin. Ohne damit die anderen irgendwie herabsetzen zu wollen, ein jeder ist mir wichtig aber das Verhältnis zu ihr ist ein besonderes, eine Seelenverwandtschaft.

Nun  ja und bis auf meinen schwulen Freund gab es noch keinen Fischemann in meinem Leben. Doch seit einem halben Jahr ist er da, sehr intensiv – kennen tu ich ihn schon länger – aber dennoch, ganz Fisch, ganz kühl, ganz distanziert, und bewegt sich nur in gaaanz kleinen Schrittchen auf mich zu. Dabei würde ich ihn – rein gefühlsmäßig – auf der Stelle heiraten. Aber damit greife ich schon wieder vor.

 

28.11.2009 um 18:44 Uhr

Kapitel Eins

Heute lasse ich mich nicht runterziehen!

Gestern lag ich so ganz allein mit meiner Magen-Darm-Grippe und Ernst im Arm in meinem Bett und meine Gedanken gingen in gaaanz dunkle Gefilde. Krank zu sein,  zu wissen, andere erleben jetzt was Schönes ohne mich, oder noch schlimmer – sie sind dort und nicht wachend an meinem Krankenbett – das macht mich noch mal so krank. Alles war ganz schwarz und böse und schlimm und der Bauch grummelte vor sich hin, bis ich irgendwann dann doch eingeschlafen war. Ich habe auch geträumt, aber was, das habe ich schon wieder vergessen. Und die ganzen Gedanken, die mir durch den Kopf gingen gestern Abend, hab ich auch schon wieder größtenteils vergessen. Eigentlich hab ich ja neben dem Bett ein Buch liegen, eins mit jungfräulich weißen Seiten, um wichtige Gedanken gleich zu Papier bringen zu können. Oder aber Träume. Nur – mein Bett ist ein Hochbett. Und ich leide gerade unter einer Magen-Darm-Grippe. Das bedeutet, dass der Weg zur Toilette möglichst in kurzer Zeit zurückzulegen sein sollte. Also bin ich vom Hochbett aufs Sofa umgezogen. Der Vorteil liegt klar auf der Hand, nur 2 Meter bis zur Toilettentür. Der Nachteil – das Buch liegt oben…

Aber vielleicht ist es manchmal besser, unschöne Gedanken gar nicht erst festzuhalten.

Heute habe ich dann den halben Tag im Bett verbracht und „Entlieben für Fortgeschrittenen“ gelesen. Und dabei viel gelacht und auch ein bisschen geweint. Und viel nachgedacht, so nebenbei.

Zwischendrin kam auch noch kurz Raven, er sollte einer Freundin ein Buch mitnehmen. Man feiert nämlich heute Thanksgiving. Ohne mich! Jedenfalls flitzte ich im Schlafzeug an die Tür. Schlafzeug: schwarzes Shirt, schwarze Shirtjacke, schwarze Hello-Kitty-Socken – soweit ganz okay – dazu eine rosa-gelb-weiß gestreifte Dreiviertelhose. Genau an der blieb natürlich sein Blick hängen, wanderte hinunter zu meinen Kaktuswaden (Ich bin krank! Ich habe 2 Tage keine Beine rasiert!), er grinste und sagte „Witzige Hose!“ …

Nun denn, ich beschloss, nicht in Selbstmitleid zu zerfließen ob des verpassten Dinners – zumal Raven mir mitteilte, er habe eine Tupperdose und weiteres Verpackungsmaterial dabei, um mir ggf. Kostproben mitzubringen (Hach! Er kann so ein Schatz sein!) – sondern mich in die Wanne zu lagen. Die Kaktuswaden und andere Stachelpartien zu beseitigen und schön zu entspannen. Und dabei wanderten die Gedanken, wanderten in die Vergangenheit. So viele Leute aus meiner Vergangenheit sind in den letzten Monaten in meinem Leben wieder aufgetaucht, dass ich sehr oft über früher nachdenke. Und so dachte ich mir – ha, was diese Lchen kann, das kannst du auch! Also: Ich schreibe ein Buch!

28.11.2009 um 15:07 Uhr

Was ist denn...

von: Rabenmutter   Kategorie: Und so weiter...

Stimmung: *grummel*

...heut mit blogigo los??? Hmpf...

Meine Geduld wird schweren Prüfungen unterzogen...!

27.11.2009 um 22:34 Uhr

Warum...

Stimmung: fragt lieber nicht...

...verpasse ich aus irgendwelchen Gründen eigentlich immer die Parties, wo ich gar nicht eingeladen bin und Raven mich offiziell als seine Freundin mitnehmen will? (Heute zum Beispiel...)
Irgendwas ist wohl doch gegen uns...
Ich hole mir grad Nachhilfe beim neuen Buch von Lchen, vielleicht bin ich dann schlauer...

26.11.2009 um 22:05 Uhr

Das Positive am Negativen

Stimmung: könnte besser sein

Gestern Abend um 9 klingelt es an der Tür. Der Bärenjunge und ich liegen beide schon im Bett, das Mäusekind hat schlauerweise gleich auswärts übernachtet und bleibt somit von den bösen Viren und /oder Bakterien hoffentlich verschont.

Jedenfalls - es klingelt, aber wir beide liegen im Bett. Schlafend. Sohnemann hat das Telefon mit im Bett, was gleich darauf schellt. Ich denke sofort an Raven - aber wieso sollte er klingeln? Er weiß, dass ich krank bin und nicht mit zum Englisch komme. 

Es ist Raven - in der Hand eine Riesenpackung Zwieback "Damit ihr zwei schnell wieder gesund werdet!" - Hach, so süß kann er sein...!!! *herzchenaugenmach*

Heute früh dann also der Gang zum Arzt. Das Übliche: "Seien Sie bitte um 11 wieder da!" Ich sage zum Bärenjungen, dass es reicht, wenn wir um 11 zu Hause loslaufen. Er besteht darauf, dass wir 10 vor 11 losgehen - 10 vor 1 hätte auch genügt, so lange saßen wir dort noch herum... Es ist ja toll, einen Hausarzt zu haben, der sich wirklich Zeit nimmt - allerdings ist die Warterei anstrengend und die Schwestern/Arzthelferinnen müssten doch mal langsam wissen, wieviel Zeit er für eine bestimmte Anzahl Patienten benötigt...

Nun ja, er erklärt mir, dass mein Körper im Moment wie der eines Krippenkindes reagiert. Oder KiGa-Anfängers, ihr wisst schon: ein Kleinkind, das neu in die Einrichtung kommt und dauernd krank ist. Sowas passiert mir gerade. Ich war die letzten 12 Monate (bis auf die Sehnenscheidenentzündung und den Zahn, aber das ist beides nix Ansteckendes) nicht krank. Da war ich auch zu Hause und zwar regelmäßig mit Leuten zusammen, aber viiiel länger jeden Tag an der frischen Luft und so. Jetzt hocke ich 5 Tage die Woche mit mind. 12 max. 30 anderen Leuten in geschlossenen Räumen. Esse zwar auch viel mehr frisches Obst und Gemüse. Dennoch: Da macht mein Körper nicht mit! Toll... Nun bin ich bis Dienstag krank geschrieben. Werd das auch brauchen. Hab ich ja letztens gemerkt. Ist nur echt Mist, so viel zu verpassen, denn das im Alltag aufzuholen - vergiss es. Und jetzt selbst auszuarbeiten - vergiss es auch, weil: wenn ich krank bin, bin ich nicht aufnahmefähig. Sonst bräuchte ich ja (mal vo nder Ansteckungsgefahr abgesehen) nicht daheim bleiben. Aber mit einem Blutdruck unter 10, Dauermüde, Kopf- und Bauchweh - da lernt sich nicht gut.

Schöne lange und viele Mails hat der Raven auch geschrieben. Er scheint sich echt Sorgen zu machen. Ich hätte ihn nicht dafür loben sollen, denn seither hat er nicht mehr geschrieben... Der ändert sich wohl auch nie ;-)

Sobald er für seine Handlungen von mir ein positives Feeback bekommt - schwupps, zurück in sein Schneckenhaus...

 

25.11.2009 um 10:16 Uhr

Ich kotz ab!

Stimmung: grummel

Kaum denke ich, dass der Husten endlich nachlässt und ich mich mal wieder auf ein unbelastetes WE freuen kann, an dem ich vielleicht auch mal wieder neben Raven aufwachen könnte - lege ich mich mit einer Magen-Darm-Grippe flach. Das kann ja wohl nicht wahr sein!!! Ich dachte, ich sei gestärkt und stabil und mein Immunsystem nicht mehr so im Keller, zumal durch die Grippe vollgestopft mti Immunstärkern... oder sollte es doch an der Pille liegen??? Die nehme ich ja wegen der Hormonschwankungen seit Anfang des Monats und ein Grund, warum ich irgendwann sagte, dass ich keine Pille mehr will, war der, dass ich immerzu krank war. Sollte es so schnell gehen??? Dann lieber mit den Depris und Fressattacken leben... :-(

22.11.2009 um 10:31 Uhr

Karaoke und "makan-makan"

Stimmung: gut
Musik: Sing Star in vielen Varianten...

Wir hatten gestern eine Party vom Englischclub. Die Teilnahme unsererseits hing daran, dass Raven uns mit dem Auto mitnimmt, da die Gastgeber in einer Eigenheimsiedlung weit draußen wohnen - wo man im Sommer mit dem Rad hin fahren könte, aber jetzt eben sehr schlecht hinzukommen ist, vor allem abends.

Er entschied erst am Donnerstag, dass er da sein würde, so erhielt die Gastgeberin unsere Rückmeldung erst sehr kurzfristig.

Sie hat ein Super-Essen gezaubert!!! Sie kommt aus Singapur - es gab also: Fischpaste in Bananenblättern, scharfe Nudeln mit Meeresfrüchten, eine Art "Gulasch" (3 Tage gekocht...), Chili mit Scampis, Kartoffelplätzchen, Frühlingsröllchen, Bambussprossen-Gemüse, Hühnchen, eine Scharfe Gurkensoße (mit viiiel Knobi und Piri-Piri - das war am Ende sogar mir zu scharf!) - und natürlich Reis!

Wir waren 13 Personen, aßen an einer wunderbar gedeckten Tafel... später kamen dann noch 4... Nach dem herrlichen Essen wurde die Playstation angeworfen und SingStar aktiviert. Ich liiiebe ja Karaoke... wir haben auch viele viele Stunden gesungen. Ich mit meiner ohnehin schon Bonnie-Tyler-Stimme, hab die Stimme dann total kaputt gesungen! Und das obwohl ich nur einmal Bonnie Tyler sang... ;-)

Dann wurde mein Mausekind müde... hm, unser Fahrer unterhielt sich aber so toll... Ich trau mich ja dann nicht zu fragen, also erledigte das mein Bärenjunge. Alles kein Problem, er wollte sowieso nicht so lange bleiben, hat grad viel fürs Studium zu tun, braucht bis Montag ein paar Ergebnisse, die er zum Sonntag erarbeiten muss. Insofern war er auch nicht böse, dass er fahren durfte und nix trinken konnte (es gab allerdings seeehr leckere Sachen, z. B. Schwarzbierbrand, Kaffebrand und Williams Christ aus dem Westerwald... Prosecco mit frischen Erbeeren.. Freixenet... usw.)

Lusitg war auch, dass wir Mädels nun die gleiche Jacke haben - meine Tochter in Lila, ich in Schwarz. Sie meinte, als wir ins Auto stiegen "Mama, wir gehen heut im Partnerlook!" - Woraufhin mein Sohn feststelt "Na und, wir Jungs gehen auch im Partnerlook!" - Sie hatten beide schwarze Kapuzenjacken an :-)

(Raven integriert sich also ganz vorbildlich in die Famile *gg*)

Nachdem er uns nach Hause gefahren hatte, standen wir zwei dann noch na ganze Weile schwatzend am Auto - ja, es gibt immer sooo viel zu erzählen :-)

Hach, es ar ein toller Abend, es war überhaupt ein ganz tolles Wochenende!! Ich hoffe, das geht so weiter...

22.11.2009 um 10:16 Uhr

Birthday

von: Rabenmutter   Kategorie: Splitter

Stimmung: ausgeschlafen
Musik: The Crüxshadows ....

Roll out of bed, look in the mirror
And wonder who you are
Another year has come and gone
Today is your birthday
But it might be the last day of your life
What will you do if tomorrow it's all gone?
[it's all gone]
You won't be young forever
There's only a fraction to the sum
You won't be young forever
Nor will anyone
So...
Look at your life, who do you want to be before you die?
Look at your life, what do you want to do?
Look at your life, who do you want to be before you die?
Look at your life, you haven't got forever
And tell me what really matters
Is it the money and the fame?
Or how many people might eventually know your name?
[know your name]
But maybe you touch one life
And the world becomes a better place to be
Maybe you give their dreams another day
Another chance to be free
You won't be young forever
There's only a fraction to the sum
You won't be young forever
Nor will anyone
So...
Look at your life, who do you want to be before you die?
Look at your life, what do you want to do?
Look at your life, who do you want to be before you die?
Look at your life, it all comes back to you.
[Happy birthday]
You won't be young forever
There's only a fraction to the sum
You won't be young forever
Nor will anyone
So...
Look at your life, who do you want to be before you die?
Look at your life, what do you want to do?
Look at your life, who do you want to be before you die?

21.11.2009 um 17:01 Uhr

Kopf frei

Stimmung: gut
Musik: http://www.youtube.com/watch?v=ZODMaH7R3Es&feature=related

Nachdem ich mich über 1 Woche in Grippe, Husten, Depris und was auch immer gesuhlt habe, hatte ich eigentlich gar keine Lust auf gestern - das Crüxshadows-Konzert. Das Ticket hatte mir Rani geschenkt, da er leider aus beruflichen Gründne das Konzert nicht besuchen konnte.

Darkmoon, mein Kumpel "aus Berlin" kam mit - inzwischen wohnt er jedoch in Aue. Das ist aber eine lange Geschichte, die vielleicht ein anderes Mal erzählt wird. Jedenfalls haben wir uns, außer 2008 und 2009 auf Konzerten jeweils im Februar, seit genau 2 Jahren nicht gesehen gehabt. Ganz dünn ist er geworden! Aber sonst hat sich nix verändert... Ich hab ihn vom Bahnhof abgeholt und wir haben gleich geschwatzt und geschwatzt, wie immer. Abends waren wir, noch mit den Kindern, Spanisch essen - toll! Er hat lange in Spanien gelebt...

Dann gingen die Kinder nach Hause und wir zum Konzert. Die erste Vorband haben wir leider verpasst, scheinen aber lustig gewesen zu sein. Der Saal erschrecken leer, oh je...  die zweite Vorband hieß Ayria, aus Toronto/Canada, und bestand aus einer "Barbie" und einem Mann mit einem Laptop - und spielte überraschend gute Laufmusik. Muss ich haben! Als "Barbie" dann später neben mir stand, waren ihre Beine gar nicht mehr so unendlich lang und sie war kleiner als ich :-)

Über die Crüxshadows gibt es nicht viel zu sagen - das Konzert war toll!!! Super schöne Popmusik, und Rouge immer mitten im Publikum. Ich wünschte mir nur, ein Lied zu hören  - "Happy Birthday" - mein absolutes Lieblings-Geburtstagslied, der Text ist so toll.  Außerdem war ja auch erst letzte Woche mein Birthday :-)

Und - sie haben es gespielt! Ab dem Moment war auch bei mir das Eis gebrochen und ich habe getanzt. Dem Husten zum Trotz. Suuuperstimmung! Superkonzert... Hach... Und Rouge so lieb. Am Ende stand die ganze Band am Merch-Stand. Jeder Fan, der wollte, bekam sein Foto, jeder Fan bekam seine Autogramme, jeder bekam von Rouge eine Umarmung - total süß.

Darkmoon kennt die Band von früher und verschwand dann mit Rouge backstage, leider ließen mich die Securities nicht mit... Lady, falls du das Konzi nachholen magst - Darkmoon bekommt die nächst Tour...:-)

Der Geiger der Band hatte eine coole Frisur, von der ich sehr angetan war -und so ging ich heute dann, nachdem Darkmoon mittags in den Zug gestigen war, zum Friseur. Er hatte mir zugeredet, fand das total Klasse, dass ich da so spontan bin! Haben zusammen den Friseurtermin geholt :-) Jedenfalss - ich hab die Haare ab...!!!  Das hat mir so gut getan, ich fühtle mich plötzlich total frei - ging nach Hause, zog Sportklamotten an und ging laufen. Über eine Stunde. Die Strecke am Fluss, inklusive 2 mal Treppen rauf und runter. Trotz 2 Wochen Pause keinerlei Schwächeln! Hat supergut getan!!!

So und jetzt muss ich eilen, unter die Dusche und mich hübschen - heute ist Karaokeparty vom Englischclub. Raven wird aus allen Wolken fallen, ich glaube, er mag kurze Haare nicht - meine Kinder auch nicht. Aber ich!

20.11.2009 um 13:15 Uhr

Pädagogen...!

Stimmung: angep***

So, da hat heute mal eine Lehrerin meines sohnes meinen geballten Frust abbekommen, Ob das für meinen sohn gut ist, wage ich zu bezweifeln, aber ich bin einfach nur genervt...

 

Als ich meine Umschulung begonnen habe, habe ich den Klassenlehrern meiner Kinder jeweils einen Brief geschrieben. Darin stand, dass ich nun ab sofort selber wieder die Schulbank drücke und daher nicht mehr über mein Handy angerufen werden kann. Da bitte nur wirkliche Notfälle (ein Notfall in diesem Sinne wäre, eins meiner Kinder verunfallt in der Schule und man teilt mir mit, in welches Krankenhaus ich fahren muss - und nicht, weil einer 10 mal im Unterricht nicht mitgearbeitet hat) ansonsten möge man mir doch bitte daheim (!) auf den Anrufbeantworter sprechen, einen Brief oder aber eine E-Mail schreiben udn ich würde mich dann mit dem jeweiligen Lehrer in Verbindung setzen.

Für den Fall eienr Erkrankung habe ich beiden eine Vollmacht erteilt, dass sie nach Hause gehen können (meine Tochter hat einen Schulweg von 10 min. und zu meienr Schulzeit musste man NIE von den Eltern abgeholt werden, mein sohn fährt ohnehin über 1 std. Bus und Bahn - sprich, wenn's dem schlecht geht und er dann noch über 1 Std. auf einen Abholer warten muss, ist es besser, man setzt ihn gleich in den nächsten Bus. Wenn er dazu nicht in der Lage ist, muss eh der Notarzt ran, nicht ich!

Soweit zur Theorie! Einmal rief scho ndie Schuloe meienr Tochter an - da hatte die Lehrerin die Info nicht wieter gegeben. Was mir Ärger und einmal Kuchen backen einbrachte. Da ich mein Tel. zwar auf lautlos habe aber es vibriert dennoch - für den absoluten Notfall eben.

Heute nun rief eine Lehrerin meines Sohnes an.  Da es klingelte und klinelte - oh, Notfall... Als sie ihren Namen nannte, wusste ich aber gleich, sie will ein Elterngespräch - mein Sohn hatte mir berichtet. Ich teilte ihr also in kurzen Sätzen mit, dass ich gerade im Unterricht sei und tagsüber nicht auf dem Handy angerufen werden möchte - redet sie doch ungeniert weiter! Also habe ich mit dem Satz "Bitte rufen Sie mich heute nachmittag dazu an!" aufgelegt. Und sobald ich zu Hause war, habe ich dann in der Schule angerufen.

Natürlich habe ich erst mal gemeckert, warum man mich auf dem Handy anruft, und ihr die Situation erklärt. Zumindest versucht! Da belehrte sie mich, ich hätte halt mein Handy im Unterricht ganz auszumachen. Also teilte ich ihr mit, ich sei Mutter zweier Kinder udn mit beiden Schulen sei diese Nummer als Notfallnummer vereinbart. Dass man mir bitte auf den AB sprechen soll - die Festnetznummer dazu ist in der Schule hinterlegt. Warum denn die Schulen eigentlich generell zuerst Mobil anrufen? - Antwort bliebt sie mir schuldig und meinte nur, sie hätte so viele Eltern zu bedienen und könne es nicht jedem Recht machen. (Wenn sie mit allen Schülern Ärger hat, sollte sie über ihre Berufswahl nachdenken. Das habe ich ihr nicht gesagt...)

Sie sagte dann, sie hätte mir einen Brief geschrieben . Fein, genau das ist doch der richtige Weg, warum sie mich dann noch anrufe? - Sie sei halt nicht sicher, ob der Brief bei mir ankommen würde. Ähm, schon mal was von Post gehört? (Nein, das habe ich auch nicht gesagt...)

Um die Sache abzukürzen, woltle sie mri also schnell am Telefon sagen, worum es geht. - Es geht um einen Gesprächstermin am Mittwoch. ich teitle ihr dann mit, dass ich zu lange Unterricht hätte und außerdem sei es für meinen Sohn nicht einzurichten, eine Stunde nach Schulschluss schon wieder in der Schule zu sein, da er so einen weiten Schulweg hat und die Schule ihn ja auch nicht die eine Stunde dort behält. - Das sei nicht ihr Problem sondern Problem meiens Sohnes. Aha, pädagogisch sehr  klug!!!

Jedenfalls habe ich dann versucht, ihr klar zu machen, dass ich nicht zu einem Gespräch in die Schule komme, wo es darum geht, dass ein Lehrer in meinem Besein meinen Sohn runter macht und ich ihn dann auch noch dafür bestrafen soll. Dass ich es generell ablehne, meine Kinder für Schulische Delikte "zu bestrafen" weil ich dort nicht dabei bin und die Lage daher nicht wirklich einschätzen kann. Das die Lehrer die ausgebildeten Pädagogen seine und doch genug Mittel zur Verfügung hätten, um einen Schüler zur Räson zu rufen - wenn sie der Meinung sei, er müsse einen Tadel erhalten, dann muss er den erhalten. Ich kann gern mit meinem Sohn sprechen aber ihn zu nichts zwingen.

Da wurde die gute Frau ungehalten. Mein Sohn würde hinten runter fallen, nur weil ich mir nicht genug Zeit für solch wichtige Gespräche nehme (sicher, meine Kinder haben zusammen genommen um die 30 Lehrer und gerne doch unterhalte ich mich allwöchentlich mit jedem persönlich...) Ich solle mir ihren Brief in Ruhe durchlesen und wenn ihr Terminvorschlag nicht passt (das hatten wir schon...), dann solle ich ihr neue Termine vorschlagen. SCHRIFTLICH!

Ja, sie hat mich am Telefon wirklich von ihren pädagogischen Fähigkeiten voll und ganz überzeugt...

18.11.2009 um 11:52 Uhr

Ben is back!!!

von: Rabenmutter   Kategorie: Vergangenes

Stimmung: Überrascht & überwältigt...

Freundeseiten sind Klasse. Tolle Erfindung! Ja, muss ich mal so sagen. Aber ich fange mal am Anfang an...

Die Rabenmutter hat, als es das Internet noch nicht gab, immer viele Briefe geschrieben. Im zarten Alter von 8 Jahren ging das los, in erster Linie schrieb man sich mit Leuten, die man im Sommer im Ferienlager kennen gelernt hatte. Als ich 14 war, hatte meine Tante "im Westen" eine Anonce für mich in die BRAVO gesetzt und ich bekam wochanlang Berge von Post. Einge der damals geknüpften Brieffreundschaften bestehen immer noch. Zeitweise hatte ich über 60 Brieffreunde in aller Welt verteilt.

Wenn ich irgendwo unterwegs war, auf Parties oder was auch immer - tauschte ich mit interessanten Leuten die Adressen aus und es wurde geschrieben und geschrieben... Es waren auch immer viele Jungs dabei. Die meisten davon verliebten sich früher oder später - entweder in mich, was die Freundschaft dann kaputt machte, oder aber in eifersüchtige junge Damen, die in mir eine Nebebuhlerin sahen und somit ebenfalls die (Brief-)Freundschaft kaputt machten.

Einer meiner damaligen Brieffreunde war Ben.  Wir haben uns auf einem Kirchenseminar kennengelernt (schrieb er mir jetzt), dann haben wir uns lange Zeit geschrieben. Also - ein paar Jahre. An eine Party bei ihm kann ich mich sehr intensiv erinnern, also nicht bei ihm zu Hause sondern am Ort. Ich glaube, das war auch das einzige Mal, dass wir uns besucht haben. Aber geschrieben haben wir ganz viel, und sehr offen und intensiv, und uns Musikkassetten hin und her geschickt, etc. - was man halt so im zarten Jugendalter alles so macht.

Irgendwann hat er geheiratet und ich erinner mich, dass ich ein Geschenk geschickt habe. Dann wurde die Post spärlicher (eifersüchtige Ehefrau...) - und das letzte, was ich von ihm hörte, war, dass er sich scheiden lässt (da war er nur ca. 1 Jahr verheiratet) und dass er sich wieder meldet, wenn er eine eigene Wohnung hat. Was er leider nicht getan hat.

Nun habe ich, nach meiner Trennung von meinem Ex-Mann, angefangen, wieder nach "meinen" Leuten "von Früher" zu suchen. Und hacke seither sämtliche Namen in mehr oder weniger großen Abständen in diverse Freundefinderseiten. So auch letzte Woche. Und - da war plötzlich Ben! Natürlich habe ich ihn gleich angeschrieben. Seither gehen jeden Abend ellenlange Mails hin und her. Das ist somit das, was mich im Moment eingermaßen über Wasser hält. Der allabendliche Lichtblick... Das Schwelgen in gemeinsamen Erinnerungen, das Erzählen dessen, was wir in den Zwischenjahren erlebt haben. Ist schon krass, wir hatten geschätzt 18 Jahre keinen Kontakt - und haben uns in eine ähnliche Richtung entwickelt... Sind die letzten 3 Jahre auf dem WGT wohl zig Mal aneinander vorbei gelaufen.
Was zukünfitg sicher nicht mehr geschehen wird...

Hach, ich finde solche Geschichten immer so toll - und jetzt passiert mir sowas! Unglaublich....

18.11.2009 um 11:28 Uhr

Herbstdepri

von: Rabenmutter   Kategorie: Therapeutisches

Stimmung: herbstlich

So, da dachte ich nun - überheblich wie ich bin - mir passiert sowas nicht mehr. Ich weiß ja, wo meine Depris herkommen, ich kann gut gegensteuern, und außerdem nehme ich nun pünkltlich zum November auch noch die "ausgleichenden Hormone", kann also gar nichts schief gehen.

Tja, denkste... Pünktlich zum Geburtstag wird die Rabenmutter Grippekrank und fällt damit in ein tiefes schwarzes Loch.  Womit auch keiner was anfangen kann, denn Grippe hat ja nun jeder Mal und das geht ja auch wieder vorbei und sie soll sich mal nicht so anstellen....

Was es vielleicht so schlimm gemacht hat oder macht, war und ist, dass ich meine Geburtstagsparty abgesagt habe. Da ich aber 1 Tag zuvor noch mit Raven aus war, hat mir halt keiner abgenommmen, dass es wirklich nicht geht, denn wer am einen Tag draußen rum hüpfen kann, kann am nächsten Tag nicht so schlimm krank sein. Hmpf, man kann sich mal einen Abend gaaanz viele Parcetamol in den Kopf stellen und unvernünftig sein, aber doch nicht jeden Abend - zumal ich ja die Party hätte auch vorbereiten wollen, sprich ich wollte backen, Prosecco einkaufen etc. Ging alles nicht.

Immerhin war Lady_Bright so lieb und am entsprechenden Abend für mich da und wir haben ganz lange hin und her geschrieben. Allerdings dabei so viel Probleme gewälzt,was es auch nicht eben besser machte... Und dann hatte ich auch noch ein ganz schlechtes Gewissen, weil eben, als sie anfing, von ihrem Kummer zu berichten - eine gaaanz lange Mail eines alten Freundes kam und ich diese uuunbedingt ganz schnell lesen wollte. Zu dem Freund aber später mehr.

Die Hormone tun auch nicht das, was sie sollen. Erst bekam ich furchtbare Bauchschmerzen. Jetzt bin ich nur am Essen - genau da sollen sie ja gegensteuern. Ich weiß, dass der Körper sich erst mal umstellen muss aber es nervt einfach. Ich will, dass es mir gut geht - jetzt!

Ganz froh war ich, dass die Schule keinen Ausbilder für uns hatte und wir 2 Tage zu Hause arbeiten mussten. So fuhr ich nur am Montagmorgen in die Schule, um mir meine Aufgaben zu holen. Da ich noch ein paar Wege zu erledigen hatte, tat ich das gleich mit - den Krankenschein zur Kasse schaffen, Monatskarte umschreiben lassen, Geld und Kontoauszüge holen, ein Paket auf der Post abholen. Damit war ich 1 1/2 Std. unterwegs - und totaaal fertig! Menno! Also legte ich mich wieder ins Bett. An Schulzeug wurde gar nichts an dem Tag :-(

Das hab ich dann gestern gemacht, kam aber auch nicht mit allem zurecht. Was mich wiederum unzufrieden macht. Dann musste ich mächtig mit mir kämpfen, um wenigstens zum Supermarkt zu gehen und meine Einkäufe zu erledigen und dann, um für heute einen Kuchen zu backen und eine Suppe zu kochen. Es kommen Gäste - meine Mutter, ihr Freund und meine Ex-Schwiemu, um meinen Geb. nachzufeiern. Am Liebsten hätte ich sie ja alle nochmal ausgeladen und auf nächstes WE vertagt - aber ob es dann wirklich besser ist? Keine Ahnung...

Jedenfalls habe ich nun seit letzten Freitag keinen  Raven mehr gesehen und das macht es wohl am Schlimmsten, da ich aus seiner Nähe immer so viel Energie ziehe. Er hat sich schon wegen meiner Grippe zurück gezogen,  ist ja auch vernünftig, er steckt mitten im Diplom und kann kein Krank gebrauchen. Aber er fehlt mir, verd*** Er wollte uns dann für gestern Tickets für The Prodigy ersteigern aber das wurde doch nichts, war ich einerseits auch froh, hätte mich nur wieder zuknallen müssen, andererseits - schon allein um ihn zu sehen, wär ich ja mitgegangen... Und so hat er sich dann gar nicht mehr gemeldet. Geht vermutlich davon aus, dass wir uns sowieso heute Abend sehen - es ist Englischzeit - aber ich bin am Überlegen, gar nicht hin zu gehen. Morgen um 5 Uhr aufstehen...

Nun ja, erst mal den heutigen Tag überstehen. Dann sehen wir weiter.